Kriegskinder - Lorenz, Hilke

Hilke Lorenz 

Kriegskinder

Das Schicksal einer Generation

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Kriegskinder

Hilke Lorenz lässt in ihrem Buch die Menschen zu Wort kommen, die zwischen 1940 und 1945 noch Kinder waren. Die Zeitzeugen erzählen von ihren Erlebnissen im Bombenkeller, vom Tag nach den Ausbombungen, als sie helfen mussten, die Toten zu begraben. Sie berichten von der Flucht aus dem Osten, von der Kindheit ohne Vater oder von der Kinderlandverschickung, von lauter Erfahrungen also, die für uns heute unvorstellbar sind, und die doch so viele Menschen geprägt haben, die maßgeblich am Aufbau der Bundesrepublik Deutschland beteiligt gewesen sind.

Sie waren noch Kinder und die Schrecken des Krieges waren ihr Alltag. Mit großem Einfühlungsvermögen schildert Hilke Lorenz, die zahlreiche Zeitzeugen befragt hat, das Aufwachsen inmitten von Flucht, Vertreibung, Bombennächten, Hunger und Tod.

Hilke Lorenz lässt in ihrem Buch die Menschen zu Wort kommen, die zwischen 1940 und 1945 noch Kinder waren. Die Zeitzeugen erzählen von ihren Erlebnissen im Bombenkeller, vom Tag nach den Ausbombungen, als sie helfen mussten, die Toten zu begraben. Sie berichten von der Flucht aus dem Osten, von der Kindheit ohne Vater oder von der Kinderlandverschickung, von lauter Erfahrungen also, die für uns heute unvorstellbar sind, und die doch so viele Menschen geprägt haben, die maßgeblich am Aufbauder Bundesrepublik Deutschland beteiligt gewesen sind.


Produktinformation

  • Verlag: List Tb.
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 301 S. m. Fotos u. Faks.
  • Seitenzahl: 301
  • List Taschenbücher Nr.60507
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 126mm x 30mm
  • Gewicht: 309g
  • ISBN-13: 9783548605074
  • ISBN-10: 3548605079
  • Best.Nr.: 12804734
»Ungeheuerliche und tieftraurige Geschichten, als einfühlsame Reportagen glänzend zu Papier gebracht« Stuttgarter Zeitung »Dieses Buch vermag etwas ganz Besonderes: Es ermutigt zum Erzählen und zum Zuhören.« Brigitte »Zutiefst berührende Schilderungen« dpa

»Ungeheuerliche und tieftraurige Geschichten, als einfühlsame Reportagen glänzend zu Papier gebracht« Stuttgarter Zeitung »Dieses Buch vermag etwas ganz Besonderes: Es ermutigt zum Erzählen und zum Zuhören.« Brigitte »Zutiefst berührende Schilderungen« dpa
Hilke Lorenz, Jahrgang 1962, hat Geschichte und Germanistik studiert und ist Redakteurin bei der Stuttgarter Zeitung. Ihr Buch Kriegskinder. Das Schicksal einer Generation, 2003 bei List erschienen, wurde ein großer Bestseller.

Leseprobe zu "Kriegskinder" von Hilke Lorenz

"Die Faszination des Militärischen, die Anziehungskraft der Rituale und Verwandlungen in Uniform, sie wurden nicht nur vom Regime ausgenutzt. Sie wurden von den Erwachsenen konsequent in der Erziehung eingesetzt. Hans Moritz etwa erinnert sich auch sechzig Jahre später noch, wie er mit seiner Soldatenliebe überlistet wurde. »Ich mochte als Kind keine Rhabarbergrütze." So wie andere keinen Spinat mögen. Nicht einmal seinem Vater zuliebe hätte er die gegessen. Obwohl er ihn sehr vermisste. Denn der Vater, ein Hamburger Schneidermeister, war noch immer mit einer anderen Frau verheiratet. Hans Mutter brachte sich derweil mit Sohn und Tochter mehr schlecht als recht durch. Mal mussten die Kinder zu Pflegeeltern, mal in die Krippe. Momente mit dem Vater waren überaus kostbar, und dauernd sehnte ihn der Junge herbei. Die Vorstellung, er gliche in irgendetwas diesem Mann, machte Hans Moritz glücklich. Aber Grütze aß er aus einem anderen Grund. Da besuchte er den Vater in der Kaserne in Mölln. Denn der war 1939 eingezogen worden und hatte sich wie so viele Väter in einen Soldaten verwandelt. Auf dem Speiseplan der Kaserne stand Rhabarbergrütze. Hans ekelte sich, er weigerte sich, er trotzte. Da erzählte der Koch, ein Kamerad des Vaters, dem Vierjährigen, dies sei gar nicht die saure, verhasste Grütze. Das, was ihm hier ausnahmsweise serviert werde, sei etwas ganz anderes. Die sei echte Soldatengrütze. Mit einem Mal roch alles ganz anders. Hans aß tapfer, was ihm sonst ein Graus war. Aus Sehnsucht danach, ein Soldat zu sein – wie der Mann, dem er so gerne mehr Platz in seinem Leben eingeräumt hätte. Und der nähte dem tapferen Esser zur Belohung eine Kopie seines Soldatenkäppis in Form eines Schiffchens. Wie glücklich der Dreikäsehoch war, als ihm der Vater das Geschenk überreichte, kann sich nur vorstellen, wer noch weiß, wie das ist, sich als Kleiner unter die Großen zu träumen. Und groß sein, das suggerierte diese Erziehung von einst beständig, das hieß Soldat sein.

Inhaltsangabe

"Die Faszination des Militärischen, die Anziehungskraft der Rituale und Verwandlungen in Uniform, sie wurden nicht nur vom Regime ausgenutzt. Sie wurden von den Erwachsenen konsequent in der Erziehung eingesetzt. Hans Moritz etwa erinnert sich auch sechzig Jahre später noch, wie er mit seiner Soldatenliebe überlistet wurde. »Ich mochte als Kind keine Rhabarbergrütze." So wie andere keinen Spinat mögen. Nicht einmal seinem Vater zuliebe hätte er die gegessen. Obwohl er ihn sehr vermisste. Denn der Vater, ein Hamburger Schneidermeister, war noch immer mit einer anderen Frau verheiratet. Hans Mutter brachte sich derweil mit Sohn und Tochter mehr schlecht als recht durch. Mal mussten die Kinder zu Pflegeeltern, mal in die Krippe. Momente mit dem Vater waren überaus kostbar, und dauernd sehnte ihn der Junge herbei. Die Vorstellung, er gliche in irgendetwas diesem Mann, machte Hans Moritz glücklich. Aber Grütze aß er aus einem anderen Grund. Da besuchte er den Vater in der Kaserne in Mölln. Denn der war 1939 eingezogen worden und hatte sich wie so viele Väter in einen Soldaten verwandelt. Auf dem Speiseplan der Kaserne stand Rhabarbergrütze. Hans ekelte sich, er weigerte sich, er trotzte. Da erzählte der Koch, ein Kamerad des Vaters, dem Vierjährigen, dies sei gar nicht die saure, verhasste Grütze. Das, was ihm hier ausnahmsweise serviert werde, sei etwas ganz anderes. Die sei echte Soldatengrütze. Mit einem Mal roch alles ganz anders. Hans aß tapfer, was ihm sonst ein Graus war. Aus Sehnsucht danach, ein Soldat zu sein – wie der Mann, dem er so gerne mehr Platz in seinem Leben eingeräumt hätte. Und der nähte dem tapferen Esser zur Belohung eine Kopie seines Soldatenkäppis in Form eines Schiffchens. Wie glücklich der Dreikäsehoch war, als ihm der Vater das Geschenk überreichte, kann sich nur vorstellen, wer noch weiß, wie das ist, sich als Kleiner unter die Großen zu träumen. Und groß sein, das suggerierte diese Erziehung von einst beständig, das hieß Soldat sein.

Kundenbewertungen zu "Kriegskinder" von "Hilke Lorenz"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von Lady Dyke aus Bremen am 01.11.2006 ***** sehr gut
Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Dokumentationen in Buchform bin, hat mich dieses Buch beim Lesen nicht mehr losgelassen.
Die tragischen Erlebnisse der einzelnen Protagonisten werden so gut geschildert, dass man das Gefühl bekommt, diese selbst "hautnah" mitzuerleben. Man fiebert mit den Kindern mit und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

"Kriegskinder" ist ein Muss für jeden, den diese Thematik interessiert!

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