Spurensuche. Rachel van Kooij zeichnet das Leben einer befreundeten
jüdischen Familie im Zweiten Weltkrieg nach authentisch,
beeindruckend, berührend.
Ansichtskarten, die ein kleines Mädchen in den 1930er Jahren in
einem Album gesammelt hat, sind der Ausgangspunkt für diesen
außergewöhnlichen Roman, in dem Fiktion und Wahrheit
aufeinandertreffen. Die Autorin ist der Spur der Karten gefolgt,
hat jahrelang recherchiert, mit Zeitzeugen gesprochen, hat Fakten
kunstvoll mit einer Geschichte verwoben.
Leny Goldstein wird am 23. November 1929 in Breda, einer Stadt in
den Niederlanden, geboren. 1942, einen Tag vor ihrem dreizehnten
Geburtstag, wird sie im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau
ermordet. Dazwischen spannt sich das Leben eines jüdischen
Mädchens, seiner Familie und Freunde, anfangs optimistisch und
zuversichtlich, mit den besten Voraussetzungen für eine glückliche
Zukunft. Obwohl nach dem Einmarsch der Deutschen die Repressalien
der Nationalsozialisten immer stärker werden, fliehen die
Goldsteins nicht und tauchen auch nicht unter sie können nicht
glauben, wozu Menschen fähig sind und dass es immer noch schlimmer
kommen kann.
Es ist nicht einfach ein weiteres Buch zum Thema Nationalsozialismus. Die Autorin verwebt gekonnt genau recherchierte Fakten und feinfühlige Dichtung. (jugendliteratur aktuell) Die Geschichte der Leny Goldstein ... ist vieles zugleich: Zeugnis, Exempel und vor allem literarisches Denkmal. (Christine Knödler, 1000 und 1 Buch) Ihre (Lenys) Geschichte wird ebenso authentisch wie ergreifend erzählt. (Kai Agthe, Thüringer Allgemeine Zeitung) ... ein bewegendes, tagebuchartig gestaltetes Erinnerungsbuch ... (Lotte Husung, Buchprofile/Medienprofile) Ein wichtiges Buch, welches Jugendlichen eine Zeit vor Augen führt, die nie vergessen werden darf. (Susanna Diemer, Kinder- und Jugendmedien Aargau) Das Schicksal der Goldsteins berührt zutiefst. Wie demütigend und furchteinflößend die Schikanen waren, welches Unglück hereinbrach - das schildert die Schriftstellerin sehr einfühlsam und nachhaltig. (Petra Ihm-Fahle, Eselsohr 4/2010)
Rachel van Kooij, geb. 1968 in Wageningen, Niederlande. Im Alter von zehn Jahren übersiedelte sie nach Österreich. Nach der Matura studierte sie Pädagogik und Heil- und Sonderpädagogik an der Universität Wien. Rachel van Kooij lebt in Klosterneuburg und arbeitet als Behindertenbetreuerin.
Kundenbewertungen zu "Eine Handvoll Karten" von "Rachel van Kooij"
1 Kundenbewertung
(Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen
sehr gut)
Bewertung von Bita aus Bad Bergzabern am 01.06.2011
sehr gut
„Eine Handvoll Karten“erzählt die Geschichte eines jüdischen Mädchens aus den Niederlanden.
Leny Goldsteins Leben scheint zu beginnen wie jedes anderes. Sie wird in eine glückliche Familie hineingeboren und bekommt schon bald eine Schwester,Carry. Der Vater, der eine große Liebe zur Musik hat versucht diese an seine Töchter weiterzugeben.Und Leny ist talentiert. Sie nimmt die Musik sowie alles was auch ihre Mutter ihr beibringt mit Freude auf. Denn ihre Mutter, die sogar eine Zeit lang Lehrerin in Ostindien war legt viel Wert auf eine gute Ausbildung. Durch die Unterstützung und ihre Begabung zählt Leny stets zu den Besten in der Schule. Eine rosige Zukunft voller Hoffnung liegt vor ihr, doch dann wird die Niederlande von den Nationalsozialisten besetzt. Die Verfolgung der Juden lässt nicht lange auf sich warten und schon bald gibt es viele neue Regeln für die Familie. Sie werden systematisch aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Dass Leny nun nicht das Gymnasium besuchen darf ist da nur eine Kleinigkeit, denn die Goldsteins dürfen bald gar keine öffentliche Einrichtung mehr besuchen und sind an den Anmerkungen im Ausweis und dem Stern an der Kleidung leicht als Juden zu identifizieren. Trotzdem wagen sie es nicht unterzutauchen aus Vorsicht gegenüber denen die ihnen helfen könnten und auch weil sie immer noch hoffen, auf das Ende des Alptraums. Doch letztendlich wird ihnen ihr ganzes Hab und Gut genommen und dann wird zuerst der Vater und zuletzt auch die Mutter und die Töchter im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau ermordet. Einen Tag vor ihrem dreizehnten Geburtstag wird Lenys Leben, das so verheißungsvoll begonnen hat, gewaltsam ein Ende gesetzt. Die Autorin hat lange recherchiert und hat vor allem die Zeit zwischen der Besetzung Hollands im Frühjahr 1940 und der Ermordung der Familie 1942 an dem Beispiel der Verwandtschaft
Goldstein bzw. Meyer(die Familie von Lenys Mutter) sehr authentisch dargestellt wie sie die Juden dort damals erlebt haben. Doch ausgegangen ist sie von einem Postkartenalbum, das sie bei ihren Großeltern die Freunde der Familie Goldstein waren, gefunden hat und das Leny gehörte (daher der Name des Buches). Mithilfe dieser Ansichtskarten von denen sie manche teilweise oder sogar ganz in das Buch übernommen hat, den vielen Details aus der Recherche und mit einem großen Einfühlungsvermögen hat sie das Schicksal dieses Mädchens rekonstruiert. Außerdem ist die Lektüre durch die angefügte Chronologie mit den Fakten und verschiedenen Anmerkungen und Erklärungen noch informativer als sie es ohnehin schon ist. Somit
ist es besonders für Geschichtsinteressierte, auch für jüngere zu empfehlen, denn es ist ja meist aus der Perspektive, eines erst am Ende des Buches zwölfjährigen Mädchens geschrieben, zu empfehlen.
Die, die sich auch noch für die Lebensgeschichte eines holländischen Kindes zur Zeit des Nationalsozialismus interessieren können mit einem bewegenden, aber eher ruhigen Buch rechnen.