Als sie sich im Winter 1944/45 erstmals begegnen, liegen Welten
zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken
kreisen um die nahe Zukunft: das Abitur, das Konservatorium und die
bevorstehende Eheschließung mit Wolfgang von Brandt. Die Folgen des
Krieges registriert sie höchstens am Rande, die Fremdarbeiter auf
dem elterlichen Gut nimmt sie kaum wahr. Wanda dagegen hat den
Krieg bereits hautnah erlebt: Wie es ihrer Familie geht, weiß sie
nicht. Die Deutschen haben sie aus Krakau verschleppt, die Zukunft
liegt bereits hinter ihr. Alle Kraft konzentriert sie auf das Hier
und Jetzt, jedes Fehlverhalten kann tödlich sein. Als die Rote
Armee naht, müssen Inge und Wanda ihren Weg nach Westen gemeinsam
finden. Das Überleben der einen liegt in der Hand der
anderen.
Für ihren Roman hat Gina Mayer viele Zeitzeuginnen befragt. Eines
dieser Interviews ist im Anhang abgedruckt.
Gina Mayer, 1965 in Ellwangen geboren, lebt mit ihrer Familie in Düsseldorf. Sie studierte Grafik-Design und arbeitete einige Zeit als Werbetexterin. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder, begann sie Bücher zu schreiben. 2006 erschienen ihre ersten Romane. Sie schreibt für Erwachsene und Jugendliche, am liebsten Krimis.
Leseprobe zu "Die verlorenen Schuhe" von Gina Mayer