Die Bücherdiebin (eBook, ePUB) - Zusak, Markus
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Die Bücherdiebin (eBook, ePUB)

Roman

Markus Zusak 

eBook, ePUB
 
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Die Bücherdiebin (eBook, ePUB)

Selbst der Tod hat ein Herz …

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.

„Die Bücherdiebin“ ist eine Liebesgeschichte, eine Hommage an Bücher und Worte und eine Erinnerung an die Macht der Sprache, die im Roman von Markus Zusak viele Facetten zeigt: den lakonisch-distanzierten Ton des Erzählers, Poesie und Zuversicht – und die reduzierte Sprache der Nazipropaganda.



TOD UND SCHOKOLADE

Zuerst die Farben. Dann die Menschen. So sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest.

EINE KURZE BEMERKUNG AM RANDE
Ihr werdet sterben.

Ich bin nach Kräften bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen, aber die meisten Menschen haben einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen. Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben »A«. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.
REAKTIONEN AUF DIE OBEN GENANNTE TATSACHE
Mache ich euch Angst? Ich bitte euch inständig - keine Sorge. Man kann mir alles nachsagen, nur nicht, dass ich ungerecht bin.

Was fehlt?
Natürlich - eine Bekanntmachung. Ein Beginn.
Wo ist nur mein gutes Benehmen geblieben?
Ich könnte mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen; wie bald - das hängt von einer Reihe von Umständen ab. Nur so viel sei gesagt: Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist. Eure Seelen werden in meinen Armen liegen. Auf meiner Schulter wird eine Farbe ruhen. Sanft werde ich euch davontragen.
Ihr werdet vor mir liegen. (Es passiert nur selten, dass ich Menschen stehend antreffe.) Ihr werdet in der Kruste eurer eigenen Körper gefangen sein. Vielleicht gibt es ein Erkennen; ein Schrei tröpfelt zu Boden. Die einzigen Geräusche, die ich danach hören werde, sind mein eigener Atem und der Klang des Geruchs, meine eigenen Schritte.
Die Frage ist, welche Farbe die Welt angenommen haben wird, wenn ich euch holen komme. Was wird der Himmel uns erzählen?
Ich persönlich mag einen schokoladenfarbenen Himmel. Dunkle Bitterschokolade. Die Leute behaupten, das passt zu mir. Ich versuche trotzdem, mich an jeder Farbe zu erfreuen, die ich sehe, an dem ganzen Spektrum. Etwa eine Milliarde Schattierungen, keine wie die andere, und ein Himmel, der sie langsam in sich aufsaugt. Das nimmt dem Stress die Schärfe. Und es hilft mir, mich zu entspannen.
EINE KURZE ZWISCHENBEMERKUNG
Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen,
und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen. Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit.
In meinem Geschäft habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten.

Wie schon angedeutet, ist Ablenkung meine einzige Rettung. Sie allein hilft mir, bei Verstand zu bleiben. Sie hilft mir, mit meiner Arbeit klarzukommen, was nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, wie lange ich diese Tätigkeit schon ausübe. Das Problem ist: Wer könnte mich ersetzen? Wer könnte für mich einspringen, während ich in einem Vier-Sterne-Hotel irgendwo am Meer Urlaub mache oder in den Bergen Ski fahre? Die Antwort ist: Niemand. Genau dieser Umstand hat mich dazu veranlasst, die Ablenkung zu meiner Erholung zu machen, mich damit zu zerstreuen. Also mache ich Urlaub in Farben, in Schattierungen.
Dennoch fragt ihr euch möglicherweise, warum ich überhaupt Urlaub brauche. Ihr wollt wissen, wovon ich mich ablenken muss?
Was mich zum nächsten Punkt bringt.
Es sind die übrig gebliebenen Menschen.
Die Überlebenden.
Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden zwischen den Puzzlestücken der Erkenntnis, Überraschung und Verzweiflung zusammenbrechen. Sie haben zerstochene Herzen. Sie haben zerschlagene Lungen.
Was mich wiederum zu dem Thema bringt, über das ich heute Abend - oder heute Mittag, oder welche Stunde und Farbe es auch immer gerade sein mag - mit euch reden will. Es ist die Geschichte von einer beständig Überlebenden - von einer Expertin im Zurückbleiben.
Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von:
- einem Mädchen
- ein paar Worten
- einem Akkordeonspieler
- ein paar fanatischen Deutschen
- einem jüdischen Faustkämpfer
- und einer ganzen Menge Diebstählen

Ich sah die Bücherdiebin drei Mal.

NEBEN DEN BAHNGLEISEN

Das erste Mal war es weiß. Gleißend.
Einige von euch werden wahrscheinlich denken, dass Weiß gar keine Farbe ist. Völliger Blödsinn. Das stimmt nicht. Weiß ist zweifellos eine Farbe, und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihr mit mir streiten wollt.

EIN WORT ZUR BESÄNFTIGUNG
Bitte bleibt ruhig, trotz dieser offenkundigen Drohung. Ich tue nur so. Ich bin nicht gewalttätig. Ich bin nicht bösartig. Ich bin das Ergebnis.

Ja, es war weiß.
Es war so, als ob der ganze Erdball in Schnee gekleidet wäre. Als ob er ihn angelegt hätte, so wie ihr einen Pullover anzieht. Neben der Bahnstrecke verliefen Fußspuren, eingesunken bis zum Schienbein. Die Bäume trugen Decken aus Eis.
Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, war jemand gestorben.

Sie konnten ihn nicht einfach auf dem Boden liegen lassen. Im Augenblick wäre das kein Problem gewesen, aber schon bald würde das Gleis geräumt sein, und der Zug würde weiterfahren.

Da waren zwei Wachmänner.
Da waren eine Mutter und ihre Tochter.
Und eine Leiche.
Die Mutter, die Tochter und die Leiche verharrten, hartnäckig und still.

»Was willst du denn von mir?«
Die Wachmänner waren groß und klein. Der Große sprach stets zuerst, obwohl er nicht das Kommando führte. Er sah den rundlichen Kleinen an. Den mit dem feuchtroten Gesicht.
»Nun«, lautete die Erwiderung, »wir können ihn doch wohl nicht einfach hier liegen lassen?«
Der Große verlor die Geduld. »Und warum nicht?«
Der Kleinere explodierte beinahe. Er schaute zu dem Kinn des Großen auf und schrie: »Spinnst du?« Die Abscheu auf seinen Wangen wuchs mit jedem Moment. Seine Haut weitete sich. »Komm«, sagte er und stapfte durch den Schnee. »Wir tragen sie alle drei zurück, wenn es sein muss. Und wir melden es der nächsten Station.«



Produktinformation

  • Verlag: cbj
  • 2008
  • Seitenzahl: 592
  • Altersempfehlung: 12 bis 99 Jahre
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783894804275
  • ISBN-10: 3894804270
  • Best.Nr.: 37144781

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als ebenso mutige wie aufregende Variante von NS-Literatur feiert Rezensentin Hilde Elisabeth Menzel diesen Jugendroman des jungen Australiers Markus Zusak, der zu ihrem großen Erstaunen trotz seines Gegenstands und seiner jugendlichen Zielgruppe ein internationaler Bestseller ist. Der Erfolg hängt, wie sie vermutet, mit dem ungewöhnlichen Erzähler und Protagonisten des Buchs zusammen: dem Tod nämlich, dessen Ton die Rezensentin als "ironisch, ja gelegentlich sarkastisch" beschreibt, weshalb Distanz zum ungeheuerlichen Geschehen entstehe und man als Leser selbst das Pathos des Buchs nie unangenehm finde. Im Zentrum steht, wie die Rezensentin schreibt, das Mädchen Liesel, deren Familienangehörige einer nach dem anderen sterben. Für jeden Toten stiehlt sie ein Buch. Aber auch die Freundschaft des Mädchens zu einem Mann, der in einem Kellerversteck ausharren muss, weil er als Jude verfolgt wird, gehören für die Rezensentin zu den Highlights des Buchs, das sie durch eine etwas andere Perspektive auf bekannte und schreckliche Gegebenheiten, insbesondere den Holocaust besticht. Interessant auch ihre Information, dass der Roman in Deutschland einmal als Jugendroman und dann als Roman für Erwachsene auf den Markt gekommen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.03.2008

Der Tod liebt die Farben des Himmels
Markus Zusaks „Die Bücherdiebin” ist anrührend und aufwühlend
Der Horizont hatte die Farbe von Milch. Kalt und frisch. Herausgelaufen zwischen den Leichen.” So sieht der Tod, als Erzähler des Romans die Bücherdiebin, die Welt: zuerst die Farben, dann die Menschen. Nur einmal macht er eine Ausnahme - als er Liesel Meminger begegnet. Fortan erzählt er uns die Geschichte des Mädchens, das Bücher stiehlt, um sich und andere mit ihnen zu trösten, während die Welt um sie herum untergeht. Am Grab ihres kleinen Bruders klaut Liesel ihr erstes Buch. Es ist dem Totengräber aus der Tasche gefallen. Sie nimmt es mit als Erinnerung und Brücke zum alten Leben. Denn die politisch verfolgte Mutter gibt Liesel bald in einer Pflegefamilie nahe München ab. Dort, in der Himmelstraße, erwartet die Kleine zunächst die Hölle: eine ständig schimpfende und fluchende Pflegemutter und Albträume. Doch da gibt es auch den Akkordeon spielenden Pflegevater, der sie des Nachts tröstet und in ihr die Liebe zum geschriebenen Wort weckt. Mit ihm liest sie vom Handbuch Wie man ein guter Totengräber wird bis zu Hitlers Mein Kampf alles, was sie …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.03.2008

Das Leben seiner Eltern

Markus Zusak ist jung, lebt in Australien und hat eines der besten Jugendbücher seit langem geschrieben: über Deutschland im Nationalsozialismus

Am Ende kriegt er sie doch. Er nimmt sie fest in seine Arme, nachdem er sie jahre-, jahrzehntelang lediglich von weitem anstarren konnte, und Liesel hat gegen seine Umarmung nichts einzuwenden. Nur als er ihr das alte Schreibheft in die Hand drückt, schaut sie ihn verwundert an. Ob er es gelesen hätte, fragt sie, und, als er nickt: "Hast du es verstanden?"

Der Tod, der Liesel von kleinauf kennt, der sie jetzt zu sich holt und sich ihr gegenüber endlich erklären kann, hat viele Male in Liesels Schreibheft geblättert. Dort hatte sie einst, ein Kind noch, am Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt, was ihr bei den Pflegeeltern in einer bayerischen Kleinstadt widerfahren ist, mit fanatischen Nazis und Mitläufern, mit dem im Keller versteckten Juden und dem Nachbarsjungen, der so hoffnungslos in sie verliebt war und nun einem Bombenangriff zum Opfer gefallen ist wie ihre Pflegeeltern auch. Der Tod hatte all dies beobachtet, er, der so sehr darauf achtet, nichts Menschliches an sich …

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"Ein großes Buch." Deutschlandfunk / Ute Wegmann

"Zusak versüßt rein gar nichts, und dennoch macht er sein scheinbar sinistres Thema auf die gleiche Weise erträglich wie Kurt Vonnegut in ›Schlachthof 5‹: mit grimmigem, düster tröstlichem Humor." Time Magazine

"'The Book Thief' gehört ins Bücherregal neben Anne Franks Tagebuch und Elie Wiesels 'Nacht'." USA Today

"Mehr noch als die offenkundige Message - die Macht der Worte - wird die herzzerreißende Wahrheit dieser Geschichte über Liesels Begegnung mit der entsetzlichen Brutalität und ihre Entdeckung der Menschenfreundlichkeit an den ungeheuersten Orten transportiert." Booklist

"Eine suggestive Geschichte, die einen zusammenzucken lässt." The Washington Post

"Exquisit erzählt ... Eine Tour de Force, die man nicht liest, sondern durchlebt." Horn Book

"Dies ist eines jener Bücher, die Leben verändern können, weil es Hoffnung vermittelt, ohne je die tiefe Unmoral und Willkür der Zeit zu leugnen." New York Times

"Beunruhigend und unsentimental und trotzdem höchst poetisch." USA Today

"Außergewöhnlich, nachhallend und bewegend, wunderschön und zutiefst wütend." Sunday Telegraph

"Ein bewegendes Werk, das einem Tränen in die Augen treibt." Independent on Sunday

"Magisch." Elle

"Eine bewegende Geschichte über das ganz normale Alltagselend und das Überleben der Deutschen während des Dritten Reichs. [Das Buch] preist die Kraft der Worte und der Liebe im Angesicht des unaussprechlichen Leidens." Mail on Sunday

"Ein Meisterwerk, das man langsam lesen und auskosten muss. Wunderbar und wichtig." Kirkus Review

"Ein literarisches Juwel." Good Reading

"Ein gewichtiger Roman mit universeller Aussage. Angst jagt den Leser durch die Seiten dieses wunderbaren Buches." The Dialy Express

"Zusaks Art und Weise, mit Sprache umzugehen, vervielfacht den Schrecken und macht das Thema umso nachhallender ... Obwohl man von Anbeginn weiß, dass die Protagonisten todgeweiht sind, ist es nicht weniger erschütternd, als der Tod ihnen schließlich gegenübersteht." Publishers Weekly

"Zusaks Roman ist ein Hochseilakt literarischer Erneuerung und sprachlicher Geschmeidigkeit." The Australian

"Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie nicht mehr anders können als es jedem zu empfehlen, mit dem Sie sprechen." The Herald-Sun

"Ein großer Wurf." People

"Atemberaubend gut." The Bookseller

"Der neue Star am Firmament!" Buchreport

"[Das Buch] verunsichert, regt zum Nachdenken an, ist lebensbejahend ebenso sehr wie tragisch, eröffnet einen atemberaubenden Horizont und ist meisterhaft erzählt. Ein wichtiges Buch und ein wunderbarer Page-turner gleichermaßen, das ich nicht eindringlich genug empfehlen kann." Philip Ardagh für den Guardian

"[M]anche Romane, die sich an junge Leser richten, sind so ergreifend, dass sie auch erwachsene Herzen brechen: Markus Zusaks 'Die Bücherdiebin', (...) ist so einer." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Markus Zusak wurde 1975 geboren. Zu den mittlerweile fünf veröffentlichten Romanen des Autors gehören »Der Joker« und der weltweite Bestseller »Die Bücherdiebin«, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Sydney.

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EIN TRÜMMERBERG

Es wirken mit:

der Erzähler - Farben -und die Bücherdiebin

TOD UND SCHOKOLADE

Zuerst die Farben. Dann die Menschen. So sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest.

EINE KURZE BEMERKUNG AM RANDE

Ihr werdet sterben.

Ich bin nach Kräften bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen, aber die meisten Menschen haben einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen. Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben "A". Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.

REAKTIONEN AUF DIE OBEN GENANNTE TATSACHE

Mache ich euch Angst? Ich bitte euch inständig - keine Sorge. Man kann mir alles nachsagen, nur nicht, dass ich ungerecht bin.

Was fehlt?

Natürlich - eine Bekanntmachung. Ein Beginn.

Wo ist nur mein gutes Benehmen geblieben?

Ich könnte mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen; wie bald - das hängt von einer Reihe von Umständen ab. Nur so viel sei gesagt: Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist. Eure Seelen werden in meinen Armen liegen. Auf meiner Schulter wird eine Farbe ruhen. Sanft werde ich euch davontragen.

Ihr werdet vor mir liegen. (Es passiert nur selten, dass ich Menschen stehend antreffe.) Ihr werdet in der Kruste eurer eigenen Körper gefangen sein. Vielleicht gibt es ein Erkennen; ein Schrei tröpfelt zu Boden. Die einzigen Geräusche, die ich danach hören werde, sind mein eigener Atem und der Klang des Geruchs, meine eigenen Schritte.

Die Frage ist, welche Farbe die Welt angenommen haben wird, wenn ich euch holen komme. Was wird der Himmel uns erzählen?

Ich persönlich mag einen schokoladenfarbenen Himmel. Dunkle Bitterschokolade. Die Leute behaupten, das passt zu mir. Ich versuche trotzdem, mich an jeder Farbe zu erfreuen, die ich sehe, an dem ganzen Spektrum. Etwa eine Milliarde Schattierungen, keine wie die andere, und ein Himmel, der sie langsam in sich aufsaugt. Das nimmt dem Stress die Schärfe. Und es hilft mir, mich zu entspannen.

EINE KURZE ZWISCHENBEMERKUNG

Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen,

und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann

aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen. Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit.

in meinem Geschäft habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten.

Wie schon angedeutet, ist Ablenkung meine einzige Rettung. Sie allein hilft mir, bei Verstand zu bleiben. Sie hilft mir, mit meiner Arbeit klarzukommen, was nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, wie lange ich diese Tätigkeit schon ausübe. Das Problem ist: Wer könnte mich ersetzen? Wer könnte für mich einspringen, während ich in einem Vier-Sterne-Hotel irgendwo am Meer Urlaub mache oder in den Bergen Ski fahre? Die Antwort ist: Niemand. Genau dieser Umstand hat mich dazu veranlasst, die Ablenkung zu meiner Erholung zu machen, mich damit zu zerstreuen. Also mache ich Urlaub in Farben, in Schattierungen.

Dennoch fragt ihr euch möglicherweise, warum ich überhaupt Urlaub brauche. Ihr wollt wissen, wovon ich mich ablenken muss?

Was mich zum nächsten Punkt bringt.

Es sind die übrig gebliebenen Menschen.

Die Überlebenden.

Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden zwischen den Puzzlestücken der Erkenntnis, Überraschung und Verzweiflung zusammenbrechen. Sie haben zerstochene Herzen. Sie haben zerschlagene Lungen.

Was mich wiederum zu dem Thema bringt, über das ich heute Abend - oder heute Mittag, oder welche Stunde und Farbe es auch immer gerade sein mag - mit euch reden will. Es ist die Geschichte von einer beständig Überlebenden - von einer Expertin im Zurückbleiben.

Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von:
- einem Mädchen
- ein paar Worten
- einem Akkordeonspieler
- ein paar fanatischen Deutschen
- einem jüdischen Faustkämpfer
- und einer ganzen Menge Diebstählen

Ich sah die Bücherdiebin drei Mal.

NEBEN DEN BAHNGLEISEN

Das erste Mal war es weiß. Gleißend.

Einige von euch werden wahrscheinlich denken, dass Weiß gar keine Farbe ist. Völliger Blödsinn. Das stimmt nicht. Weiß ist zweifellos eine Farbe, und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihr mit mir streiten wollt.

EIN WORT ZUR BESÄNFTIGUNG dsi£>

Bitte bleibt ruhig, trotz dieser offenkundigen Drohung. Ich tue nur so. Ich bin nicht gewalttätig. Ich bin nicht bösartig. Ich bin das Ergebnis.

Ja, es war weiß.

Es war so, als ob der ganze Erdball in Schnee gekleidet wäre. Als ob er ihn angelegt hätte, so wie ihr einen Pullover anzieht. Neben der Bahnstrecke verliefen Fußspuren, eingesunken bis zum Schienbein. Die Bäume trugen Decken aus Eis.

Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, war jemand gestorben.

Sie konnten ihn nicht einfach auf dem Boden liegen lassen. Im Augenblick wäre das kein Problem gewesen, aber schon bald würde das Gleis geräumt sein, und der Zug würde weiterfahren.

Da waren zwei Wachmänner.

Da waren eine Mutter und ihre Tochter.

Und eine Leiche.

Die Mutter, die Tochter und die Leiche verharrten, hartnäckig und still.

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Bewertung von Leon Hein aus Halle am 10.04.2014   ausgezeichnet
Das Buch "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak spielt im Jahre 1939 in München, Nazideutschland. Das Mädchen namens "Liesel" überlebt die sogennante "Bombennacht von München". Als die 9 Jahre alt wird, hat sie schon sehr viel verloren...
Sie kommt zu Pflegeeltern, und ihr Bruce stirbt. Als Sie am Grab Ihres Bruders um ihn weint, entdeckt sie ein Buch, welches sie stiehlt. Da Liesel nicht lesen kann und auch keine Schule besucht, wird Liesel das Lesen von dem Juden Max beigebracht, der sich vor den Nazis versteckt. Sie entdeckt so ihre Liebe zu Büchern und Wörtern, und stiehlt viele weitere Bücher...
Doch wird sie erwischt werden?
Mir war schon klar, dass das Buch sehr schwere Kost sein würde. Doch ich habe mir doch gewagt das Buch zu lesen und ich kann es nur weiterempfehlen! Ich bin mir fast sicher, dass es solche Geschichten damals wirklich gegeben hat. Ein gutes Buch! (:

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Bewertung von Saramarie.00 aus Halle am 15.03.2014   ausgezeichnet
Liesels kleiner Bruder starb. Doch an dem Grab ihres Bruders sah sie ihr erstes Buch. Doch weil sie nicht lesen kann, will sie es lernen. Doc zu dieser Zeit waren Nazikriegszeuten. Sie und ihre Familie musste sich verstecken. Sie versteckten auch den Juden Max in ihrem Keller. Dort lernt Liesel lesen und schreiben. Sie endeckt ihre Liebe zu Büchern und Worten.
Ein trauriges aber spannendes Buch. ich finde es erstaundlich wie der Autor diese Geschichte lebendig werden lässt. Ich empfehle es weiter.

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Bewertung von Bücherfee aus Haltern am See, NRW am 10.03.2014   ausgezeichnet
Inhalt:
1939: Liesel ist neun Jahre alt, als sie mit ihrem sechs Jahre altem Bruder nach Molching zu Pflegeeltern soll.
Ihr Vater ist ein Kommunist und Liesel kennt ihn nicht.
Auf der Zugfahrt mit ihrem Bruder und der Mutter bricht ihr Bruder tot zusammen.
Bei der Beerdigung stiehlt Liesel dann ihr erstes Buch.
Als sie bei der Pflegefamilie ankommen, wird sie von einem ziemlich stillen Mann und einer keifenden Frau erwartet, die nicht erfreut scheint, dass Liesel alleine gekommen ist.
Obwohl Liesel sich mit den Kindern in der Himmelstraße anfreundet und ihre Pflegeeltern lieben lernt, so vermisst sie doch etwas. Sie fühlt sich verlassen und einsam, doch Hans Hubermann, Max und Rudi sind für sie da. Sie vertreiben ihre Sorgen, sind aber selbst oft der Grund für sie.

Meine Meinung:
Bevor ich dieses Buch geöffnet habe war mir schon klar, dass es sich um schwere Kost handelt.
Es spielt in der Zeit des 2. Weltkrieges und das ist kein leichtes Thema.
Das Buch ist aus der Sicht vom Tod geschrieben. Er lockert das Buch und vor allem das Thema durch seine Ansicht und seine teilweise witzige Weise etwas auf ohne sich darüber lustig zu machen.
Liesel hat viel erlebt, wurde verlassen, hat den Tod gesehen, musste sich in einer neuen Umgebung und bei fremden Leuten eingewöhnen, musste neue Freunde finden und hat sich nie unterkriegen lassen.
Natürlich hat sie gelitten und war traurig. Sie war wütend und enttäuscht und doch hatte sie immer wieder die Kraft weiterzumachen. Sie hat gekämpft für sich und für andere. Sie hat ihre neue Familie lieben gelernt, vor allem ihren "Papa".
Er ist es auch, der an ihrem Bett sitzt, wenn sie Albträume hat. Er hat ihr das Lesen beigebracht und mit seiner ruhigen Art war er immer mein "stiller Held".
Liesel stiehlt immer mehr Bücher, es scheint teilweise, als wäre das eine Sucht. Vielleicht auch nur ein Zeitvertreib, aber sie nutzt die Bücher auch in einigen Situationen um mit den Worten die Stimmung zu lockern.
Ihr bester Freund Rudi ist ein wilder Kerl und begibt sich mit ihr gerne auf Diebeszüge, obwohl seine Motivation eher im Stehlen von Essen liegt. Ich mochte ihn von Anfang an. Er ist in Liesel verliebt und erhofft sich so sehnlichst einen Kuss.
Obwohl man teilweise denken könnte, das hier Jugendliche ein ganz normales Leben führen, so merkt man doch schnell, dass es eben nicht "normal" ist. Oft gibt es zuwenig zu essen. Dann gibt es Bombenwarnungen, oder man hört die Flieger.
Eines Tages taucht Max auf und benötigt die Hilfe der Familie. Auch wenn es ein Problem ist, dass er bei der Familie Hubermann auftaucht, so scheint es, als würden er und Liesel oft in einer Fantasiewelt leben und dadurch gemeinsam noch stärker werden.
Ich finde es schön, dass sich die meisten Menschen in so unmöglichen Situationen noch einen Lebenswillen bewahren und eine Welt erschaffen, in der sie sich wohlfühlen.
Markus Zusak schreibt im angehängten Interview, dass er im Vorfeld der Veröffentlichung ziemlich nervös war, weil er als Australier über dieses Thema schreibt. Ich finde, er hat es gut, interessant, informativ und fesselnd gemeistert.

Fazit:
Schwere Kost, die der Tod als Erzähler etwas auflockern kann. Ein informativer, aber gleichzeitig interessanter Roman.

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Bewertung von dleenen aus Melle am 15.02.2014   ausgezeichnet
Liesel lebt zur Zeit des zweiten Weltkrieges in München und Dachau und überlebt - weil der Tod doch ein Herz hat und sie in sein Herz geschlossen hat. Ihre Liebe zu Büchern lässt sie diese Zeit überstehen; sie muss sie jedoch stehlen. Ihr erstes Buch ist das "Handbuch für Totengräber". Die Wege von Liesel und des Todes kreuzen sich mehrmals (auch mit traurigen Folgen), dennoch schafft sie es, den Krieg zu überleben.
Ein absolut empfehlenswertes Buch - es macht einen traurig und glücklich zugleich. Man erlebt die verschiedensten Gefühle, da es einfach mitreißend ist. Das Buch berührt, denn es zeigt schnörkellos die Grauen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander.

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Bewertung von Vielleser aus Mülheim am 27.05.2013   ausgezeichnet
Januar 1939. Liesel und ihr kleiner Bruder Werner sind auf dem Weg nach Molching bei München, wo sie Pflegeeltern übergeben werden sollen. Doch Werner kommt dort niemals an. Ein heftiger Hustenanfall. Ein letzter Atemzug. Und dann – nichts mehr. Werner findet sein Grab im Schnee, Liesel findet im Schnee ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ und der Hilfe ihres Pflegevaters Hans Hubermann lernt Liesel lesen – und fortan stiehlt sie Bücher. Von der Straße, aus den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Liesel stiehlt, was Glück und Hoffnung schenkt in dunklen Tagen. Und sie teilt ihre Schätze: mit den Nachbarn im Bunker, als die Bomben auf München fallen, und mit ihrem besten Freund Rudi, dem Fußballer mit dem zitronengelben Haar. Doch dies sind gefährliche Zeiten. Und als die Hubermanns einen jüdischen Faustkämpfer im Keller verstecken, ist der Tod Liesel näher als je zuvor… (Klappentext)

Liesel Meminger musste wirklich schon viel Trauriges erleben. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und von der Mutter, die sich nicht länger um das Mädchen kümmern kann, musste sie Abschied nehmen. Auf der Fahrt zu den Pflegeeltern, die sich künftig um sie und um ihren kleinen Bruder kümmern sollen, stirbt dieser. Liesel muss zusehen. Ein Ereignis, das sie noch lange traumatisiert - jede Nacht wacht sie von Alpträumen auf. Durch diese schwere Zeit hilft ihr ihr Pflegevater. In einer „Mitternachtsklasse“ bringt er ihr das Lesen bei und legt damit den Grundstein für diese ganz besondere Beziehung zu Büchern, die Liesel durch die nächsten schweren Kriegsjahre begleiten wird…

Faszinierend an diesem Buch ist zunächst einmal die Erzählperspektive. Der Tod selbst tritt als Erzähler auf. Und so, wie er erzählt, mag man Mitleid mit ihm haben. Denn in diesen Jahren hat er viel zu tun, pausenlos reist er umher und sammelt Seelen ein. Was ihm dabei besonders zusetzt, ist der Anblick der Hinterbliebenen. Und so lernt er auch die Bücherdiebin kennen, denn sie ist „eine beständig Überlebende – eine Expertin im Zurückbleiben“. Ansonsten ist er ein neutraler, manchmal auch sarkastischer Erzähler: „Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist.“ Gerade diese Neutralität hat mir an nicht wenigen Stellen einen Schauer über den Rücken laufen lassen:

„Wisst ihr, man behauptet, dass Nazi-Deutschland auf Antisemitismus erbaut wurde, auf einem übereifrigen Führer und einer Nation von mit Hass überfütterten Heuchlern. Aber das alles hätte zu nichts geführt, wenn die Deutschen nicht eine ganz besondere Vorliebe gehabt hätten: Etwas zu verbrennen. Die Deutschen liebten es, Dinge zu verbrennen. Geschäfte, Synagogen, Reichstagsgebäude, Häuser, persönliche Gegenstände, die Leichen ermordeter Menschen und natürlich: Bücher.“

Aus dieser Perspektive heraus begleiten wir Liesel durch etwas über vier Jahre Krieg. Wir begleiten sie durch Hunger, Angst und Bombennächte. Wir erleben mit ihr den Marsch vieler Juden nach Dachau. Und immer wieder begeben wir uns mit ihr in den Keller ihres Hauses. Denn dort machte sie ihre ersten Schreibübungen, dort sitzt sie immer wieder zum Lesen und dort versteckt ihre Familie einen flüchtigen Juden…

Das Buch hat mich unheimlich aufgewühlt. Natürlich kennt man alle Fakten. Man kennt die geschichtlichen Ereignisse, die Zahlen der Toten. Aber mit diesem Buch ist man mitten drin im Grauen – es ist so dermaßen intensiv, dass ich im letzten Kapitel nur noch weinen musste.Smiley16 Obwohl natürlich klar war, dass eine solche Geschichte kein glückliches Ende verträgt.

Aber dennoch gibt das Buch Hoffnung. Denn wir lernen Menschen kennen, die sich für andere einsetzen. Die ihr Leben für andere riskieren, die in all dem Horror, der um sie herum existiert, menschlich bleiben. Auch wenn ihre Bestrebungen nicht immer erfolgreich waren, bleibt für mich doch als Trost, dass sie es wenigstens versucht haben.

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Bewertung von suleika aus forst am 08.12.2012   ausgezeichnet
Ein kleines Mädchen erlebt die Zeit des Nationalsozialismus im "letzten" bayrischen Dorf. Dieses Buch muss man lesen. Es fesselte mich als Erwachsene genauso wie meine Kinder zwischen 11 und 19. Schon die Erzählperspektive ist völlig ungewöhnlich, daher vielleicht anfangs auch verwirrend. Das trägt jedoch zur Spannung ebenso bei wie die liebevoll gezeichneten Charaktere, die einem ans Herz wachsen. Zusak schafft es, dass ich in einer nach außen grantigen Pflegemutter, die scheinbar völlig emotionslos ist, das zutiefst Menschliche sehe. Und das findet er in allen seinen Figuren. Und Liesel, kleines Mädchen und Hauptfigur, hat natürlich alles, was sie zur Heldin unseres Herzens macht: schwere Schicksalsschläge, Mut, Entschlossenheit, Angst, Witz und die erste Liebe. Die Kapiteleinteilung erleichtert es auch jüngeren Lesern den "Wälzer" zu schaffen. Ich habe das Buch wirklich atemlos durchgelesen und schon mehrmals weiter verschenkt.

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Bewertung von ines aus München am 08.12.2012   ausgezeichnet
Die Geschichte „ Die Bücherdiebin“ spielt im zweiten Weltkrieg. Die 9jährige Liesel und ihr Bruder müssen von ihrer Mutter aus zu einer Pflegefamilie nach Molching, denn der Vater von den beiden wurde ermordet. Doch ihr Bruder überlebt die Zugfahrt nicht. Seit diesem Ereignis begegnet Liesel zum ersten Mal dem Tod. Bei der Beerdigung ihres Bruders klaut sie ihr erstes Buch, mit dem Titel „Handbuch für Totengräber“. Doch sie kann den Titel noch nicht lesen aber dennoch behält sie das Buch. Liesel wird älter und erlebt die Naziherrschaft. Außerdem entdeckt sie die Liebe am lesen.
Liesel lernt Rudi kennen, der zu ihrem besten Freund wird und der sie in jeder Situation unterstützt. Und plötzlich taucht Max auf, ein Juden, der auf der Flucht ist. Er wird im Keller von der Familie untergebracht und entwickelt eine große Freundschaft zu Liesel...
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es großartig, da man viel über den zweiten Weltkrieg erfährt. Das Buch ist witzig, traurig, bewegend und aufwühlend.

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Bewertung von Lolski aus Jülich am 16.11.2012   ausgezeichnet
Es herrscht der Zweite Weltkrieg. Auf dem Weg nach Molching, München zu ihren Pflegeeltern Hans und Rosa, verliert die 9-jährige Liesel ihren Bruder. Seine Beerdigung ist der Ort ihres ersten Diebeszuges. Einem Totengräber rutsch sein "Handbuch für Totengräber" aus der Tasche und in einem unbeobachteten Moment verschwindet es in Liesels Mantel. Sie kann den Titel noch nicht lesen und doch hütet sie das Buch wie einen Schatz. Im Laufe der Geschichte erlebt Liesel die Naziherrschaft, wird älter, entdeckt die Liebe zu Büchern und lernt Rudi kennen. Er wird zu einem guten Freund von ihr, der sie unterstützt. Und dann taucht plötzlich Max auf, ein Jude auf der Flucht. Er kommt bei Rosa und Hans Hubermann im Keller unter und entwickelt eine große Freundschaft zu der kleinen Liesel.
Achja, und dann gibt es da noch den Tod, der in der Nazizeit viel zu tun hat und gleichzeitig die Geschichte der Bücherdiebin erzählt.
Ich finde dieses Buch großartig, da es tiefe Einblicke in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zulässt. Das Besondere dieses Buches jedoch ist, dass der Tod den Leser durch die Geschichte der kleinen Liesel führt und ihn mit seiner einfühlsamen Art fesselt. "Die Bücherdiebin" ist ein Buch, dass das Gleichgewicht zwischen witzig und traurig, bewegend und aufwühlend perfekt getroffen hat.

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Bewertung von EW am 10.04.2012   ausgezeichnet
Ich habe dieses Buch letzten Sommer gelesen und es hat mich so tief bewegt, dass ich es immer noch gut in Erinnerung habe.
Markus Zusak versteht es, dem Leser die persönliche Geschichte von Liesel Nahe zu bringen und würzt seinen Roman mit detalierten Fakten über die Zustände der damaligen Zeit und über die Örtlichkeiten. Dadurch verbindet er geschickt eine spannende und fesselnde Geschichte mit Hintergrundwissen.
Besonders erscheint mir die Art der Darstellung und der Erzählung. Aus der Sicht des Todes erzählt, grenzt sich dieses Buch von anderen Romanen über diese Zeit ab, da dem Leser einen ganz anderen Einblick gewährt wird.
Das Buch vereint auf eine sehr ansprechende Weise Spannung, Tragik und auch Identifikation des Lesers mit einem der Romanfiguren.
Auf jeden Fall empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche sondern auch für jung gebliebene Erwachsene ;-)

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Bewertung von leserattebremen aus Berlin am 18.02.2012   ausgezeichnet
Liesel Memminger ist neun Jahre alt, als ihr Vater, ein Kommunist, von den Nazis ermordet wird. Ihre Mutter will sie und ihren Bruder zu einer Pflegefamilie bei München bringen, doch ihr Bruder überlebt die Reise nicht. Er stirbt auf der Zugfahrt und der Tod begegnet Liesel zum ersten Mal persönlich. Auf der Beerdigung ihres Bruders klaut sie ihr erstes Buch, das Handbuch für Totengräber. Den Zweiten Weltkrieg erlebt Liesel bei ihren Pflegeeltern, den Hubermanns in Molching. Mit ihrem Freund Rudi klaut sie Lebensmittel, um nicht hungern zu müssen und Bücher, um in den Geschichten die Realität zu vergessen. Eine Realität, in der ihr geliebter Pflegevater auf offener Straße ausgepeitscht wird, weil er einem Juden Brot gibt, der in einer großen Gruppe durch das Dorf nach Dachau getrieben wird. Und im Verlauf der Jahre bekommt Liesel sogar ein Buch, dass nur für sie geschrieben wurde, die Geschichte der Wortschüttlerin. Diese Fabel hat Max für sie geschrieben, einen Juden, den die Hubermanns im Keller vor den Nazis verstecken.
"Als alles still war, bin ich hinaufgegangen, und im Flur habe ich gesehen, dass der Vorhang im Wohnzimmer einen Spalt offen stand.... Ich konnte nach draußen sehen. Ich habe nur ein paar Sekunden lang geschaut."
Er hatte die Welt da draußen seit zweiundzwanzig Monaten nicht mehr gesehen
Keine Wut. Kein Tadel.
Papa stellte eine Frage.
"Wie hat es ausgesehen?"
Max hob den Kopf. In seinem Blick standen Trauer und erstaunen. "Da waren Sterne", sagte er. "Sie haben meine Augen verbrannt."
Die Geschichte von Liesel Memminger und den Menschen in ihrer Umgebung ist von einer unglaublichen Intensität, als Leser wird man in die Handlung hineingezogen und kann nicht mehr wegsehen. Dem Autor Markus Zusak ist es gelungen, eine Geschichte über den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung in Deutschland zu schreiben, ohne in eine moralische Litanei zu verfallen und ohne die ganze Zeit den erhobenen Zeigefinger zu schwenken. Er erzählt einfach eine Geschichte, wie sie wohl Tausenden in der damaligen Zeit passiert sein könnte und lässt uns daran Teil haben, wie Liesel und die Hubermanns im Kleinen rebellieren. Und welche Folgen das nach sich zieht.
Dass die Geschichte vom Tod erzählt wird, wirkt am Anfang vielleicht etwas komisch, im Verlauf des Romans wird jedoch schnell klar, dass es auch diese Perspektive ist, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Markus Zusak sagt dazu in einem Interview, dass im Anhang des Buches abgedruckt ist:

„Was, wenn nicht der Tod die Menschen jagte, sondern wenn sie, die Menschen, in Wirklichkeit den Tod jagten? Wenn der Tod Angst vor uns Menschen hätte? Nicht Angst im klassischen Sinne, sondern Angst vor den schrecklichen Dingen, die wir Menschen einander antun. Und wenn er dann nach Menschen sucht, die es wert sind, sie näher zu betrachten. Und wenn er versucht, in dieser fürchterlichen Zeit, die schönen Dinge zu finden.“
Liesels Geschichte ist es ganz sicher Wert, näher betrachtet zu werden und Markus Zusak hat sie wunderschön für uns Leser erzählt.

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