Akustisches Gedächtnis und Zweiter Weltkrieg

Akustisches Gedächtnis und Zweiter Weltkrieg

Herausgegeben von Maier, Robert; Lässig, Simone
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Akustisches Gedächtnis und Zweiter Weltkrieg

Die hier erstmals vorgelegte Dokumentation der beiden Schriftstellerkongresse in der DDR vom Beginn der 1950er Jahre zeigt, wie sich ein spezifisches Funktionsverständnis für Literatur ausbildet und gibt Auskunft über Struktur und Funktion des kollektiven wie des individuellen Gedächtnisses. Für literarische Gruppenbildungen hatten die Kongresse eine entscheidende Bedeutung: Hier kam es zur letztlich parteipolitisch motivierten Gründung des Deutschen Schriftstellerverbandes (DSV) innerhalb des Kulturbundes - für die literarische Intelligenz die einzig legitimierte kulturelle Organisation. Zunehmend gezwungen, zwischen Autoren und politischen Instanzen zu vermitteln, zeigt die Geschichte des DSV, inwieweit literarische Gruppenbildungen im bürgerlichen Sinne in 'geschlossenen Gesellschaften' wie der DDR keine Rolle spielen konnten. Dr. Carsten Gansel studierte Germanistik, Slawistik und Pädagogik. Er ist als Professor am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig.


Produktinformation

  • Verlag: V&R Unipress
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 150 S. 240 mm
  • Seitenzahl: 233
  • Eckert - Die Schriftenreihe
  • Deutsch
  • Abmessung: 240mm x 161mm x 20mm
  • Gewicht: 424g
  • ISBN-13: 9783899715859
  • ISBN-10: 3899715853
  • Best.Nr.: 29849686

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Wiederhören kann Wiedererleben bedeuten, so zumindest verhält es sich mit dem akustischen Gedächtnis des Zweiten Weltkriegs, das sich eine Reihe von Autoren in diesem Band bemühen zu entziffern. Regula Heusser-Markun hat allerdings ihre Zweifel, ob sich Tondokumente, wie Schlachtenlärm aus Stalingrad oder Himmlers Posener Rede, wirklich wissenschaftlich deutend zur Gänze auflösen lassen. Der von dem Geschichtsdidaktiker Robert Maier herausgegebene Band indes, zeigt der Rezensentin auch, wie sich die Assoziationen (zu MG-Knattern etwa) im Lauf der Zeit verändern (hier Kriegsängste, dort Videospiel). Und Lidija Ginzburgs gleichfalls enthaltene Rekonstruktion der Blockade Leningrads greift sowohl auf eigenes Erleben als auch auf literarische Elemente zurück, erklärt die Rezensentin und weist damit auf die Möglichkeiten hin, akustische Erinnerung über das biografisch Dokumentarische hinaus "hörbar" zu machen.

© Perlentaucher Medien GmbH

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