Leseprobe zu "Reformen, Restauration und Transformation 1806-1848/49"
Vorwort zu diesem Band
Die Kriterien und Perspektiven der deutschen Geschichte zwischen 1806 und 1848/49 werden in der Einleitung ausführlicher vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungsprozesse, die in der ersten Hälfte des 19. Jhs. die deutsche Staatenwelt tiefgreifend verändert haben. Zugleich aber soll gezeigt werden, welch große Bedeutung der Beharrungskraft traditionaler Strukturen und Leitbilder weiterhin zukam. Die Jahre zwischen 1806 und 1848/49 bildeten eine Umbruchszeit, die nicht nur von der Konfrontation zwischen modernen und beharrenden Tendenzen bestimmt war, sondern in der sich "Altes" und "Neues" in zahlreichen Zwischen- und Kompromißlösungen miteinander verbanden.
In dieser Darstellung geht es zum einen stärker als in den älteren Auflagen des Gebhardt darum, deutsche Geschichte in ihren gesamteuropäischen Kontext zu stellen und so vor allem den unterschiedlichsten Einflüssen der westeuropäischen Entwicklungen angemessen Rechnung zu tragen. Zum andern soll auch die aus der föderativen Struktur resultierende Vielfalt deutscher Geschichte stärkere Berücksichtigung finden. Allerdings hat in den letzten vier Jahrzehnten gerade die landes- und regionalgeschichtliche Forschung zur deutschen Geschichte zwischen dem Ende des Alten Reiches und der Revolution von 1848/49 einen solchen Aufschwung erfahren, daß es im Rahmen einer Handbuchdarstellung schwerfällt, allen wichtigen neueren Studien gerecht zu werden. Überhaupt haben die Forschungen zur Reformzeit und zur Restaurationspolitik, zum Vormärz und zur Revolution von 1848/49 inzwischen eine solche thematische Vielfalt erreicht, daß viele neue Erkenntnisse nur knapp angerissen werden können.
Ausdrücklich sei deshalb in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß der Einführungsband von Jürgen Kocka Das lange 19. Jahrhundert (Bd. 13) und der die Jahre von 1849 bis 1870 behandelnde Band von Friedrich Lenger Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (Bd. 15) ergänzend hinzuzuziehen sind, weil dort zahlreiche Aspekte behandelt werden, die mit den Ausführungen in Band 14 in engem Zusammenhang stehen. Das Quellen- und Literaturverzeichnis kann schon aus Platzgründen keine Vollständigkeit beanspruchen. Es konzentriert sich vor allem auf übergreifende Darstellungen. In den Anmerkungen wird zusätzlich auf weiterführende Monographien und Aufsätze verwiesen. Der vorliegende Band 14 ist in zwei Abschnitte gegliedert: II. Reformen, Restauration und Transformation sowie III. Vormärz und Revolution. Politik und Gesellschaft 1830 -1848/49. Angesichts der thematischen Überschneidungen beider Abschnitte und der von beiden Autoren gleichermaßen genutzten Literatur wurde die Bibliographie aus Gründen der Vereinfachung für beide Teile zusammengefaßt.
Die Fertigstellung dieses Buches hat sich aus verschiedenen Gründen länger hingezogen, als es geplant war. Der Teil A wurde von Helmut Berding verfasst, die Teile B bis E von Hans-Werner Hahn. Beide Autoren, die ihre Abschnitte eng aufeinander abstimmten und in einem ständigen Diskussionsprozess standen, sind zunächst einmal der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu großem Dank verpflichtet, die das Schreiben dieses Bandes durch die Finanzierung von zwei Forschungssemestern unterstützte.
Darüber hinaus wurde die Fertigstellung des Buches durch zahlreiche Personen unterstützt. Neben den Mitarbeitern am Lehrstuhl Neuzeit I des Historischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen halfen die studentischen Hilfskräfte am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, vor allem Susan Burger, Daniela Neumann, David Schmidt, Christoph Matthes, Henning Kästner, Sebastian Hunstock, Christian Schmieder und Timo Leimbach, bei der Beschaffung der Literatur, der Erstellung des Literaturverzeichnisses, der Überprüfung von Zitaten und bei den Registerarbeiten. Für vielfältige Unterstützung ist ferner Anke Munzert zu danken. Stefan Gerber, Werner Greiling, Tobias Kaiser und Klaus Ries waren über mehrere Jahre wichtige Ansprechpartner für Fragen zu einzelnen Abschnitten und Themenkomplexen.
Vor allem aber sind beide Autoren Falk Burkhardt zu größtem Dank verpflichtet, der über viele Wochen von Jena aus nicht nur an der formalen Vereinheitlichung des Manuskripts gearbeitet, sondern stets auch noch wertvolle inhaltliche Korrekturvorschläge beigesteuert hat.
Jürgen Kocka danken die Autoren für die gründliche Lektüre des Manuskripts und die kritischen Anmerkungen und Hinweise, die bei der Überarbeitung des Textes eine große Hilfe waren.
Jena und Gießen, im Februar 2010, Hans-Werner Hahn, Helmut Berding