Osterhammel, Die Verwandlung der Welt (eBook) - Osterhammel, Jürgen

Jürgen Osterhammel 

Osterhammel, Die Verwandlung der Welt (eBook)

eBook
 
Formate: EPUB, PDF
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
23 ebmiles sammeln
Statt EUR 49,90*
EUR 22,99
Sofort per Download lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
*Preis der gedruckten Ausgabe
-54 %
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Osterhammel, Die Verwandlung der Welt (eBook)

Mit dem 19. Jahrhundert beginnt die Vorgeschichte der Gegenwart. Es war das Zeitalter der großen politischen Ideologien und der Verwissenschaftlichung des Daseins, der Eisenbahn und der Industrie, der Massenemigration zwischen den Kontinenten und der ersten Welle wirtschaftlicher und kommunikativer Globalisierung, des Nationalismus und der imperialen Expansion Europas in alle Teile der Erde. Zugleich ist das 19. Jahrhundert aus heutiger Sicht fern und fremd geworden: eine faszinierende Welt von gestern. Dieses Buch porträtiert und analysiert die Epoche in weltgeschichtlicher Sicht: als eine Zeit dramatischer Umbrüche in Europa, Asien, Afrika und Amerika und als eine Ära entstehender Globalität.

Jürgen Osterhammel erzählt kundig und facettenreich die Geschichte einer Welt im Umbruch. Aus einer Fülle an Material und einer Vielzahl unterschiedlicher Blickwinkel entsteht das Porträt einer faszinierenden Epoche. Osterhammel fragt nach Strukturen und Mustern, markiert Zäsuren und Kontinuitäten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Seine kulturübergreifenden, thematisch aufgefächerten Darstellungen und Analysen verbinden sich dabei zu einem kühnen Geschichtspanorama, das nicht nur traditionelle eurozentrische Ansätze weit hinter sich lässt, sondern auch erheblich mehr bietet als die gängigen historiographischen Paradigmen wie Industrialisierung oder Kolonialismus. Die Herausbildung unterschiedlicher Wissensgesellschaften, das Verhältnis Mensch- Natur oder der Umgang mit Krankheit und Andersartigkeit kommen darin ebenso zur Sprache wie Besonderheiten der Urbanisierung, verschiedene Formen von Bürgerlichkeit oder die Gegensätze von Migration und Sesshaftigkeit, Anpassung und Revolte, Säkularisierung und Religiosität. Zugleich stellt Osterhammel immer wieder Bezüge zur Gegenwart her. Auf der Höhe der Forschung, engagiert geschrieben und zugleich wohltuend unideologisch, ist sein Werk nicht nur ein Handbuch für jeden Historiker. Seine plastischen Schilderungen ziehen auch den interessierten Laien in den Bann eines Jahrhunderts, dessen Bedeutung in dieser welthistorisch angelegten Epochengeschichte ganz neu ausgelotet wird.



Produktinformation

  • Verlag: Beck C. H.
  • 2010
  • Seitenzahl: 1568
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406615016
  • ISBN-10: 3406615015
  • Best.Nr.: 32474516
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.05.2009

Sachbücher des Monats Mai
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücherder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. ILKO-SASCHA KOWALCZUK:
Die Revolution von 1989 in der DDR, C. H. Beck Verlag, 608 Seiten, 24,90 Euro.
2. JÜRGEN OSTERHAMMEL: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, C. H. Beck Verlag (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung), 1568 Seiten, 49,90 Euro.
3. OTTMAR ETTE: Alexander von Humboldt und die Globalisierung. Das Mobile des Wissens, Insel Verlag, 476 Seiten, 24,80 Euro.
4. CHARLOTTE TRÜMPLER: Das große Spiel. Archäologie und Politik, DuMont Buchverlag, 669 Seiten, 49,90 Euro.
5. THOMAS FRIEDMAN: Was zu tun ist. Eine Agenda für das 21. Jahrhundert. Übersetzt von Michael Bischoff, Suhrkamp Verlag, 543 Seiten, 24,80 Euro.
6. TILMANN LAHME: Golo Mann. Biographie, S. Fischer Verlag, 553 Seiten, 24,95 Euro.
7. KARL HEINZ BOHRER: Das Tragische. Erscheinung, Pathos, Klage, C. Hanser Verlag, 413 Seiten, 24,90 Euro.
8. EDGAR WOLFRUM: Die Mauer. Geschichte einer Teilung, C. H. Beck Verlag, 192 Seiten, 16,90 Euro.
9. …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Bestnoten vergibt der hier rezensierende Historiker Jürgen Kocka an diese ”Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts”, die er als ”mosaikartiges Epochenporträt” in achtzehn Kapiteln beschreibt, in denen sein Konstanzer Kollege Jürgen Osterhammel sehr selbstständig gewichtete, symptomatische Themen der Zeit zu einer hochkomplexen Rekonstruktion des 19. Jahrhunderts verdichtet habe. Kocka beeindruckt hier besonders, wie Osterhammel begriffliche Schärfe und Respekt für Vielfalt, idealtypische Systematisierung und ausholende Differenzierung in seinen Betrachtungen ”zusammenzwingt” . Diese universalgeschichtliche Herangehensweise, Osterhammels geradezu menschheitsgeschichtlicher Blick, erinnert den Rezensenten mitunter an Max Weber. Allerdings bescheinigt der Rezensent Osterhammel deutlich mehr ”Sinn für das Bunte und Kontingente”, mehr Spaß am ”Spiel mit Assoziationen und Analogien”. Manchmal ufert das, wie der Rezensent findet, aus, führt zum Verschwimmen der Konturen. Doch das stupende Wissen des Autors lässt den Rezensenten ebenso staunen wie die Souveränität, mit der Osterhammel dieses Wissen zu seinem Epochenporträt verdichtet.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.04.2009

Das Panoramabild eines Jahrhunderts

Intellektuelles Feuerwerk und Lesegenuss: Jürgen Osterhammels Weltgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ist ein großer Wurf.

Die jüngsten großen Nationalgeschichten der späten Neuzeit Deutschlands gefielen sich darin, mit Aussagen darüber zu beginnen, was "im Anfang" ihrer Geschichte gewesen sei: Napoleon beziehungsweise Bismarck (Thomas Nipperdey), das Fehlen einer Revolution (Hans-Ulrich Wehler), das Reich (Heinrich August Winkler) oder Brandenburg (Christopher Clark). Jürgen Osterhammels eingängiger und gleichzeitig systematisch-komplexer großer Wurf einer Weltgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ersetzt den Eröffnungspaukenschlag durch eine auf den ersten Blick eher kuriose Erinnerung an ein Ende: daran, dass mit dem Tod von Darwins Schildkröte Harriet 2006 in Australien die allerletzte bekannte, freilich stumme Augenzeugin des neunzehnten Jahrhunderts das Zeitliche gesegnet hat.

Bei näherem Hinsehen reißt diese Geschichte fast alle Hauptthemen von Osterhammels Erzählung an: die Archivierungsleidenschaft des neunzehnten Jahrhunderts, ohne die man nicht wüsste, wer Harriet war; die Reisen …

Weiter lesen
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, geb. 1952, ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz.
Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur europäischen und asiatischen Geschichte seit dem 18. Jahrhundert.
Für "Die Entzauberung Asiens" erhielt er den "Gleim-Literaturpreis" und den "Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin" und für "Die Verwandlung der Welt" (2009) den "NDR Kultur Sachbuchpreis".
Mehr von