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Readit

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Insgesamt 9 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2010
Mädchenfänger / Bobby Dees Bd.1
Hoffman, Jilliane

Mädchenfänger / Bobby Dees Bd.1


ausgezeichnet

El Capitan - so nennt er sich: jener Mann, der über Internetchats wirklich junge Mädchen kennen lernt, sich mit ihnen verabredet und sie dann in seine Gewalt bringt. Sie verschwinden einfach so, kaum eine tauchte bislang wieder auf. Detective Bobby Dees von einer Spezialeinheit für vermisste Kinder in Miami lässt der jüngste Fall einer verschwundenen 13jährigen keine Ruhe: Elaine Emerson, genannt Lainey, wurde erst nach zwei Tagen von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. zunächst gerät ihr Stiefvater Todd unter Verdacht, doch hat Todd zwar Dreck am Stecken, aber nichts mit dem Verschwinden seiner Stieftochter zu tun. Dann wird einem Reporter ein Ölgemälde zugespielt, das ein offensichtlich totes Mädchen zeigt. Anhand einiger Details des Bildes kann die Polizei das tote Mädchen finden: sie wurde gefoltert und dann getötet. Der Mörder scheint sich einen Spaß daraus zu machen, Detective Dees immer neue Hinweise zukommen zu lassen, auch dessen Frau bezieht er in das makabre Spiel ein, weiß er doch, dass ihre gemeinsame Tochter Katy seit einem Jahr verschwunden ist. Hat Picasso - so wird der Mörder inzwischen von der Öffentlichkeit genannt - etwas mit dem Fall zu tun? Bobby tut sein Möglichstes bis zur Erschöpfung, um den Fall zu lösen und Lainey und möglichst viele der verschwundenen Mädchen lebend zu finden. Dann gibt es eine heiße Spur, doch am Ende ist es doch anders als gedacht.

Dies war mein erster Roman von Jillane Hoffman, und ich werde die vorhergehenden auch lesen, allerdings erst nach einer kleinen Pause. Die Geschichte der entführten und gequälten Mädchen ist mir doch unter die Haut gegangen. Alle Details sind genau geplant und in sich logisch und glaubwürdig beschrieben, auch sind die Personen und ihre Emotionen realistisch dargestellt. Von Anfang an war klar, dass der Täter ein gestörtes Verhältnis zu Frauen hat und dass er brandgefährlich ist. Durch die kurzen Kapitel baute sich eine atemlose Spannung auf, es war fast wie ein Sog, noch ein Kapitel und noch ein Kapitel zu lesen, ich musste mich fast zwingen, das Buch zur Seite zu legen. Sehr überzeugend! Einzig die vielen verwendeten Abkürzungen der verschiedenen Polizeieinheiten waren verwirrend, hier hätte ich mir am Schluss des Buches ein erläuterndes Kapitel gewünscht.

8 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.01.2010
Stadt, Land - Schluss
O'Reilly, Judith

Stadt, Land - Schluss


sehr gut

Angenehme Überraschung!

Anhand der Leseprobe und des Covers hatte ich eigentlich eine belanglose Chick-Lit-Geschichte erwartet, doch hier bin in angenehm überrascht worden. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine durchgehende Geschichte, sondern um ein Web-Log, das in Buchform gebracht wurde. Und so hat jeder Blogeintrag ein anderes Thema - es ist halt ein Tagebuch, in dem eine Frau über ihr neues Leben erzählt. Eigentlich ist sie eine Großstadtpflanze, liebt das Londoner Leben über alles, noch mehr aber ihren Mann, und so stimmt sie zu, mit zwei kleinen Kindern und einem dritten Kind im Bauch umzuziehen in die Einöde von Northumberland, weil er so gerne dort ist. Unnötig zu erwähnen, dass er ja arbeiten muss und deshalb die meiste Zeit nicht zu Hause ist, so dass sie mit den Kindern allein ist und das neue Leben selbst managen muss. Ich denke, wenn sie die Kinder nicht hätte, würde sie eingehen wie eine Primel. Aber sie arrangiert sich, versucht neue Freunde zu gewinnen und gleichzeitig den Kontakt zu den alten Freunden nicht abreißen zu lassen, fährt zum Schlechte-Luft-Tanken nach London, kümmert sich um die alten Eltern und um den Umbau ihres Cottages. Manche Blogeinträge sind humorvoll, manche bitter, manche anklagend, sie eckt bei der Landbevölkerung mit ihrem Blog an, als sie auf die Mobbingsituation in der Schule aufmerksam macht, aber zum Schluss hat sie sich an ihr neues Leben gewöhnt und Freunde gefunden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und ich hoffe, dass es irgendwann eine Fortsetzung gibt.

Bewertung vom 30.12.2009
Herr Blunagalli hat kein Humor
Colagrossi, Angelo

Herr Blunagalli hat kein Humor


schlecht

Über Geschmack lässt sich streiten, und über Humor auch, dieses Buch war langweilig bis zum Einschlafen...

Worum geht es? Angelo Colagrossi, ein italienischer Drehbuchautor, der seit geraumer Zeit in Deutschland lebt, hat einen Interessenten für eines seiner Drehbücher und will nach Hamburg fahren, um die Einzelheiten zu besprechen. Also marschiert er zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, will eine Fahrkarte nach Hamburg kaufen und los fahren. Leider ist das ja mit der Bahn nicht so einfach, aber zu guter Letzt sitzt er im Zug, bleibt unterwegs zwischen Osnabrück und Bremen wegen schlechten Wetters stecken und erreicht deshalb Hamburg nicht. Und das ist die ganze Geschichte.

Weil das natürlich nicht ausreicht für ein ganzes Buch, streckt Herr Colagrossi das Ganze, bis es halbwegs Buchformat erreicht: großzügiges Layout, viele Drehbuchszenen aus dem Zusammenhang gerissen und eingefügt, hintendran noch ein paar P.S. und Dankesworte, einige Rezepte dazu, und *puh, geschafft* : die 190 S. sind voll geworden.

Eine ziemliche Enttäuschung.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.12.2009
Die Lebküchnerin
Schrödter, Sybille

Die Lebküchnerin


ausgezeichnet

igentlich wollte ich ja keinen Roman mehr lesen, dessen Titel auf -in endet, zu viele schlechte Erfahrungen! Hier habe ich eine Leseprobe gelesen und habe mir das Buch dann nach Erscheinen gekauft, weil mich die Probe sehr angesprochen hat. Worum geht es?

Benedicta wird nach dem Tod des Vaters gegen ihren Willen von der Stiefmutter abgeschoben ins Kloster. Natürlich gefällt es ihr nicht, nach den strengen Ordensregeln zu leben. Nur in der Küche fühlt sie sich wohl, und sie beginnt zu backen. Ein köstliches Lebkuchenrezept - Fastenspeise der Nonnen im Kloster und auch der Mönche der Umgebung - weckt die Aufmerksamkeit der Oberin und des Provinzials: Benedicta soll in großem Stil backen und das Kloster will auch auf den umliegenden Märkten verkaufen. Dumm nur, dass sich Benedicta verliebt hat: Julian, der Neffe der Priorin, hat es ihr angetan, und nach einigen Verwicklungen fliehen die beiden aus dem Kloster. Das geht natürlich nicht gut, die Flucht wird früh entdeckt, Julian getötet und Benedicta und die mit ihr geflohene Köchin Agnes schlagen sich nach Nürnberg durch zu Agnes' Verlobtem Anselm, einem Bäcker. Dort bleiben sie unerkannt, doch Benedicta droht immer die Entdeckung und damit eine harte Strafe.

Jetzt wird es noch turbulenter: Anselm sollte nach dem Willen des Vaters Crispin eigentlich Nachbarstochter Lukarde heiraten, ebenfalls Bäckerin. Julian ist nicht tot, sondern erholt sich schwer verletzt auf der väterlichen Burg. Sein Bruder Konstatin lebt als Gewürzhändler in Nürnberg, er und Benedicta lernen sich kennen und verlieben sich, Crispin stirbt (oder wird er ermordet?), und so jagt ein Schicksalsschlag den anderen, ein richtiger Wiggel, wie wir Westfalen sagen. Fast ein wenig zu viel...

Aber trotzdem liest sich das Buch schnell und hat mich bald in den Bann gezogen. Es ist flüssig geschrieben und sehr spannend, die Personen sind gut gezeichnet, wenn auch nicht klischeefrei. Alles in allem ein netter historischer Roman, genau das richtige Buch zur Winterzeit mit einer Kanne Tee auf dem Sofa.

Bewertung vom 24.10.2009
Erbarmen / Carl Mørck. Sonderdezernat Q Bd.1
Adler-Olsen, Jussi

Erbarmen / Carl Mørck. Sonderdezernat Q Bd.1


ausgezeichnet

Erbarmungslos ist die Stimme, die zu der seit vielen vielen Tagen gefangen gehaltenen Merete spricht und weitere Folterstadien ankündigt: sei es nun, dass der Luftdruck in der Betonkammer um ein weiteres Bar erhöht wird, sei es, dass das Licht für ein Jahr nicht mehr ausgeschaltet werden soll. Und immer wieder die Frage an Merete, ob sie nun endlich weiß, warum sie eigentlich festgehalten wird? Nein, Merete weiß es nicht: sie ist eine erfolgreiche Politikerin, war quasi auf der Überholspur im Leben und verschwand bei einer Überfahrt spurlos von der Fähre. Die Polizei vermutete schließlich, dass sie über Bord gegangen und ertrunken sei.

Fünf Jahre später: Carl Mork wird zum Dezernatsleiter des neu gegründeten Dezernats Q berufen. Was sich wie eine Beförderung anhört, ist in Wirklichkeit eine Degradierung und eine Abschiebung in ein abgelegenes Kellerbüro. Carl war vor einigen Monaten bei einer Ermittlung in eine Schießerei verwickelt, bei der ein Kollege ums Leben kam und ein weiterer schwer verletzt wurde. Er selber behielt einen psychischen Knacks zurück und macht sich seitdem Vorwürfe, nicht richtig reagiert zu haben. Das Dezernat Q soll sich mit alten Kriminalfällen befassen, die nicht gelöst werden konnten und die anschließend ad acta gelegt werden sollen. Der erste Fall, den er sich ansieht, ist der der verschwundenen Politikerin Merete Lynggard, die spurlos von einer Fähre verschwand.

Es stellt sich heraus, dass seinerzeit sehr schlampig ermittelt worden ist. Zunächst geriet Meretes seit einem Verkehrsunfall behinderter Bruder Uffe ins Visier der Ermittler, und als diese Theorie nicht gehalten werden konnte, favorisierte man den Tod durch Ertrinken. Carl findet schnell neue Anhaltspunkte, und mit Hilfe seines kongenialen Assistenten Assad, der eigentlich nur das neue Büro putzen soll, kommt man zum Schluss dem Verbrechen auf die Spur.

Das Buch war sehr spannend, erbarmungslos hat es mich vom Schlafen abgehalten. Witzig ist das Beziehungsgeflecht zwischen Carl und Assad, auch das Privatleben Carls kommt nicht zu kurz und ist etwas schräg. Da dies der erste Band der Reihe um Carl Mork ist (mindestens einen weiteren gibt es wohl auf Dänisch), hat es ein wenig gedauert, bis die Person Carl eingeführt und das Dezernat Q eingerichtet war, aber das machte nichts, es war nie langweilig. Wer die Entführer Meretes waren und warum - nun, dass war relativ schnell klar, änderte aber nichts an der Spannung. Vielleicht hätte man etwas weniger dick auftragen können was die geistigen Fähigkeiten Carls angeht - dass er den anderen Fall des Kommissariats quasi mit aufklärt ist etwas viel für eine Person. Auch sprachlich ist das Buch sehr angenehm, gut zu lesen und wohl auch gut übersetzt. Schön sind die Bemühungen Assads, Redewendungen zu verstehen - er nimmt immer alles wörtlich. - Ich hoffe, dass es noch viele andere Fälle mit Carl und Assad gibt!

4 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.09.2009
Rauhnacht / Kommissar Kluftinger Bd.5
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Rauhnacht / Kommissar Kluftinger Bd.5


ausgezeichnet

Kommissar Kluftinger und seine Frau Erika sowie sein Spezi Dr. Langhammer und dessen Frau Annegret haben eine Einladung zu einem Krimiwochenende in einem neu eröffneten Luxushotel bekommen. Diese Einladung kann der geizige Schwabe natürlich nicht ablehnen - einen kostenlosen Urlaub bekommt man nicht alle Tage geboten. Kluftinger soll bei dem Krimispektakel den Kommissar Hercule Poirot geben, Langhammer wird Dr. Watson sein, der Helfer von Sherlock Holmes. Es ist Winter, die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig, die so genannten Rauhnächte, in denen Spukgestalten ihr Unwesen treiben, und es schneit und schneit und ... jedenfalls ist das Hotel eingeschneit, und es ist zunächst kein Kontakt zur Außenwelt möglich.

Ein Gast wird vermisst: Carlo Weiss. Kluftinger und Hotelchefin Julia König, eine ehemalige Skirennläuferin, machen sich auf die Suche, brechen die von innen verschlossene Zimmertür des Gastes auf (sehr schräge Szene!) und finden den Gesuchten leblos im Zimmer. Dr. Langhammer stellt den Tod fest, der Tote wird in der Garage aufgebahrt, und Kluftinger und Langhammer ermitteln. Es stellt sich heraus, dass jeder der Anwesenden einen Grund hatte, Weiss zu ermorden, und so langsam erinnert das Buch immer mehr an Agatha Christies "Mord im Orient Express". Wer wars? Nun, das will ich hier natürlich nicht verraten...

Nach "Milchgeld" war das mein zweiter Krimi mit Kommissar Kluftinger. In "Milchgeld" fand ich ihn sehr nervig, zu nervig mit seiner Art und seinen Kässpatzen. "Rauhnacht" ist in sich runder, Kluftinger ist immer noch extrem nervig, aber durch die Vielzahl der anderen Personen trat das etwas in den Hintergrund. Vor allem Dr. Langhammer ist schräg mit seinem Detektivköfferchen... Kluftinger löst auch diesen Fall routiniert und mit viel Intuition und unfreiwilliger Komik, ich habe mich beim Lesen doch sehr amüsiert.

Bewertung vom 27.08.2009
Kalter Süden
Marklund, Liza

Kalter Süden


sehr gut

Annika Bengtzon ist Journalistin, eine gute Journalistin mit einem Gespür für gute Stories. Sie soll bei ihrer Zeitund Abendblatt eine leitende Position einnehmen, doch das ist nichts für sie: sie zieht die Recherche der Schreibtischarbeit vor. Und so wird sie an die Costa del Sol geschickt, als dort der frühere Eishockeystar Sebastian Söderström mitsamt seiner Familie und Schwiegermutter ermordet wird. Und Annika recherchiert, sie kontaktiert schwedische Polizisten, die dort arbeiten, sie besucht mithilfe der Übersetzerin Carita einheimische Familien, und sie liefert die gewohnte solide Arbeit ab. Aber irgendetwas ist faul, sagt ihre Intuition, und sie bleibt an dem Fall dran, selbst als die Polizei die Ermittlungen einstellt und es nichts Neues zu berichten gibt.

Dann ergeben sich Verbindungen zum internationalen Drogenhandel: hatte Sebastians Frau Veronica etwas damit zu tun? Sie war Rechtsanwältin, wie sind die Verbindungen zum Drogenkartell? Und ihre Mutter Astrid, die ein Maklerbüro hatte, war sie sauber oder auch in kriminelle Machenschaften verwickelt? Als ein Drogenkurier verhaftet wird, fliegt Annika wieder an die Costa del Sol, und es wird gefährlich für sie, denn die Spuren führen weiter, nach Marokko...

Natürlich löst Annika diesen Fall mit Bravour, das Buch ist auch spannend geschrieben, aber es ist der 8. Teil einer Reihe und nimmt starken - zu starken - Bezug zu dem Vorgänger "Lebenslänglich". Auf jeden Fall ist konzentriertes Lesen angesagt! Sehr interessant sind die Einblicke in die Drogenszene und die Geldwäsche, das alles und überhaupt der ganze Fall sind sehr realistisch beschrieben. Weiter wirkt Annika sehr menschlich durch die detaillierten Beschreibungen dessen, was sie gerade tut, und sehr cool durch manche Antworten, die sie gibt. Interessant ist der Kunstgriff, die Geschichte der drei Mädchen aufzuschreiben und mit dem Kriminalfall zu verweben, man weiß genau, dass diese Einschübe wichtig sind und liest genau, schön auch, dass diese Einschübe typographisch abgesetzt sind.

Mein Fazit: ein spannendes Buch, die Schreibweise der Liza Marklund gefällt mir, und dieses Buch macht sicherlich Appetit auf mehr. Nur schade, dass hier auf die vorherigen Bücher so sehr Bezug genommen wird, das trübt das Lesevergnügen ein wenig, sonst hätte ich einen Stern mehr vergeben. Aber warum liegt auf dem Coverbild eine Leiche im Pool? Das hat sich mir nicht erschlossen.

Bewertung vom 20.06.2009
Alles wegen Werner
Haskamp, Bettina

Alles wegen Werner


sehr gut

Wann ist das Verlassen werden ein Glücksfall?
Nun, dann, wenn man anschließend seinem Leben eine so gute Wendung gibt wie Clara. Sie ist 52 Jahre alt, als sie von ihrem erheblich älteren Ehemann Werner verlassen wird, weil sich dieser in eine noch jüngere Brasilianerin verliebt hat. Die Ehe war eine Farce, Clara hatte ein Alkoholproblem und hatte Werner scheinbar nur als Versorger und nicht als Partner geheiratet, von Liebe war schon lange keine Spur mehr zu finden. Werner will die Scheidung, aber er lässt Clara nicht mittellos zurück, sie bekommt die Hälfte des Vermögens und der portugiesischen Villa, in der beide leben. Mit diesem Geld ist sie in der Lage, in Portugal zu bleiben und sich mitten in der Pampa eine Hütte zu kaufen. Zunächst leckt sie ihre Wunden: sie ist die Verlassene, sie spricht Portugiesisch nur auf Anfängerkursniveau trotz der vielen Jahre, die sie schon in diesem Land lebt und kann sich mit den Einheimischen kaum verständigen, außerdem wohnen im Dorf nur alte Leute. Aber dann freundet sie sich mit Ana und Joao an, den Krämers- und Kneipenleuten, und wird im Dorf akzeptiert. Eine Freundin findet sie in der lebhaften Celeste. Ein Schweizer taucht auf und wird zur Liebe ihres Lebens - meint Clara, aber Leo hat andere Pläne mit sich und seinem Leben und verlässt Clara. Das gibt Clara einen weiteren Knacks. Als sie für die Scheidung nach Deutschland fliegen muss und sich mit ihrer besten Freundin Heike trifft, stellt sie fest, dass das alte Party-Leben nichts mehr für sie ist, sie hat sich an die Einsamkeit und die Sonne Portugals gewöhnt und will unbedingt wieder zurück.

Hach, das war eine sehr schöne Geschichte, warmherzig mit einem Schuss Humor, aber nicht so platt und gewollt witzig wie manch andere Frauengeschichte. Das Buch liest sich sehr flüssig, ruhig, und angenehm weg, ich habe nicht lange dafür gebraucht, dann war es schon ausgelesen. Schade eigentlich. Angenehm war, dass es keine detaillierten Rosenkrieg-Beschreibungen des Eheendes von Clara und Werner gab, das hätte mich jetzt gestört (wobei ich doch auch ein wenig wissen will, wie es Werner in Brasilien ergangen ist).

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.