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Nickname:
ikopiko
Wohnort:
Hesel
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7 (erhaltene)
Rang:
116
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Insgesamt 63 Bewertungen
Bewertung vom 22.09.2011





sehr gut- Sandra Mohr, Kommissarin des LKA Graz, ist frustriert. Sie war so froh, ihrem „Heimatkaff“ entkommen zu sein, und nun führt sie ein neuer Fall genau dorthin. Eine grausam zugerichtete Frauenleiche wurde in einem Wäldchen hinter der Gastwirtschaft des kleinen Ortes gefunden. Sandra muss gemeinsam mit dem ihr unsympathischen Vorgesetzten Sascha Bergmann ermitteln.
Sandra kommt nicht umhin, zu ihrer Mutter Kontakt aufzunehmen, zumal ihr gewalttätiger Bruder als einer der Hauptverdächtigen gilt. Natürlich geraten beide wieder in einen heftigen Streit und Sandra zählt die Tage, bis sie den Ort Krakau wieder verlassen darf. Die laufenden Ermittlungen ziehen sich jedoch hin.
Das Mordopfer hat als Journalistin in viele Sparten recherchiert und sich dabei nicht nur Freunde gemacht. Hat selbst der Kollege Bergmann „Dreck am Stecken“?
„Steirerblut“ ist Claudia Rossbachers Auftakt einer Krimiserie um die Kommissarin Sandra Mohr, die in der Steiermark spielt.
Die Einwohner Krakaus sind eine eingeschworene Gemeinschaft, wie man sie häufig in kleinen Dörfern findet. Claudia Rossbacher ist es gelungen, die eigenbrödlerischen Figuren anschaulich zu beschreiben. Ich lebe selbst in einem kleinen Dorf und konnte viele Szenen nachempfinden.
Der Spannungsbogen dieses Alpen-Krimis ist recht flach. Lediglich die Szene, in der Sandra tätlich angegriffen wird, lässt etwas Nervenkitzel aufkommen. Dieser Mangel an Spannung wird jedoch kompensiert durch die Nebengeschichten: die Beziehung Sandras zu ihrem Ex-Freund, das Verhältnis zu ihrer Familie, die frechen Wortwechsel mit ihrem Vorgesetzten … Es ist eine in sich geschlossene Geschichte.
Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Alpen-Krimi-Serie, die ich sicherlich weiterverfolgen werde.
Bewertung vom 19.08.2011





sehr gut- Die Bundesgartenschau in Koblenz zieht viele Besucher an. Aber es sind nicht nur Pflanzenfreunde, die sich hier versammeln. Immer wieder werden ganze Beete verätzt und kurz vor der Eröffnung der Gartenschau finden die Gärtner sogar eine Leiche.
Die Kommissarin Franca Mazzari genießt die ruhige Zeit in ihrem Revier. Anscheinend befassen sich alle mit der anstehenden Bundesgartenschau und haben kein Interesse an Kriminaldelikten, bis auf die Zerstörung einiger Pflanzen auf dem Ausstellungsgelände. Diese Ruhe wird jäh gestört, als ein Leichenfund gemeldet wird. Im „Paradiesgarten“ wird, aufgebahrt wie Leonardo Da Vincis „Vitruv-Mann“, ein Toter gefunden. Die Identität ist schnell geklärt. Bei dem Toten handelt es sich um einen Koblenzer Apotheker, der zwar Familie hatte, sich dadurch jedoch nicht davon abhalten ließ, im Internet ausgiebig nach Frauenbekanntschaften Ausschau zu halten. Ihren Fahndungsschwerpunkt legt die Polizei daher auf einschlägige Foren.
Ihre Freizeit verbringt Franca Mazzari zu einem Großteil mit ihrer „Freundin“ Milla. Diese läuft ihr zufällig über den Weg und beide erinnern sich an die gemeinsame Zeit in ihrer Jugend. Jedoch haben sie unterschiedliche Erinnerungen. Während Milla sie als „dicke Freundinnen“ bezeichnet, hat Franca starke Schuldgefühle, denn Milla wurde in der Schulzeit von allen Kindern gehänselt und gemobbt. Auch Franca hatte sich an diesen Gemeinheiten beteiligt.
Die Ermittlungen in dem Mordfall und die Pflege der neuen Freundschaft mit Milla fordern Francas gesamte Kräfte. Aber gemeinsam mit ihrem Team löst sie auch diesen Fall.
„Engelskraut“ ist Gabriele Keisers dritter Kriminalroman mit der Kommissarin Franca Mazzari. Sehr aktuell ist der Bezug zur diesjährigen Bundesgartenschau in Koblenz. Die Protagonistin steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ihr Leben als alleinerziehende, vollerwerbsfähige Mutter hat sie im Griff. Durch die neue Freundschaft mit Milla kommt wieder etwas „frischer Wind“ in ihr Leben. Franca ist unkompliziert und es macht Spaß, lesend an ihrem Leben teilzunehmen.
Die Nebencharaktere sind liebevoll beschrieben. Hans Kleinkauf ist ein Witwer, der in diesem Roman einen zweiten Frühling erlebt und langsam und vorsichtig die Erinnerungen an seine verstorbene Frau lockert und voller Tatendrang nach vorne blickt.
Die Praktikantin Clarissa hat eine freundliche aufmerksame Art, durch die sie sofort ins Ermittlungsteam integriert wird. Hier zeigt sich, dass reine Äußerlichkeiten schnell täuschen können, denn optisch stellt Clarissa nicht das Idealbild einer Kommissarin dar.
Milla ist ein Schwan, der sich aus einem hässlichen Entlein entwickelt hat. Als Kind wurde sie gehänselt, jetzt wickelt sie die Männer um ihren Finger.
Jede Figur ist einem sofort vertraut, sodass man sich vollends auf das Rätseln über den Mörder stürzen kann.
Ein deutscher Krimi in „Tatort-Manier“. Obwohl es der dritte Teil einer Serie ist, lässt er sich eigenständig lesen. Ich werde mich nun auf die Suche nach den ersten beiden Teilen machen.
Bewertung vom 15.08.2011





gut- „Der Leuchtturm sandte unaufhörlich seinen Lichtstrahl über unsere Köpfe hinweg, was hier unten den Effekt hatte, als sähe man sich einen Schwarzweißfilm an, der immer wieder aussetzt. Blut konnte ich keines erkennen, und ich redete mir selbst ein, das sei ein gutes Zeichen. Ich versuchte, nicht an Ellis´ Schädel zu denken und erst recht nicht an Eierschalen.“
Ellis stürzt auf der niederländischen Insel Ameland vom Leuchtturm und stirbt. Ihr Tod reißt ein großes Loch in die Herzen ihrer Familie.
Ellis´ Schwester Aline hat seit Ellis´ Tod die Insel nicht mehr betreten. Doch gegen ihren Willen lässt sie sich von ihrer Schwester zu einem Besuch des Unfallortes überreden. Die Familie möchte hier die Asche von Ellis verstreuen, und Aline soll dabei sein. Aline findet dies makaber, reist aber aus Liebe zur Familie und um des lieben Friedens willen auf die Insel.
Auch Werner, Ellis´ Witwer, ist zu diesem Anlass angereist. Er und Aline wollen dieses Familientreffen dazu nutzen, ihre Affäre zu beichten. Sehr wohl mit dem Wissen, dass dies nicht auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen wird.
Die Stimmung in dem Ferienhaus auf Ameland ist absolut spannungsgeladen. Die Mutter trinkt zu viel. Der Vater ist in sich gekehrt und äußert sich fast nur durch bissige Kommentare und Erniedrigungen. Die Geschwister haben sich auseinandergelebt. Alle versuchen auf ihre Weise mit dem Verlust von Ellis umzugehen.
Aline hat den Abend des Unfalls aus ihrem Gedächtnis verdrängt. Doch jetzt vor Ort, ist die Erinnerung wieder da. Und dass es sich bei dem Sturz um einen Unfall handelt, wird in Frage gestellt.
„Todgeweiht“ ist untertitelt mit „Kriminalroman“. Einen Kriminalroman kann ich in Nicolet Steemers Buch jedoch nicht erkennen. Fast bis zum Ende gibt es weder Spannung noch kriminelle Handlungen, wenn man von dem Drogenkonsum Alines absieht, der aber in den Niederlanden erlaubt ist, soweit ich informiert bin.
„Todgeweiht“ ist ein sehr gefühlsgeladener Roman. Die Emotionen der Familienmitglieder, insbesondere die von Aline, werden beleuchtet; ihr Umgang mit dem Verlust eines geliebten Familienmitgliedes beschrieben. Auch, dass durch so einen Schicksalsschlag eine Familie auseinanderbrechen kann.
Wäre ich mit anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, hätte es mir eventuell besser gefallen. Ich hatte jedoch beabsichtigt, einen Krimi zu lesen und war daher arg enttäuscht.
„Todgeweiht“ ist kein Kriminalroman sondern ein Drama. Mit diesem Wissen sollte man das Buch in die Hand nehmen, um nicht enttäuscht zu werden.
Bewertung vom 29.07.2011





gut- „Was die Zukunft bringt, das müssen später die Kinder erzählen …. Ich kann nur erzählen, was bisher geschah, seit 1252.“
Und das tut er, Boris Kálnoky, in seinem umfangreichen Epos „Ahnenland“. Ursprünglich wollte er „nur“ eine Biografie über seinen Großvater Hugo Kálnoky schreiben. Tatsächlich ist daraus ein rund 500 Seiten umfassendes Geschichtsbuch geworden.
Die Geschichte der Kálnokys beginnt 1252 in Siebenbürgen. Ein Urahn des Autors bekam vom ungarischen König als Belohnung für einen Kampf ein Stück Land geschenkt. Dort siedelte sich die Familie an.
Sie brachte Grafen, Pioniere, Literaten, Richter und Minister hervor. In der Geschichte Österreichs, Ungarns und auch Rumäniens spielten die Kálnokys stets eine wichtige Rolle. Aber nicht nur politisch waren sie aktiv. Hugos Großvater war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Flugzeug unterwegs. Sein Urgroßvater war berühmtester Reiter der K.u.K.-Monarchie und Ballonfahrt-Pionier.
Boris Kálnoky konnte für seine Recherchen auf eine umfangreiche Sammlung alter Urkunden, Briefe, Tagebücher, Akten und Zeitungsartikel zurückgreifen. Damit schafft er eine Verbindung der Familiengeschichte mit dem Zeitgeschehen. Bilder machen das Ganze anschaulich.
Ich habe mich mit dem Lesen dieses Werkes sehr schwer getan. Die Sprache ist anspruchsvoll. Die sich ähnelnden Namen der Vorfahren (es gibt beispielsweise mehrere Hugos) machen es nicht einfach, die einzelnen Anekdoten den richtigen Personen zuzuordnen. Zumal innerhalb kurzer Abschnitte zwischen den Generationen und Jahrhunderten hin und her gesprungen wird.
Interessant ist die Familiengeschichte allemal. Ich hätte mir jedoch etwas mehr „Struktur“ gewünscht und evtl. einzelne Kapitel einer jeden Generation.
Ein Buch für Familienforscher und Geschichtsbegeisterte. Nichts, das man „so eben nebenbei“ liest. Das Buch verlangt die volle Aufmerksamkeit.
- 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 28.07.2011





ausgezeichnet- Der Kommissar a. D., Max Raintaler, möchte eigentlich in seinem Winterurlaub nur Ski fahren und sich erholen. Doch bevor er sich auf den Weg nach Kitzbühel macht, erhält er den Auftrag einer Freundin, sich am Urlaubsort nach deren Tochter umzusehen. Diese macht dort ebenfalls Urlaub, scheint jedoch verschwunden zu sein.
In Kitzbühel angekommen, gibt es zunächst nur Probleme. Das Auto streikt, sein Hotelzimmer wurde anderweitig vergeben und auf die Rennstrecke am Hahnenkamm soll ein Attentat verübt werden.
Letztlich wendet sich für Raintaler aber alles zum Guten. Bei rasanten Skifahrten und einer aufregenden Affäre bessert sich seine Laune.
Die Suche nach der vermissten Tochter der Freundin erweist sich zunehmend als schwierig. Raintaler stößt auf Entführungen, Drogenhandel, Erpressung – er ist froh, von Alois, dem Kitzbüheler Gendarmen, Unterstützung zu erhalten. Gemeinsam machen sie sich an die Lösung des Falles.
„Alpengrollen“ ist Michael Gerwiens erster Kriminalroman. Mit Max Raintaler hat er einen so einprägsamen eigenen Charakter entworfen, dass ich denke, es wird noch viele Folgebände zu diesem Roman geben.
Die Kriminalgeschichte steht in diesem Roman nicht so sehr im Vordergrund. Das Privatleben Raintalers nimmt ebenso viel Raum in Anspruch.
Sehr schön werden die Eigenarten Raintalers beschrieben. Da nicht gleich klar war, dass er ein Frühpensionär ist, hielt ich ihn für einen ewig meckernden, schlecht gelaunten, alten Herrn. Ein nicht bis zum Eichstrich gefülltes Bierglas bringt ihn in Rage. Ein junger Polizist, der ihm nicht in den Kram passt, wird beschimpft. Raintaler ist der Typ Mensch, den man nicht zum Nachbarn haben möchte. Im Verlauf des Romans wurde Raintaler mir aber sympathischer.
Die Nebencharaktere, wie z. B. der Gendarm Alois, der gerne tief ins Glas schaut und dann auch gern etwas ausplaudert, oder Johanna, Raintalers Liebelei aus den Niederlanden, wurden liebevoll gezeichnet.
Michael Gerwien hat bewiesen, dass viel Potential in ihm steckt.
Bewertung vom 28.07.2011





ausgezeichnet- Der Husumer Kommissar Jan Swensen ermittelt in „Eidernebel“ bereits zum vierten Mal. Er lebt nun bei seiner Freundin Anna in Witzwort, was einen krassen Unterschied zu seinem früheren Leben in Husum darstellt.
Auch in Witzwort ist er vor Verbrechen nicht gefeit. In der Kirche seines neuen Wohnortes wird eine entstellte Leiche gefunden. Swensen ist als erster am Tatort und baut dadurch eine besondere Bindung zu dem Mord auf. Aber es bleibt nicht bei einem Mord. Auch in den umliegenden Kirchen werden bestialisch zugerichtete Leichen entdeckt. Es stellt sich heraus, dass sie eines gemeinsam haben: Sie waren angestellt bei einer Lebensmittelkette.
Für Swensen und sein Team beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
Parallel zu der Kriminalgeschichte, wird die Geschichte von Lisa Blau erzählt. Lisa erhält ein Spenderherz. Seit sie dieses Herz in sich trägt, ist sie anders. Sie hat einen anderen Geschmack, träumt von einer anderen Frau und hat das Gefühl, dass diese ihr etwas mitteilen möchte.
Außerdem werden die Machenschaften eines ehemaligen Stasi-Spitzels und die Arbeit der Journalistin Maria Teske beschrieben. Und irgendwann finden all diese Geschichten zusammen.
Wimmer Wildenlohs Serie um Kommissar Swensen spielt in Wildenlohs Heimat Nordfriesland. Dass er sehr heimatverbunden ist, wird immer wieder deutlich. So beschreibt er Traditionen wie das Biike-Brennen oder die friesische Sportart, das Boßeln. Dies macht er aber nicht langatmig und ermüdend, sondern sehr interessant und informativ. Es scheint dem Autor am Herzen zu liegen, den Leser für Nordfriesland zu begeistern.
Jan Swensen hat seine Ecken und Kanten, ist aber trotzdem, oder gerade deshalb, ein sehr sympathischer Protagonist. Richtig in seinen Fall „eingegraben“, sieht er nicht rechts und nicht links, was seine Freundin Anna sehr stört, wofür sie jedoch auch ein gewisses Verständnis aufbringen kann.
Wimmer Wilkenloh hat es geschafft, einen Krimi mit einem aktuellen Brennpunkt – Arbeitsbedingungen in großen Lebensmittelketten - zu verbinden. Gleichzeitig beschäftigt er sich und den Leser mit Organtransplantation und den Folgen für die Transplantierten. Trotz der geballten Ladung an Informationen, die zum Nachdenken anregen, verliert er den Kriminalfall nicht aus den Augen.
Ein Roman, der zum Nachdenken und Weiterlesen einlädt. Wer eher ein besinnlicher Leser ist und keinen hohen Spannungsbogen erwartet, wird von „Eidernebel“ begeistert sein.
Bewertung vom 28.06.2011





ausgezeichnet- Hans-Jürgen Rusch legt mit „Neptunopfer“ den dritten Kriminalroman um die Kommissare Löffler und Müller vor.
In eine Reederei wird eingebrochen. Zunächst ist Müller sich über das Motiv nicht im Klaren, aber kurz darauf erhält die Reederei einen Erpresserbrief. Sie soll um zwei Millionen Euro erleichtert werden …
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, als es auf der „MS Rügen“, einem Kreuzfahrtschiff der erpressten Reederei, ein Mordopfer gibt. Während einer Neptuntaufe ertrank ein Passagier. Wie sich herausstellte, wurde er gewaltsam unter Wasser gehalten. Jetzt liegt es an Müller und seinem Kollegen Löffler, bis zur Lösegeldübergabe weitere Morde zu verhindern. Aber es gelingt ihnen nicht …
Hans-Jürgen Rusch hat einen Kriminalroman geschrieben, dessen Handlung sich von der Nord- zur Ostsee erstreckt. Begonnen wird mit einem Einbruch in Bremerhaven, der erste Mord geschieht vor der Hochseeinsel Helgoland, die Lösegeldübergabe soll in Stralsund erfolgen.
Gleich am Anfang des Buches werden die Reiseroute der „MS Rügen“, deren Deckliste und die einzelnen Charaktere des Romans aufgeführt. Ich habe mich daher innerlich bereits auf „schwere Kost“ eingestellt, mit vielem Nachblättern. Ich wurde jedoch positiv überrascht. Alle Figuren wurden ausreichend beschrieben, um sie auch ohne Nachblättern zuordnen zu können.
Etwas ungewöhnlich ist, dass Rusch in seiner Erzählung häufig von der Gegenwart in die Vergangenheit springt. Während die Gegenwart voranschreitet, handeln die Kapitel der Vergangenheit jedes Mal ein bisschen früher in der Vergangenheit. Hier erzählt das erste Mordopfer „seine Geschichte“. Deutlich abgegrenzt werden diese Kapitel durch deren Nummerierung. Die Kapitel der Vergangenheit beginnen mit einem Minuszeichen, sodass man stets weiß, wo genau man sich befindet.
Der Roman ist glaubwürdig, obwohl es sich um eine verzwickte Geschichte handelt. Ein paar Freunde haben aus unterschiedlichem Interesse das Ziel, ein Internat zu bauen. Hierfür benötigen sie sieben Millionen Euro, die sie auf nicht ganz legale Weise erwirtschaften. Und immer wieder geistert der Name „Undine“ durch den Roman, der einige in Angst und Schrecken versetzt, andere traurig macht, aber deren Geschichte erst am Ende des Buches erzählt wird.
Ein deutscher Krimi ganz nach meinem Geschmack. Wer viel Action mag, wird enttäuscht sein. Wie Puzzleteile fügen sich nach und nach die einzelnen Kapitel zusammen und ergeben eine interessante Geschichte.
Bewertung vom 27.06.2011





gut- Im Anschluss an eine Messe stürzt Bürgermeister Engel vom Klosterturm. Er wird unter anderem von Pater Pius gefunden, der aus lauter Neugier anfängt, Fragen zu stellen.
Die Ermittlungen werden von der Kommissarin Hälble und ihrem Kollegen Fischer aufgenommen. Beide sind grundverschieden, verstehen sich zunächst überhaupt nicht, lernen dann aber, die Macken des jeweils anderen zu mögen.
Verschiedene Figuren geraten in Verdacht, nachdem klar ist, dass ein Selbstmord ausgeschlossen werden kann. Letztlich kommen mehr Straftaten ans Licht, als gedacht. Aber der „Klostergeist“ wird gefasst.
Als Freund deutscher Krimis war ich besonders gespannt auf die Verbindung zum ermittelnden Pater Pius. Mir schwebte ein ermittelnder Geistlicher in der Art von „Pater Brown“ oder der deutschen Krimiserie „Pfarrer Braun“ vor. Tatsächlich hat Pater Pius jedoch nur eine Nebenrolle gespielt. Hauptakteure waren die Kommissare Hälble und Fischer.
Stets eingestreut waren Meldungen des Radiosenders „Donauwelle“. Am Anfang fand ich diese durchaus zum Schmunzeln. Passend zu Grüßen wurden Lieder ausgewählt, ein Optiker warb mit täglich wechselnden Angeboten. Diese Meldungen begannen aber zunehmend, mich zu langweilen. Zum Ende hin habe ich sie einfach überlesen.
Die Aussage aus dem Klappentext „Lachen und Schaudern garantiert“ finde ich sehr übertrieben.
Solider deutscher Krimi ohne großen Spannungsbogen. Leider versprechen Untertitel und Klappentext mehr, als der Roman hält.
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 05.05.2011





ausgezeichnet- „Entflammt“ ist der Auftakt einer neuen Serie um die Unsterbliche Nastasja. Cate Tiernan hat mit Nastasja eine 459 Jahre alte Protagonistin geschaffen, die nicht älter als 18 Jahre aussieht und zur Abwechslung mal kein Vampir ist.
Nastasja, kurz Nas, will nicht mehr weitermachen wie bisher. Ihr Leben besteht aus Partys und Drogen, mit Hilfe derer sie den Schmerz über ihre Vergangenheit zu betäuben versucht. Denn vor mehr als 400 Jahren hat sie in Island Grauenvolles erlebt.
Als Nas bewusst wird, wie gleichgültig sie und ihre Freunde mit ihrem und dem Leben anderer umgehen, nimmt sie das Angebot der uralten River an und zieht in deren Kommune. Dort versuchen verzweifelte Unsterbliche den Weg zurück zu sich selbst zu finden. Sie leben im Einklang mit der Natur. Ihr neues Leben besteht aus Unterricht und Arbeit. Sie lernen, ihre dunkle Magie in eine weiße umzuwandeln.
Nas fällt die Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten alles andere als leicht. Doch sie gibt nicht auf, was nicht zuletzt an Reyn liegt, einem unglaublich gutaussehenden Unsterblichen, zu dem sie eine Hassliebe verspürt.
Als ich die ersten Seiten des Romans gelesen habe, war ich maßlos enttäuscht. Ein Jugend-Fantasy-Roman, in dem beschrieben wird, wie toll Partys und Drogen sind, ist absolut nicht das, was ich unter einem guten Buch verstehe. Aber dann machte Nas eine Wandlung durch und mit ihr das Buch. Von dort an entwickelte sich das Buch zu einem „pageturner“ und war nach zwei Leseabenden „verschlungen“.
Cate Tiernan schreibt in einer jugendlichen Sprache. Die einzelnen Kapitel sind gefährlich kurz, was dazu verleitet immer „schnell“ noch eines zu lesen, auch wenn die Augen eigentlich schon zufallen.
Nas ist sehr sympathisch. Ihren inneren Kampf mit sich selbst, ihre Ängste und Zweifel kann man gut nachvollziehen. Die übrigen Charaktere sind leicht auseinander zu halten. Liest man über die weise, über 1.000 Jahre alte River, wird man selbst innerlich ruhig.
Dieser Roman schreit nach einer Fortsetzung. Es bleibt offen, wie es mit Reyn und Nas weitergeht. Auch werden ihre früheren Freunde die Suche nach ihr nicht aufgeben.
Fazit:
Ein Jugendroman, der auch mir sehr gut gefallen hat. Ich freue mich auf die Fortsetzung und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.
Bewertung:
Ich gebe diesem Buch fünf von fünf Sternen.
Bewertung vom 23.03.2011





ausgezeichnet- „Jack schaute hinaus und sah eine röhrenförmige Wolke vom Himmel herunterhängen. So etwas hatte er noch nie gesehen. Sie brüllte wie tausend wütende Bienen und Jacks Haut kribbelte, als liefen Ameisen darüber. Der Mund der Röhre klaffte auf, und er sah, wie Blitze darin herumwirbelten und Äste und etwas, das aussah wie ein Teil von einem Haus.“
Mit einem Unheil verkündenden Gewitter beginnt Nancy Farmers Roman „Nebelrache“, der nach „Drachenmeer“ und „Elfenfluch“ der dritte Band der Serie um Jack, den Schüler eines Barden, und seine Freundin, die Schildmaid Thorgil, ist. Es war kein gewöhnliches Gewitter, es war eine Jagd.
Mit dem Läuten einer lange versteckt gewesenen Glocke wurde ein Draugr, ein untoter Geist, gerufen. Dieser Geist in Form einer Meervettel will Rache für seine verschmähte Liebe. Jack, Thorgil und der Barde Drachenzunge machen sich auf die Reise um den Geist zu besänftigen. Auf dieser Reise, bei der sie nicht selten in Lebensgefahr geraten, lernen sie kuriose Gestalten kennen und müssen ungewöhnliche Abenteuer bestehen.
Leider habe ich erst beim Lesen gemerkt, dass dies bereits der dritte Roman einer Serie ist. Verschiedenen Andeutungen und Bemerkungen entnehme ich, dass Jack und Thorgil auch in den ersten zwei Bänden aufregende Situationen meistern mussten. Gern hätte ich mehr über die beiden Jugendlichen gewusst. Alles was zum Verstehen dieses Romans notwendig ist, wird jedoch wiederholt.
„Nebelrache“ punktet mit einer großen Anzahl verschiedenster Wesen. Menschen, die mit Vögeln sprechen können, Nordmänner, Meerjungfrauen und Meervetteln, Draugr, Hoboglobins und einige mehr. Alle Charaktere sind eindrucksvoll beschrieben und können gut auseinandergehalten werden.
Die einzelnen Abenteuer folgen Schlag auf Schlag und sind abwechslungsreich, der Spannungsbogen hält sich jedoch in Grenzen. In der Mitte des Buches gab es einige Längen, zum Ende hin wird es jedoch noch einmal richtig spannend.
Fazit:
Ein Jugendroman, der auch Erwachsenen unterhaltsame Lesestunden bereitet. Einen halben Punkt Abzug gebe ich für die erwähnten Längen im mittleren Teil des Buches. Unbedingt zu empfehlen ist das Lesen der beiden Vorgängerbände.






































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