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Silke Schröder, hallo-buch.de
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Hannover
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Ich liebe Geschichten und schreibe gerne und viele Rezensionen über die gelesene und gehörten Hörbücher und Bücher. Besucht auch mal meine Website hallo-buch.de
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376 (erhaltene)
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14 

Bewertungen


Insgesamt 773 Bewertungen
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  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • Peter May erzählt mit “Beim Leben deines Bruder” einen ebenso spannenden wie einfühlsamen Krimi, der in im hohen Norden Schottlands auf den sturmumbrausten, einsam gelegenen Hebrideninseln spielt. Der Autor switcht dabei zwischen zwei Erzählperspektiven hin und her: Neben die Sicht des Ermittlers Fin treten die Erlebnisse des Demenzkranken Tormod, der seine bewegende Geschichte in Rückblenden erzählt. Aus beiden entsteht ein Gesamtbild der Ereignisse, dem sich Fin in seinen Ermittlungen nur Stück für Stück nähern kann. Aber auch der alte Mann hat mit den immer größer werdenden Gedächtnislücken zu kämpfen und kennt sich in seiner eigenen Vergangenheit nicht mehr aus - was ist real Erlebtes, was nur Einbildung? Die sensibel dargestellten Folgen der Krankheit Demenz führen uns zugleich zurück in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als katholische schottische Waisenkinder von der anglikanisch-englischen Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt wurden, um dann von der Kirche als billige Arbeitskräfte in katholische Familien und auf Bauernhöfe vermittelt zu werden. “Beim Leben deines Bruders” ist eine psychologisch einfühlsam erzählte Geschichte und zugleich ein spannender Krimi, der viel Wissenswertes über Gegenwart und Vergangenheit der schottischen Inseln hoch im Norden Großbritaniens verrät - mal sehen, ob der Schauplatz der Story nach dem bald anstehenden Referendum noch zum United Kingdom gehört. Intensiv gelesen wird das ganze vom Schauspieler Hans Peter Hallwachs und von David Nathan, den wir als deutsche Synchronstimme von Johnny Depp kennen.
Winter, Judith Siebenschön EUR 9,95
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    sehr gut
  • “Siebenschön” ist der erste Krimi der studierten Psychologin Judith Winter. Und sie bietet alles auf, was man von einem guten Thriller erwarten kann: einen gewissenlosen Serienmörder, eine actionreiche Handlung, gut durchdachte Wendungen, ein profundes Finale und zwei junge, hübsche Kommissarinnen, die sich anfänglich nicht besonders grün sind. Diese beiden stellt sie in den Mittelpunkt ihrer packenden Story: die kühle Halbchinesin Mai Zhou und Emilia Capelli, die ihr Temperament von ihrer sizilianischen Familie mitbekommen hat. Für beide ist es nicht gerade einfach, sich mit der jeweils anderen zusammen zu raufen - ein Problem, das die Autorin ganz elegant durch ein stetes hin-und-her-Switchen zwischen den Perspektiven der beiden Damen löst. So ist “Siebenschön” ein fesselnder Debüt-Krimi, der Lust auf mehr macht. Hoffen wir also auf weitere Stories um das ungleiche Ermittlerinen-Gespann Zhou & Capelli.
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • “Die Puppe” ist der der 6. Fall mit Detective Inspector Jack Caffery. In gewohnter Spannung baut Mo Hader eine Story auf, die sich zum einen mit mysteriösen Morden in einer psychiatrischen Anstalt und zum anderen mit einem alten Fall von Caffery beschäftigt. Dabei stellt sie den Pflege-Leiter AJ Le Grande in den Mittelpunkt, einen Mittvierziger, der bei seiner Tante lebt und sich sehr engagiert um die Gesundheit seiner Patienten sorgt. Jack Caffrey hingegen hat noch immer mit dem Verschwinden der jungen Misty Kitson aus “Haut” zu kämpfen, denn ihre Mutter bringt ihre Geschichte immer wieder in die Medien. Und wie schon in früheren Romanen spinnt Mo Hayder auch hier wieder Märchen und Mythen in ihre Story mit ein. Diesmal ist es der aus Westafrika stammende Voodoo-Glaube, bei dem u.a. kleine Puppen gepiesackt werden, um deren imaginäre Schmerzen auf reale Personen zu übertragen. Auch Scooby Doo-Geister entpuppen sich hier als real existierende Gefahren. Mit diesen Mitteln erzeugt Hayder die von ihr gewohnte dunkle, unheimliche Stimmung. Und natürlich dürfen auch einige Schockmomente, wie wir sie aus “Der Vogelmann” oder “Tokio” kennen, nicht fehlen. Fazit: Ein spannender Krimi aus dem sonst so beschaulichen und eher etwas hippiesken Bristol, gekonnt gelesen vom Schauspieler Steven Scharf.
Erdrich, Louise Das Haus des Windes EUR 19,99
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • Der US-Amerikanerin Louise Erdrich ist mit ihrem neuen Roman “Das Haus des Windes” eine bittersüße Coming-up-age Geschichte gelungen, die sensibel geschrieben, aber unsentimental erzählt ist. Mit viel subtilem Humor wirft sie einen Blick auf das alltägliche Leben in einem Indianerreservat im Jahr 1988, als den Bewohnern durch die Verabschiedung des Indian Gaming Regulatory Acts das Betreiben von Spielkasinos erlaubt und damit - immerhin - eine neue Lebensgrundlage zugebilligt wurde. Im Mittelpunkt ihrer Story steht der 13-jährige Joe, der sich in einer schweren moralischen Zwickmühle befindet: Ist Selbstjustiz das richtige Mittel, um das Verbrechen an seiner Mutter zu rächen? Sensibel setzt sich Edrich mit dem Verhältnis von weißem Rassismus und der Gewalt an indigenen Frauen auseinander. Sie bindet aber auch alte Stammes-Mythen in ihre Geschichte ein und zeigt, dass die alten indianischen Riten noch immer lebendig sind, obwohl Staat und Kirche vehement versuchen, die Stämme zu assimileren. Assimileren? Ja, auch eine kleine Hommage an das Star Trek - Universum hat die Autorin eingebaut: Die einzelnen Kapitel tragen Titel der damals frisch ausgestrahlten “The Next Generation”-Episoden. Mit “Das Haus des Windes” gewann Louise Edrich den National Book Award 2013.
Dahl, Arne Neid / Opcop-Team Bd.3 EUR 16,99
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • Mit “Neid” ist Arne Dahl ein weiterer politisch engagierter Krimi gelungen, in dem er das europäische Ermittlerteam um den Schweden Paul Hjelm gleich mit zwei brisanten Themen beschäftigt: Es geht um mafiöse Netzwerke, die mittellose Menschen wie Sklaven zum Betteln in die Großstädte Europas schicken, und er schildert, wie mächtige Konzerne alles daran setzen, um den Durchbruch eines neuen, extrem effizienten Elektrowagen-Typs auf dem weltweiten Fahrzeugmarkt zu verhindern. Natürlich lässt er seinen Figuren bei der Ermittlungsarbeit wieder viel Raum. Neben die bekannten Kollegen aus den schwedischen A-Team-Zeiten tritt dabei eine neue, bunt zusammengewürfelte Truppe, die sich aus Schweden, Deutschen, Franzosen und Letten, Engländern, Spaniern, Italienern und Griechen zusammensetzt - eine schlagkräftige, echt europäische Polzeieinheit. Mit ihnen stellt Arne Dahl in “Neid” einmal mehr unter Beweis, dass eine bis zur letzten Seite spannende Story mit aktuellen, gesellschaftlich brisanten Themen Hand in Hand gehen kann.
Higashino, Keigo Heilige Mörderin EUR 19,95
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • “Heilige Mörderin” von Keigo Higashino ist ein klassischer Who-done-it Krimi, in dem es darum geht, das scheinbar perfekte Verbrechen zu knacken. Hat Ayane, die Frau des Unternehmers, es tatsächlich geschafft, einen Mord ohne jede Spur zu begehen?? Oder gibt es einen ganz anderen Täter mit einem völlig anderen Motiv? Inspektor Kusanagi, seine junge Assistentin Utsomi und Professor Yukawa gehen dabei ganz im Stil des alten Haudegens Columbo vor: Durch scheinbar unzusammenhängende Fragen kombinieren sie raffiniert und nach allen Regeln der Kunst Moitive und Indizien, um dem Mörder auf die gut verborgene Spur zu kommen. Eigentlich sind die drei ein unschlagbares Team - eigentlich, denn des Inspektors sonst so unfehlbar logischer Verstand ist durch die Liebe zur Hauptverdächtigen getrübt. Und natürlich werden die Ermittlungen stets mit ausgesuchter Höflichkeit geführt: Verbeugungen, Entschuldigungen und das Ausziehen der Schuhe im Haus des Opfers sind natürlich obligatorisch in einem japanischen Krimi. So bekommen wir nicht nur einen gut ausgetüftelten Fall serviert, sondern erfahren auch viel über japanische Gepflogenheiten und das fein austarierte gesellschaftliche Miteinander der Inselbewohner. Higashinos Roman “Heilige Mörderin” ist perfekt für Japan-Fans und Freunde des klassischen englischen Krimis.
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • David Wong, hinter dessen Pseudonym sich Jason Pargin, der Executive Editor des amerikanischen Satire-Portals cracked.com verbirgt, hat seit seinem Debütroman “John Dies at the End” in den USA Kultstatus. Mit “Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker” ist er auf dem besten Weg, diesen Status weiter zu festigen. Denn mit irren Szenarien, hoch-speedigem Tempo, ekeligen Szenen und skurrilen Handlungssträngen hat Wong alias Pargin erneut eine fantastisch-abgedrehte Story hingelegt, in der sich seine ungewollten Helden innerhalb von nur wenigen Stunden nach allen Regeln der Kunst austoben können. Die Washington Post sagt über das Buch: “Als hätte Douglas Adams eine Folge von The Walking Dead geschrieben”. Diesem Urteil kann ich mich nur anschließen. Ein Buch für eine schlaflose Nacht - aber Achtung vor dem fiesen Getier!!
Kepler, Lars Der Sandmann / Kommissar Linna Bd.4 EUR 19,99
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • Lars Kepler, hinter dessen Pseudonym sich die schwedischen Eheleute Alexandra und Alexander Ahndoril verstecken, ist ein Garant für unglaubliche Spannung. Auch “Der Sandmann” überzeugt wieder mit einem mitreißenden Storyboard, das sich immer ein wenig anders entwickelt, als erwartet. Wieder stehen der Kommissar Jonna Limma und seine schwedische Geheimdienst-Kollegin Saga Bauer im Mittelpunkt, und wieder gehen beide bis an die Grenze ihrer körperlichen und mentalen Fähigkeiten. In knappen Kapiteln, die schon jetzt wie einzelne Filmszenen wirken, schaffen es die beiden Autoren immer wieder, uns an die Seiten zu fesseln, selbst wenn manche Szenen nicht ganz realistisch sind (wohl nur im Roman - hoffentlich! - wird eine vorgeblich psychisch Kranke zu zwei gewaltigen Männern in eine Zelle gesteckt). So fiebert man bis zum Action-geladenen Cliffhanger am Ende mit. Fazit: “Der Sandmann” ist wieder ein gelungener Schweden-Thriller - wie nicht anders zu erwarten.
Aderhold, Rolf Welfencode EUR 9,99
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    sehr gut
  • “Welfencode” ist bereits der zweite historische Krimi von Rolf Aderhold, der zwar im Hannover der Mitt-60er Jahre spielt, aber weit in die Geschichte des ehemaligen Königreichs und Fürstentums Hannover vorstößt. Zugleich ist “Welfencode” ein sehr unterhaltsamer Krimi, der viel Wissenwertes über die hannoverschen Könige in England und die freundschaftliche Verbindung zwischen dem Hofgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und der Kurfürstin Sophie vermittelt, der Mutter des ersten Welfen auf dem englischen Thron. Selbst wenn die Handlung an manchen Stellen ein wenig konstruiert wirkt, gelingt es dem Autor, die Aufbruchs-Atmosphäre der Jahre vor “68” lebendig einzufangen und mit vielen historischen Details zu würzen. Sein sympathischer Kunsthistoriker Jarre Behrend, der mit der Ärztin Anna Winter eine sehr moderne Beziehung führt, löst in “Welfencode” erfolgreich seinen zweiten Fall.
Raether, Till Treibland / Kommissar Danowski Bd.1 EUR 14,99
  • Bewertung vom 05.03.2014
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    ausgezeichnet
  • TREIBLAND ist ein ebenso amüsanter wie hochspannender Krimi des im Hamburg lebenden Journalisten Till Raether. In Mittelpunkt seines Falles steht ein Kommissar, der erfrischender Weise mal nicht vor Energie und Tatendrang platzt, sondern versucht, neben der vielen Arbeit auch noch ein wenig zu leben. Außerdem leidet er an einer psychischen Hochsensibilität anderen Menschen gegenüber, was ihm im Arbeitsalltag mehr als genug Probleme beschert. Trotzdem kommt er einem fiesem Komplott auf die Spur, dessen Ausmaße unermesslich sein könnten. Mit seiner Story greift Till Raether zugleich ein immer wieder aktuelles Thema auf: Es geht um das Zusammenspiel zwischen Pharmazie-Unternehmen, die viel Geld in die Impfstoff-Forschung stecken, und Regierungen, die manchmal überraschend schnell bereit sind, noch viel enormere Summen für solche Impfstoffe zu zahlen - man erinnere sich nur an die für viele Millionen Euro angekauften Impfreserven gegen die Schweinegrippe, die bereits als weltweite Pandemie ausgerufen war und dann - glücklicherweise - nie kam. So erzählt Till Raether in “Treibland” mit einem kleinen Augenzwinkern einen stilistisch etwas anderen Krimi, der trotzdem ein brisantes Thema aufgreift.
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