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Benutzername: Kleeblatt
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Über mich: Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Bewertungen

Insgesamt 769 Bewertungen
Bewertung vom 05.08.2015
Aussicht auf Sternschnuppen / Sternschnuppe Bd.1
Koppold, Katrin

Aussicht auf Sternschnuppen / Sternschnuppe Bd.1


ausgezeichnet

Von wegen Dienstreise, denkt sich Helga. Ihr Freund Guiseppe hat eine andere namens Angela, zumindest ist sie es, die ihrem Freund eine SMS geschrieben hat und sich auf ihn freut.
Helga gehört nicht zu den Menschen, die schnelle Entschlüsse fassen, aber in dem Fall muss sie einfach eine Ausnahme machen. Kurzentschlossen beschließt sie, ihm hinterherzureisen.
Da nun aber in Island ein ausgebrochener Vulkan für weltweite Flugverbote sorgt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit einem Auto hinterher zufahren. Eine Aufgabe, die fast schon zu Beginn der Reise zum Scheitern verurteilt ist, denn es gibt nur noch einen einzigen Mietwagen, aber leider möchte ihn ein gewisser Nils Schöneberger mieten.
Da sie beide nach Italien wollen, beschließen sie nach einigem Hin und Her, gemeinsam auf die Fahrt zu gehen. Es wird eine denkwürdige Fahrt werden, denn es sind zwei Sturköpfe unterwegs...

Na da haben sich ja zwei gefunden, die sich nicht gesucht haben.
Helga, mit einem alten deutschen Namen gestraft, politisch engagiert und gesundheitsbewusst trifft auf Nils. Nils ist der Sohn zweier namhafter Schauspieler, was zur Folge hatte, dass auch er in ihre Fußstapfen treten musste. Ebenso Raucher, was schon mal Konfliktpotential zwischen Helga und Nils bringt. Natürlich sagt Helga der Name Nils Schöneberger so rein gar nichts, denn sie lebt schon seit Jahren glücklich ohne Fernseher.
Da ist es schon mal nicht ganz einfach, einen gemeinsamen Nenner auf einer Fahrt zu finden, die länger als 1 h Fahrt geht. Lange Zeit ist Schweigen im Walde, aber so langsam tasten sie sich aneinander an.

Es wird eine Fahrt, die reichlich turbulent zu werden verspricht.

Zu Beginn der Reise hat niemand eine Ahnung, wohin sie führen wird, außer dass das Ziel die Toskana sein wird. Wie werden Helga und Nils miteinander auskommen, wird es ein Wiedertreffen mit Guiseppe geben? Fragen über Fragen, die es zu ergründen gibt.
Mit Helga, Nils und auch Guiseppe hat die Autorin Katrin Koppold Protagonisten geschaffen, die man einfach mögen muss. Die körperliche Nähe in einem Smart lässt Helga und Nils sich annähern, aber ob das zielführend ist?

Ich habe die beiden sehr gern auf ihrer Reise begleitet, habe mit ihnen gelacht und gestritten und mich an den Disputen der beiden regelrecht erfreut. Mehr als einmal saß ich mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht in der S-Bahn, sehr zur Freude meiner Mitfahrer.
Aber auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise Helgas Familie, haben ihren Part im Buch und man möchte diese nicht missen.

Das Buch ist für mich ein Rundumwohlfühlbuch, das man gar nicht aus der Hand legen möchte. Ein Buch, dass man mit in den Urlaub nehmen sollte, wenn man Entspannung sucht, aber auch zu Hause lässt es sich damit herrlich entspannen und man kann sorglos die Seele baumeln lassen.

Eines ist mir jedoch völlig unklar. Wie konnte ich bisher an der Autorin Katrin Koppold vorbeikommen? Eine Tatsache, die es zu ändern gilt. Wo ist Teil 2?

Bewertung vom 29.07.2015
Mohnschnecke
Koschka, Anna

Mohnschnecke


sehr gut

Dotti ist wieder allein. Florian, mit dem sie nach "Naschmarkt" in eine rosa Wolke getaucht ist, hat mit ihr Schluss gemacht. Ein Jahr waren sie zusammen, nun ist alles aus. Dotti ist am Boden zerstört.
Sie kann sich schwer auf das konzentrieren, was wichtig ist, beispielsweise ihre Buchbesprechungen. Lesen geht momentan gar nicht, sie lässt ihre Kollegin lesen und korrigiert für ihre Rezensionen nur noch das von ihr vorgelegte.
Ihre Freundinnen, auf die sie sich immer verlassen konnte, wollen dem Trübsal ein Ende setzen und verpassen ihr eine Mauerblümchentherapie.
Zurück zum Ursprung - daten, Single-Börse, Kochkurse.
Sie findet im Laden ihrer Mutter ein altes Buch mit von Hand geschriebenen Rezepten. Wem es wohl gehörte? Dottis Jagdinstikt ist geweckt und sie macht sich auf die Suche nach dem Eigentümer des Buches, denn eines ist zu erkennen, die Rezepte sind mit ganz viel Liebe geschrieben...

Noch fieser geht es nicht, einen Schlussstrich unter eine Beziehung zu setzen. Ein Posting auf Facebook ist ja wohl das allerletzte, aber genau so macht Florian mit Dotti Schluss.
Tief am Boden zerstört schwelgt sie in Erinnerungen. Ist die Klausel im Vertrag daran schuld, dass die Beziehung zu Ende ging. Die enthält, dass sie öffentlich ein Mauerblümchen bleiben soll, um Erfolg zu haben.
Eine wirkliche Aufgabe sieht Dotti für sich, als sie auf das alte Rezeptbuch stösst. Hinweise erhält sie dazu ganz anonym von @mohnschnecke55. Wer ist diese oder dieser @mohnschnecke55? Sie kann sich keinen Reim darauf machen und vermutet mal den einen oder anderen hinter diesem Pseudonym.
Dotti will unbedingt den Verfasser des Büchleins finden und so findet sie sich auch bald in Prag wieder, nachdem sie in Wien nicht weiterkam.

Der Leser begibt sich gemeinsam mit Dotti auf eine eigentümliche Reise, die weit in die Vergangenheit zurückführt. Wien und Prag sind die Schauplätze der Handlung. So nach und nach gelingt es Dotti, das Puzzle zusammenzusetzen und erfährt dadurch die Geschichte einer nie endenden Liebe.
Das lenkt sie zumindest ein klein wenig von ihren eigenen Problemen ab.

"Mohnschnecke" ist nach "Naschmarkt" der 2. Teil um die liebenswerte Protagonistin Dotti. Man kann dieses Buch auch separat lesen, aber wer mit Teil 1 beginnt, hat Dotti und ihre Eigenarten schon mal kennengelernt. Außerdem hat man mit 2 Büchern einfach mehr Dotti zu lesen.
Viele der Charaktere aus "Naschmarkt" finden sich auch in der "Mohnschnecke" wieder. Die Protagonisten sind eine erfrischend herzige Truppe, die sich Sorgen um Dotti machen und ihr in allem zur Seite stehen.

Es ist ein bezauberndes Buch, das den Leser in Atem hält. Die Protagonisten glaubwürdig und die Geschichte romantisch erzählt. Natürlich hofft man als Leser, dass Dotti den geheimnisvollen Schreiber des Rezeptbuches findet.
Die Rezepte wurden gleich mit beigelegt, denn "Rezepte für die Liebe und andere Herzensangelegenheiten" werden wohl nie aus der Zeit kommen.

Besonders hervorheben möchte ich das wunderschöne Buchcover, das den Leser schon im Laden einfach nur magisch anzieht. Es ist nahezu identisch mit dem von "Naschmarkt", nur dass der Kopf gespiegelt ist und die Farbgebung sich unterscheidet.

Obwohl mir "Naschmarkt" einen Tick besser gefallen hat, habe ich mit dem Buch wunderbar erholsame Stunden verleben dürfen. Ich habe mit Dotti getrauert, gelebt, gehofft und geliebt und sie vor allem auf ihrer Suche begleitet, die auch mich von Wien nach Prag führte und mir die Schönheiten der Städte wieder vor Augen führte.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 27.07.2015
Möwenalarm
Beerwald, Sina

Möwenalarm


ausgezeichnet

Sie hat JA gesagt. Endlich hat Ahoi seine Angebetete - Suzette - heiraten können Nun sind sie eine Dauerbrutpartnerschaft eingegangen, was heißt, dass Suzette seine Küken legen und ausbrüten wird. Ahoi schwebt im siebten Himmel, so hat er sich auch bei der Hochzeit nicht lumpen lassen und sehr tief in die "Taschen" gegriffen, um seiner Suzette etwas bieten zu können. Nun ja, ein klein wenig wollte er sie auch beeindrucken. Vor allem aber auch mit seinem großen gebauten Nest, das fernab von allen Möwenrouten und recht ruhig liegt.
Aber oh Schreck, als er mit seiner Angebeteten nach der Hochzeit dort anfliegt, ist das Nest belegt, mit einem menschlichen Baby. Wie kommt das denn dahin und vor allem, wem gehört es?
Suzette ist empört und fliegt wieder ab, ihre Hochzeitsnacht will sie nicht mit einem schreienden Menschenbaby verbringen.
Ahoi, dem sein gutes und weiches Herz immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung macht, fühlt sich verantwortlich für das Baby, zumal es ja in seinem Nest liegt. Aber was tun? Aber Ahoi wäre nicht er selbst, wenn er und seine Möwenbande nicht bald eine Lösung finden sollten ...

Ahoi ist wieder da und er hat ein Riesenproblem. Stolz führt er seine ihm frisch Angetraute zu seinem Nest, da muss er feststellen, dass es mit einem Menschenbaby belegt ist. Was für ein Ärger. Nicht nur, dass Suzette ihn daraufhin gleich verlässt, steht er doch jetzt mit einem Baby da. Das will essen und sauber gemacht werden. Aber kommt Zeit, kommt Rat, denn was wäre Ahoi ohne seine Möwenbande und Frau Spatz.
Alles, was das Baby braucht, bekommt man auf der Insel und man kann es sich ganz gut zusammenstehlen. Aber wie bekommt man eine neue Windel um den Po des Säuglings? Oder wie bereitet man Nahrung zu?
Jedes Problem zu seiner Zeit und die Ideen der Umsetzung haben der Autorin sicherlich einiges Kopfzerbrechen bereitet. Aber es lohnt sich, die gewitzten Möwen bei ihrer Sorge um das Baby zu beobachten.
Ein ganz große Aufgabe haben sie sich gesetzt, die Eltern des Säuglings zu finden, keine ganz leichte Aufgabe.

Was für ein erfrischendes Buch ist das wieder geworden. Wie viele andere habe ich den 2. Teil der Möwenbande herbeigesehnt und mich gefreut, ihn endlich in Händen halten zu können.
Ahoi, der jetzige Chef der Möwenbande ist ein Protagonist, den man einfach mögen muss. Meine Sympathie flog ihm nur so zu, denn er hat das Herz am rechten Fleck. Nicht nur für das Baby fühlt er sich verantwortlich, sondern auch für Freunde gibt er sein letztes Hemd, äh, besser seine letzten Heringe, die er selbst nach der imposanten Hochzeit gut gebrauchen könnte.

Das Buch macht den Eindruck, als hätte Sina Beerwald eine Zeitlang unter Möwen gelebt und sich gemeinsam mit ihnen auf Raubzügen befunden, so wirklich und realitätsnah erscheinen dem Leser die Erlebnisse der Möwen.
Jede einzelne Möwe hat es verdient, genannt zu werden, jede mit ihren unglaublichen Macken und Eigenheiten. Sie alle tun alles, um das Baby seinen Eltern wieder zuführen zu können. Dabei hat die Autorin alle Register gezogen, selbst Meister Adebar musste mit antreten.

Die Liebe zur Insel Sylt, auf der die Autorin auch lebt, und ihrer Tierwelt ist im Buch fest verankert. Fast möchte man glauben, dass es Ahoi wirklich gibt, aber zum Glück sind ja viele seiner Eigenarten authentisch, wenn ich nur an das Stibitzen der Nahrung denke.

Das Buch ist voller liebenswerter, chaotischer Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss.
Natürlich hoffe ich auf eine weitere Fortsetzung mit Ahoi und seiner verrückten Möwenbande und ich hoffe, dass Sina Beerwald die Ideen dazu so schnell nicht ausgehen.

Ich habe mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten. Ein paar durchgeknallte Möwen, die die Eltern eines Baby suchen und damit wieder kriminalistischen Spürsinn beweisen müssen, liest man nicht alle Tage.
Einfach herrlich, zum lachen, zum grinsen und zum entspannen.
Bitte mehr davon.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Bewertung vom 23.07.2015
Tu es. Tu es nicht.
Watson, S. J.

Tu es. Tu es nicht.


sehr gut

Julia ist verheiratet und hat einen Sohn. Es ist nicht ihr leiblicher, sondern der ihrer Schwester, den sie adoptiert hatte.
Sie ist mit ihrem Leben zufrieden, sie hat einen sie liebenden Mann und einen Sohn, den sie über alles liebt.
Sie fällt in ein tiefes Loch, als ihre Schwester Kate ermordet wird. Trotz intensiver Bemühungen gelingt es der Polizei nicht, ihren Mörder zu finden. Julia ist am Boden zerstört und versucht selbst, den Mörder zu finden.
Verzweifelt versucht sie die Schritte zu gehen, die ihre Schwester gemacht hat und hofft auf diesem Weg, den Mörder zu finden. Aus diesem Grund meldet sie sich bei einer online-Dating-Firma und trifft dort auf den gutaussehenden Lukas.
Nach anfänglichen Bedenken trifft sie sich später auch mit ihm und verliebt sich in ihn, einem Fremden.
Sie beginnen eine heiße Liebschaft, bis sich die Ereignisse überschlagen und sie zu überwältigen drohen ...

Unter dem Vorwand, doch nur herausfinden zu wollen, wer ihre Schwester ermordet hat, trifft sie sich mit Lukas. Julia ist hin- und hergerissen, hat er etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun oder nicht. Er hat ein Alibi, aber war er es wirklich nicht? Sie geht ein großes Wagnis ein, ist ihm aber schon recht schnell verfallen. Einmal die Woche treffen sie sich und können die Finger nicht voneinander lassen.
Kates ehemalige Mitbewohnerin Anna, die nach Kates Tod den Kontakt zur Julia suchte, wurde deren Vertraute und warnte sie immer wieder, aber Julia hat längst die Kontrolle über ihr Leben verloren.
Sie Suche nach dem Mörder belastet auch ihre Ehe mit Hugh, der lange Zeit Nachsicht mit Julia übt.
Julia schleppt nicht nur das Geheimnis der Liebschaft mit Lukas mit sich herum, sondern auch noch welche aus ihrer Vergangenheit, die sie noch heute belasten.

Um welche Geheimnisse es in der Vergangenheit geht, kommt erst langsam und nach und nach auf den Tisch. Der Autor lässt sich Zeit, dieses Geheimnis zu lösen.

Während die erste Hälfte des Buches doch ruhig, etwas zu ruhig verlief, gewann die Geschichte ab der Hälfte an Fahrt. Als sich Julias Leben zu einem Albtraum entwickelte, bewegte sich endlich der Roman. Von da an hatte ich Probleme, ihn aus der Hand zu legen.
Ihre Selbstzweifel und Ängste, die sie durchleben musste, wirkten echt und als Leser fiel es nicht schwer, sie emotional mitzuerleben. Gerade, wenn der Punkt erreicht war, dass in ihr Leben wieder etwas Ruhe eintrat, ging es in der Beschleunigung weiter. Ein Auf und Ab und dann scheinbar im Sturzflug abwärts. Sie kommt ins Trudeln und weiß weder aus noch aus.

Julia ist eine Protagonistin, die alles hatte und doch war sie bereit, es für einen Mann wegzuwerfen. Wirkliche Sympathie konnte ich leider nicht für sie aufbringen, sie tat mir letztendlich einfach nur leid. Aber sie ist eine Kämpferin und das habe ich an ihr bewundert.

Ich habe immer mitgerätselt, wie denn die Zusammenhänge sein könnten, auf was es nun hinausgeht, aber ich lag nur in Ansätzen richtig, die ganze Wahrheit kam dann doch überraschend.

Der Roman von S.J. Watson hat eine zu lange Anlaufzeit, weswegen ich auch einen Stern abziehe, aber einmal in Fahrt gekommen, kann man ihn nicht mehr aus der Hand legen.
Ich empfehle ihn gern weiter.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.07.2015
Der Engelsbaum
Riley, Lucinda

Der Engelsbaum


ausgezeichnet

Greta soll das Weihnachtsfest mit ihrem alten Freund David bei ihrer Enkeltochter verbringen. David bringt sie nach Marchmont, an das sie keine Erinnerung mehr hat, seit sie vor 23 Jahen einen Unfall hatte, der eine Amnesie zur Folge hatte. Ihre Enkeltochter ist ihr fremd, selbst an ihre Tochter kann sie sich nicht erinnern, trotzdem David ihr immer wieder von ihr erzählt. Sie hat keine Erinnerung mehr an ihr Leben auf Marchmont und was sie dort erlebte.
Bei einem Spaziergang findet sie nahe am Wald ein Grab mit der Inschrift, dass dort ein 3-jähriger Junge beerdigt wurde. Sie spürt, dass sie etwas mit dem Grab verbindet und fängt langsam an, sich zu erinnern, dass dort ihr kleiner Junge begraben wurde.

Die Erinnerung bringt sie zurück ins London der Nachkriegszeit. Greta ist Tänzerin und kann nicht wählerisch sein, bei dem, was sie auf der Bühne darstellen soll. Als sie einen attraktiven GI kennen- und liebenlernt, verschweigt sie ihm dies und ist froh, dass er sie mit nach Amerika nehmen und heiraten will. Als er erfährt, was sie auf der Bühne darbietet, verlässt er sie ohne ein Wort und ohne zurückzublicken. Sie bleibt zurück, schwanger und allein.
Sie vertraut sich ihrem Freund David an, der sie zu seiner Mutter schickt, nach Marchmont, einem Herrenhaus.
David, der in London bleiben musste, liebt Greta, wagte aber nie, es ihr zu sagen. Und bald ist es zu spät, denn auf Marchmont lernt sie seinen Onkel kennen, der sie heiraten will. Obwohl sie ihn nicht liebt, willigt sie ein, ihrem Kind zuliebe. Aus dem einen Kind werden Zwillinge und drei ganze Jahre lang sind sie eine mehr oder weniger glückliche Familie, bis das Schicksal zuschlägt und ihr Sohn stirbt. Nun konzentriert sie sich voll auf ihre Tochter Cheska und bringt sie beim Film unter.

Was Greta nicht aus ihren eigenen Erinnerungen schöpfen kann, erfährt sie von David. David ist ihr in all den Jahren eine Stütze gewesen, sowohl in jungen Jahren wie auch während der Zeit ihrer Amnesie.

Das Buch umfasst zwei Zeitstränge, der erste beginnt in der Vergangenheit nach dem Krieg, der zweite in der Gegenwart, im Jahr 1985.
Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser von Gretas Leben und ganz intensiv auch von Cheskas, die teilweise ein ähnliches Schicksal finden wird wie ihre Mutter.

Viel passiert, viel Gutes, aber auch viel Negatives. Greta macht Fehler bei der Erziehung ihrer Tochter und diese entgleitet ihr irgendwann.
Es gibt Höhen und Tiefen und Momente, in denen man denkt, nun wird alles gut. Aber es ist ein weiter Weg, voller Ängste und Sorgen und voller Stolpersteine.
Die Story befindet sich in steter Bewegung, Langeweile oder Längen kommen so gut wie nicht vor.
Greta hätte ich liebend gern das ein oder andere geschüttelt, als es um ihre Tochter Cheska ging und um deren Karriere. Sie war mir sympathisch und sie tat mir leid, was sie alles zu verkraften hatte.
David war immer der Fels in der Brandung, den ich bewunderte. Selbstlos und ohne Bedenken, war er immer für Greta und ihre Tochter da, verzichtete auf eigenes Glück.

Nachdem die Autorin Lucinda Riley mit den Büchern "Das Oleanderhaus" und "Der Lavendelgarten" große Erfolge feierte, wurde neben "Das italienische Mädchen" nun auch dieses Buch aus ihrer Schaffensphase in den 90er Jahren neu verlegt. Zu Recht kann ich nur sagen, denn auch dieses zeigt dem Leser ihre fantastische Erzählkunst, die den Leser ans Buch fesselt.

Was mich jedoch bei dem Buch echt genervt hat, was das Wort "Schätzchen", das auch ab und an mal mit "Schatz" abwechselte. Das war so auffällig oft, dass es wirklich störend wirkte.

Aber davon abgesehen, ist es, wie alle Bücher der Autorin, ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 22.07.2015
Kuschelflosse, 2 Audio-CD
Müller, Nina

Kuschelflosse, 2 Audio-CD


ausgezeichnet

Die 4 Freunde Kuschelflosse, das Seebrillchen Sebi, Herr Kofferfisch und die Schwimmerdbeere Emmi leben in Fischhausen.
Als Kuschelflosse eines Tages seinen Freunden erzählt, was er im Radio gehört hat, nämlich dass es ein geheimes Zauber-Riff gibt, in dem eine uralte Zauberschildkröte wohnt, die jedem einen Wunsch erfüllt, wollen sie ihn natürlich alle begleiten. Kuschelflosse ist darüber sehr froh, denn allein hätte er sich sicherlich auch gar nicht getraut.
Nie im Leben hätten sie vermutet, was für Abenteuer sie auf ihrer Reise erleben und wem sie unterwegs so alles begegnen werden.

Außer auf dem Cover, wo die 4 Protagonisten bei einem ihrer Abenteuer abgebildet sind, findet man sie auch im Einleger zu den Hörbuch-CDs. Dort wurden sie noch einmal 1x dargestellt und ein klein wenig beschrieben.

Bezaubernde Fische, die sich auf eine Reise machen zu einem ganz ganz ganz ganz geheimen Riff.
Auch wenn man das Kinderbuch jetzt nicht mit seinen Zeichnungen vor Augen hat, kann man dank des Sprechers Ralf Schmitz die Atmosphäre sehr gut nachvollziehen.
Gekonnt verleiht er allen Figuren im Buch eine eigene Stimme, macht die passenden Geräusche dazu, lispelt, gluckst und spricht mit Sprachfehlern.
Einen sehr guten Eindruck kann man schon vom Hören des Trailers zum Buch bekommen.
Hintergrundgeräusche wie Wasserblasenblubbern, das Schlagen von Purzelbäumen und vieles andere machen das Hörbuch zu einem echten Erlebnis. Vervollkommnet werden diese mit dezenter Musik, die manchmal auch ein wenig ins Rockige abdriftet.

Die Story ist einfach und dem anvisierten Höralter von 4 bis 6 Jahren angepasst. Zur eigentlichen Geschichte möchte ich nicht zu viel erzählen, weil man an der Stelle schnell zu viel sagt und ich möchte niemandem die Spannung nehmen.

Obwohl ich dem Kinderalter schon ein paar Jahre entwachsen bin, habe ich mich von der Geschichte mitreißen lassen. Das ist mit großer Sicherheit ein Verdienst des Erzählers Ralf Schmitz. Was kann es besseres geben, als wenn man schon beim hören feststellt, wieviel Spaß ihm das Einlesen gemacht haben muss.

Eine wirklich zauberhafte Geschichte mit wunderbaren Protagonisten, die der Schauspieler und Comedian Ralf Schmitz perfekt in Szene gesetzt hat und ihnen seine Stimme gab.

Ein Hörbuch für die ganze Familie, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 20.07.2015
Gemüse
Grossmann, Andrea; Pabst, Johann; Kolm, Michael

Gemüse


ausgezeichnet

Drei Autoren haben sich zusammengetan, um ein Buch mit Gemüserezepten zu kreieren.

Das Buch ist unterteilt in mehrere Abschnitte, in denen jeweils ein Gemüse abgehandelt wird.
Wir finden von A - Z Gemüse wie Artischocken, Gurken, Kraut, Kürbis, Lauch, Pilze, Zwiebeln und viele viele andere.

Interessant und neu war für mich die Erkenntnis, dass Linsen ebenfalls zum Gemüse zählen. Ich wüsste jetzt adhoc nicht, zu was ich sie gezählt hätte, aber zum Gemüse ganz sicher nicht. Aber je länger ich darüber nachdenken, macht das Sinn.

Zu jedem vorgestellten Gemüse gibt es eine kurze Beschreibung, in der der Leser erfährt, wo das Gemüse ursprünglich beheimatet war, ob und welche Heilkräfte es hat und wie man damit umgehen sollte. Eine kleine Gemüsekunde sozusagen und interessant obendrein.
Natürlich fehlen auch die diversen Rezepte nicht, die sich aus dem Gemüse zaubern lassen.
Man findet viel althergebrachtes wie Kohlrabisuppe, Rhabarberkompott oder auch gefüllte Tomaten, aber auch viele neue Kreationen, die Lust darauf machen, sie nachzumachen.
Dort findet man beispielsweise "Crème brûlée vom Karfiol (Blumenkohl) mit Tempura-Mohn-Gemüse" oder "Kohlsprossen (Rosenkohl)-Gnocchi mit Gorgonzolarahmsauce" wie auch "Rahmdalken mit Hokkaidotopfen und Balsamicoerdbeeren". Solche Namen klingen in den Ohren, schon wenn man die Rezepte nur durchblättert und liest. Ich habe mir daraufhin die Rezepte genauer durchgelesen, um zu wissen, was sich dahinter verbirgt.

Beim ersten Durchsehen des Buches fanden wieder viele Post-it an den Seiten ihre Endstelle, denn ich habe mir jede Menge vorgemerkt, was ich im Laufe der Zeit noch nachkochen möchte.

Die Rezepte sind zum Großteil für 4 Personen ausgelegt. Unterteilt sind sie in die Zutatenliste und der Beschreibung der Zubereitung.
Leicht verständlich und sehr gut beschrieben sind sie ebenfalls.
Leider gibt es nicht zu jedem typisch österreichischem Begriff, wie z.B. Topfen, eine eingedeutschte Übersetzung. Nicht jeder weiß, dass sich dahinter Quark verbirgt.
An der Stelle hätte ich mir ein Register gewünscht, wo zusammengefasst die österreichischen Begriffe noch mal in deutsch übersetzt werden.

Zu vielen der Rezepte findet man Fotos, bei einigen darf man selbst kreativ tätig werden.
Alles, was ich ausgetestet habe, ging flott von der Hand, war vom Rezept her leicht verständlich und schmeckte zudem auch noch.

Die Rezepte sind bis auf wenige Ausnahmen durchgehend vegetarisch. Einige lassen sich selbst für die vegane Küche zubereiten.

Es macht nicht nur Spaß, die verschiedenen Rezepte nachzuarbeiten, sondern es ist ein Erlebnis, das ganze Buch durchzublättern.
Das Buch ist informativ und appetitanregend, was will man mehr.

Ich kann es in jeder Hinsicht nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 13.07.2015
Jaden - Kissing the Real Love
Arnold, Kajsa

Jaden - Kissing the Real Love


sehr gut

Jace, der Sohn von Jaden und Ava, liegt im Koma.
Jaden bemüht sich nach wie vor um Ava, die von ihm aber nichts mehr wissen will und sich nur noch um Jace kümmert.
Avas Schriftstellerei liegt ein wenig auf Eis, was ihr ihre Fans jedoch übel nehmen. Sie weiß nicht mehr aus noch ein.
Kann es unter diesen Umständen ein Happy-End für die beiden geben?...

Der finale Band der Jaden-Reihe liegt vor und es heißt Abschied nehmen von Jaden und Ava.
Natürlich geht es auch im letzten Teil nicht geradelinig zu, sondern die beiden müssen ein paar Umwege nehmen.
Dass auch dieser Teil gut ausgeht, ist eigentlich klar, interessant ist nur noch der Weg dahin. Dieser ist wieder gepflastert mit Missverständnissen und doch viel vorhandener Liebe, die sich nicht verleugnen lässt.
Im Vordergrund steht jedoch die Gesundung von Jace, denn ohne Jace wird es kein Familienglück geben.
Ava opfert sich hingebungsvoll auf, macht aber auch den Fehler, Jace für ein paar Tage zu verlassen.
Das würde in der Realität mit Sicherheit keine Mutter machen, auch wenn der Drang auszureißen noch so groß wäre.

Es ist wieder nur ein Kurzroman der Autorin geworden. Viel zu kurz, denn ich hätte gern weitergelesen.
Aber die Autorin versteht es, auch in ihre Kurzromane viel Liebe und Wärme zu verpacken, so dass es daran nicht fehlt.
Man fühlt mit den Protagonisten mit, fühlt und leidet mit ihnen, nimmt an ihrem Leben teil und doch ist man nur Beobachter.

Dieser Roman sollte nicht als Einzelband gelesen werden, dazu ist in den Vorgängern zu viel passiert und die Informationen fehlen. Die Reihe sollte in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden, so dass man sich langsam aber zielstrebig dem Ende nähern kann.

Es ist ein Roman voller Gefühle einer Liebe, die vor vielen Jahren begann und nun endlich ihre Erfüllung finden wird.

Bewertung vom 13.07.2015
The Million Man
Arnold, Kajsa

The Million Man


ausgezeichnet

Dixon Lynch hat den Job des Quaterbacks bei den Seattle Cougars bekommen und befindet sich gerade auf der Anreise, als er der attraktiven Queena Payton über den Weg läuft. Die Frau lässt ihn nicht kalt.
Kurze Zeit darauf trifft er sie wieder. Sie ist die Pressesprecherin der Cougars, was für eine Beziehung so gar nicht gut sein kann.
Queenas letzte Beziehungen waren immer Quaterbacks und sie will sich dieses mal nicht wieder in Verruf bringen. Sie lässt Dix abblitzen, aber der gibt nicht auf ...

Ich als großer Fan von Susan Elizabeth Phillips liebe ihre Chicago-Reihe, die ebenfalls im Football-Milieu spielt.
Umso neugieriger war ich natürlich, wie sich Kajsa Arnold mit dem Thema Football schlagen wird.

Dieser Band ist der Auftaktband einer neuen Reihe der Autorin Kajsa Arnold. Auch diese Reihe, zumindest der erste Teil, ist gespickt mit Liebe, die man als Leser gern mitverfolgt.
Missverständnisse, Vernunftgedanken und dann doch die Liebe tun ihr übriges, um nicht langweilig zu werden.

Wie immer ist auch dieses Buch der Autorin viel zu kurz. Ich hätte gern noch ein Weilchen mehr mit den Protagonisten verbracht, die mir beide sehr sympathisch sind. Sehr gern hätte ich noch ein wenig mehr von ihnen erfahren, wäre mehr in die Tiefe gegangen, aber es hat nicht sein sollen.
Trotzdem macht es Spaß, Queena und Dix in ihrem Liebeswirrwarr zu begleiten und des öfteren das Gefühl zu haben, die beiden schütteln zu wollen.
Natürlich hoffe ich nun auch auf ein Wiederlesen mit den beiden, obwohl dieser Band völlig selbständig gelesen werden kann und ein in sich geschlossenes Ende hat.

Ein sehr schönes Buch, bei dem man die Seele baumeln lassen kann und das viel zu schnell gelesen ist. Man rauscht durch die Seiten, weil man wissen will, wie es ausgeht, obwohl man es ahnt.

Ein Buch von Kajsa Arnold, wie immer empfehlenswert, wenn man kurze Unterhaltung sucht.

Bewertung vom 13.07.2015
Schwarzblende
Beck, Zoë

Schwarzblende


ausgezeichnet

Kameramann Niall ist eher mit kleineren Aufträgen beschäftigt, bei denen es mehr oder weniger um Landschaftsaufnahmen geht. Während er gerade einen künftigen Drehort inspiziert, laufen 2 Männer mit Macheten an ihm vorbei. Er hält diese für Attrappen, denn wer würde schon mitten in London mit Macheten durch die Gegend laufen? Neugierig geworden, geht er trotzdem hinter den beiden Männern hinterher und rechnet jeden Augenblick damit, dass noch mehr Menschen zusammenkommen, da er es für einen Treffen von Rollenspielern hält. In dem Moment, wo er den Rückweg antreten will, hört er Schreie und geht wieder zurück. Er sieht, wie die beiden mit ihren Macheten auf einen jungen Mann einschlagen.
Niall beginnt diesen Vorfall zu filmen und muss recht schnell erkennen, dass er einen äußerst brutalen Mord filmt. Die beiden Mörder freut es, dass er es aufnimmt und fordern ihn auf, es auf Youtube zu veröffentlichen.
Der Beginn eines Albtraums ...

Nachdem die Polizei endlich eingetroffen war, bekam Niall keine Gelegenheit dazu, ihnen zu sagen, dass er nicht zu den beiden Männern gehört, er wird genau wie sie in Gewahrsam genommen und übelst behandelt.

Nachdem sich geklärt hatte, dass er mit ihnen nichts zu tun hat, bekommt er vom Fernsehen das Angebot, eine Reportage über die beiden Männer zu machen, die behaupteten, ein Palästinenser und ein Türke zu sein. Er soll den Werdegang der beiden recherchieren, wie sie zu dem wurden, was sie waren, Mörder im Auftrag von Allah.
Nachdem Niall anfangs zögerte, den Auftrag zu übernehmen, da sein Vater an dem Auftrag mit involviert war, sagt er letztendlich doch zu und geht Dingen auf den Grund, die eine enorme Reichweite haben.

Die Autorin Zoë Beck hat ihren Roman wieder in London spielen lassen. Basierend auf ein Ereignis von vor 2 Jahren, wo zwei Islamisten auf offener Straße in London einen Soldaten töteten, hat sie dieses ebenfalls als Ausgangssituation angesetzt.

Für Niall ist es die Chance, aus dem Bereich der Landschaftsreportagen herauszutreten und sich einen Namen zu machen. Das Thema ist brisant und gefährlich. Er bekommt ein Team zur Seite gestellt, allen voran Beth und Laura, um Recherchen betreiben zu können und die Reportage voranzubringen.

Niall führt viele Interviews, mit den Familien des Opfers und auch der Mörder. Dank seiner eigenen guten Beziehungen auch in der Politik können sie einen allumfassenden Eindruck erhalten, wie es dazu kommen kann, dass Menschen sich von der Gesellschaft abwenden und ihre "eigenen" Wege gehen, Wege, bei denen sie angeheuert und regelrecht rekrutiert wurden. Ausbildungen in Trainingslagern und Gehirnwäsche tun ihr übriges, um aus ihnen gefährliche Waffen zu machen, die auch vor einem Selbstmordkommando nicht zurückschrecken.

Waffenlieferungen in islamische Länder tun ihr übriges und können eines Tages gegen sie selbst gewandt werden.
Die eine Seite sind die Islamisten, die im Namen Allahs alles und jeden töten wollen, die nicht ihrem Gott huldigen, auf der anderen Seite stehen Menschen, die daran verdienen und völlig skrupellos sind. Aber diese agieren im geheimen und verborgenen.

Bis Niall in der Lage ist, alle kausalen Zusammenhänge zu erfassen, muss er durch einen tiefen Sumpf waten und holt dabei Dinge aus der Versenkung, die ihn bis ins Innerste erschüttern.

Zoë Becks Roman ist kein Krimi und schon gar kein Roman, mit dem man sich unterhaltsam die Zeit totschlagen kann. Sie schreibt gesellschaftskritische und politische Romane, die beängstigend sind, da sie so real sind. All das passiert heute in dieser Welt und kann morgen in meiner Stadt passieren. Wann hört der Wahnsinn auf? Solange es noch jemanden gibt, der daran verdienen kann, wahrscheinlich nie.
Ein Buch, das wachrüttelt und nachdenklich macht.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.