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Kleeblatt
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Berlin
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Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Insgesamt 757 Bewertungen
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Evanovich, Janet Kuss mit lustig / Stephanie Plum Bd.14 EUR 8,99
  • Bewertung vom 30.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Stephanie hat wieder alle Hände voll zu tun. Sie arbeitet noch immer für ihren Cousin Vinnie und sucht NVGler (nicht vor Gericht erschienene Personen), die damit die Kautionsauflagen verletzt haben.
    Als sie Loretta dem Gericht vorführen will, bekommt sie von ihr auch mal eben den Sohn mit aufs Auge gedrückt, damit sie auf ihn aufpassen soll. Der Sohn, ein Teenager und Hobbysprayer, ist in der virtuellen Spielwelt kein Unbekannter und nennt sich Zook. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen mit dem Jungen, der auch nicht davor zurückschreckt, Bob, Morellis Hund, einzusprayen.
    Zumal sieht Zook auch noch aus wie Morelli, der in seiner Jugend nichts ausgelassen hat.
    Loretta wird vorüber festgesetzt, da niemand bereit ist, die Kaution für sie zu hinterlegen. Nicht mal ihr Bruder, ein Ex-Knacki, der gerade wieder entlassen wurde und angeblich etliche Millionen auf Eis zu liegen hat, will für sie gerade stehen.
    Und dann gibt es noch das Gerücht, dass in Morellis Haus die Millionen zu finden sein sollen...

    Das Wort Chaos passt zu Stephanie Plum wie die Faust aufs Auge. Eine Katastrophe zieht die nächste nach sich. Entspannung ist bei den Büchern nicht zu erwarten, da geht es rund und das Schlag auf Schlag.

    Ranger bittet sie, gemeinsam mit ihm den Personenschutz von Brenda, einer alternden Musiklegende, zu übernehmen. Sie wird von einem Stalker verfolgt, mit dem sie auch noch verwandt ist und der sie aufgrund von Visionen warnen will.
    Tank, ein knallharter Mitarbeiter von Ranger soll heiraten, zumindest ist Lula der Meinung, dass es Zeit ist, dass sie beide den Bund fürs Leben eingehen. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren und Stephanie wird mit eingebunden. Lula, Stephanies Freundin und Mitarbeiterin bei Vinnie sowie Ex-Prostituierte zieht aus dem Vollen und Tank kann ihr nichts entgegensetzen, er wird regelrecht überrollt.

    Die Suche nach den Millionen auf Morellis Grundstück tun ihr übriges, um es nicht langweilig werden zu lassen.

    Wer Stephanie Plum kennt, weiß, was ihn erwartet. Action bis zum Abwinken und davon kann man in diesem Band reichlich von mitnehmen.
    Skurrile neue Protagonisten mit den verschiedensten Macken und Eigenarten tummeln sich genauso wie die altbekannten, die man bereits in den diversen Bänden kennenlernen durfte. Da fehlen weder Morelli, der Stephanie gern heiraten würde, oder Ranger wie auch nicht die herrlich durchgeknallte, aber durchaus liebenswürde Grandma Mazur und der Rest von Stephanies Familie.
    Ich persönlich freue mich jedes mal auf ein Wiederlesen mit diesen Protagonisten. Ich mag den Schreibstil der Autorin, der leicht und locker ist, zum Schmunzeln anregt und einfach nur ein wenig schräg ist. Mich überrascht sie jedes Mal mit ihren Einfällen, die sie auf Stephanie prallen lässt. Ich kann nur hoffen, dass ihr diese nicht so schnell ausgehen.

    Stephanie Plum-Bücher kann man immer lesen, vorzugsweise in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind.
    Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung.
Bender, Petra Frösche küssen ist auch keine Lösung EUR 10,95
  • Bewertung vom 30.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Petra Bender weiß nach 4 Kindern endgültig, dass ihr Mann nicht derjenige ist, mit dem sie alt werden möchte, so dass sie beschließt, sich von ihm zu trennen.
    Sie ist gern Mutter und atmet ein wenig auf, als die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.
    Ihr neuer Partner ist verheiratet und gar nicht begeistert über die Tatsache, dass sie schwanger von ihm ist. Eine Abtreibung, wie er ihr sie anrät, lehnt sie ab, was alsbald die Folge hat, dass sie nunmehr mit 5 Kindern alleinerziehend ist.
    Sie liebt ihre Kinder, will aber nicht für den Rest des Lebens ohne Mann sein, also sucht sie diesen auf diversen Internetportalen und sucht sich Hilfe...

    Eine neue Konstante in ihrem Leben ist der wöchentliche Italienischkurs an der VHS. Sie lernt neue Leute kennen und kommt mit der Esoterik in Berührung.

    Die Erziehung von 5 Kindern und davon ein Baby lässt sie förmlich auf dem Zahnfleisch laufen. Zeit für sich selbst hat sie fast gar nicht mehr. Es zerreibt sie und doch muss sie funktionieren.
    Sie geht zu einer Psychologin, bei der sie Kraft schöpft und die Erkenntnis gewinnt, es hilft ihr, wenn jemand in der Lage ist, ihr einfach nur zuzuhören.

    Als sie beginnt, auf Internetportalen nach dem Mann des Lebens zu suchen, erlebt sie Pleiten, die den Außenstehenden teilweise ein Grinsen ins Gesicht treiben. Man kann kaum glauben, was ihr dort alles begegnet. Sie erkennt, dass 1,82 m in Wirklichkeit doch nicht so groß sind, dass es Typen gibt, die Deutsche Schlager hören, obwohl sie in ihrem Profil AC/-DC angegeben hat und erfährt interessante Details, was andere auf dem Klo treiben.
    Mir persönlich hat der Musiker mit den Windeln die Füße weggezogen.

    Aber sie holt sich auch Ratschläge von Hellsehern und Astrologen, die ihr, was unglaublich erscheint, tatsächlich Dinge erzählen, die sie nicht wissen konnten.

    Als Leser begleitet man Petra Bender bei ihrer Suche nach dem EINEN Mann. Sie testet vieles aus und erlebt Sachen, die nicht nur schlecht sind.
    Eine große Hilfe sind ihre Freunde, auf die sie zählen kann. Eine feste Gemeinschaft, sei es, um die Kinderversorgung zu gewährleisten oder einfach mal zum tratschen und zum Herz ausschütten.
    Einer ihrer Freunde ist Patrick, den sie beim Italienischkurs kennenlernte. Ihm gelingt es, in sie hineinzusehen und ihr Wahrheiten über sich selbst zu sagen, die sie erst schockieren, aber auch nachdenklich machen. Er ist ihr Freund und Berater zugleich, der sie durch all die Zeit hindurch begleitet.

    Auf ihrer Suche lernt sie, dass sie erst bei sich selbst ankommen muss, sich selbst akzeptieren und lieben muss, um andere in ihr Leben lassen zu können.

    Ein sehr unterhaltsames Buch auf der Suche nach dem Mann fürs Leben und dem Finden zu sich selbst.
    Ich empfehle es gern weiter.
  • Bewertung vom 30.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Emma Vonderwehr ist Radioreporterin und als diese momentan als Urlaubsvertretung bei Gerichtsverhandlungen unterwegs.
    Hilke, eine Obdachlose vom Alexanderplatz, wurde tot aufgefunden, der Mörder Paul, ebenfalls ein Obdachloser, recht schnell gefunden, zumal er geständig war. Bei der Verhandlung wird Emma auf Maren aufmerksam, ein Mädchen, das den Angeklagten kannte und die Verhandlung besuchte. Als sie kurz mit ihr ins Gespräch kam, meinte diese, Paul wäre zu dem Mord gar nicht fähig gewesen, auch weil er ständig betrunken war. Sein Geständnis hatte er zwischenzeitlich widerrufen.
    Emmas Spürsinn ist geweckt, sie recherchiert auf eigene Faust und versucht zu ermitteln, wer für den Mord verantwortlich ist. Dabei stößt sie auf die Tatsache, dass Edgar Blume, ihr Ex-Freund, der verantwortliche Ermittler seinerzeit für diesen Fall war. Sie spricht ihn darauf an, aber für ihn ist der Fall abgeschlossen...

    Emma Vonderwehr ist eine taffe Radioreporterin, der es nicht reicht, einfach nur über die Verhandlungen zu berichten, sondern sie sieht genau hin und hört genau zu. So wird sie auf Maren aufmerksam, die die Tote und auch Paul kannte und die die Meinung vertritt, dass mit der Überführung von Paul als Mörder irgendwas nicht stimmt. Auch hatte Hilke wohl in letzter Zeit vor ihrem Tod von viel Geld gesprochen. Und es ist nicht zu übersehen, dass sie selbst Angst hat, wovor oder vor wem, gibt sie nicht preis.
    Aber sie bringt Emma auf eine Spur, die sie emsig verfolgen wird.

    Parallel zu Emmas Recherchen macht sich Edgar Blume Gedanken über den Fall, für den er zwar die Verantwortung trug, die er selbst aber nur grob begleitet hat. Obwohl er Emma erzählt hat, dass er mit seiner Frau einen Neuanfang plant und mit ihr gemeinsam Urlaub in Italien machen will, lassen ihn die damaligen Ermittlungen nicht in Ruhe und trotz Urlaub beginnt er im nachhinein ebenfalls Unklarheiten zu erkennen und ihnen nachzugehen.

    Das ist nun schon der 3. Fall mit Emma Vonderwehr, einer Frau, die mir ausgesprochen sympathisch ist. Die Autorin entführt den Leser auf den Berliner Alexanderplatz, in das Milieu der Arbeits- und Obdachlosen. Sie zeichnet ein recht gut recherchiertes Bild vom Leben auf der Straße. Realitätsnah übermittelt sie ein Bild, das man als Unbeteiligter zwar am Rande sieht, über das man sich größtenteils keine Gedanken macht. Die Zustände, wie die Obdachlosen leben, machen betroffen und regen zum Nachdenken an.
    Ebenso übermittelt sie aber auch, dass es Hilfe für diese Menschen gibt, die Streetworker, die sich ihrer annehmen, ihnen Essen geben und auf deren Hilfe die Betroffenen zählen können.
    Ich bin selbst schon sehr oft über den Alexanderplatz gelaufen, aber beim nächsten Gang werde ich ihn wohl aus einer anderen Perspektive betrachten.

    Die Ermittlungen sowohl von Emma wie auch von Edgar laufen parallel und bringen unglaubliches zutage. Auch wenn man als Leser bald einen Verdacht hat und sich dieser auch letztendlich bestätigt, wird das Buch zu keiner Zeit langweilig oder langatmig. Man wird stetig vorwärts getrieben, ist neugierig, wie sich alles auflösen wird und wie es zusammenhängt.

    Dieser Krimi könnte auch als Einzelband gelesen werden, denn er ist in sich abgeschlossen. Wer jedoch auch gern auf das Insiderwissen der Beziehung zwischen Emma Vonderwehr und Edgar Blume zurückgreifen möchte, sollte die Reihe von Beginn an lesen, es lohnt sich.
    Für mich ist es Krimi, an dem man nicht vorbeikommt, wenn man selbst Berliner ist. Mir wurde ein Stück Berlin gezeigt, das ich so noch nie bewusst in mich aufgenommen habe.

    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und nicht nur Berlinern.
Hauptmann, Gaby Zeig mir, was Liebe ist EUR 9,99
  • Bewertung vom 24.06.2015
  •  
    sehr gut
  • Leska und Valentin sind jung, beide 23 Jahre alt. Sie lernen sich bei einer Oldie-Ralley kennen, bei der Valentins Vater in seinem Ferrari mitfahren will.
    Es kommt jedoch ganz anders, da er durch eine Lebensmittelvergiftung unfreiwillig dazu gezwungen wird, davon Abstand zu halten. Valentin springt ein und nimmt Leska gleich als Co-Pilotin mit.
    Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein, Valentin aus begütertem Haus und Leska aus ärmlichen Verhältnissen.
    Nach der Probefahrt setzt man ihnen einen Floh ins Ohr, doch kurz nach Venedig mit dem Oldie zu fahren, was sie auch in die Tat umsetzen wollen.
    Aber der Ausflug nach Italien wird für die beiden zu einem Abenteuer, denn es sieht so aus, als würden sie verfolgt werden. Jemand scheint es auf das 10 Mio. € dotierte Auto abgesehen zu haben ...

    Aus einem angedachten gemütlichen Ausflug nach Venedig wird ein regelrechter Albtraum der beiden. Recht bald müssen sie erkennen, dass es jemand auf den Ferrari, der 10 Mio. € wert sein soll, abgesehen hat. Dabei scheint es egal zu sein, wer dabei auf der Strecke bleibt.

    Gaby Hauptmann wirft den Leser regelrecht in die Geschichte hinein. Man ist urplötzlich mittendrin, Erklärungen folgen später.
    Sie baut Spannung auf und steigert diese kontinuierlich bis zum Ende.
    Es ist eine Liebesgeschichte, die gleichzeitig kriminelle Akzente aufzeigt und Roadmoviecharakter hat.

    Die beiden Protagonisten Leska und Valentin waren mir von Beginn an sympathisch, so dass ich sie beide auch gern auf ihrer Reise begleitet habe. Neben einigen anderen Protagonisten möchte ich Gianna noch gesondert hervorheben, die ebenfalls eine tragende Rolle im Geschehen eingenommen hat.

    Der Autorin gelingt es mühelos, den Leser mit auf die Reise zu nehmen. Stellenweise hat man das Gefühl, man befinde sich ebenfalls an Bord und würde die Landschaft mit eigenen Augen erleben. Italien ist immer eine Reise wert und dank Gaby Hauptmann hat mich die Lust gepackt, das Land doch mal wieder selbst zu bereisen.

    Der Schreibstil der Autorin ist packend und mitreißend, man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Durch die fehlenden Kapitel möchte man das auch gar nicht, denn so kommt das Gefühl eines abgrenzendes Abschnittes gar nicht erst auf.

    Es ist schon einige Jahre her, als ich das letzte Mal ein Buch von Gaby Hauptmann gelesen habe. Nach der Lektüre frage ich mich, warum ich solange gewartet habe. Sie schreibt flüssig und leicht, ohne große Schnörkel. Man kann sich locker auf die Geschichte einlassen und sie genießen.
    Dieses Buch ist ein regelrechtes Sommerbuch, macht Lust auf Italien und aufs Verreisen (natürlich sollte man nicht mit einem wertvollen Ferrari unterwegs sein).

    Ein Pfötchen ziehe ich jedoch in der Bewertung ab, da ich einen der "Drahtzieher" schon ziemlich zeitig in Verdacht hatte, der sich dann auch bestätigte.

    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
  • Bewertung vom 24.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Im vergangenen Jahr kam das Buch "Der Sommer der Blaubeeren" raus und hatte großen Erfolg.
    Nun rief der Verlag auf, doch eigene kulinarische Rezepte mit Blaubeeren einzureichen.
    Es gab sehr viele Rezepte, die eingereicht wurden, so dass die Auswahl doch recht schwer fiel.

    Mit diesem Buch hat man nun das Ergebnis in den Händen.

    Nach einleitenden Worten und wissenswertem über die kleine blaue Frucht geht es auch schon nahtlos über zu den Rezepten. Es ist alles zu finden, Kuchen, Dessert, Getränke, Eis, Chutney und natürlich auch Pfannkuchen und Marmelade nicht zu vergessen.

    Der Großteil der Rezepte ist mit ausgesprochen lecker aussehenden Fotos untermalt. Die Lust auf Blaubeeren bekommt man garantiert schon beim Durchblättern. Ich hatte nach dem 1. durchsehen gleich mehrere Merkzettel angeheftet für die Sachen, die ich gedenke nachzumachen.

    Einiges habe ich bisher erfolgreich ausgetestet und muss sagen, dass bis jetzt alles lecker war.
    Die Rezepte sind einfach nachzuarbeiten. Unterteilt sind sie in die Aufstellung der Zutaten und der Herstellungsbeschreibung. Einige Rezepte wurden auch noch mit einem Tipp ergänzt.

    Sehr gut gefällt mir die optische Darstellung der Überschriften, die ebenfalls in Blaubeerfarbe gedruckt ist. Natürlich steht auch bei jedem Rezept, wessen Lieblingsrezept es ist.

    Die gesamte Ausgabe des Buches wirkt sehr schön. Es ist ein rundum gelungenes Buch, das aus meiner Küche nicht mehr verschwinden wird, denn für Blaubeerliebhaber wie mich ist es genau richtig.

    Eine Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Salchow, Nancy Kirschblütentage EUR 8,99
  • Bewertung vom 15.06.2015
  •  
    sehr gut
  • Sie sind eine Familie, Vincent und Jasmin, deren Kinder Kea und Philipp und Vincents Mutter. Jasmin hat sich ihre Familie zum Ziel erklärt, hat ihre eigenen Interessen aufgegeben, um ganz Hausfrau und Mutter zu sein. Vincent will es auch gar nicht anders, denn er ist der Mann im Haus und geht arbeiten. Trotzdem er seine Frau liebt, sucht er sich Ruhe bei einer anderen Frau.
    Emilia, die Großmutter lebt bei ihren Lieben, hat aber leider nicht mehr lange zu leben.
    Sie liebt ihre Familie, kann aber nur hilflos zusehen, wie sie langsam auseinander geht. Bevor sie aber für immer gehen muss, hat sie sich ein Ziel gesetzt - sie verteilt in der Wohnung Dinge, die Erinnerungen sind. Sei es ein Teelichthalter, ein Buch oder ein Brief, alle diese Dinge sind Zeichen einer glücklichen Familie mit Erinnerungen, die ihnen zeigen sollen, wie innig sie einmal miteinander verbunden waren.
    Alle diese Zeichen werden erst nach dem Tod der Großmutter gefunden, die Frage ist nur, werden sie ihren Zweck erfüllen? ...

    Emilia, die Großmutter, ist das Herz der Familie, die Kinder können immer mit allen Sorgen und Nöten zu ihr gehen, selbst für Vincent und ihre Schwiegermutter Jasmin ist sie der ruhende Pol im Haus.
    Nach ihrem Tod sind alle wie gelähmt, besonders Vincent, der schon Jahre vorher seinen Bruder betrauern musste.

    Einen weiteren Verlust muss Jasmin hinnehmen, als sie erfährt dass ihr Vincent eine Geliebte hat. Für sie bricht eine Welt zusammen. Die beiden verband eine Ausnahmsliebe, die so stark war, dass sie nie zu zerbrechen schien.
    Aber der Alltag und die Gewohnheit hat sie aufgerieben.
    Vincent, der eigentlich immer nur arbeitete, war zu Hause weder für die Kinder noch für seine Frau ein Ansprechpartner. Wie oft mussten die drei allein essen, weil er noch arbeitete.
    Die berechtigten Vorwürfe seiner Frau, dass er nie da war, taten ihr übriges.
    Sie haben einfach vergessen, wer sie einmal waren, sie beide gegen den Rest der Welt. Lange ist es her.
    Vincent muss ausziehen und obwohl sie sich noch immer lieben, gelingt es ihnen nicht, vernünftig miteinander zu reden. Zuviel ist kaputtgegangen und zu groß waren die Verletzungen.

    Ab und an taucht eines der Dinge auf, die durch Emilia noch zu Lebzeiten wohlüberlegt platziert wurden, besser gesagt, wurden die Dinge wahrgenommen. Erinnerungen an glückliche Zeiten und an gemeinsame Erlebnisse kommen auf und lassen die Protagonisten sich fragen und erkennen, wie konnten sie zu dem werden, was sie sind? An welcher Stelle des gemeinsamen Weges sind sie abgebogen?

    An schöne Erlebnisse wird sich wieder erinnert, aber auch an schmerzhafte, wie an den Tod des Bruders. Der Leser ist immer mitten dabei und nimmt teil an diesen Erinnerungen.
    Aber es wird sich nicht nur an die Vergangenheit erinnert, auch die Gegenwart birgt noch das ein oder andere Problem, das bewältigt werden muss. Liebeskummer ist genauso vertreten wie das geheime Voranschreiten einer Youtube-Karriere. Und es kann vorkommen, dass man von einem Teil der Vergangenheit eingeholt wird.

    Es ist ein berührender Roman, der deutlich macht, dass man immer um seine Familie kämpfen muss, man nie nachlassen darf, um das zu kämpfen, was man liebt. Der Preis beim Versagen ist einfach zu hoch, um alles einfach nur laufen zu lassen. Jeder muss seinen Teil dazu tun, um es funktionieren zu lassen.

    Das Buch ist unterteilt in 13 Kapitel, die noch jeweils unterteilt wurden. Als Überschrift wurde der jeweilige Protagonist benannt, um den es in den jeweiligen Abschnitten geht. So hat der Leser die Möglichkeit, die Familie aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und auch zu verstehen.

    Die Protagonisten sind ganz normale Menschen, die man selbst auch im Bekanntenkreis haben könnte. Die Sorgen und Nöte, die sie haben, sind keine Einzelfälle, so dass man sich in die Situationen sehr gut hineinversetzen kann.

    Es ist die Geschichte einer Familie, die vergessen hat, eine Familie zu sein.
Evanovich, Janet Ein echter Schatz / Stephanie Plum Bd.13 EUR 8,99
  • Bewertung vom 15.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Es gibt nicht viel im Leben von Stephanie Plum, das sie bereut, aber eines gehört auf alle Fälle dazu, die kurze Ehe mit Dickie Orr. Sie ist froh, wenn sie nichts von ihm sieht oder hört, denn bisher endete jedes Treffen sehr laut.
    Nun aber hat Ranger Stephanie gebeten, bei Dickie im Büro eine Wanze zu verstecken und da sie ihm schlecht etwas abschlagen kann, lässt sie sich darauf ein. Natürlich endet diese Begegnung mit Dickie auch dieses mal nicht ohne Handgreiflichkeiten und Beschimpfungen, was soweit ja in Ordnung wäre, wenn nicht Dickie am nächsten Tag mitsamt 40 Mio. Dollar wie vom Erdboden verschluckt wäre.
    Da viele die Auseinandersetzung der Ex-Eheleute mitbekommen haben, dauert es auch nicht lange, bis Stephanie zur Hauptverdächtigen erkoren wird.
    Nun ist guter Rat teuer. Sie findet Unterschlupf bei Ranger, der sie beschützen soll, aber Stephanie berührt das nicht wirklich, denn sie geht weiter ihrer Arbeit als Kopfgeldjägerin nach und macht sich letztendlich selbst auf die Suche nach Dickie...

    Der inzwischen 13. Teil der Reihe um Stephanie Plum ist immer noch schön zu lesen, ohne ein Abklatsch eines der Vorbände zu sein. Stephanie, deren Name eigentlich Chaos heißen müsste, mischt noch immer überall mit.
    Nicht nur, dass sie ihren Ex-Ehemann suchen muss, um die Polizei von ihrer Unschuld an seinem Verschwinden überzeugen zu können, hat sie es auch noch mit einem durchgeknallten NVG-ler (Nicht vor Gericht erschienene Person) zu tun, der Tierpräparator ist. Seine Präparationen sind gern mal mit Bomben belegt, die unkontrolliert explodieren, sehr zum Leidwesen von Stephanie.
    Zusätzlich hat sie auch noch Joyce Barnhardt auf der Pelle, die sie verfolgt, in der Hoffnung, durch Stephanie Dickie zu finden.

    Es geht wie gewohnt in der Reihe drunter und drüber und mit Situationskomik wird nicht gespart.
    Die recht eigenwilligen Protagonisten des Buches, neben Stephanie selbst ganz vorn ihre Familie, sind einfach nur herzerfrischend. Oma Mazur ist für mich das absolute Favorit in der Familie und immer für einen Lacher gut. Geht sie doch zu gern zu den Aufbahrungen von Toten, um hinterher darüber zu lästern und hilft auch gern ihrer Enkeltochter bei der Verbrecherjagd.

    Genauso gern erfreue ich mich immer über Lulu, einer ehemaligen Nutte, die Stephanie bei ihren NVG-lern hilft, wobei helfen an der Stelle nicht wirklich das richtige Wort ist, manches Mal macht sie nur einfach das Chaos komplett.

    Auch dieser Roman zeigt dem Leser wieder eine Stephanie Plum, wie wir sie kennen. Hin- und hergerissen von der Anziehungskraft zweier Männer, Morelli, ihrem Freund und Polizisten, und Ranger, ebenfalls ein Kopfgeldjäger, aber Klassen über Stephanie, hat sie schon so ihre Probleme, Morelli gegenüber loyal zu sein. Zu groß ist das Sexappeal von Ranger. Morelli möchte Stephanie gern hinter Kochtopf und Kinderstube verbannen, aber dazu ist sie zu freiheitsliebend, so dass sie sich noch immer nicht festlegt.

    Stephanie bei ihrer Tätigkeit als Kopfgeldjägerin zu beobachten, zaubert dem Leser ein Grinsen ins Gesicht. Gutgläubig, wie sie ist, wird sie nicht nur einmal von den NVG-lern ausgetrickst und das zur Freude des Lesers.,

    Für mich ist Stephanie Kult und ich habe sie ins Herz geschlossen mitsamt ihrer eigentümlichen Familie, ihren Freunden, Morelli und Ranger. Diese Frau muss man einfach mögen.
    Ich bin auf die kommenden Abenteuer mit ihr gespannt, denn bis jetzt hat sie mich noch nicht einmal enttäuscht.
    In meinen Augen ein sehr empfehlenswertes Buch.
Hohlfeld, Kerstin Kirschblütenfrühling EUR 9,99
  • Bewertung vom 13.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Rosa ist mit ihrer Arbeit in der Schneiderei von Margret glücklich und auch privat mit Basti läuft alles super. Ihre Zwillingsschwester Lila will demnächst heiraten, wofür sie das Brautkleid entworfen hat und es auch nähen wird.
    Alles scheint perfekt zu sein bis zu dem Tag, an dem Margret stürzt, ins Krankenhaus muss und anschließend zur Reha geht. Die Verantwortung derweil liegt in den Armen von Rosa.
    Rosa hat ein großes Herz und so kommt es, dass sie sich nicht nur um die Schneiderei kümmert, sondern recht bald auch um ein junges Mädchen, das sich "Koma" nennt. Das Gesicht voller Piercings sieht sie eher wie ein Punker aus, die sich mit ein paar Typen vor Rosas Lieblingsrestaurant, dem Schraders, rumtreibt.
    Als Koma dann eines Tages zusammengeschlagen in ihrer Werkstatt landet, sorgt sie gemeinsam mit ihrem Freund Basti dafür, dass diese ins Krankenhaus kommt und nimmt sie im Anschluss auch mit zu sich nach Hause.
    Rosa besorgt ihr eine Arbeit, als Aushilfskraft im Schraders, worüber Koma sehr froh ist. Aber von einem auf den anderen Tag verschwindet Koma und mit ihr die Tageseinnahmen des Restaurants.
    Die Suche nach Koma beginnt und Rosa fragt sich immer wieder, ob sie mit ihrer Menschenkenntnis nicht doch völlig falsch gelegen hat...

    Der 4. und letzte Teil der Rosa Redlich-Reihe.
    Es heißt Abschied nehmen von einer sympathischen Rosa, einer Frau, die mir eine Freundin geworden ist und deren Leben ich eine Weile begleiten durfte.
    Rosa, die ein großes Herz hat, anderen hilft, ohne groß nachzudenken und die auch Fehler verzeihen kann.

    Mit diesem Band kann sie ein letztes Mal zeigen und beweisen, dass man mit ihr eine Freundin fürs Leben hat.
    Ohne zu zögern nimmt sie ein junges Mädchen, das sich offensichtlich in schlechter Gesellschaft befindet, zu sich nach Hause und betuddelt sie. Sie und Basti sind auch die Einzigen, die nicht glauben, dass sich Koma mit den Tageseinnahmen des Schraders aus dem Staub gemacht hat. Die Frage ist nur, wo ist sie geblieben und genau das versucht Rosa rauszufinden.

    Ihre Chefin Margret hat nach der Kur beschlossen, noch ein wenig länger in Bayern zu bleiben, da sie dort einen Mann kennenlernte, der ihr nicht gleichgültig ist. Rosa und Jola, ihre Mitarbeiterin, freuten sich schon auf die Wiederkehr ihrer Chefin, managen den Laden aber auch ohne sie ohne Probleme. Bis sie eines Morgens feststellen müssen, dass jemand nachts ihre Werkstatt heimgesucht hatte.

    Wieder einmal hat die Autorin Kerstin Hohlfeld ihre Protagonistin Rosa Redlich agieren lassen. Rosa muss man einfach ins Herz schließen, man kann gar nicht anders, ob man will oder nicht. Sie ist loyal mit einem Mutter Theresa Komplex, aber so lieben wir sie auch.
    Sie ist hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Aber sie wird merken, dass das Sprichwort "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus", sich auch bewahrheitet. Denn auch sie wird merken, was Nachbarschaftshilfe ist und froh darüber sein.

    Mit dem Abschied von Rosa heißt es auch Abschied nehmen von all den anderen Protagonisten, die man im Laufe der Zeit lieb gewonnen hat. Margret, Jola, Lila, Basti, die beiden Eigentümer vom Schraders und viele andere, man hat sie alle eine Weile begleiten dürfen und muss sie nun ziehen lassen. Schön fände ich, wenn mal die ein oder andere Person kurz in eines der folgenden Bücher der Autorin vorbeischauen würde.

    Sehr gut gefallen haben mir auch die Ausflüge ins Berliner Umland. So erhielt ich gemeinsam mit den Protagonisten Einblick auf künftige Ausflugsziele, die mir bis dato nicht bekannt waren.
    Ein persönliches Highlight hatte ich auch noch beim Lesen der Danksagung, denn dort wurde mir persönlich gedankt. Da kommen Erinnerungen an einen Besuch bei Schraders hoch :-)

    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sie nach Möglichkeit komplett lesen, denn ansonsten fehlen doch die ein oder andere Information oder der Hintergrund.
Bomann, Corina Ein zauberhafter Sommer EUR 14,00
  • Bewertung vom 09.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Wiebke, 23 Jahre jung, steht eines Tages vor der Tür ihrer Tante und sucht eine Unterkunft. Trotzdem die beiden sich schon Jahre nicht mehr gesehen haben, nimmt Larissa, die Tante, sie auf.
    Wiebke hat gerade erst ihre Prüfung in den Sand gesetzt und ihren Freund beim Fremdgehen erwischt. Zuhause erwartet sie kein Verständnis von ihrer Mutter, so dass sie sich als letzte Option ihre Tante Larissa ausgesucht hatte und aufs Geradewohl vor ihrer Tür stand.
    Larissa, die mit Wiebkes Mutter seit 12 Jahren kein Wort mehr gewechselt hatte, nimmt ihre Nichte bei sich auf.
    Sie lebt auf dem Land, in der Nähe der Müritz und hält sich mit dem Bemalen von Brautschuhen über Wasser und bewirtschaftet zudem ein riesiges Brombeerfeld, welches sie hegt und pflegt.
    Die beiden Frauen, die jeweils schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben, müssen sich wieder neu kennenlernen, zu lange haben sie sich weder geschrieben noch gesehen. Schuld ist der Streit der Schwestern, wobei Wiebke jedoch keine Ahnung hat, wobei es darum geht.

    Wiebke, die aus Berlin kommt, strandet auf dem Dorf, kann das gutgehen?...

    Für mich ist es das zweite Buch, das ich von der Autorin Corina Bomann gelesen habe und ich muss sagen, es ist eine Autorin mit Suchtpotenzial.
    Sie entführt den Leser nach Mecklenburg-Vorpommern, in die wunderschöne Gegend der Müritz. Wer schon einmal dort war, kann beim lesen feststellen, wie liebevoll sie diese Gegend beschrieben und wiedergegeben hat.

    Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, prallen hier aufeinander. Larissa, die vor 12 Jahren ein sie aufwühlendes Verhältnis mit einem Mann hatte, das sie auch Jahre später von Männern Abstand halten lässt, erkannte viel zu spät, wie ihre Beziehung geartet war. Noch mehr hatte sie jedoch der "Verrat" ihrer Schwester verletzt, so dass sie seinerzeit nicht nur den Mann, sondern auch die Schwester verloren hatte.
    Wiebke erkennt bezeiten, wie ihr Verhältnis zu ihrem Freund ist und zieht rechtzeitig die Notbremse. Aber es ist niemand da, dem sie sich anvertrauen kann - ihre Freundin macht gerade Pärchenurlaub und ihrer Mutter hat sie nicht einmal erzählt, dass sie Schluss gemacht hat - bleibt nur, zur Tante an die Müritz zu fahren.

    Jede der beiden Frauen möchte gern der jeweils anderen helfen, nur ist keine der beiden bereit, ihre eigenen Probleme zu offenbaren. So entstehen Missverständnisse und es dauert ein Weilchen, bis sie einander so vertrauen, dass auch längst vergrabenes offenbart werden kann.

    Durch den Einzug von Wiebke bei Larissa bekommt deren Leben einen neuen Sinn. Das Leben ist plötzlich unvorhersehbar und bringt erfrischende Neuigkeiten und Begebenheiten.
    Natürlich kommt nun auch der ein oder andere neue Mann ins Spiel, aber was soll man machen, wenn die Zeit der Liebe endlich reif ist.

    Ein zauberhafter Roman um Liebe, Verrat, Freundschaft und Vergeben.

    Interessant und für mich völlig neu fand ich die Idee, Hochzeitsschuhe zu bemalen. Aber das gibt es tatsächlich, was mich wirklich überrascht hat.
    Larissa, die früher Porzellanmalerin gewesen ist, hat ihre Fertigkeiten dazu genutzt, als zweites Standbein neben ihren Brombeeren, Hochzeitsschuhe zu bemalen.
    Larissa, die ein großes Herz hat, das sie bislang in ihre Findelkinder investiert hat, ist eine ausgesprochen sympathische Protagonistin, die ich sehr schnell ins Herz geschlossen habe.
    Sie hat in all den Jahren nie aufgegeben, immer versucht, vorwärts zu kommen, auch wenn es nicht immer leicht war. Sie hat ein heruntergekommenes Gehöft gekauft und das wieder aufgebaut, zudem hat sie heimatlosen Tieren ein Zuhause gegeben. Eine Frau, die man einfach lieben muss.

    Ich habe mit Larissa und Wiebke gelebt, gelitten,geliebt und natürlich gehofft auf ein gutes Ende.
    Leider stehen uns nur 5 Pfötchen zur Verfügung, denn in diesem Fall hätte ich gern ein weiteres vergeben wollen.

    Eine wunderbare Lektüre, ein herrliches Buch, geschrieben von einer Autorin, von der man einfach mehr lesen möchte.
Zinßmeister, Deana Der Pestreiter EUR 9,99
  • Bewertung vom 05.06.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Susanna ist bei Urs' Familie geblieben. Sie hilft, wo sie kann und wird von Urs' Mutter schon als ihre künftige Schwiegertochter angesehen.
    Nichts wäre Susanna lieber, als Urs zu heiraten, aber er erklärt sich ihr nicht, ganz im Gegenteil, nachdem sie ihm ihre Liebe gestanden hat, zieht er sich zurück.
    Urs größter Wunsch ist noch immer, Heiler zu werden und er würde gern in die Lehre von seinem Onkel gehen, wenn nicht das Verbot seines Vaters dagegen stehen würde, der gern möchte, dass sein Sohn wie der Vater Soldat wird. Urs möchte gemeinsam mit seinem Onkel das Heilmittel gegen die immer wiederkehrende Pest finden.
    Susanna, die ihre Liebe nicht erwidert sieht, sucht sich eine eigene Wohnung, um Urs nicht mehr sehen zu müssen und bringt sich damit in Gefahr.

    Karl Kaspar von der Leyen, Kurfürst und Erzbischof von Trier geht seine eigenen, nicht ganz legalen Wege, um der Pest Herr zu werden. Er bestimmt einen Pestreiter, der veranlassen soll, die Kranken von ihren Familien zu isolieren, damit die Gefahr der Ansteckung vermindert wird. Er hat sich zum Ziel gemacht, Trier wieder zu einer Stadt zu machen, in der es sich lohnt zu leben, Geschäfte zu betreiben und sich niederzulassen. Der Krieg hatte seinerzeit viele Opfer gefordert, die nunmehr fehlen.

    Der Autorin Deana Zinßmeister ist es wieder gelungen, mich mit ihrer Geschichte in längst vergangene Zeiten zu entführen.
    Geheimnisvolle Briefe und Treffen, die verschwiegen werden müssen, machen den Leser neugierig. Da anfangs keine Namen genannt wurden, wer sich mit wem getroffen hatte, blieb die Neugierde eine ganze Weile erhalten. Da wurde ein Pestreiter ernannt, die Heimholung einer Reliquie in Auftrag gegeben und eine Art Krankenstation für Pestkranke geschaffen.
    Die verschiedenen Handlungsstränge halten das Geschehen in Bewegung, so dass es keine Längen im Buch gibt und man als Leser immer weiter vorwärts getrieben wird.

    In einem weiteren Handlungsstrang geht es um Susanna, die bei Urs' Familie, den Blatters, ausgezogen ist und sich eine eigene Wohnung gesucht hatte. Aber sie ist allein, leichtgläubig und zu vertrauensselig, so dass es nicht lange dauert, bis sich Neider finden, die ihr ihre Schatzkarte entwenden wollen. Sie vertraute den falschen Männern und bringt sich in Gefahr, das soweit geht, dass sie um ihr Leben rennen muss.

    Diese Episode ist bereits vorab im Prolog beschrieben, so dass der Leser gleich ins Geschehen geworfen wird und nun wissen will, wie es zu dieser Situation kam.
    Langsam baut sich die Geschichte auf, nachdem anfangs gerätselt werden musste, wer nun mit welcher Aufgabe beauftragt wurde und wer der Auftraggeber war.
    Ein historischer Roman, der es in sich hat. Er spiegelt eine Zeit wieder, die wir uns nicht mehr vorstellen können und möchten.
    Die Zeit nach einem Krieg, Entbehrungen und Krankheiten, ganz vorn dabei die Pest, eine der Geiseln des Mittelalters. Die Suche nach Lösungen und Heilmittel beherrschte diese Zeit, die die Autorin glaubhaft wiedergegeben hat.
    Während ich ihre Beschreibungen der Stadt Trier gelesen habe, fühlte ich mich regelrecht vor Ort versetzt, hatte die üblen die Gerüche in der Nase und hatte fast das Gefühl, ich könnte das alles vor meinem inneren Auge sehen.

    Das ist nun der 2. Teil der Pesttrilogie. Man kann ihn als Einzelband lesen, hat aber bedeutend mehr davon, wenn man "Das Pestzeichen" vorher gelesen hat. Man ist mit den meisten Protagonisten vertraut und spürt, wie diese sich weiterentwickelt haben.

    Die Autorin legt mit diesem 2. Teil wieder ein Buch vor, das nicht nur spannend geschrieben ist, sondern, das auch noch ein wenig deutscher Geschichte vermittelt.
    Ich für meinen Teil habe die Protagonisten gern auf ihren diversen Wegen begleitet, mit ihnen gehofft und gebangt.
    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle
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