Benutzername: Kleeblatt
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Bewertungen

Insgesamt 997 Bewertungen
Bewertung vom 22.06.2017
Landliebe, 5 Audio-CDs
Lukas, Jana

Landliebe, 5 Audio-CDs


ausgezeichnet

Ellie ist arbeitslos und hat obendrauf Schulden in Höhe von 10.000 €, die sie nicht hat. Als ihr ihre Freundin anbietet, an der TV-Show "Landliebe" teilzunehmen, wo sie genau das benötigte Geld gewinnen könnte, glaubt sie nicht recht zu hören. Sie kann nicht glauben, dass ihr die Freundin solch eine Teilnahme zutraut und kann noch weniger glauben, dass sie sich darauf einlässt. Aber ihre Geldnot ist einfach zu groß. Zu allem Unglück soll sie dort auch noch das Großstadtdummchen spielen und in einen Dirndl gezwängt werden.
Auf was hat sie sich da nur wieder eingelassen, aber wenn die Not am größten ist, frisst der Teufel Fliegen.

Der Drehort für die TV-Sendung "Landliebe" ist ein Weingut an der Mosel, das von Tom, dem Winzer, und seinem Bruder betrieben wird. Die Weine, die sie herstellen, wurden schon oft mit Auszeichnungen versehen. Aber sie stehen fast vor dem Ende, brauchen Geld, um ihre Weine weiterhin keltern zu können. Ohne dass Tom Kenntnis davon hat, wird er von seinem Bruder Eric für die Fernsehshow angemeldet. Er soll der Winzer sein, der auf diesem Wege eine Frau sucht. Auch er kann es nicht fassen, dass er sich letztendlich für Geld dazu bereiterklärt, an diesem "Theater" mitzuwirken.

Zu allem Übel soll er sich auch noch mit einer Großstadttussi abgeben, die sich stark schminkt, auf High Heels herumstakt, Dirndl trägt und durch diese TV-Show einen Mann sucht. Zeitverschwendung, Zeit, die er gerade jetzt, so kurz vor der Weinlese nicht hat. Aber des Geldes wegen macht er gute Miene zu bösen Spiel.

Die Autorin Jana Lukas hat hier zwei Protagonisten aufeinanderprallen lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine aufgeweckte, lebenslustige Großstädterin trifft auf maulfaulen Winzer in einem kleinen Kaff.
Beiden widerstrebt es, an dieser Show teilzunehmen, aber beide sind unverschuldet finanziell in Not geraten und lassen sich deshalb darauf ein. Die Vorurteile dem anderen gegenüber sind gefasst und werden deutlich gemacht.
Und doch gibt es Momente, wo sie hinter die Fassade des anderen schauen und etwas sehen, was sie nicht erwartet haben, nämlich einen Menschen, den sie gern haben könnten.
Aber die Unterschiede sind zu groß, als dass aus ihnen ernsthaft etwas werden könnte.

Die Autorin gestattet den Lesern, einmal hinter die Fassade von einschlägig inszenierten Fernsehsendungen zu schauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich viele Sendungen im Hintergrund genauso abspielen. Jana Lukas hat mit ihrer Sichtweise der Dinge sicherlich nicht übertrieben oder es überspitzt dargestellt. Für mich kamen die einzelnen Szenen so glaubhaft rüber, dass ich das Gefühl hatte, sie hätte schon einmal so ein Format im Fernsehen hinter der Kulisse begleitet und es nur noch zu Papier gebracht.

Dieses Buch habe ich als Hörbuch erleben dürfen. Eingelesen wurde es durch die Schauspielerin und Synchron-Sprecherin Diana Amft. Es ist eine angenehme Stimme, mit der man das Geschehen auf dem Weingut gut verfolgen kann. Ich hatte beim Zuhören das Gefühl, sie würde sich beim Lesen genauso über die Story amüsieren wie ich.

Die Story ist locker, unterhaltsam, spart nicht mit Romantik und lässt sich leicht miterleben. Sicher weiß man schon von Beginn an, wie sie ausgehen wird, aber trotz dieses Wissens macht es einfach nur Spaß, Ellie und Tom auf ihrem Weg zu begleiten.
Ich fühlte mich mit diesem Buch bestens unterhalten, konnte abschalten und die Story einfach nur auf mich einwirken lassen. Eine perfekte Sommerlektüre, die ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 16.06.2017
Das Flüstern der Wände
Michéle, Rebecca

Das Flüstern der Wände


ausgezeichnet

1940: Die Deutschen beginnen ihre Luftangriffe auf London.
Robert Carlyon hat in Cornwall eine entfernte Cousine, die sich bereit erklärt, seine Familie aufzunehmen. Seine Frau Melanie wie auch sein Sohn Mikey sind nicht wirklich begeistert von der Idee, liegt das Landhaus Higher Barton so ziemlich in der Einöde. Seine Tochter Evelyn, Eve genannt, fühlt sich dort jedoch sofort wohl.
Helen, die Cousine, die sie aufgenommen hat, ist momentan allein mit ihrem Schwiegervater in dem großen Haus, da ihr Mann eingezogen wurde. Sie ist froh über ein wenig Gesellschaft und Hilfe auf dem Anwesen, denn ihr Schwiegervater wird von ihr nur versorgt, an dem Leben dort nimmt er jedoch nicht teil. Er bewohnt ein paar Räume im Haus und ist für alle mehr oder weniger unsichtbar.
Obwohl sich Eve dort wohlfühlt, ist sie beunruhigt. Nachts hört sie eine Stimme, die ihren Namen - Evelyn - ruft.
Stimmt es, dass es sich um einen Geist handelt, von dem die Dorfbewohner erzählen? Wieso reagieren Helen und auch deren Schwiegervater eigenartig, wenn sie den Namen Evelyn in den Mund nimmt?
Eve kommt nicht zur Ruhe, sie will wissen, wer diese Evelyn war, die einst in diesem Haus wohnte...

Eve ist aufgeschlossen und neugierig.
Sie ist begeistert von Higher Barton und fängt an, sich für die Geschichte des Anwesens zu interessieren. Dabei stößt sie auf den Namen Evelyn.
Vor nicht ganz 100 Jahren lebte bereits eine Evelyn auf dem Anwesen, über deren Verbleib Vermutungen getuschelt werden.
Helen und auch der Lord reagieren ungehalten, als Eve sie nach der Evelyn fragt.

Aber nach und nach erschließt sich aus Erzählungen Evelyns Leben.
Evelyn ist die Tochter eines Minenbesitzers, der nach dem Tod seiner Frau ein weiteres Mal geheiratet hatte. Die Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe, den der Vater adoptierte und der später auch die Mine erben sollte. Aber im Gegensatz zu Evelyn, die jünger war, interessierte er sich so gar nicht für die Arbeit im Bergwerk, er gab das Geld lieber aus, das sein Adoptivvater verdiente. Evelyn war ganz die Tochter ihres Vaters und interessierte sich für die Mine, die Arbeiter und alles, was mit ihr zusammenhing. Sie war verantwortungsbewusst, stand für die Arbeiter ein und hätte liebend gern Bergbau studiert. Aber es war das Jahr 1850 und es war nicht üblich, dass Frauen studierten.

Die Autorin versteht es geschickt, das Leben in zwei Zeitebenen widerzuspiegeln. Die Zeitstränge verlaufen im Jahr 1850 und 1940.
Im 19. Jh. geht es um die Geschichte von Evelyn, einer Frau, die nie die Chance bekam, das tun zu können, was ihr am meisten am Herzen lag. Sie ist eingefercht in die Zwänge des 19. Jh., obwohl sie noch das große Glück hatte, dass ihr Vater ihr zur Seite stand und sie an seiner Arbeit teilhaben ließ.

Im Jahr 1940 tobt der 2. Weltkrieg noch in vollem Umfang. London wird von Deutschland aus der Luft angegriffen und wer flüchten kann, tut das. Hier wird dem Leser ein kleiner Einblick in die Geschichte des Weltkrieges gewährt, dem Kampf ums tägliche Überleben, den Entbehrungen und Ängsten, denen die Menschen ausgesetzt waren.

Ein wunderbarer Roman, der mich fesseln konnte.
Ich mag Geschichten, die sich auf mehreren Zeitebenen abspielen. Die Autorin hat mit den beiden Evelyns Protagonistinnen geschaffen, die für das einstehen, was sie lieben. Das Schicksal meinte es ungleich gut mit ihnen, aber sie haben Wünsche und Hoffnungen, für die sie leben und für die sie alles tun.
Das Buch bringt dem Leser nicht nur ein wenig Geschichte nahe, es ist auch spannend geschrieben. Natürlich möchte man wissen, wie es Evelyn ergangen ist, ob sie der "Geist" ist, der Eve ihren Namen zuflüstert oder was es damit auf sich hat. Obwohl ein wenig vorhersehbar, war die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil. Mich ließ sie nicht los, ich musste einfach weiterlesen.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Bewertung vom 14.06.2017
AMNESIA - Ich muss mich erinnern
Herrmann, Jutta Maria

AMNESIA - Ich muss mich erinnern


ausgezeichnet

Helen ist schon ziemlich am Boden zerstört, seit sie die Diagnose Krebs im Endstadion erhalten hat. Nun jedoch hält sie einen Zettel ihres Freundes in den Händen, auf dem nur "Leb wohl" steht.
Er ist weg, weg für immer. Er hat sie allein und im Stich gelassen.
Wer bleibt ihr jetzt noch? Ihre Mutter und ihre Schwester, aber zu denen hat sie nur ein sporadisches Verhältnis, was man nicht wirklich herzlich nennen kann. Aber sie weiß, sie will nicht allein sterben, also packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland.
Der Empfang ist alles andere als herzlich, aber zumindest scheint sich ihre Schwester Kristin über den Besuch zu freuen. Ihre Mutter ist froh, dass sie nicht vorhat, bei ihr zu schlafen, sondern mit rüber zu Kristin und ihrem Mann geht.
Leon, Kristins Mann, kennt sie noch von früher und da gab es einmal ein sehr unschönes Erlebnis, von dem Kristin nichts wissen darf. Leon droht ihr, wenn sie es erzählen würde und auch ihre Mutter rät ihr davon ab.
Aber wer ist Leon inzwischen? Hat er sich verändert oder ist er noch immer so brutal wie einst? Schlägt er ihre Schwester, denn alles scheint darauf hinzuweisen, auch wenn diese es abstreitet.

Dann ist Leon plötzlich tot. Kristin, die im 3. Monat schwanger ist, ist untröstlich, auch, weil er brutal ermordet wurde.
Wer ist der Täter? Kann es sein, dass es Helen selbst war? Durch die Einnahme von Medikamenten erlebt sie immer wieder Blackouts, fehlen ihr Minuten, ja Stunden, von denen sie nichts mehr weiß. Aber wäre sie zu einem Mord fähig? Alles scheint darauf hinzuweisen...

Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, die Zweifel auch an den Leser weiterzureichen. Ist Helen in der Lage, für ihre Schwester einen Mord zu begehen?
Helen ist schwer krank, die Ärztin gab ihr höchstens noch ein Jahr zu leben. Ein Jahr, das geprägt sein wird mit den Gedanken an Tod, Krankheit und Schmerzen. Sie ist soweit, dass sie weiß, dass sie nichts mehr ändern kann, nichts mehr zu verlieren hat.

Seit sie jedoch bei Mutter und Schwester aufgeschlagen ist, geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss hat, die aber auch Rückblicke auf ihre Vergangenheit bringen, einem Ereignis, dem sie entflohen ist, das sie aber nie vergessen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren Abstand gehalten, nun aber kommt alles wieder hoch.
Aber die Frage, ob sie in der Lage wäre, einen Mord zu begehen, bleibt auch bei ihr bestehen.
Helen leidet unter Halluzinationen, was ist Wahrheit und Realität, was eine Wahnvorstellung?

Lange Zeit ist offen, in welche Richtung sich das Ende bewegen wird. Verdächtige gibt es den ein oder anderen, aber wer wird es letztendlich sein? Eine Frage, die den Leser ein Weilchen beschäftigt.
Das Ende ist dann wieder stimmig und hinterlässt ein fast gutes Gefühl.

Der Thriller war spannend geschrieben, legt aber auch einen großen Fokus auf die Erkrankung der Protagonistin Helen selbst. Die Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente setzten sie außer Kraft, machten sie unzurechnungsfähig. Nur die Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie schon eine Tablette genommen hatte und lieber noch eine nahm, störte mich ein wenig.

Ein Thriller, der den Leser packt und nicht mehr los lässt. Man will wissen, wie es ausgeht, wer der Täter ist und ist nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen.
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

Bewertung vom 13.06.2017
Champagner und ein Stück vom Glück
Teufl-Heimhilcher, Brigitte

Champagner und ein Stück vom Glück


ausgezeichnet

Helga, die ehemalige Assistentin von Susanne aus Band 1, lernte Lars, den Starkoch bereits kennen. Die Anziehung zwischen den Beiden ist groß, so dass recht schnell klar war, dass sie sich wiedersehen wollen.
Obwohl Helga in Wien und Lars in Hamburg lebt, gelingt es ihnen, eine Beziehung zu pflegen.
Helga ist mit dem Arrangement zufrieden, das sie getroffen haben und würde das gern beibehalten, jedoch Lars will mehr von ihr.
Als jetzt auch noch ihr Sohn Benny ins pupertierende Alter kommt und Ansprüche stellt, ist sie ganz Muttertier. Alles zum Wohl des Kindes, Eigenleben, was ist das? Sie ist diejenige, die immer zurücktritt.
Auch ihr Geschiedener ist mit seiner Freiheit, auf die er so erpicht war, nicht mehr ganz so scharf. Vielleicht lässt sich Helga ja erweichen und nimmt ihn wieder auf? Ein Versuch ist es wohl wert. Er tut alles, denn scheinbar wird es ernst zwischen Helga und Lars, aber vielleicht kann man ja noch was dran drehen...

Auch in dem zweiten Teil, in dem es unter anderem auch um das Rosenschlösschen geht, hat die Autorin Protagonisten gewählt, die um die 50 Jahre alt sind. Sie sind dem Leser schon aus dem Buch "Neubeginn im Rosenschlösschen" bekannt, aber nunmehr die Hauptprotagonisten im vorliegenden Band.
Helga und Lars haben schon einiges erlebt, haben Ehen hinter sich und gehen mit Gefühlen nicht leichtfertig um.

Nachfühlbar übermittelt die Autorin dem Leser das Hin- und Hergerissensein von Helga und dem Spagat, den sie zwischen ihrem Geschiedenen, Benny und Lars vollbringen muss.
Lars hatten neben seiner Beziehung zu Helga auch noch Probleme, die seinem Restaurant gelten. Während er sich um einen 3. Stern für seinen Laden bemüht, gibt es jemanden, der ihm Knüppel zwischen die Beine wirft und er glaubt auch zu wissen, wer es ist.

Zwischenmenschliche Beziehungen, gepaart mit den Auseinandersetzungen um das tägliche "Überleben" machen diesen Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre, die man nicht aus der Hand legen mag. Gespannt verfolgt man die Beziehung der beiden und fragt sich nicht nur einmal, wie wollen sie das räumliche Problem lösen? Hat ihre Beziehung überhaupt eine Chance und wie soll das funktionieren?
Die Protagonisten sind sympathisch und man hat das Gefühl, sie zu kennen. Es sind Leute wie du und ich, behaftet mit Problemen, die man teilweise selbst kennt.

Wie schon im ersten Teil gibt es auch in diesem Buch vor jedem neuen Kapitel ein Rezept, das man am liebsten sofort nachmachen würde. Es macht Spaß, sie zu lesen. Ich wünschte mir für diese jedoch ein eigenes kleines Inhaltsverzeichnis, so dass das nachschlagen einfacher und die Suche eingeschränkt wäre. Denn dass ich das ein oder andere nachkochen werde, ist gewiss.

Auch für dieses Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus. Ich habe mich damit sehr gut unterhalten.

Bewertung vom 13.06.2017
Neubeginn im Rosenschlösschen
Teufl-Heimhilcher, Brigitte

Neubeginn im Rosenschlösschen


ausgezeichnet

Die Enttäuschung ist groß, als Susanne feststellen muss, dass man mit Mitte 50 doch ziemlich chancenlos auf dem Arbeitsmarkt ist. Die Immobilienmaklerin wurde von ihrem neuen Chef recht schnell wegrationalisiert und steht nun vor der Frage, was sie machen soll. Nie hätte sie geglaubt, dass sie keine Arbeit mehr finden wird, so dass ihr nur eine Neuorientierung als Option offen steht.
Zur selben Zeit kündigt ihr der Pächter des Rosenschlösschens, ihrem Elternhaus, den Vertrag. Da liegt es doch nahe, es selbst zu renovieren und dort Kochevents anzubieten. Kurzerhand verkauft sie ihre Wohnung und wagt einen Neuanfang mit dem Rosenschlösschen.

Mit Werner, dem Architekten für ihren Umbau, und Lars, einem Spitzenkoch, spielen auch plötzlich Männer wieder eine entscheidende Rolle in ihrem Leben. Lars macht ihr eindeutig den Hof und Werner, tja, der ist von einem Tag auf den anderen verschwunden...

Die Autorin Brigitte Teufl-Heimhilcher hat ihre Protagonistin in einem Arbeitsbereich angesiedelt, in dem sie sich bestens auskennt. Sie selbst ist Immobilien-Fachfrau und kann so Susanne bewusst agieren lassen.
Aber sie scheint auch ein Faible für das Kochen zu haben, denn ein weiteres ausschlaggebendes Thema ist die Liebe zum Kochen.

Nachdem ihr eine weitere Arbeit mit Immobilien verwehrt wird, besinnt Susanne sich auf ihre Leidenschaft, dem Kochen, renoviert und baut ihr Elternhaus aus und will sich dort mit Kochevents ein neues Arbeitsfeld schaffen.

Der Autorin gelingt es mühelos, den Leser mit auf das Rosenschlösschen zu holen. Mit einer sympathischen Mittfünfzigerin erlebt man das Geschehen im Rosenschlösschen. Umbau und Planung für die anstehenden Events, der Leser ist bei allem dabei.
Nicht alles geht glatt, nicht jeder versteht sich mit dem anderen, so dass man die hitzigen Wortgefechte teilweise schmunzelnd miterlebt und gespannt ist, wer als Sieger aus den Diskussionen hervorgehen wird.

Susanne zeigt deutlich, dass mit Mitte 50 noch lange nicht Schluss ist und dass man in der Lage ist, noch einmal voll durchstarten zu können. Nicht nur beruflich, nein, auch die Liebe kann man in dem Alter noch erleben und in sein Herz lassen.

Zu Beginn jeden Kapitels hat die Autorin ein Rezept veröffentlicht. Viele sind bekannt wie Moussaka oder Topfenauflauf, aber trotzdem liest man es sich durch und überlegt, ob man die Zutaten alle im Haus hat, denn am liebsten würde man selbst gleich loslegen.
Der Bezug zu den Rezepten findet sich dann auch im folgenden Kapitel.

Das Buch ist eine weitere unterhaltsame Lektüre aus der Feder der Autorin, die ich sehr gern lese. Man taucht mit den Protagonisten in eine andere Welt ein und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg.
Die Protagonisten dieses Bandes muss man nicht für immer verlassen, denn es folgt ein weiterer Teil und lässt auf ein Wiederlesen hoffen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so dass ich es gern weiterempfehle.

Bewertung vom 06.06.2017
Die Festung am Rhein
Peter, Maria W.

Die Festung am Rhein


ausgezeichnet

König Wilhelm III. veranlasste 1815 die Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein.
Während die Bauarbeiten in vollem Gange sind, verschwinden geheime Baupläne. Schnell wird auch ein Schuldiger gefunden, Christian Berger. Beim Militär ist er eher unfreiwillig und was ihm besonders zur Last gelegt wird ist die Tatsache, dass sein Vater ein französischer Offizier Napoleons war, der Feind also.
Christian und seine Schwester Franziska wuchsen nach dem Tod des Vaters bei einem Onkel in Cöln auf, da ihre Mutter, eine Deutsche, allein nicht den Unterhalt finanzieren konnte.
Als Franziska von der Verhaftung des Bruders und des Vorwurfes zum Hochverrat hört, kann und will sie nicht glauben, dass ihr Bruder etwas derartiges getan haben soll. Sie versucht, seine Unschuld zu beweisen und gerät dabei an Christians unmittelbaren Vorgesetzten Leutnant Rudolph Harten.
Auch für ihn steht fest, dass Christian schuldig ist und wahrscheinlich hat auch dessen Schwester Franziska die Hände mit im Spiel gehabt.
Aber es gibt Ungereimtheiten und gemeinsam versuchen sie die Wahrheit aufzudecken...

Die Autorin Maria W. Peter schreibt mit diesem historischen Werk über den Bau der Feste Ehrenbreitstein ein Stück deutscher Geschichte.

Leutnant Rudolph Harten, nicht nur Soldat, sondern auch Ingenieur auf der Baustelle der Feste Ehrenbreitstein, steht unter Zeitdruck. Er muss den Schuldigen finden, der die geheimen Pläne gestohlen hat, denn ihm droht sonst die Versetzung von der Feste und das ist das schlimmste, was ihm passieren kann. Er ist mit Leib und Seele Ingenieur und tut alles dafür, um den Posten behalten zu können.
Doch da kommt das engelsgleiche Wesen auf ihn zu, die Schwester des Schuldigen und behauptet, ihr Bruder wäre unschuldig. Ihre Argumente bringen auch seine feststehende Meinung ins Schwanken. Hat sie Recht? Kann es sein, dass hier ein Unschuldiger beschuldigt wird? Aber wer ist dann für das Verschwinden der Pläne verantwortlich?

Franziska und Christian sind aus der Ehe einer Deutschen mit einem Franzosen hervorgegangen. Der Vater war Franzose und Offizier unter Napoleon, was sie auch heute noch verdächtig macht, denn schließlich sind Franzosen die Feinde der Preußen, noch immer.

Die beiden Protagonisten Franziska und Rudolph könnten entgegengesetzter nicht sein.
Franziska ist geprägt durch ihre Liebe zu ihrem Bruder. Sie steht für Ehrlichkeit und Vertrauen, ist aber impulsiv und temperamentvoll.
Rudolph ist eher ein Pedant, ruhig, gewissenhaft, korrekt und ein wenig steif.
Die beiden prallen förmlich aufeinander und trotz der gewaltigen Unterschiede bemerken sie die Anziehung, die der jeweils andere ausübt. Aber eine Beziehung zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen ist absolut nicht angemessen und doch nähern sie sich an.

Die Autorin bringt dem Leser nicht nur geschichtliches über den Bau der Feste Ehrenbreitstein näher, sondern auch über den Napoleonkrieg und den Preußen im Rheinland. Für mich ein Stück Geschichte, der mir völlig unbekannt war, wie auch die Feste Ehrenbreitstein an sich.
Für den Leser gibt es zu Beginn des Buches zwei Karten, anhand derer es leicht fällt, sich in der Rheinprovinz und auf der Feste Ehrenbreitstein zurechtzufinden.

Das Buch vermittelt jedoch nicht nur geschichtliches, sondern beinhaltet auch kriminalistische Aspekte wie auch eine Liebesgeschichte.
Die Autorin versteht es, den Leser gleich zu Beginn des Buches zu packen und nicht mehr loszulassen. Die hervorragend recherchierte Geschichte und die Umsetzung dazu im Buch machen es spannend und lesenswert. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen, man will wissen, wie es ausgeht, wer die Pläne gestohlen hat und ob es für Franziska und Rudolph eine Zukunft geben kann.

Ein Buch, dass ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 02.06.2017
Kleiner Dreckspatz Aurelia - Wasch dich doch mal!
Flechsig, Dorothea

Kleiner Dreckspatz Aurelia - Wasch dich doch mal!


ausgezeichnet

Die kleine Aurelia wäscht sich nicht gern, weder unter der Dusche, noch in der Badewanne. Als sie von ihrem Vater vorgehalten bekommt, dass sich selbst der kleine Dreckspatz waschen würde, wird sie neugierig. Nun will sie wissen, wie die Tiere sich waschen.

Die Geschichte von Aurelia begnügt sich textlich mit wenigen Worten bzw. Sätzen. Leicht verständlich wird dem Kind erklärt, wie sich bestimmte Tiere waschen. Da gab es selbst für mich noch eine Überraschung.

Untermalt wird die Geschichte mit liebevoll gezeichneten Illustrationen von Suse Bauer. Man spürt, mit wie viel Liebe sie das Buch illustriert hat. Die Lebensfreude der kleinen Aurelia ist greifbar und man hat beim durchblättern genauso viel Freude an ihrem Tag wie sie selbst.

Die Zeichnungen sind kindgerecht gefertigt worden und zaubern nicht nur den Kindern ein Lächeln ins Gesicht.

Ich habe mir dieses Buch mit meiner 5jährigen Enkeltochter angesehen und konnte sehen, wie gut ihr die Geschichte von Aurelia gefallen hat. Immer wieder hat sie im Anschluss nach dem Lesen die Zeichnungen betrachtet und die Erlebnisse von Aurelia wiedergegeben. Wir hatten beide wirklich Spaß damit.

Die Autorin Dorothea Flechsig wie auch die Illustratorin Suse Bauer haben ein wunderschönes Kinderbuch geschaffen, an dem Kinder ihre Freude haben.
Durch die kurz gefassten Sätze wird es kein Lesemarathon, sondern einfach nur Spaß am lesen und ansehen.

Das ist ein Kinderbuch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 30.05.2017
Frag nicht nach Sonnenschein
Kinsella, Sophie

Frag nicht nach Sonnenschein


sehr gut

Katie wurde nach dem Tod der Mutter allein von ihrem Vater aufgezogen. Zwischen ihnen besteht eine starke Bindung und doch drängt es Katie weg von ihm, weg von Somerset, auf nach London.
London scheint ihr das erstrebenswerte zu sein, dort tobt der Bär, dort will sie sein.
Es gelingt ihr, einen Job zu ergattern, zwar schlecht bezahlt, aber immerhin in London! Es ist ein Job in einer Branding-Agentur, mit einer Chefin, die zwar was kann, aber von ihren Mitarbeitern gefürchtet ist.
Demeter, die Chefin hat das perfekte Leben, den perfekten Job und auch die perfekte Familie, aber sie hat so ihre eigene Art, mit ihren Mitarbeitern umzugehen.
Katie, die versucht, sich ernsthaft in die Arbeit mit einzubringen, Ideen hat, kann diese leider nicht anbringen, Demeter gibt ihr keine Chance dazu.

Katies Vater, der geradezu sprüht vor Ideen, die aber leider nie so umsetzt wie gewollt, kommt nun auf die Idee, aus ihrer Farm einen Glampingplatz zu machen. Alles scheint erstmal nur wieder ein Strohfeuer ihres Vaters zu sein, aber Katie sieht Potenzial in der Idee und macht Vorschläge, was Werbung und Anschaffungen angeht. Natürlich kann sie nur Hinweise geben, denn ihr Leben ist ja in London und nicht mehr auf dem Dorf bei ihrem Vater.

Als sie dann aber urplötzlich von Demeter unter eigenartigen Umständen gekündigt wird, hat sie auf einmal jede Menge Zeit. Neue Bewerbungen zeigen keine Früchte und so geht sie vorläufig zurück zu ihrem Vater, um ihm zu helfen, sein Projekt auf die Beine zu stellen. Nur "vergaß" sie ihm zu erzählen, dass sie gekündigt wurde, sondern lässt ihn in dem Glauben, dass sie sich von ihrer Firma auf ein halbes Jahr hat beurlauben lassen.

Alles läuft gut an, da kommen plötzlich Gäste, die sie kennt - Demeter und ihre Familie und zu allem Unglück auch noch deren Geliebter Alex. Nun scheint ihre Lüge aufzufliegen. Aber das ist für Katie DIE Gelegenheit, sich bei Demeter zu rächen, für die Kündigung, für alles...

Die Autorin Sophie Kinsella legt mit diesem Werk ein Buch außerhalb der so beliebten Shopaholic-Reihe vor.
Die Protagonistin ist Katie, eine junge Frau, die ihr Glück und ihre Zukunft in London sucht, die Stadt ihrer Träume. Sie nimmt so einiges in Kauf, um in London leben zu können, kleine Wohnung, weiter Anfahrweg zur Arbeit, aber was tut man nicht alles. Mit ihrem Job ist sie ganz zufrieden, aber sie möchte mehr, sie möchte sich mit einbringen, gefragt werden. Ideen hat sie, aber es hört niemand auf sie, schon gar nicht ihre dominante Chefin Demeter.
Diese hat ihre eigenen Probleme und Sorgen, zweifelt sie doch langsam an ihrem Verstand.

Ein herrlich leichter, unbeschwerter Roman, den die Autorin hier vorlegt. Witzige Dialoge, wie man sie von ihr gewöhnt ist, finden sich hier ebenso wie chaotische Situationen, in denen sie die Protagonisten agieren lässt. Ich musste doch das ein oder andere mal schmunzeln, denn beim Lesen funktioniert das mit dem Kopfkino hervorragend, so dass das Buch zeitweilig wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief.
Aber es gab auch ein paar Längen, die man hätte kürzer fassen können, wo man sich einfach ein wenig durch das Buch durchkämpfen musste, diese dominierten aber glücklicherweise nicht.

Ich fühlte mich mit dem Buch gut unterhalten, habe die Seele baumeln lassen können und konnte selbst beim Lesen abschalten. Man kann das Buch einfach auf sich wirken lassen, ohne groß Probleme wälzen zu müssen.
Ein Buch, dass sich gut im Urlaub, am Strand oder wo auch immer lesen lässt. Man bangt und hofft mit Katie, dass sie ihren großen Wunsch doch noch verwirklichen kann und vielleicht trifft sie ja auch noch den Mann ihres Lebens. Möglich ist alles.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.05.2017
Das Sternenboot, 2 MP3-CDs
Gerstenberger, Stefanie

Das Sternenboot, 2 MP3-CDs


sehr gut

Nicola Messina und Maristella di Camaleo, Stella genannt, werden am selben Tag auf Sizilien in einem kleinen Dorf geboren. Während Nicola, der Sohn eines Polizisten, ein absolutes Wunschkind war, wird Stella anstatt des lang ersehnten Sohnes als dritte Tochter eines verarmten Adligen geboren. Von der Mutter ungeliebt und abgelehnt, vom Vater ohne Unterstützung, wird diese zu ihrer Tante Aussunta und den Großeltern abgeschoben. Dort erfährt sie die Liebe, die ihre Eltern ihr verweigern. Aber es kommt der Tag, an dem sie ihre Tante verlassen und zurück in die Villa ihrer Eltern muss, wo sie fortan wie eine Bedienstete arbeiten muss und auch als solche behandelt wird.

Nicola wird von seinen Eltern vergöttert und geliebt. Als sein Vater jedoch umgebracht wird, als er ca 2 Jahre alt ist, wird er allein von seiner Mutter Flora aufgezogen, dessen Lebensinhalt er wird.
Nicola begegnet Stella in jungen Jahren an einem Brunnen und ist von ihr fasziniert, ja fast besessen. Er weiß schon als Junge, dass sie sein Schicksal sein wird.
Aber sie kommen beide aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und eine Verbindung ist nahezu unmöglich...

Das Buch ist der erste Teil um die beiden Protagonisten Stella und Nicola.

Die Geschichte beginnt im Jahre 1947 mit den Geburten der beiden und führt den Leser durch die ersten 18 Jahre von Stella und Nicola.
Der Werdegang der beiden könnte nicht unterschiedlicher sein.
Nicola wächst zu einem gut aussehenden jungen Mann heran, der für sein Leben gern taucht. Seine Zukunft sieht er auf bzw. im Wasser.

Stella ist im Haus ihrer Eltern das Aschenputtel. Aufgaben, die niemand übernehmen will, werden ihr übertragen. Selbst ihre beiden Schwestern beachten sie nicht und wenn doch, dann nur, um Schabernack mit ihr zu treiben oder sie anderweitig zu ärgern.
Stellas Mutter hält ihr Leben nur noch mit Betäubungsmitteln aus, nachdem der langersehnte Sohn sehr jung verstorben war. Sie tut alles, um Stella das Leben schwer zu machen, jede Bosheit ist ihr recht. Stellas Vater hat dem nichts entgegenzusetzen, so dass sie völlig allein dasteht. Unterstützung erfährt sie lediglich durch ihre Tante Aussunta und der Bediensteten Maria.

Es dauert lange, bis sich Stella und Nicola begegnen, aber von Freundschaft kann noch lange nicht die Rede sein, im Gegenteil.

Recht eindrucksvoll schildert die Autorin Stefanie Gerstenberger das Leben auf Sizilien und vor allem das der beiden Protagonisten Stella und Nicola.
Es ist eine traurige, anrührende Geschichte, die beklommen macht. Soviel Leid und Kummer sind in ihr vereint, dass sie den Leser rührt.

Aber die Autorin schafft es auch, die Angst dem Leser nahezubringen, die schon allein durch das Wort Mafia geschürt wird.
Die Mafia ist allgegenwärtig, hat Macht, schürt Angst und weiß sich präsent zu halten. Wer nicht spurt, muss die Folgen tragen und nicht nur derjenige, sondern auch Freunde und Familie.

Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Nicola habe ich bewundert, dass er nie aufgegeben hat, die Aufmerksamkeit von Stella zu erlangen, egal was kam. Stella ist mir sympathisch, weil auch sie nie aufgegeben hat, nie den Mut verloren und immer nach vorn gesehen hat.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch konsumiert und möchte auch dazu ein paar Worte verlieren.
Eingelesen wurde das Buch von der Schauspielerin Sabine Svoboda.
Die Sprecherin hat für mich eine gewöhnungsbedürftige Textbetonung drauf, die mich schon nach kurzer Zeit anfing zu stören, massiv zu stören. Bei mehr als 16 h Laufzeit wurde das Anhören ausgesprochen anstrengend und ich hätte das Buch, wenn es mir als Printexemplar vorgelegen hätte, als dieses weitergelesen und das Hörbuch abgebrochen.
Das ist allein mein Empfinden, es kann sein, dass es andere nicht stört, mich störte es extrem.
Nur aus diesem Grund ziehe ich in der Bewertung 1 Sternchen ab.

Das Buch an sich empfehle ich jedoch sehr gern weiter.

Bewertung vom 06.05.2017
Sturmherz
Bomann, Corina

Sturmherz


ausgezeichnet

Obwohl die Literaturagentin Alexa Petri zu ihrer Mutter Cornelia seit Jahren ein sehr gespanntes Verhältnis hat, eilt sie sofort an ihr Krankenbett, als sie hört, dass diese nach einem Schlaganfall von den Ärzten ins Koma gelegt wurde.
Obwohl sie die Frau, die ihre Mutter ist, nicht wirklich kennt, beantragt sie die Vormundschaft für diese.
Alexa nimmt es ihr noch heute übel, dass die Mutter sich von ihr abgewandt hatte, als sie gerade 11 Jahre alt war. Sie war seinerzeit kurzzeitig verschwunden und kehrte verändert zurück. Was in dieser Zeit geschehen war, hat diese nie verlauten lassen.
Sie findet in deren Unterlagen einen Brief, der ihre Mutter in ein anderes Licht rückt und sie auch als Opfer der großen Flutkatastrophe 1962 ausweist.
Was genau ist damals geschehen und wer ist ihre Mutter?

Cornelia betreibt einen Buchladen, in den eines Tages zwei Amerikaner eintreten und nach dieser fragen. Alexa wundert sich, woher der ältere der beiden ihre Mutter kannte. Richard und Ethan Henderson, Vater und Sohn, machen gerade eine Lesereise durch Deutschland mit dem neuesten Buch von Richard.
Alexa wusste nicht, dass der Autor mit ihrer Mutter bekannt ist und kann es nicht wirklich glauben.

Aber Richard lebte in den 60er Jahren in Hamburg als Austauschstudent und lernte seinerzeit Cornelia kennen und lieben.
Sie planten beide ihre Zukunft, aber die große Sturmflut trennte sie. Jeder hielt den anderen für tot und lebte sein eigenes Leben, bis sie sich Jahre später wieder gegenüberstanden...

Corina Bomann legt mit diesem Roman wieder eine ihrer berührenden Geschichten vor, die man nicht aus der Hand legen kann.
Sie erzählt die Geschichte einer Liebe, die keine Erfüllung fand, da sie vom Schicksal getrennt wurden. Das Schicksal war die Sturmflut 1962, die in Hamburg seinerzeit großen Schaden anrichtete und Menschen in den Tod riss.

Um diesen Hintergrund herum erzählt sie die Geschichte vom amerikanischen Austauschstudenten Richard und Cornelia, die zu der Zeit gerade eine Friseurausbildung absolviert. Die beiden lernen sich kennen und lieben.

Als jetzt Richard und sein Sohn Ethan in Hamburg auftauchen und nach Cornelia fragen, fragt sich Alexa ein weiteres mal mehr, was wohl vor so vielen Jahren passiert ist, dass ihre Mutter seit dem so abweisend auf sie reagierte.
Richard erzählt ihr nach und nach aus dem Leben von Cornelia, über die Zeit, die sie miteinander verbracht hatten.

Das was Alexa da zu hören bekommt, kann sie schlecht mit der Frau von heute in Einklang bringen, denn das scheint eine völlig andere zu sein. Aber langsam beginnt Alexa ihre Mutter zu verstehen.

Sehr einfühlsam erzählt die Autorin Corina Bomann die Liebesgeschichte von Cornelia und Richard.
Neben der Geschichte von Cornelia und Richard erhält der Leser auch fundiertes Wissen über die große Sturmflut 1962 in Hamburg.
Die Ängste der Menschen, mit der Flut fortgerissen zu werden, sind allgegenwärtig und man kann sich sehr gut in die Situation hineinversetzen. Aber auch die Gefühle, die einen überkommen, wenn man Menschen in der Flut verloren hat, verloren für immer, bringt sie nah an den Leser heran.

Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen, zwei sind in der Vergangenheit eingebracht, die dritte spielt in der Gegenwart.
Durch Rückblenden in Form von Erinnerungen von Richard und Ethan erhält der Leser ein Komplettbild von der Geschichte, von Cornelia und ihrem Verhalten.
Was mir anfänglich als unverständlich erscheint, wird nach und nach klarer, aber akzeptieren konnte ich manches nicht.

Das Cover ist wieder ein Eyecatcher, das einen magisch anzieht. Es ruft förmlich, nimm mich in die Hand.
Ich liebe die Bücher der Autorin, die mit diesem Buch wieder ein Leseerlebnis geschaffen hat, das man so schnell nicht vergisst.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.