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Benutzername: Kleeblatt
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Über mich: Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Bewertungen

Insgesamt 916 Bewertungen
Bewertung vom 26.08.2016
Die kleinsten, stillsten Dinge
Baume, Sara

Die kleinsten, stillsten Dinge


gut

Er ist Mitte 50 und allein, seit sein Vater verstorben war.
Seit einiger Zeit hört er im Haus Ratten. Um dieses Pack loszuwerden, will er sich einen Hund holen. In einem Tierheim findet er ihn. Ein Hund, von dem ihm abgeraten wird. Es ist ein wilder Hund, der auf andere Artgenossen aggressiv reagiert.
Es ist ihm egal, er nimmt ihn mit und gibt ihm den Namen Einauge, weil er nur ein Auge hat. Das andere hatte ein Dachs auf dem Gewissen.
Es dauert ein wenig, bis sie sich angefreundet haben, der Einsiedler und der Hund. Sie unternehmen gemeinsame Spaziergänge und spielen gemeinsam.
Eines Tages passiert es, dass Einauge einen anderen Hund anfällt und verletzt. Die Besitzerin meldet es den Behörden und es dauert nicht lange, bis eine Frau vor der Tür steht und Einauge mitnehmen will.
Das will und wird er verhindern. Er schnappt sich seinen Hund, das Nötigste, sein Auto und macht sich auf den Weg. Sie fahren ziellos durch die Gegend, denn es gibt kein Ziel für sie. Sie leben im Auto, was im Sommer noch angenehm ist. Schlimm wird es, als es kalt ist. Was werden sie erleben? …

Mir fällt, ehrlich gesagt, die Rezension zu diesem Buch sehr schwer.
Es ist ein außergewöhnliches Buch, welches als Protagonisten nur ihn und den Hund, Einauge, hat.
Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe, aber den Namen des männlichen Protagonisten habe ich im Buch nicht gefunden. Nur vom Klappentext her erfuhr ich, dass er Ray heißt.
Die Zeitspanne des Buches umfasst 1 Jahr, fängt im Frühling an und endet im Winter.

Mit Ray bin ich nicht warm geworden, dieser Typ Mensch ist mir fremd. Er hatte eine einsame Kindheit, die er nur mit seinem Vater verbrachte. Über seine Mutter weiß er nichts.
Er besuchte keine Schule, hatte keine Freunde, selbst sein Vater blieb ihm fremd.

Die Geschichte, die die Autorin Sara Baume schreibt, wirkt auf mich wie ein unglaublich langer Monolog, den Ray seinem Hund hält.
Er erzählt im Gespräch mit seinem Hund, wobei Gespräch nicht das richtige Wort dafür ist, aus seiner Kindheit. Rückwirkend erlebt man als Leser, was er erlebt hat und was er denkt.
Während seiner Flucht mit Einauge ist der Leser aber auch am aktuellen Geschehen dabei, erfährt die Gedanken, die Ray sich über alles mögliche macht.
Während seines Monologes werden an Einauge viele, für mich zu viele Fragen gestellt. Ray riecht etwas, fragt seinen Hund, ob er auch etwas riecht, nur mal als Beispiel genannt.
Später erfährt man auch, wie sein Vater gestorben ist und seine Reaktion darauf.

In Rays Leben ist vieles schief gelaufen. Das ändert sich auch nach dem Tod seines Vaters nicht und das Schicksal meint es auch nicht gut mit ihm, als Einauge in sein Haus kommt.
Man erfährt vieles, einiges wirkt verstörend.

Ray und Einauge, ein eingespieltes Team, konnten mich leider gar nicht fesseln. Ich habe sehr lange gebraucht, um in das Buch hineinzukommen. Es las sich schwer, so dass ich für die nicht einmal 300 Seiten eine Woche zum lesen brauchte. Meine Hoffnung, dass es sich besser lesen würde, wenn man hineingefunden hat, erfüllte sich nicht.
Es passierte einfach nicht genug, um mich voranzutreiben. Die beiden Protagonisten trieben durch das Buch, ohne Spuren bei mir zu hinterlassen.
Schade, ich hatte mir mehr davon versprochen.

Bewertung vom 24.08.2016
Shopaholic & Family / Schnäppchenjägerin Rebecca Bloomwood Bd.8
Kinsella, Sophie

Shopaholic & Family / Schnäppchenjägerin Rebecca Bloomwood Bd.8


sehr gut

Beckys Vater ist gemeinsam mit dem Mann ihrer besten Freundin Suze verschwunden. Ihr Vater hatte einen Zettel hinterlassen, dass er etwas in Ordnung bringen muss. Was das jedoch sein soll, ließ er offen.
So kommt es, dass sich Becky urplötzlich auf den Weg nach Las Vegas befindet. Mit von der Partie sind ihr Mann Luke und Minnie, ihr 2-jährige Tochter, ihre Mutter Jane und deren Freundin Janice, die diese unterstützen möchte.
Weiterhin sind mit an Bord ihre Freundin Suze, deren Mann Tarkie verschwunden ist, sowie ihre Hass-Freundin Alicia.

Eine Reise ins Ungewisse beginnt und keiner der Anwesenden weiß, ob sie die Gesuchten finden werden...

Dieser vorläufig letzte Band um die Shoppingqueen Becky reiht sich nahtlos an den Vorgängerband "Shopaholic in Hollywood" an.
Beckys Vater und Suzes Mann Tarkie sind spurlos von jetzt auf gleich verschwunden, nur einen kryptischen Zettel hinterlassend. Becky gibt sich die Schuld und leidet darunter.
Als ihre Freundin Suze sie anbettelt, doch mit auf die Suche in Richtung Las Vegas zu gehen, zögert sie nicht lange und macht sich gemeinsam mit ihrer Familie ebenfalls auf die Reise.
Überrascht muss Becky jedoch feststellen, dass Suze, die sie angefleht hat, mitzukommen, sie nunmehr links liegen lässt. Von ihrer ursprünglichen festen Freundschaft ist nichts mehr zu bemerken, ganz im Gegenteil. Suze tuschelt und flüstert mit ihrer gemeinsamen Feindin Alicia und verbringt viel Zeit mit ihr.
Becky ist zutiefst bekümmert und kann es nicht fassen, versucht jedoch immer wieder an ihre alte Freundschaft anzuknüpfen. Leider ohne Erfolg.
Becky zweifelt an sich und verspürt nicht einmal mehr Lust zum shoppen. Ein Einkauf für Minnie oder andere ist ja noch ok, aber für sich selbst zu shoppen, geht momentan gar nicht. Bloß gut, dass sie in Luke und Minnie einen festen Halt hat, auf den sie sich verlassen kann.

Auf der Fahrt nach Las Vegas geht natürlich nicht alles glatt.
Die Fahrt wird geleitet von Missverständnissen, Eifersüchteleien und Geheimnissen.
Bis fast zum Schluss bleibt offen, warum sich Beckys Vater und Tarkie abgeseilt haben, welches offene Problem Graham klären muss.

Becky, die immer gern die Shoppingqueen war, wirkt in diesem Band erwachsen. Es geht nicht nur um sie, es geht um andere, um die Liebe, um das Vertrauen, um Freundschaft.

In diesem Band sind noch einmal alle wichtigen Akteure der vergangenen Bände zugegen. Später stoßen noch Beckys Freund Danny, inzwischen ein bekannter Modedesigner und Lukes Mutter Elinor hinzu.

Auch dieser Band ist im typischen "Becky-Stil" der Autorin gehalten. Nur fehlt hier der Teil, der die unbekümmerte Becky ausmachte, denn sie ist erwachsen geworden und tatsächlich in der Lage, sich um andere zu kümmern und zu sorgen. Sie geht nicht mehr leichtsinnig shoppen und will lieber helfen, als sich nur auf sich selbst zu besinnen.
Sie war schon immer ein liebenswerter Mensch, aber nun ist sie mir ausgesprochen sympathisch, ein Mensch wie du und ich, ohne große Allüren.

Das Finale des Buches ist grandios, ein schönes Ende durch ein Zusammenspiel aller Protagonisten.
Wer alle anderen Teile um die Shoppingqueen Becky gelesen hat, der kommt definitiv nicht um diesen vorläufig letzten Teil herum.
Ich nehme Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Zum einen fällt es schwer, lieb gewonnene Protagonisten zu verlassen, zum anderen habe ich persönlich die Autorin sagen gehört, dass ein Wiedersehen möglich ist.

Bewertung vom 24.08.2016
Ziemlich unverhofft
Scheunemann, Frauke

Ziemlich unverhofft


ausgezeichnet

Es sind Ferien. Nikola Petersen, die Anwältin ist, hat ihre Tochter auf Sprachreise geschickt und muss sich jetzt neben ihrer Arbeit nur noch um die Versorgung von Max, ihrem Jüngsten, kümmern. Glücklicherweise gibt es da noch ihre Schwiegermutter Gisela, die sich liebevoll um den Kleinen kümmert.

Der Noch-Mann ihrer Freundin Florentine will sich um die Unterhaltszahlungen für seine Frau und die drei Kinder drücken und versucht sich auf eine miese Tour, so dass der Fall auf Nikolas Tisch landet. Diese versucht, das beste aus dem Fall herauszukriegen, aber der Ex fährt mit gewaltigen Mitteln auf.

Ihr Sozietätspartner Alexander lässt sich auch so gut wie nicht mehr im Büro sehen, so dass sie auf seine Hilfe nicht wirklich zählen kann.

Zudem ist die Mutter ihres italienischen Nachbarn Tiziano zu Besuch und dieser wurde von ihrem Sohn vermittelt, dass Nikola seine Freundin sei. Nikola findet die Aktion überhaupt nicht lustig, lässt sich aber kurzfristig breitschlagen, sich als diese auszugeben.
Das bringt natürlich einige Irrungen und Wirrungen in Gang, denn auch Simon, ein Anwaltskollege, möchte gern mehr Zeit mit Nikola verbringen. Nikolas Herz schlägt für Simon, aber momentan ist ihr Leben ein wenig sehr chaotisch.
Dann kommt Gisela, ihre Schwiegermutter, auch noch mit der Ansage um die Ecke, dass sie gemeinsam mit einem Nachbarn eine zweiwöchige Kreuzfahrt unternehmen wird, natürlich auch während der Ferien.
Die Betreuung von Max gestaltet sich dadurch schwieriger, noch ein Problem, das gelöst werden will ...

Weiter geht es mit diesem Buch im Leben der Anwältin Nikola Petersen.

Den Spagat zwischen Arbeit, Liebes- und Privatleben immer zu meistern, ist nicht ganz leicht. Momentan schon gar nicht im Leben der Anwältin Nikola Petersen.
Ihr Nachbar Tiziano, ihr Sozietätspartner Alexander sowie Kollege Simon halten sie ganz schön auf Trab.
Erschwerend zu allem kommt noch der Rechtsfall ihrer Freundin Florentine dazu und um das Fass voll zu machen, die Kreuzfahrtreise ihrer Schwiegermutter, die diese gerade jetzt antreten muss, wo sie sie am meisten braucht. Wer soll sich um die Betreuung von Max kümmern, wenn niemand da ist?
Na glücklicherweise findet sich da ja doch immer einen der vielen Protagonisten, die einspringen.
Koordination ist alles, wäre ja sonst auch gelacht.

Nikola hat voll zu tun und es wird keinen Moment langweilig in ihrem Leben. Irgendwie geht es immer weiter, muss es, denn sie ist nicht der Mensch, der den Kopf in den Sand steckt, sie packt an.

Ein Buch wie aus dem Leben gegriffen, mit Problemen bzw. Situationen, die jeden ereilen könnten.
Eine taffe und ausgesprochen sympathische Anwältin sowie wirkungsvolle männliche Protagonisten machen das Buch zu einem Pageturner.
Äußerst humorvoll schreibt die Autorin Frauke Scheunemann aus Nikolas turbulentem Leben, bei dem der Leser wirklich Freude hat.

Frauke Scheunemann ist eine ausgebildete Juristin wie auch ihre Protagonistin Nikola. Die juristischen Fälle von Nikola sind authentisch und aus erster Hand sehr glaubhaft vermittelt.

Es hat mir Spaß gemacht, Nikola bei allem zu begleiten und zu beobachten, wie sie ihr "Männerproblem" in den Griff bekommt.
Eine Frau, die alles schafft und den Leser für sich einnimmt und ihn überzeugt.

Ich mag solche Bücher und hoffe auf ein baldiges Wiederlesen mit der Protagonistin.

Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin fliegt man förmlich durch die Seiten und mag gar nicht aufhören. Muss man aber, denn man hat es viel zu schnell durchgelesen.

Auch dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter.

Bewertung vom 24.08.2016
Aller Anfang fällt vom Himmel
Peters, Veronika

Aller Anfang fällt vom Himmel


ausgezeichnet

Korbinian Gerhard wohnt seit 8 Jahren allein in einer viel zu großen Wohnung. Die Wohnung hatte seinerzeit seine Frau ausgesucht und eingerichtet, er hat nichts verändert, ihre Zimmer jedoch hat er nach ihrem Tod abgeschlossen und nie wieder betreten.
Er ist Grundschullehrer, ein Einzelgänger und unterläuft in seinem Leben einem geordneten Plan. Ordnung ist für ihn die Richtlinie, Abweichungen sind nicht gut, also gibt es keine.
Seit dem Tod seiner Frau geht er morgens zur Schule und anschließen in eine Gaststätte das Tagesgericht essen, ohne dass er es extra aussuchen muss. Er ist festgefahren in seiner Einsamkeit und in seinem Leben.
Eines Tages trifft er auf Billa, einem Mädchen, das vor einem Supermarkt zusammengesunken sitzt. Er kauft ihr etwas zu essen und merkt später nicht, dass sie ihm nach Hause folgt. Als es ihm bewusst wird, gestattet er ihr, im Hausflur zu nächtigen. Aber so ganz geheuer ist ihm die Sache nicht und er bittet seine Schwester um Hilfe. Es dauert auch nicht lange und sie steht bei ihm auf der Matte und stellt fest, dass das Mädchen Fieber hat und es nicht sein kann, dass sie dort im Flur übernachtet. Kurzerhand zieht sie für ein paar Tage zu ihrem Bruder, das Mädchen Billa ebenfalls.
Eine Entscheidung, die Leben veränderte...

Solange das Mädchen krank ist, geht das schon mal, denkt sich Korbinian. Auch dass seine Schwester vorerst mit bei ihm einzieht, findet er ok, denn das Gerede, was entstehen würde, wenn er als Grundschullehrer ein junges Mädchen bei sich aufnimmt, mag er sich gar nicht erst vorstellen.

Es ist aber tatsächlich so, dass er sich stellenweise wie ein Fremdkörper in seiner Wohnung vorkommt. Die beiden Frauen okkupieren die Wohnung, seine tägliche Routine wurde empfindlich gestört und er sehnt den Tag herbei, an dem er wieder für sich allein ist und er der Einsamkeit frönen kann.

Obwohl Korbinians Schwester in der Nähe lebt und einen Buchhandel betreibt, verbindet ihn sonst nichts mit ihr. Er hat keine Ahnung, wie sie lebt und was für ein Mensch sie ist. Sie haben sich irgendwann zwischen der Kinderzeit und dem Heute verloren. Keine Telefonate, keine Besuche, keine Kontakte und doch ist sie sofort zur Stelle, als er sie um Hilfe bittet.

Jeder der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen, keiner von ihnen hat es leicht. Die Probleme der einzelnen kommen erst nach und nach ans Licht.
Obwohl sie völlig verschieden sind, kommen sie sich näher, verstehen sich. Sie sind füreinander da.
Was anfangs undenkbar erscheint, das Korbinian aus seinem Schneckenhaus herauskommt, das passiert.

Die Autorin hat verletzliche Protagonisten geschaffen, die ihren Weg gehen. Aber auch die Personen, die am Rande mitmischen, sind sehr gut und treffend gezeichnet. Der Kneipenwirt, der beobachtet und gut zuhören kann sowie die Freunde von Billa. Bei denen war ich mir lange nicht schlüssig, ob ich sie mag oder nicht, wechselte meine Sympathie mit Antipathie.

Es ist eine wunderbar nahegehende Geschichte über Menschen, die einsam sind, nicht wegsehen und für einander da sind. Die ihre Bedürfnisse zugunsten anderer zurückstellen, was ihnen nicht leicht fällt.
Der Roman hat mich noch eine ganze Zeit nicht losgelassen, ich habe mich gefragt, wie ich wohl reagiert hätte.

Ein wunderbares Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 08.08.2016
I Am Death. Der Totmacher / Detective Robert Hunter Bd.7
Carter, Chris

I Am Death. Der Totmacher / Detective Robert Hunter Bd.7


ausgezeichnet

I am death / Ich bin der Tod, ist eine Nachricht, die ein Mörder bei einer sadistisch gequälten und zu Tode gefolterten weiblichen Leiche hinterlässt. Er hat eine Leiche hinterlassen, die grausam zugerichtet wurde und dennoch hat er keinerlei Indizien hinterlassen, keine Spuren, nichts.
Eine weitere, ebenfalls vor dem Tod schwer misshandelte Leiche gibt den Hinweis, dass dieser im Namen stecke, also im "I am death". Die Ermittlungen von Hunter und Garcia laufen auf vollen Touren, aber der Mörder scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein...

Das war ja wieder ein Thriller, bei dem man nicht zimperlich als Leser sein darf. Das ist inzwischen der 7. Teil der Reihe um die beiden Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia. Ich kannte bislang nur den 1. Teil, hatte aber keine Probleme, in die Story hineinzufinden. Zwar wurde auch kurz auf Vergangenes eingegangen, aber das war zur Verständigung, man musste nicht im Bilde über die kompletten Teile sein.

Hunter und Garcia haben es mit einem Wiederholungstäter zu tun. Das erkennen sie bereits bei Leiche Nr. 1 und sind erstaunt, in welch kurzen Abständen die nächsten Leichen folgen.
Für Hunter, der wie die letzte Hoffnung erscheint, wird die Sache später persönlich, denn der Mörder schiebt ihm einen Brief durch die Tür. Das heißt, der Mörder kennt ihn.
Erstaunlich ist auch, wie gut der Mörder seine Opfer ausgekundschaftet hat, er besitzt Insiderwissen und nutzt dieses voll aus.
Die Morde sind sadistisch und zutiefst grausam. Der Mörder ist bestrebt, seinen Opfern alles bei vollem Bewusstsein anzutun, Ohnmachten lässt er nicht zu.
Unglaublich, dass Hunter und Garcia ihn nicht zu fassen bekommen.

Neben den Ermittlungen ist der Leser ebenfalls dabei, als der Mörder einen Jungen entführt, um ihn umzubringen. Er überlegt es sich jedoch anders und knechtet ihn aufs furchtbarste.
Essen erhält er nur, wenn etwas von seinem übrig geblieben ist, bis auf einige wenige Ausnahmen. Der Junge möchte sterben, aber der Mörder wacht über ihn. Er führt ein Leben, das nicht mal ein Hund leben möchte. Später muss er bei Greueltaten zusehen, die sein Entführer verübt, auf Video oder in der Realität.

Neben den Ermittlungen auf der Suche nach dem Mörder gibt es immer wieder Einblicke in die Seele des gefangenen Jungen und seinem Peiniger.
Die Grausamkeiten, die man zu lesen bekommt, sind kaum zu toppen.

Der Autor hat von Beginn an den Spannungsbogen recht hoch angesetzt und kann diesen nicht nur halten, sondern ihn steigern. Man glaubt es kaum aushalten zu können.
Als Leser versucht man ja mit zu recherchieren, worauf hinaus es denn laufen würde. Hier lag ich völlig falsch.
Es war absolut nicht erkennbar, in welche Richtung sich der Thriller entwickeln würde. Es tun sich wirklich wahre Abgründe auf, die einen erschrecken.

Das Ermittlerteam Hunter - Garcia arbeitet effizient und zielstrebig. Sie können gut miteinander und das merkt man auch an der Art der Ermittlungen. Sie sind ein eingespieltes Team und ergänzen sich.

Mit diesem Thriller hat man ein Buch in der Hand, das den Leser auf der ersten Seite packt und ihn nicht mehr los lässt. Die relativ kurzen Abschnitte lassen sich gut lesen.
Die Ermittlungen sind spannend, die Wendungen nicht vorhersehbar und das Ende eine echte Überraschung, mit der wohl niemand gerechnet hätte.
Man erhält mit dem Buch Einblicke in die letzte Ecke einer finsteren Seele und er fährt Grausamkeiten, die seinesgleichen suchen.

Wer einen richtig guten Thriller lesen möchte, sollte sich dieser Reihe widmen, der darf aber nicht sensibel oder zimperlich sein.
Ein Buch, das ich gern weiterempfehle.

Bewertung vom 08.08.2016
Mord ahoi! / Elfie Ruhland Bd.3
Mey, Frida

Mord ahoi! / Elfie Ruhland Bd.3


sehr gut

Elfie Ruhland, die Frau, die bei unangenehmen Mitmenschen gern mal Selbstjustiz ausübt, erhält den Auftrag, eine Kreuzfahrt zu machen und dort auf dem Schiff nach dem Rechten zu sehen.
Dem Schiffseigner kommen dort auf dem Schiff einige Dinge nicht ganz koscher vor und so lässt er Elfie als unauffällige Person mitfahren, auf dass sie ihm regelmäßig Bericht erstatten soll.
Sie darf noch jemanden mit an Bord nehmen und entschied sich, nachdem ihr guter Freund sein Antiquariat nicht kurzfristig schließen konnte, für die Polizeikommissarin Alexandra von Liechtenstein. Diese hat gerade Urlaub und muss ihn allein verbringen, da ihr Verlobter eine ihm genehmere Beschäftigung vorgezogen hatte. Selbstverständlich darf auch Amadeus, der Mops, nicht fehlen.
Das an Bord nicht alles rechter Dinge ist, bemerkt Elfie recht schnell.
Viel Geld versandet im Spielcasino unter den Händen des Croupiers Leo Spielberg. Als er Elfie dann auch noch droht, ist es mit ihrer guten Meinung vorbei. Sie überlegt, ob sie sich nicht wieder ihren "Projekten" zuwenden soll und stellt den Croupier auf ihre noch nicht vorhandene Liste.
Am nächsten Tag ist er verschwunden.
Dieses Projekt hat sich also erledigt, aber was macht sie mit dem Kreuzfahrtdirektor Max Kaiser? Zu den Gästen an Bord ist er die Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit in Person, aber seinen Kollegen gegenüber, das geht ja gar nicht.
Elfie ist sich unsicher, wie sie vorgehen soll...

Was Elfie erst als gute Idee ansieht, nämlich die Polizeikommissarin Alex von Liechtensein mit an Bord zu nehmen, gefällt ihr spätestens auf dem Schiff so gar nicht mehr. Alex ahnt schon länger etwas, was Elfies "Projekte" angeht. Es ist schon auffällig, wenn in Elfies Umgebung ständig Menschen sterben, wohlgemerkt, keine Kranken oder Alten. Bis jetzt konnte Alex aber Elfie noch nichts nachweisen.
Elfie, die mit sich ringt, ob sie sich Notizen für einen neuen Fall zulegen soll oder nicht, ist sich nicht schlüssig. Natürlich kann sie nicht so agieren, wie sie es ohne Alex machen würde. Glücklicherweise hat sie ja noch immer die Ausrede, dass sie dienstlich auf dem Schiff ist, um Alex weitestgehend aus dem Weg gehen zu können.

Dieser Krimi ist nun schon der 3. seiner Art mit der Protagonistin Elfie Ruhland.
Sicher kann man dieses Buch als Einzelbuch lesen, mehr Spaß an der Protagonistin hat man jedoch, wenn man die beiden Vorbände auch gelesen hat. Man weiß, wen man mit Elfie vor sich hat und wie sie tickt.

Ich würde das Buch gar nicht als Krimi bezeichnen, irgendwie hat der schwarze Humor, der im Buch überwiegt, nichts mit einem Krimi gemein. Das was dort ermittelt wurde, empfand ich auch als Unterhaltung, habe das nicht wirklich ernst genommen wie bei einem anderen Krimi.
Das ist jetzt abwertend gemeint, denn ich mag diese Art schwarzen Humor, den die beiden Autorinnen hier gemeinsam zustande bringen.

Auf jeden Fall macht es wieder Spaß, Elfie bei ihren Projekten zu begleiten. Die Verlockung ist groß, die Polizei mit an Bord.
Ich mag die Listen von Elfie, die von Gut und Böse zeugen und Elfie mehr als einmal ins Schwanken bringen.

Lange rätselt man in diesem Fall auch mit, was denn mit dem Croupier passiert sein könnte. Die Sorglosigkeit der Beteiligten ist hervorragend zu Papier gebracht worden.

Ich liebe Elfie und ich mag ihre Art zu denken und ihre Entscheidungen zu überdenken. Die Fragen bezüglich ihrer Projekte an ihren Verlobten, der seit 30 Jahren tot ist, ist bemerkenswert. Elfie kann mit den Antworten gut leben und macht ihr eigenes Ding.
Einfach nur lesenwert.

Ich habe, wie schon bei den ersten beiden Bänden, dümmlich grinsend in der S-Bahn gesessen und mich hervorragend amüsiert und unterhalten gefühlt.
Ich hoffe doch stark, dass es nicht das letzte Buch mit Elfie Ruhland gewesen ist.

Bewertung vom 08.08.2016
Hirnzellen im Hinterhalt / Miles & Niles Bd.1 (4 Audio-CDs)
John, Jory; Barnett, Mac

Hirnzellen im Hinterhalt / Miles & Niles Bd.1 (4 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Miles Murphy zieht mit seiner Mutter in das kleine Nest Yawnee Valley und ist sauer. In seiner alten Schule war er der Streichespieler schlechthin. Sein erklärtes Ziel ist es, diesen Ruf nun auch in der neuen Schule wieder zu erringen. Aber gleich am ersten Schultag muss er feststellen, dass es bereits einen Trickser gibt und er scheint sehr gut zu sein.
Dumm nur, dass Schuldirektor Barry Barkin denkt, er wäre es gewesen und hat ihn nun auf dem Kieker.
Jedem neuen Schüler an der Schule wird ein "Pate" zur Seite gestellt, der ihn in der Schule herumführt und ihm auch zeigt, wie es langgeht. Miles wird der ruhige Niles zur Seite gestellt.
Miles tut alles, um DER Trickser der Schule zu werden, aber immer, wenn er denkt, der Streich ist gelungen, wird er von jemandem vereitelt...

Es ist immer schwer, sich in einer neuen Schule und Umgebung zurechtzufinden. So muss Miles Abschied nehmen von allem, was ihm lieb war. Seine Freunde, seine gewohnte Umgebung, sein Ruf als bester Trickser der Schule. Klar, dass er sich das alles erst wieder erobern muss. Allem voran will er wieder DER Trickser der Schule werden.
Aber er hat nunmehr seinen Meister gefunden.
Alles, was er sich gut überlegt hat, geht nach hinten los. Wie kann das denn sein? Er ist ratlos, bis sich der Trickser mit ihm treffen will und eine Zusammenarbeit mit ihm anstrebt.
Das geht natürlich gar nicht, er will DER Trickser sein und nicht im Duo auftreten. Von nun an stehen sich beide als Rivalen gegenüber. Aber verdammt noch mal, seine Streiche gehen immer nur scheinbar für ihn gut aus, das letzte Wort hat noch immer der andere. Da ist guter Rat teuer.

Ein wunderbares Buch für Kinder ab 10 Jahren. Obwohl ich längst dieser Altersklasse entwachsen bin, habe ich mich köstlich amüsiert.
Auf das Buch bin ich während einer Suche nach Hörbüchern, die von Christoph Maria Herbst eingesprochen wurden, gestoßen.
Auch bei diesem Buch ist es ein einmaliges Erlebnis, Christoph Maria Herbst zu lauschen. Er hat eine Art, den Figuren Leben einzuhauchen, die seinesgleichen sucht.
Ob nun Miles, Niles oder Schuldirektor Barkin, jeder hat seine eigene Art und Stimme, die der Sprecher fantastisch umsetzen konnte.

Die Geschichte ist witzig und humorvoll geschrieben. Schnell kennt man die wichtigsten Protagonisten und kann sich an ihnen erfreuen.
Neben Miles & Niles hat mich Schuldirektor Barkin fasziniert. Ein überheblicher versnobter, von sich eingenommener Typ Mensch, der sich auf die Tradition beruft, dass seine Vorfahren ebenfalls Schulleiter waren. Dieser Typ wird vom Sprecher besonders hervorgehoben.

Zu Yawnee Valley passt die Bezeichnung Kuhkaff so richtig. Nichts los und jede Menge Kühe auf der Weide. Natürlich gibt es auch eine wichtige Broschüre über die Kühe "1.346 spannende Tatsachen, die man über Kühe wissen sollte", die Schulleiter Barkin veröffentlicht hat.

Mir hat das Hörbuch viel Spaß bereitet. In der S-Bahn habe ich teilweise dümmlich grinsend dagesessen und habe der Stimme von Christoph Maria Herbst gelauscht. Für mich immer ein Erlebnis.
Um die beiden Protagonisten zu begleiten, muss man kein Kind mehr sein, auch als Erwachsener kann man sich an ihnen erfreuen und sie bei ihren Streichen beobachten und sich seinen Teil zu denken.

Ein Buch, das ich gern weiterempfehle.

Bewertung vom 08.08.2016
Die Nächste, bitte!
Morgowski, Mia

Die Nächste, bitte!


sehr gut

Was tut man, wenn man Flugangst hat, aber seinen Freund trotzdem in der Schweiz besuchen will? Man geht zu seinem Arzt des Vertrauens und lässt sich Tabletten verschreiben.
Leider trifft Nella nicht ihren gewohnten Arzt an, sondern dessen Sohn Dr. Paul Rosen, der die Praxis solange führen will, wie er krankheitsbedingt seinen Vater vertreten wird.
Paul Rosen passt es so gar nicht in den Kram, dass er die Praxis seines Vaters vertreten soll, ist er doch zu höherem berufen. So ist sein erklärtes Ziel, gemeinsam mit dem Schweizer Schönheitschirurgen Dr. Schümli dort eine gemeinsame Praxis zu eröffnen. Nun sitzt er aber erst einmal fest und muss so blöde Zicken behandeln, wie er sie jetzt gerade erst da hatte. Wegen Flugangst kam sie zu ihm und hat jede Menge erzählt.
Er gibt ihr ein Medikament, das er selbst auch als Probepackung erhalten hatte, ohne seine Nebenwirkungen zu kennen.

Auf keinen Fall will Paul Rosen seinen Vorstellungstermin in der Schweiz verpassen und so kommt es, dass Nella und Paul im gleichen Flugzeug Richtung Schweiz sitzen, wo er Nella auch gleich wieder als Notfall präsentiert bekommt, denn sie beginnt aufgrund der Tabletten im Flugzeug zu hyperventilieren.

Beim Vorstellungsgespräch erfährt Paul Rosen, dass die Stelle mit der Bedingung verknüpft ist, dass er verheiratet sei. Na nun ist guter Rat teuer. Da fällt ihm doch glatt Nella ein, die ist gerade in der Stadt und vielleicht lässt sie sich ja darauf ein, seine Frau zu spielen?
Lasst die Spiele beginnen ...

Ein wunderbares Buch, die Verstrickungen und Verwechslungen laden den Leser geradezu ein, sich köstlich zu amüsieren.
Zwei Personen, die sich eigentlich nicht leiden können, tun so, als ob sie verheiratet wären.
Wohin das führt und ob Dr. Paul Rosen seine Zukunft in der Schweiz verbringen wird - lasst euch überraschen.

Das Buch ist unterteilt in den Part Dr. Rosen und in den von Nella. Nellas Part unterscheidet sich von dem Rosens, denn er wurde in der Art eines Tagebuches geschrieben. Minutiös aufgelistet erscheint er nicht ganz glaubhaft, denn wer führt minutenweise ein Tagebuch, ich kenne niemanden.

Die Protagonisten bleiben ein wenig farblos, es wird nicht in die Tiefe gegangen, so dass ich mich mit ihnen nicht wirklich identifizieren konnte.

Es ist ein unterhaltsamer Roman, den man gut nebenbei lesen / hören kann, ohne mitdenken zu müssen. Man kann die Seele dabei baumeln lassen und die beiden Protagonisten in die Schweiz begleiten.

Ich habe das Buch als Hörbuch konsumiert. Die Parts von Rosen wurden durch den Schauspieler Florian Fischer, die von Nella durch Solveig Duda eingesprochen. 100%ig überzeugen konnten sie mich jedoch nicht, da fehlte es einfach ein wenig an Engagement.

Trotz allem jedoch ein Buch mit Unterhaltungsfaktor für kurzweilige Stunden.

Bewertung vom 01.08.2016
Vierundzwanzig Stunden
Musso, Guillaume

Vierundzwanzig Stunden


ausgezeichnet

Während seine Geschwister das ganze Erbe des Vaters bekommen werden, vermacht dieser ihm, Arthur Costella, einen Leuchtturm. Das Erbe wird vorab vergeben, der Vater, der nicht sein leiblicher ist, lebt noch einige Jahre.
Den Leuchtturm am Cape Cod erhält er mit der Auflage, nie eine bestimmte Tür im Keller zu öffnen. Diese wurde vor Jahren von seinem Vater zugemauert.
Da Verbote dazu gedacht sind, sie zu umgehen, war es auch für Arthur klar, dass er auf seinen Vater nicht hören würde und begab sich als erstes in den Keller. Dort öffnete er die Tür und befand sich in einer anderen Zeit ...

Arthur durchlebt sein Leben in Sprüngen. Kaum ist er angekommen, springt er in eine neue Zeit. Die magische Zahl ist 24.

Es ist schwer, diesen Roman zu rezensieren, ohne zuviel von ihm preiszugeben.
Durch die Sprünge, die Arthur macht, durchlebt er kurz einige Zeit im "realen" Leben. Dieses aber sehr intensiv, denn er weiß nicht, wann der nächste "Sprung" in die nächste Zeit erfolgen wird, er kennt nur die Vorzeichen.

Trotz dieser kurzen Episoden in seinem Leben gelingt es ihm, Lisa kennenzulernen. Diese soll ihm dabei helfen, seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Warum er ihn befreien will, lasse ich hier mal offen.

Lisa wird ihn eine ganze Zeit seines Lebens begleiten, sie trifft man in den verschiedenen Sprüngen immer wieder.
Es ist ein Leben zum Abgewöhnen, das Arthur lebt, aber er weiß, dass es irgenwann ein Ende mit dem Springen geben wird.

Die Bücher von Guillaume Musso sind immer Bücher, die man nicht aus der Hand legen möchte. So ging es mir auch mit diesem Buch.
Es ist eine eigenartige Geschichte, die man zu lesen bekommt, fremd und doch real.
Als Leser fragt man sich das ganze Buch lang, was soll das, worauf wird diese Geschichte hinauslaufen. Man erkennt keinen Sinn darin, die Sprünge, das kurze intensive Leben in der realen Zeit.
Was für ein Buch ist das? Fantasy oder was auch immer? Diese Frage wird neben allen anderen, die im Laufe des Buches auftauchen, am Ende beantwortet.
Es ist ein Ende, auf das man nicht vorbereitet ist. Meine Gedanken gingen in alle möglichen Richtungen, es war jedoch kein richtiger dabei. Und doch macht die Geschichte Sinn, lässt einen inne halten und sich besinnen.

Das ist ein Buch, das ich mit einem "Wow" für mich beendet habe.
Ein Musso geht eben immer und auch diesen empfehle ich gern weiter. Man sollte jedoch gewahr sein, dass sich erst einmal eine unglaubhafte Geschichte dahinter verbirgt.

Bewertung vom 01.08.2016
Blumentochter
Mata, Vanessa da

Blumentochter


gut

Die junge Adalgiza, Giza genannt, wächst mit ihren wenig älteren Tanten Florinda und Margarida auf. In ihrer Kindheit ist sie viel mit Florinda, die nur 4 Jahre älter ist, zusammen und verbringt viel Zeit mit ihr.
Mit der Pupertät verschiebt sich das Verhältnis.
Sie unterhalten einen wundervollen Garten voller Blumen, die sie verkaufen. Der Garten ist so groß, dass noch lange nicht alle Teile erschlossen sind, was aber langsam nachgeholt wird.
Während Giza die Blumen in der Stadt verkauft, bekommt sie das ein oder andere mit, wie Liebschaften und Geheimnisse.

Als Giza durch Zufall in den Stadtteil Vila Morena gelangt, spürt sie, dass die Menschen dort ausgegrenzt sind, fühlt sich ihnen aber sehr verbunden.
Sie muss sich heimlich hinschleichen, weil ihre Tanten eine Verbindung mit diesen Leuten nicht billigen würden.
Der bislang herzliche Kontakt zu ihren Tanten schwindet und Giza weiß nicht wieso. Sie vermutet ein Geheimnis, zu dem sie keinen Zugang hat. Ihre einzige Verbündete ist die Haushälterin Dede.

Das Verhältnis zu ihren Tanten bricht, als diese ihre erste große Liebe verhindern...

Giza ist ein kleines Kind, als sie in den Haushalt ihrer Tanten kam und wuchs bei und mit ihnen auf. Ihre Herkunft blieb lange im Buch ungeklärt und schwebte für mich immer im Raum mit.
Als die Verbundenheit untereinander in der Zeit von Gizas Pupertät nachlässt, sucht sie sich andere Verbündete und findet diese in Vila Morena, einem ausgegrenzten Ort vor der Stadt. Es gibt kaum Kontakte zwischen diesen und den Leuten aus der Stadt. Die Zusammenhänge werden Giza und dem Leser erst sehr spät offenbart.

Der Autorin Vanessa da Mata gelingt es hervorragend, Blumen und Örtlichkeiten zu beschreiben. Diese kann sie sehr genau beschreiben, so dass man sich recht schnell zurechtfindet und dem Leser auch die Blumen nicht fremd sind.

Ich habe eine Weile gebraucht, um in das Buch hineinzufinden. Der Sprachstil ist gewöhnungsbedürftig und die Beschreibungen das ein oder andere Mal etwas zu langatmig gehalten. Es erforderte Disziplin, um an der Stange zu bleiben.

Vorn im Klappentext standen Dinge, die sich wirklich erst auf den letzten Seiten zutrugen, so dass ich das ganze Buch über wartete, wann es denn passieren würde. Das fand ich ein wenig unpassend, denn so wusste ich schon im voraus, worauf es hinausläuft.

Wirklich glücklich wurde ich mit dem Buch nicht und es konnte mich schwer begeistern. Sehr blumig geschrieben, eine nette Story, aus der man sicherlich mehr herausholen könnte.