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Kleeblatt
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Berlin
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Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Insgesamt 645 Bewertungen
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Wolff, Moses Schrippenblues EUR 8,99
  • Bewertung vom 21.10.2014
  •  
    sehr gut
  • Der Bergmensch Toni liebt sein Tinerl und alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Obwohl das Tinerl seine große Liebe ist, haben sie eine Vereinbarung getroffen, dass jeder tun und lassen kann, was er mag, solange der andere nichts davon erfährt. Damit laufen sie recht gut, bis das Tinerl dem Toni auf einmal einen Heiratsantrag macht. Der, völlig perplex, reagiert ganz anders als erhofft. Nach ein paar Tagen ist das Tinerl verschwunden, mit zwei Berlinern auf den Weg in die Hauptstadt.
    Jetzt, wo sie nicht mehr da ist, merkt der Toni schon, dass sie ihm fehlt, also muss er sich selbst auf den Weg nach Berlin machen und sie suchen...

    Das ist natürlich leichter gesagt, als getan, denn Tinerl geht weder ans Telefon, noch weiß er, wo sie stecken könnte und Berlin ist halt Berlin, etwas größer als sein Heimatdörfchen.

    Aber Toni lässt sich nicht beirren, durch seine rundum kommunikative Art lernt er Menschen kennen, die ihm helfen, sein Tinerl zu finden. Aber es ist ein verdammt langer und beharrlicher Weg dahin.

    Hat man im ersten Band "Der Wildbach Toni" schon seine Mühe und Not mit dem bayerischen Dialekt gehabt, so kann man sich als Leser in diesem Band austoben. Neben bayerisch findet man berlinerisch, sächsisch und anderes. Es gibt viele Stellen, die man sich mehrmals durchlesen muss, vorzugsweise laut, damit man wirklich versteht, was gemeint ist. Der Autor macht es einem nicht leicht.

    Durch sein Verhalten ist der Toni für mich leider kein Sympathieträger. Obwohl er seiner Freundin hinterhergereist ist, um sie zu finden, ist er doch nicht abgeneigt, sich mit anderen Frauen zu vergnügen. Das hat mit Liebe so nun gar nichts mehr zu tun.

    Der Autor Moses Wolff lässt seinen Protagonisten die verschiedensten Typen kennenlernen und bringt den Leser schon das ein oder andere Mal zum schmunzeln. Auch zeigt er ihm ein wenig von Berlin und der Leser hat das Vergnügen, dabei zu sein.
    Dass es in Berlin keine Semmeln gibt, sondern diese dort Schrippen heißen, muss er auch auf die harte Tour kennenlernen.

    Dass in Berlin auch einige Dinge ganz anders laufen, als in den Bergen, lernt der Toni auch ganz schnell. Nicht alles findet er gut, wie die Autofahrer zum Beispiel, aber es gibt auch Dinge, die ihm gefallen.

    Ein Bayer, der sich in Berlin durchboxt. Ein Buch mit Humor und zum Schmunzeln.
Wolff, Moses Der Wildbach Toni EUR 8,99
  • Bewertung vom 20.10.2014
  •  
    sehr gut
  • Toni, genannt der Wildbach Toni ist nicht nur Bergführer in den Alpen, er führt auch Seminare auf dem Berg durch. Seine Kurse waren immer gut besucht, nur in letzter Zeit kamen immer weniger Touristen auf den Berg.
    Auch die allgemeine Stimmung im Örtchen ist merklich aggressiver und angespannter geworden, seit im vergangenen Jahr während der Kirchweih das Zacherl verschwunden ist. Das ist ein Fähnchen an einem Mast, der mitten auf dem Markt des Kirchweihfestes steht bzw. bis zum letzten Jahr stand. Das Zacherl ist wie das "Maskottchen" des Dorfes und sorgt allzeit für Friede und Ruhe im Dorf.
    Eins ist klar, das Zacherl muss gefunden werden und der Toni hat auch schon einen Verdacht...

    Obwohl hier ein klein wenig "ermittelt" wird, ist es kein Krimi, sondern ein Bergroman. Er spielt in den Alpen, wo der Wildbach Toni zu Hause ist. Er hat sich seinen Bergen verschrieben, könnte sich ein Leben ohne diese nicht vorstellen und möchte das auch gar nicht. Er lässt es sich gut gehen, Probleme, ein Mädel für die Nacht zu finden, hat er auch nicht. Es könnte also nicht besser für ihn laufen.
    Er macht nicht nur mit den Touristen Führungen auf den Berg, er hält sich auch privat viel dort auf, findet dort seine Ruhe. Diese ist dem Dorf, in dem er lebt nämlich abhanden gekommen, jeder zankt mit jedem und alle sind irgendwie böse miteinander. Schuld daran ist das fehlende Zacherl.

    Der Roman spielt nicht nur in Bayern, er ist auch total durchsetzt mit bayerischem Dialekt. Ich muss zugeben, dass ich mich damit recht schwer tue. Zwar gibt es zur Verständigung Fußnoten, die das bayerische eindeutschen, aber durch die Unterbrechungen ist der Lesefluss deutlich gestört, was mich zugegebenerweise genervt hat.
    Viele Weisheiten lässt der Toni los, über die man schmunzeln kann.
    Witzig fand ich die Erklärung, wie sein Namen entstand ist, da muss man erst einmal drauf kommen.

    Die Liebe zur Natur und zu den Bergen ist auf jeder Seite zu spüren. Der Autor entführt den Leser und nimmt ihn mit auf den Berg und lässt ihn genauso die Aussicht genießen, wie den Toni und seine Touristen.

    Mir ist schon bewusst, dass die Bayern recht gläubig sind, aber ehrlich gesagt, wurde mir das ein wenig zu oft in dem Buch mitgeteilt.
    Auch die Story mit den Berggeistern fand ich ein wenig an den Haaren herbeigezogen, so dass ich mich mit dem Teil der Geschichte so gar nicht anfreunden konnte.

    Ich habe lange überlegt, wie viel Sterne ich für dieses Buch vergebe. Eigentlich wären es für mich 3,5 Sterne, da wir aber keine halben vergeben, gilt der Grundsatz, im Zweifel für den Angeklagten, also 4 Sterne.
Brown, Kate Lord Das Sonntagsmädchen EUR 9,99
  • Bewertung vom 20.10.2014
  •  
    gut
  • Der Maler Gabriel Lambert lebt zurückgezogen und kann auf ein langes Leben zurückblicken.
    Sophie Cass, eine Journalistin, deren Großtante Vita einst mit dem Maler zu tun hatte, versucht seit einiger Zeit, ein Interview mit dem Maler zu bekommen. Nach einigem Briefverkehr ist es dann endlich soweit. Ihr Ziel ist es, zu erfahren, was die beiden miteinander zu tun hatten...

    Der Leser erfährt eine Geschichte, in der es nicht nur um den Maler Gabriel Lambert geht, der nach Marseille geht, um dort malen zu können, sondern es wird eine Geschichte erzählt von Liebe und Krieg.
    Großen Anteil nimmt die französische Organisation ARC, die von dem Amerikaner Varian Fry geleitet wird. Deren Ziel ist es, bekannte und berühmte Künstler vor dem Hitlerregime zu schützen und sie außer Landes zu bringen. Es sind die Jahre 1940/41, in der dieser Roman spielt. Sie arbeiten im Verborgenen und können leider nicht allen helfen, denen sie gern helfen möchten.

    Gabriel Lambert freundet sich mit Varian an und versucht dann später auch, die Ausreise zu erlangen.

    Es ist schwer, dieses Buch zu rezensieren. Es spielt in einer Zeit, die mich lesungstechnisch nicht so interessiert. Leider gab es anhand des Klappentextes keinen Hinweis darauf, dass es sich in dem Buch um die Zeit des Hitlerregimes in Frankreich handelt, sonst hätte ich wahrscheinlich die Finger davon gelassen.

    Von der Autorin hatte ich "Das Haus der Tänzerin" gelesen und war von ihrer Geschichte und ihrem Schreibstil sehr angetan. Von daher wollte ich auch das folgende Buch lesen, aber es wurde mir nicht leicht gemacht.
    Durch die ersten 200 Seiten habe ich mich regelrecht kämpfen müssen, ich kam nicht in die Geschichte hinein.
    Ich mag das Zusammenspiel von verschiedenen Zeitebenen, in denen eine Geschichte erzählt wird, aber in dieser gab es für mich keinen ersichtlichen roten Faden. Es war nicht zu erkennen, worauf die Geschichte hinauslaufen sollte und verwirrend geschrieben war sie auch noch. Mir ging nach 200 Seiten ernsthaft der Gedanke durch den Kopf, das Buch abzubrechen, aber ich habe mich dagegen entschieden.
    Obwohl es ein wenig besser wurde, konnte mich die Handlung nicht wirklich packen.
    Zugute halten muss man der Autorin, dass sie die geschichtlichen Ereignisse der damaligen Zeit und um die Organisation der ARC sehr gut recherchiert hat. Sie hat real existierende Personen mit fiktiven verknüpft, um diesen Roman zu schreiben.

    Für historisch interessierte Leser, die sich mit der Arbeit der Organisation ARC vertraut machen wollen, ist das durchaus ein lesenswertes Buch.
    Mich konnte es leider nicht überzeugen.
Vollmer, Elisabeth Picknick in der Badewanne EUR 9,99
  • Bewertung vom 20.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Mit diesem Werk der Autorin Elisabeth Vollmer hält der Leser ein Buch in den Händen, das zum Vorlesen für die ganze Familie gedacht ist.

    Im Mittelpunkt steht die FamilieSchreiber, mit Anke und Christian als Eltern und den drei Kindern Lena, Silas und Julia. Lena ist die Jüngste und geht noch in den Kindergarten, während die beiden anderen bereits Schulkinder sind.

    Während der Geschichten begleiten wir die Familie in ihrem täglichen Tun, ob es Erlebnisse im Kindergarten sind, bei den Großeltern, im Urlaub oder einfach auch nur zu Hause.
    Viele Geschichten haben Wiedererkennungscharakter, weil sie so typisch sind, dass sie sicher schon in jeder Familie vorgekommen sind.

    Da gibt es eine Geschichte, in der erzählt wird, wie ein zotteliger Hund, vor dem die Kinder Angst haben, auf Silas und Lena zugeht. Obwohl auch Silas große Angst vor dem Hund hat, stellt er sich mutig vor seine kleine Schwester.

    Andere Geschichten erzählen davon, was man gemeinsam machen kann und man bemerkt, wieviel Spaß es machen kann.
    So bekommen die Kinder jedes Jahr zu ihrem Geburtstag ein besonderes Geschenk, einen Gutschein für einen ganzen Tag, den sie mit Mama oder Papa verbringen können. Das jeweilige Kind darf dann bestimmen, was an dem Tag gemacht werden soll.

    Eine sehr schöne Idee, wie ich finde. Ebenso gefallen hat mir die Idee mit dem Familienbuch. Für jedes Jahr hat die Familie ein Buch, in dem sie alles aufschreiben, was sie so erlebt haben und was ihnen gefallen hat. Tickets, Einladungen, kleine Schätze werden dort ebenso verewigt.

    Sehr schöne Geschichten findet man in dem Buch. Probleme, die auftreten, werden ausdiskutiert oder gemeinsam Lösungen gefunden. Es wird sich gegenseitig geholfen und man merkt an den Geschichten, wie lieb sich die gesamte Familie hat.

    Im Anschluss an jede Geschichte findet man noch jeweils eine Frage zur Geschichte, stehen Gedanken für ein gemeinsames Gespräch mit den Kindern und Aktionsideen.

    Es sind wunderbare Geschichten, die man hören, lesen und mit den Kindern gemeinsam diskutieren kann.
    Auch wenn einige von ihnen christlich angehaucht sind, haben sie mir sehr gut gefallen.

    Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.
Schier, Petra Der Hexenschöffe EUR 9,99
  • Bewertung vom 20.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Deutschland im Jahre 1636.
    Der Kaufmann Hermann Löher ist schon vor ein paar Jahren mit seiner Frau Kunigunde und seinen 8 Kindern zurück nach Rheinbach gezogen, um das Geschäft seines verstorbenen Vaters zu übernehmen.
    Kunigundes Vater wurde vor 5 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt, seitdem gilt sie als eine der "versengten Art".
    Hermann wurde seinerzeit als jüngster mit 36 Jahren zum Schöffen ernannt. Er ist stolz auf sein Amt, muss aber feststellen, dass er mit seinem Amt anderen in die Hände spielt.
    Nachdem 5 Jahre Ruhe in Rheinbach herrschte, beruft der Kurfürst den Hexencommissarius Dr. Fanz Buirmann in die Stadt, der auch kurz darauf gleich eine alte Frau anklagt, eine Hexe zu sein.
    Hermann und ein anderer Schöffe widersprechen der Hexenverfolgung, kommen aber gegen all die anderen Schöffen, die Angst haben, dagegen zu sprechen, nicht an. Schon bald gerät Hermann samt seiner Familie selbst in den Strudel der Anklage und muss mit dem schlimmsten rechnen ...

    Deutschland hatte schon viele düstere Zeiten zu überstehen.
    Eine davon ist die unrühmliche Zeit der Hexenverbrennungen, die im Mittelalter in verschiedenen Städten ihr Unwesen trieben.

    Die Autorin Petra Schier beschäftigte sich bereits in ihrer Jugend mit dem Fall der Hexenverbrennungen und insbesondere dem Fall Hermann Löher. Dieser hatte als 80-jähriger eine Anklageschrift verfasst, die bis heute erhalten geblieben ist und das Unrecht, das seinerzeit in Rheinbach geschah, aufs grausamste widerspiegelt.

    Aus dieser Anklageschrift und weiteren Recherchen ist es Petra Schier gelungen, die Zeit der Hexenverbrennungen mit all seinem Grauen wieder aufleben zu lassen. Was sie nicht wissenschaftlich recherchieren konnte, hat sie gekonnt mit fiktiven Daten und Personen gefüllt, so dass ein Buch herauskam, das betroffen macht.

    Es zeigt nicht nur, wie manipulativ gearbeitet wurde, um zu erreichen, was man wollte, sei es Geld oder Macht. Wer dem Hexencommissarius widersprach, konnte sicher sein, dass auf ihn ebenfalls eines Tages eine Anklage ausgeschrieben wird. Aus Angst wurde geschwiegen, und nicht nur das, noch schlimmer. Aus Angst, trotz Unschuld, doch beschuldigt zu werden, beschuldigte man schnell jemand anderen. Meist waren es Personen, die man nicht mochte, denen man etwas nicht gönnte oder die einem einfach nur im Weg standen. Niemand überprüfte den Wahrheitsgehalt.
    Die "Wahrheit" der Beklagten bekam man letztendlich immer, dank einer ausgereiften grausamen Art und Weise, an Geständnisse herauszubekommen. Die Foltermethoden führten fast immer zum Ziel, denn unter den wahnsinnigen Schmerzen, denen die Angeklagten ausgesetzt waren, hielten nicht viele stand und gaben so zu Protokoll, was man hören wollte.

    Hermann Löher, der im hohen Alter die Geschehnisse aufgeschrieben hatte, hatte während der ersten Hexenprozesse vor 5 Jahren versucht, sich mit Geld freizukaufen, so dass er und seine Familie unantastbar bleiben sollten.
    Vehement versuchte er, die Repressalien, denen die Angeklagten ausgesetzt wurden, zu verhindern, bis er einmal zu oft widersprochen hatte.

    Es ist eine furchtbare Zeit, in die mich die Autorin Petra Schier wieder hat eintauchen lassen. Aber es ist ein Teil der deutschen Geschichte und mit der sollte man sich beschäftigen, um Bescheid zu wissen.
    Sie hat diese Zeit lebendig werden lassen, so, dass man sich als Leser in die Zeit zurückgesetzt fühlte und man den Verdacht hatte, man erlebt es live mit.
    Die aufgezeigten Grausamkeiten haben mich betroffen gemacht, ebenso die Art und Weise, wie man mit den Angeklagten umgegangen ist und vor allem, wie man das Recht beugen kann.
    Ein Buch, das noch ein Weilchen in mir nachhallen wird und nachdenklich macht.

    Für Liebhaber von historischen Romanen ist dieses Buch eine absolutes MUSS.
Küpper, Corinna; Wich, Henriette; Zöller, Elisabeth; Kolloch, Brigitte; Arold, Marliese; Bertram, Rüdiger; Kellner, Ingrid; Grimm, Sandra; Michaelis, Antonia; Niessen, Susan Die lustigsten Kindergarten-Geschichten EUR 12,95
  • Bewertung vom 13.10.2014
  •  
    sehr gut
  • In diesem Buch finden sich 41 Kurzgeschichten für die Altersklasse 3 - 6 Jahre zum Vorlesen.

    In diesen Geschichten geht es hauptsächlich um den Alltag im Kindergarten.
    Viele Fragen, die ein Kind stellt, werden dort kindgerecht in Form einer Geschichte erzählt.
    Was könnte zum Beispiel passiert sein, wenn die Mama nicht pünktlich im Kindergarten erschienen ist, um ihr Kind abzuholen oder warum kann die Freundin einen nicht mehr leiden?

    Aber es geht auch um das spezielle Miteinander der Kinder. Der eine möchte gern der Größte sein, ein anderer möchte nicht geschubst oder geboxt werden oder ein weiterer weiß nicht, wie er mit seiner Wut umgehen kann.
    Für alles gibt es Lösungen, die in dem jeweiligen speziellen Fall meist die Erzieher bringen. Lösungen, die nicht nur im Kindergarten anzuwenden sind, sondern mit den Kindern auch im privaten Umfeld.

    Es gibt auch Geschichten, die zeigen, dass es keine klassische Erziehung mehr gibt, so dass Mädchen durchaus auch Pirat spielen können, wenn sie keine Lust mehr auf Puppen haben. Ein anderes Kind macht seiner Mutter zum Muttertag eine ganz besondere Überraschung und wird von den anderen Kindern deshalb ausgelacht.

    So groß die Vielzahl der Autoren für diese Sammlung ist, so groß ist auch die der Illustratoren. Wunderschöne Illustrationen bereichern die Geschichten und machen sie nicht nur lesens- sondern auch sehenswert.

    Einige Geschichten sind besonders kurz, aber alle sind von der Länge her so gestaltet, dass man sie abends am Bett vorlesen kann.
    Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es gern weiter.
Brounéus, Fredrik Reinkarnation ist nichts für Feiglinge EUR 9,99
  • Bewertung vom 13.10.2014
  •  
    gut
  • Der Inhaltsangabe des Verlages ist nichts mehr hinzuzufügen, ohne mehr zu verraten, als gewollt.

    Als sich George, seine Freundin Kaisa, sein toter Großvater und der tibetanische Mönch Tenzin auf die Suche nach dem Leuchtturm machen, ist nicht voraussehbar, was passieren wird und auf was man sich als Leser einlässt.
    Ich zumindest hatte irgendwie völlig andere Vorstellungen vom Buch als es sich letztendlich herausstellte.

    Reinkarnation bezeichnet eine Vorstellung der Art Wiedergeburt der zumeist nur menschlichen Seele. Laut dieses Romans gibt es sie, die Wiedergeburt des Geistes, der nie ganz sterben wird, sondern immer wieder aufs neue in einem anderen Körper, egal ob Mensch oder Tier, wiedergeboren wird. So kann sie auf ewig weiterleben.

    George hat in einem seiner früheren Leben als Wissenschaftler etwas erfunden bzw. entwickelt, das er nunmehr finden und zerstören soll. Dumm nur, dass er sich an so gar nichts erinnern kann und die Suche von daher auch nicht ganz einfach ist. Nur gut, dass es Mächte gibt, die ihm helfen, indem zum Beispiel Regenbögen mit Pfeil erscheinen, die ihm über Stunden die Richtung weisen.

    Um die Sache ein wenig spannender zu machen, gibt es auch Typen, die ihn verfolgen, denn natürlich trifft die Vernichtung des Leuchtturmes auch auf Interessenten, die das zu verhindern suchen.

    Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Roman recht schwer getan habe. Das Thema Reinkarnation an sich war es nicht, was mir zu schaffen machte, es war eher die Umsetzung. Ein gerade verstorbener Großvater, der nächtens bei seinem Enkel auftaucht und ihn warnen will, Ameisen und Spinnen, die Nachrichten übermitteln und ein tibetanischer Mönch, der George mehr oder weniger freiwillig zur Suche nach dem Leuchtturm anleitet. Dazu die Freundin Kaisa, die sich mehr und mehr im Buch verändert.

    Auf mich wirkt diese Geschichte wie an den Haaren herbeigezogen. Ich konnte mich mit nicht einem der Protagonisten anfreunden und fand alle ein wenig befremdlich. Aber ich mag auch die Scheibenwelt-Bücher von Terry Pratchett nicht, die in eben das gleiche Schema fallen.
    Gestört haben mich während des Lesens auch die Fußnoten, die genausogut in den laufenden Text gepasst hätten. Nicht nur diese störten den Lesefluss, sondern auch die Dialoge zwischen George, seinem Gehirn und den anderen Organen.

    Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen, wobei ich aber denke, dass es für die Liebhaber der Terry Pratchett-Romane genau das Richtige wäre.
Levin, U. S. Sex vor zwölf EUR 9,95
  • Bewertung vom 11.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Der Autor U.S. Levin legt mit diesem Buch ein Werk vor, in dem es in vielen kleinen Episoden um das Thema Ehe und Sex geht.
    Munter und sehr humorvoll plaudert er von "seinen" Erlebnissen.

    So erfährt der Leser beispielsweise, das der Autor auf Blondinen steht und von seinem Verhältnis zum anderen Geschlecht.

    "Frauen sind auf dem Vormarsch", so lautet einer der Titel aus dem Buch. Dabei stellt er richtig fest, dass Frauen einfach wissen, wo es langgeht. Frauen haben eine genaue Vorstellung von dem, was sie wollen und was nicht. Männer hingegen verkümmern zusehends im Schatten einer dominanter werdenden Gesellschaft. Dabei erzählt er eine wahre Geschichte, die er sich selbst ausgedacht hat, der Familie Nörglig aus seinem Haus. Nach der Hochzeit mit seiner Doris wurde aus dem heiteren und lebensfrohen Gert ein ruhiges Männchen, der sich dem Kontrollzwang seiner Frau beugte. Doris wusste und managte alles. Als der nach einem Arbeitsunfall gefragt wurde, wo er denn Schmerzen hätte, wollte er, dass nach seiner Frau geschickt wurde, schließlich wüsste sie auch, wo es ihm weh tut.

    Eine ebenso amüsante Geschichte zeigt, wie es ist, wenn man einer Person seines Vertrauens ein Geheimnis erzählt, das er um Gottes Willen nicht weiter erzählen soll. Das ist wie "Stille Post" spielen. Vorn erzählt man Quark und hinten kommt Kirschkuchen raus. In dieser Geschichte geht es allerdings etwas handfester zu und überrascht mit seinem Ende.

    Hochzeitstage vergessen oder doch nicht, Sex zu dritt oder viert, Männer, die "besser" einparken als Frauen und viele andere nette Episoden erzählt der Autor U.S. Levin sehr zur Unterhaltung des Lesers.

    Ich habe mich während dieser Lektüre bestens unterhalten und musste des Öfteren mein Grinsen aus dem Gesicht wischen.

    Der Autor, mit mir fast gleich alt, erinnerte mich auch an meine Jugend, als er davon erzählte, dass er sich mehrmals den Film "Petroleum-Miezen" angesehen hatte. Den Film kennt heute sicher niemand mehr von der jüngeren Generation, aber auch mich hat er damals ins Kino gezogen und begeistert.

    Eine kleine Kostprobe aus dem Buch möchte ich noch loswerden, die den Humor des Autors zeigt:

    "... denn im Alter wird der Sex immer ausgefallener: Freitag ausgefallen, Samstag ausgefallen, Sonntag ausgefallen..." (Seite 119)

    Wer ein wenig Abwechslung und Zerstreuung beim Lesen sucht, ist mit diesem Buch bestens beraten. Die einzelnen Geschichten sind recht kurz gehalten, so dass man auch immer mal schnell zwischendurch eine lesen kann. Ich habe sie in einer Lesung hintereinander gelesen und kam gar nicht dazu, meine Mundwinkel in den Normalmodus zu parken.

    Aufgewertet wird das Buch noch durch die genialen Illustrationen des Zeichners Peter Dunsch, die man in jeder der Episoden vorfindet. Besser geht nicht.

    Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.
  • Bewertung vom 10.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Jule ist ein junges Kalb, wunderschön und darauf eingebildet. Als sie aus dem Kälbchenalter heraus ist und für das Leben lernen soll, ist ihr alles andere wichtiger als das Lernen. Sie denkt nicht daran und nach einem Streit mit ihrer Mama macht sie sich auf den Weg und verlässt die heimatliche Wiese durch ein Loch im Zaun und kommt erst zu sich, als sie ganz allein im Wald steht und nicht mehr weiß, wie sie zurückkommen soll.
    Zu allem Unglück hat sie auch noch ihre wunderschönen Flecken verloren. Was soll sie nur tun und wie kommt sie nach Hause?

    Die kleine Kuh Jule ist zwar der Meinung, dass sie nicht lernen muss, hat aber trotz allem ein offenes Wesen. Das ermöglicht ihr, auf die Kontakte, die sie im Wald trifft, einzugehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dabei erfährt sie ein wenig darüber, wie diese leben. So trifft sie zum Beispiel auf ein Reh mit seinem Kitz und einem Maulwurf.
    Sie hilft ihnen, wo sie Hilfe benötigen. Aber nicht nur Jule hilft den Tieren, diese sind ihr ebenfalls behilflich, den Weg auf ihre Wiese zu finden.

    Es ist ein sehr schönes Kinderbuch, das sich ideal zum Vorlesen eignet. Die Kapitel sind recht kurz, so dass die Kinder nicht überfordert werden und die Geschichte vielleicht so mehrere Abende verfolgen können.
    Nicht zu jedem Tier gibt es Skizzen im Buch, aber ab und an trifft man kindgerechte Zeichnungen zur Geschichte.
    Das Buch handelt von Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl und ist kindgerecht aufbereitet.

    Mir hat es sehr gut gefallen und ich werde es meiner Enkeltochter vorlesen, sowie sie alt genug dafür ist.
    Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter.
Breuer, Gabi Oma Thea macht die Fliege EUR 9,99
  • Bewertung vom 09.10.2014
  •  
    sehr gut
  • Wer hätte das gedacht. Als Oma Thea, kurz vor ihrem 100. Geburtstag, auf dem Dach steht, um sich von selbigem zu stürzen, finden sich 3 weitere Selbstmordkandidaten ein, die genau das gleiche vorhaben.
    Oma Thea ist alt geworden, musste sogar ihren einzigen Sohn beerdigen, hat so gut wie keine Familie und Freunde mehr und das Gefühl, dass selbst der Tod sie vergessen hat.
    Krankenpfleger Jan hat sehr konservative Eltern, denen er nicht zu offenbaren traut, dass er transsexuell ist und sich in Frauenkleider sehr wohl fühlt.
    Friedelies hat ihr Leben neben ihrem Mann Horst verbracht, der sich lieber mit anderen Frauen vergnügte und sie wie Dreck behandelte. Heimlich hatte sie Geld vom Kostgeld beiseite gelegt, um ihn zu verlassen und auf Mallorca ein Café zu eröffnen. Nun hat sie Post vom Amt erhalten, die Rente von Horst reicht nicht, um die Heimkosten, in dem er seit einem Schlaganfall liegt, für ihren Mann zu begleichen und so muss sie ihre Reserve angreifen.
    Susanna, von allen Sue Ellen nach der Schnapsdrossel aus der Serie Dallas genannt, ist dauernd besoffen und fühlt sich für den Tod ihrer Oma verantwortlich.
    Da stehen die 4 nun auf dem Dach und wollen sterben. Aber nicht gemeinsam, jeder wollte dies in Ruhe tun. So beschließen sie, ihren Tod um eine Woche zu verschieben, denn es gibt noch für jeden etwas zu tun ...

    Der scheinbar einfache Wunsch von Thea ist, einmal in ihrem Leben Achterbahn zu fahren. Sie hat sich nie getraut, hatte immer Angst, dort einen Herzinfarkt zu bekommen, aber nun, da sie eh Abschied nehmen will vom Leben ist es auch egal. Aber so einfach es sich anhört, lässt es sich nicht leicht umsetzen, denn die Betreiber der Achterbahn sind nicht willig, eine solch alte Person auf ihrer Bahn fahren zu lassen.
    Jeder hat noch eine Angelegenheit offen, Jan möchte sich seinen Eltern gegenüber outen, Su Ellen mit ihrer Zwillingsschwester sprechen, was nur im nüchternen Zustand möglich ist und Friedelies will sich an ihrem Mann rächen, indem sie mit einem Liebhaber vor ihrem bewegungsunfähigen Mann posiert.
    Su Ellen, die auf der Straße lebt und Jan, der nach seinem Outing von seinen Eltern auf die Straße gesetzt wird, finden Unterschlupf bei Friedelies.

    Probleme sind vorprogrammiert und auch der Glaube, dass nicht alles so glatt abgeht, wie geplant.
    Der Leser wird in diese Gruppe von 4 Todeskandidaten hineinkatapultiert und darf alles live miterleben.
    Es gibt Erfolge zu verzeichnen, was die Umsetzung ihrer noch unerledigten Dinge angeht, aber auch Misserfolge.
    Es wird eine alte Liebschaft wieder aktiviert, Horst stirbt plötzlich und unerwartet und die Frage steht in dem Raum, war es Mord?

    Oma Thea hält alles ein wenig zusammen, fühlt sich aber auch manches mal außenvorgesetzt und wird unleidlich. Aber irgendwie hat sie ihre Finger überall mit bei und kann es nicht lassen, sich einzumischen.

    Die Protagonisten sind, obwohl lebensmüde, relativ erfrischend. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und denkt, durch den Sturz vom Dach allem Elend zu entkommen. Glücklicherweise lässt die Autorin das nicht zu und so hat der Leser seinen Spaß an allem.

    Bis zum Schluss ist wirklich offen, wie die ganze Geschichte ausgehen wird. Einiges kann man sich denken, aber es gibt doch Überraschungen.
    Das Buch lässt sich sehr gut lesen und es macht einfach nur Spaß, die 4 so unterschiedlichen Protagonisten zu begleiten.

    Mir hat das Buch gefallen. Es ist eine tolle Lektüre für zwischendurch und zum abschalten.
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