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Kleeblatt
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Berlin
Über mich:
Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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272 (erhaltene)
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Bewertungen


Insgesamt 655 Bewertungen
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Reiter, Sylvia Rock the kitchen! EUR 24,99
  • Bewertung vom 19.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Rockthekitchen ist ein Buch, das eine deutsche Bloggerin geschrieben hat.
    Die Rezepte hören sich nicht nur gut an, sie schmecken auch.

    Das Buch ist unterteilt in folgende Rubriken:
    - Breakfast
    - Lunch
    - Teatime
    - Dinner
    - Everytime

    Die ausgewählten Rezepte sind ausführlich beschrieben und lassen sich gut nacharbeiten.
    Es gibt Rezepte mit Zutaten, die ich selbst nicht unbedingt zusammengetan hätte, die aber letztendlich harmonieren und auch noch schmecken.
    So kann man beispielsweise zum Frühstück Schoko-Blaubeer-Pancakes wie auch Kartoffel-Tortilla oder auch Rezepte für selbst gebackene Brote finden.
    Zum Lunch werden verschiedene Suppen angeboten oder Rezepte wie die mit den klangvollen Namen Burrata, Straccetti oder auch Sushi in verschiedenen Varianten. Oder wie wäre es mit einem Flammkuchen mit Kürbis, Gorgonzola und Pinienkernen? Das Wasser läuft einem schon beim Durchlesen im Mund zusammen.
    Zur Teatime werden Macarons, Cantuccini, Kekse und Pops angeboten, aber auch der Kalte Hund und Brownies fehlen nicht.
    Rosenkohl-Hackfleisch-Tarte, Asia-Bolognes oder auch Falafel kann man hingegen zum Dinner verzehren. Interessant sind da auch die Mangold-Lachs-Buletten.
    Wer ein Rezept für Kürbiskerneis sucht, wird unter der Rubrik Everytime genauso fündig wie bei der Suche nach Marzipan-Mohn-Eis, Tonkabohnen-Vanille-Sirup oder Himbeersalz.

    Schon allein die Titel verraten Fantasie und Fingerspitzengefühl für das Zusammenspiel der verschiedensten Zutaten.

    Die Rezepte sind größtenteils bebildert mit Fotos, die Appetit machen.

    Ich habe einiges ausprobiert. Ein wenig hat mich bei den Rezepten geärgert, dass unter der Rubrik Zubereitung das Würzen von Salz und Pfeffer immer erst zum Schluss stand statt an der Stelle, wo ich eigentlich hätte würzen wollen und müssen. So ist meine Spinatquiche sehr nüchtern ausgefallen, weil im Spinatteil so gar nichts drin war an Gewürzen, denn nach Beschreibung sollte ich zum Schluss würzen, da wars aber zu spät, um noch etwas würzen zu können.
    Nun, das ist mir zweimal passiert und dann habe ich für mich entschieden, nicht bis zum Ende zu warten, damit ich Geschmack ins Essen bekomme.
Brackmann, Uwe Löwenjagd. Kriminalroman (eBook, ePUB) EUR 3,99
  • Bewertung vom 19.11.2014
  •  
    gut
  • Löwenjagd ist ein Roman, in dem vom Löwen selbst, einem Meisterdieb, drei große Einbrüche erzählt werden.
    Er ist äußerst umsichtig und möchte alles im verborgenen machen. Es soll niemand zu Schaden kommen, das ist ihm wichtig.
    Von langer Hand plant er seine Einbrüche, Informationen bekommt er zum großen Teil sogar aus dem Internet.
    Einbrüche tätigen ist seine Arbeit, er braucht das Geld, denn seine Tochter steht kurz vor dem Juraexamen. Diese weiß natürlich nichts vom Doppelleben ihres Vaters, denkt sie doch, dass er freier Mitarbeiter eines Braunschweiger Architektenbüros ist. Nach dem Tod seiner Frau hatte er nicht nur dieselbige verloren, sondern auch noch seinen Job.
    So sieht er sich jetzt gezwungen, das Geld durch Einbrüche zu verdienen.

    Bei seinen Coups hat er auch eine kleine Assistentin, Charlett, ein Rhesusäffchen.

    Während seiner drei Coups erzählt er minutiös, was er gerade macht und welche Werkzeuge er gebraucht.
    Für den einen mag das interessant sein, für mich war es zu genau. Ich habe nicht vor, in nächster Zeit einen Einbruch irgendwo zu starten, so dass ich nicht wissen muss, welches Werkzeug genau ich dazu brauche.
    Es war mir zu detailliert, so dass ich mich nicht voll auf das Buch konzentrieren konnte, da meine Gedanken sich an vielen Stellen selbständig machten, was ich sehr schade finde.

    Die Gestaltung des Covers spricht mich überhaupt nicht an. Es ruft nicht nach mir und macht mich auch nicht neugierig auf das Buch, was für mich auch mit Zweck eines Covers ist. Dieses hier ist düster und der Mann wirkt auf mich böse. Im Laden auf dem Tisch hätte es bei mir keine Chance.

    Der Schreibstil des Autors war locker und flüssig und ließ sich gut lesen.
    Aus den genannten Gründen muss ich leider 3 Pfötchen abziehen, da mich das Buch nicht überzeugen konnte.
Genechten, Guido van Ben der Schneemann... EUR 13,90
  • Bewertung vom 15.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Der kleine Schneemann Ben ist wieder da. Gerade zur rechten Zeit, denn die Zeit des Winters ist schon nah.
    Ben, der inzwischen einige Freunde im Eisland gefunden hat, erfreut sich dort seines Lebens. Sie spielen viel zusammen, und eine deftige Schneeballschlacht macht allemal Spaß.
    Da kommt eines Tages Dimitri zu ihnen, ein Schneemann ohne jegliche Kopfbedeckung. Jeder von ihnen hat irgendetwas auf dem Kopf, Eimer, Mützen, Blumentöpfe, was immer man dazu nehmen kann, nur Dimitri nicht.
    Er erzählt ganz traurig, dass auf seiner Reise sein Zylinder bei einem Sturm von seinem Kopf herunterwehte und er ihn nicht wieder gefunden hatte.
    Ben, dem Dimitri leid tat, nahm seine Mütze vom Kopf und borgte sie ihm. So konnte er sich wieder ein Weilchen an einer Kopfbedeckung erfreuen.
    Als er aber nun seine Mütze nach einer Weile zurückforderte, wollte Dimitri diese nicht mehr herausrücken.
    Eine Lösung muss gefunden werden...

    Ben der Schneemann erfreute mich schon im vergangenen Jahr mit seiner Geschichte und seinen liebevoll gezeichneten Bildern.
    Der Autor Guido van Genechten hat nun eine weitere Geschichte mit Ben dem Schneemann vorgelegt.
    Er hat das Thema teilen in eine Geschichte verpackt und kindgerecht aufbereitet.
    Teilen ist im Kinderalter ein Ding für sich, denn was gefällt, behält man gern für sich selbst.
    In diesem Buch wollte Dimitri die geborgte Mütze nicht mehr zurückgeben, also musste eine Lösung gefunden werden.
    Diese ist so klar und einfach, dass jedes Kind sie verstehen wird.

    Es ist ein wunderschönes Buch mit gewohnt schönen Zeichnungen des Autors Guido van Genechten. Farbenfroh, auf jeder Seite, selbst auf den Innenseiten des Buchdeckels, lässt sich die Geschichte wieder sehr gut nachvollziehen.
    Das angenehme Format macht ein gemeinsames Lesen und Anschauen des Buches mit dem Kind zu einem wirklichen Erlebnis. Es gibt viel zu sehen und einen Inhalt, über den man im Nachhinein mit dem Kind reden kann.
    Das Buch ist ab 4 Jahre ausgelegt und dafür finde ich es passend.

    Ein sehr schönes Kinderbuch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Winslow, Don Missing New York / Frank Decker Bd.1 EUR 14,99
  • Bewertung vom 13.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Frank Decker, ein Cop, der seinen Beruf liebt, dessen Ehe aber gerade auf dem Nulllevel steht, bekommt einen Fall übertragen, bei dem ein Mädchen verschwunden ist.
    Eine halbe Stunde ist bereits vergangen, als die Mutter der vermissten Hailey sich an die Polizei wendet. Alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel werden eingesetzt, um das Mädchen zu finden, erfolglos.
    Kurze Zeit später verschwindet ein weiteres Mädchen, das nur tot aufgefunden werden konnte.
    Frank Decker lässt der Fall Hailey keine Ruhe, zumal er ihrer Mutter versprochen hatte, das Kind zu finden. Er kündigt seinen festen Job und macht sich allein auf die Suche, denn er kann und will nicht akzeptieren, dass Hailey tot ist. Er verfolgt jede kleine Spur, bis er nach einem Jahr an dem Punkt steht, wo er sich fragen muss, ob er weitermachen oder aufgeben soll und akzeptieren, dass es vorbei ist ...

    Für mich war Don Winslow bislang ein Autorenname, der mir zwar geläufig war, von dem ich aber noch nichts gelesen hatte. Das sollte sich mit dem Auftakt dieser neuen Reihe um den Ermittler Frank Decker ändern.
    Frank Decker ist Cop mit Leib und Seele und hat noch eine Karriere vor sich. Diese und seine Aussicht auf die Pension lässt er fallen, als er sich intensiv um den Fall des kleinen Mädchen Hailey kümmert. Hailey ist ein Mischlingskind und die Vermutung liegt nahe, dass nach farbigen Kindern nicht unbedingt hartnäckig gesucht wird.
    Aber Frank Decker lässt das Schicksal dieses kleinen Mädchens nicht in Ruhe, er ermittelt privat weiter. Er glaubt auch nach einem Jahr intensiver Suche fest daran, dass Hailey noch lebt, irgendwo da draußen ist und nur noch von ihm gefunden werden muss.
    Er geht jedem noch so kleinen Hinweis nach und versucht das scheinbar unmögliche. Bis er eines Tages eine Zeugenaussage bekommt, die seine Ermittlungen in eine völlig andere Richtung bringen.

    Dem Autor ist es gelungen, mich von Anfang an mit seinen Ermittlungen in seinen Bann zu ziehen.
    Von Beginn an wird Spannung erzeugt, die sich rasant steigert. Es gibt keinen abflauenden Spannungsbogen, im Gegenteil, er wird zügig angezogen.

    Frank Decker ist ein sympathischer Protagonist, der auf der Seite der Opfer steht und wirklich alles versucht, um ihnen zu helfen, auch wenn es letztendlich ans eigene Geld geht. Er steht zu dem, was er macht und verschließt die Augen nicht vor Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen. Er ist der Ermittler, den man sich wünschen würde, wenn man einen braucht. Einen, der sich in den Fall verbeißt und nicht locker lässt, bis er am Ziel ist.

    Der Autor hat für die Recherche zum Buch einen großen Teil aus seinem eigenen Background nehmen können. Er hatte selbst eine Zeit als Privatdetektiv gearbeitet. Weitere Informationsquellen waren die Zentrale für verschwundene Kinder und das FBI-Handbuch zum Vorgehen nach der Meldung eines vermissten Kindes. Die Recherche ist umfassend und glaubwürdig umgesetzt worden.

    Die Gestaltung des Covers finde ich sehr gelungen. Durch Zufall entdeckte ich, dass Titel und Autorenname fluoreszierend sind, denn sie leuchten im Dunkeln, nachdem sie eine Weile dem Licht ausgesetzt waren. Das war schon irgendwie eigenartig und für mich völlig überraschend, als das Buch im Flur vor sich hin leuchtete.

    Für mich ist dieses Buch der Einstieg in die Welt des Don Winslow, denn ich weiß mit Sicherheit, dass es zwar mein erstes Buch von ihm gewesen ist, jedoch nicht mein letztes.

    Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter.
Jary, Micaela Das Haus am Alsterufer EUR 9,99
  • Bewertung vom 12.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Drei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können. Ellinor, die Älteste, hilft ihrem Vater in seiner Firma und arbeitet eng mit anderen Frauen in der Frauenbewegung mit. Nele, die mittlere Schwester, lebt und studiert in München Malerei und Lavinia, Livi genannt, erfüllt alle Kriterien, die man einem verwöhnten Prinzesschen zusprechen würde.
    Diese redet sich eines Tages ein, in den Architekten Konrad Michaelis verliebt zu sein und kann auch die Hochzeit, die alles andere als standesgemäß ist, durchsetzen.
    Nele, die ihren künftigen Schwager per Zufall kennenlernt, ahnt nicht, wen sie vor sich hat und verliebt sich in ihn. Konrad Michaelis, der sich von Livi bedrängt fühlt und Nele ebenfalls liebt, sieht keine andere Möglichkeit, als der Ehe mit Livi zuzustimmen, aber zu welchem Preis...

    Was für eine wunderbare Geschichte, war mein erster Gedanke, der mir nach dem Zuklappen des Buches spontan in den Kopf stieg. Mein zweiter ging dahin, dass ich froh war, in einer Zeit zu leben, wo Verbindungen nicht nach gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen geschlossen werden.

    Micaela Jary, von der ich schon ein paar Bücher gelesen habe, hat sich mit diesem Buch selbst übertroffen.
    Sie hat mich gepackt, in die Story förmlich hineingeworfen und erst wieder entlassen, als ich die letzte Seite umgeblättert hatte.

    Livi, ein verwöhntes Mädchen aus gutem Haus ist gelangweilt und weiß, welche Knöpfe sie drücken muss, um ihren Willen durchzusetzen. Sie inszeniert einen kleinen Skandal, indem sie am hellichten Tag den verdutzten Architekten Konrad Michaelis auf der Straße ungeniert küsst, der es ihm unmöglich macht, aus dieser ausweglosen Situation herauszukommen, ohne sich beruflich zu schaden. Aber nach der Hochzeit ist auch nicht alles so, wie es sich Livi vorstellt. Plötzlich ist da jemand, der ihr was zu sagen hat und der das auch tut, der eine eigene Meinung aufbringt und es dauert nicht lange und Livi tut die Hochzeit schon leid. Keine Bälle für junge Mädchen mehr und auch kein Getuschel mehr mit Freundinnen, sie ist mit sich und der Welt unzufrieden.
    Livi und Konrad gehen bald getrennte Wege, dann bricht der 1. Weltkrieg aus und Konrad meldet sich als Freiwilliger.

    Helene, Nele genannt, kommt mit der Situation, Konrad zu lieben, ihn aber nunmehr als Schwager zu haben, nicht klar und wird krank. Sie geht in die Schweiz und versucht, sich dort, abseits ihrer geliebten Malerei, ein neues Leben aufzubauen.

    Der Roman beginnt im Jahr 1911 und zeigt eine Zeit auf, in der das Leben nach gesellschaftlichen Zwängen organisiert ist. Victor Dornhain, der verwitwete und recht gut betuchte Reeder mit 3 Töchtern lebt zusammen mit seiner Mutter, die die völlige Kontrolle über das Haus und die Mädels hat. Gesellschaftliche Skandale passieren nur anderen, nie ihnen und so wird auch alles getan, dass Livis "Auserwählter" an der Stange bleibt.
    Es ist schon schlimm genug, dass Nele allein und völlig ohne Kontrolle in München lebt und studiert.

    Die Autorin Micaela Jary hat ihre Geschichte wieder sehr gut recherchiert, was die historischen Fakten anbelangt, die örtlichen Begebenheiten sowohl in Hamburg und München wie auch in der Schweiz. Die Liebe zum Detail ist zu merken und als Leser findet man sich anhand der Beschreibungen mittendrin wieder. Man hat das Gefühl, man würde alles mit eigenen Augen sehen und miterleben.
    Selbst vor den Gräueltaten im Krieg verschließt sie nicht die Augen und zeigt sie auch dem Leser auf.

    Micaela Jary hat einen fesselnden Roman geschrieben vor historischem Hintergrund. Liebe, Leid, Egoismus, Intrigen, Lügen und Krieg sind fest miteinander verwoben und machen das Buch zu einem Schauplatz der Gefühle, nicht nur der Protagonisten, sondern auch der des Lesers.
    Ich habe hauptsächlich mit Nele, Konrad und Klara mitgefühlt, gelitten und gehofft, dass alles ein gutes Ende nehmen würde.

    Für dieses Buch gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.
Gurian, Beatrix Stigmata EUR 16,99
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 07.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Emma, deren Mutter gerade nach einem Unfall verstorben ist, ist verstört, als sie kurz darauf einen Brief bekommt, in dem ein Foto steckt und die Aufforderung, in einem Camp nach dem Mörder ihrer Mutter zu suchen.
    Obwohl sie geschockt ist von der Aussage, dass es kein Unfall gewesen sein soll, muss sie nicht lange überlegen, sondern meldet sich in dem benannten Camp an. Schon allein die Anreise gilt als Bewährungsprobe und als sie endlich ankam, findet sie dort ein heruntergekommendes Gebäude vor.
    Eigenartige Dinge passieren, viele von ihnen sind nicht erklärbar.

    Die Lehrer wie auch Emmas 3 Mitstreiter Phillipp, Tom und Sophia sind von ihr schwer einzuschätzen. Es stellt sich die Frage, kann man ihnen trauen oder ist man besser dran, wenn man für sich bleibt.

    Es dauert nicht lange und Emma ist sich sicher, dass ihre Mutter in ihrem Alter in genau demselben Camp gewesen ist, obwohl sie diese nie davon hat sprechen hören. Was geschah damals und wieso ist ihre Mutter umgebracht worden und vor allem, von wem?

    Der Autorin Beatrix Gurian ist es gelungen, den Leser mit in dieses Camp zu nehmen. Es ist ein Trip, der einen schauern lässt und die Gänsehaut aktiviert. Ich fühlte mich regelrecht in dieses Camp hineinversetzt. Das schaurige und beklemmende, das die alten Gemäuer ausstrahlen, wirkte auch auf mich. Die Ängste, die Emma im Keller fühlte, als sie dort eingeschlossen war, waren auch meine.
    Ich habe lange nicht mehr erlebt, wie jemand diese Atmosphäre mit Worten so gut beschreiben kann, dass man als Leser das Gefühl hat, man würde es tatsächlich erleben.
    Großen Anteil daran hat mit Sicherheit auch die Gestaltung des Buches. Ausgestattet mit vielen auf alt getrimmte, in grün / schwarz hinterlegte Fotos, die genau das widerspiegeln, was Inhalt des Buches ist. Die Fotos haben etwas unheimliches an sich, sind schaurig und geheimnisvoll.

    Diese Fotos werden Emma zugespielt. Sie stehen alle im Zusammenhang mit ihrer Mutter, mal ist sie selbst abgebildet, mal sind es Notizen von ihr. Emma lernt bei ihrer Suche eine Mutter kennen, die sie so nicht kannte. Eine junge Frau, die ihr ihr Leben lang fremd war. Im Nachhinein musste Emma feststellen, dass sie aus der Jugend ihrer Mutter nichts wusste.

    Zwischen den Ereignissen, die sich heute abspielen, sind kleinere Episoden enthalten, die von Agnes erzählen, Emmas Mutter.

    Lange fragt sich der Leser, wohin das alles führen soll. Es werden Vermutungen angestellt, wem sie diese Camperfahrungen zu verdanken hat und wer der Täter sein könnte. Die Autorin hält sich diesbezüglich bis zum Ende bedeckt. Die Auflösung ist überraschend, im Nachhinein aber logisch und glaubhaft.

    Die Gestaltung des Covers ist mehr als gelungen. Es ruft einen regelrecht, wenn man es im Buchladen liegen sieht. Man muss es sich ansehen. Auch dieses ist in grün / schwarz gehalten mit silberner Schrift und Ranken. Ein absoluter Hingucker.
    Die Kapitelanfänge sind in grüner Farbe gedruckt und wurden jeweils mit einem Schnörkel versehen.
    Die Abschnitte, in denen es um Agnes' Erlebnisse geht, sind auf der jeweils ersten Seite mit einem grünfarbigem Band gekennzeichnet. Es ist absolut stimmig und steigert die Lust am Lesen.

    Es ist ein wunderbares Buch voller Spannung, Geheimnisse und der Suche nach der Wahrheit.
    Mir hat es sehr gut gefallen und so empfehle ich es auch sehr gern weiter.
Arnold, Kajsa Jaden - Kissing a Stranger EUR 7,99
  • Bewertung vom 06.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Ava, die aus verschmähter Liebe vor 12 Jahren ihre Heimat verlassen hat, ist zurück gekommen. 14 Tage wollte sie wieder einmal mit ihrer Mutter und deren Mann verbringen. Und nach Möglichkeit nicht an Jaden denken.
    Gar nicht so einfach, denn dieser steht ganz plötzlich in der Tür und ist verdammt präsent, so wie er dasteht.
    Aber sie will ihn nicht an sich heranlassen, zuviel ist vor 12 Jahren geschehen...

    Ava ist inzwischen eine sehr bekannte Bestsellerautorin, die sich ihr Leben neu aufgebaut hat, nachdem sie vor 12 Jahren ihre Heimat verlassen hatte.
    Tief enttäuscht von ihrer Liebe zu Jaden, der plötzlich verschwand und nie wieder nach ihr fragte oder suchte.
    Eigentlich hofft Ava, dass das Thema Jaden vor Jahren abgehakt wurde, aber als sie nun wieder vor ihm steht, sind ganz schnell alle Vorsätze, sich nicht wieder auf ihn einzulassen, völlig aus ihrem Hirn verschwunden.

    Nun treffen beide nach so langer Zeit wieder aufeinander und beide stellen fest, dass sie noch immer einander verfallen sind und die Liebe nie aufgehört hat, aber es steht so vieles zwischen ihnen, das unüberwindbar zu sein scheint.

    Nachdem ich Teil 1 der Jaden-Reihe gelesen hatte, war ich schon angefixt. Teil 2 kenne ich leider nicht, hatte aber vom Verständnis her keinerlei Probleme, die Story zu verfolgen. Es wird immer wieder in kurzen Worten auf Vergangenes verwiesen, so dass die Zusammenhänge schnell wieder da sind und man als Leser nicht das Gefühl hat, völlig im Dunkeln zu stehen.
    Man könnte diesen 3. Teil auch völlig losgelöst lesen, macht aber keinen Spaß, denn es fehlt das Kennenlernen der Protagonisten aus Teil 1.

    Natürlich ist das Ende wieder so, dass man dasteht und denkt, wo ist der nächste Teil? Es endet mit einem fiesen Cliffhanger, der den Leser zappelnd zurücklässt.

    Es war mir wieder ein Vergnügen, die Protagonisten der Autorin Kajsa Arnold zu begleiten und das auf all ihren Irrungen und Wirrungen durch die Liebe.
    Das Buch wie immer viel zu kurz und viel zu schnell gelesen. Ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann und mit dem man ganz hervorragend mal die Seele baumeln lassen kann, um abzuschalten.
    Wer die Bücher von Kajsa Arnold kennt, kommt um dieses auch nicht drum herum und wird es lieben.
  • Bewertung vom 05.11.2014
  •  
    sehr gut
  • Owen Wedgwood ist Koch bei Lord Ramsey und zufrieden mit dem, was er macht und wo er lebt. Bis eines Tages die Piratin Hannah Mabbot in dessen Haus eindringt und so gut wie alle ermordet, voran Lord Ramsey. Mit schlotternden Knien übersteht Owen das Massaker und wird kurz darauf von Hannah Mabbot auf deren Schiff entführt, das auch kurz darauf ablegt.
    Owen ist aber nicht für die See gemacht, ihm wird schlecht auf dem Wasser und er ist alles andere als glücklich über seine momentane Situation.
    Hannah Mabbot ist die Kapitänin auf dem Schiff, berühmt und berüchtigt. Sie kommandiert schon lange das Schiff und die Besatzung ist ihr ergeben.
    Owen hat sie auf ihr Schiff entführt, damit er ihr an jedem Sonntag ein vernünftiges Menü kocht. Schmeckt es, ist alles gut, schmeckt es nicht, wird er um einen Kopf gekürzt. Eine Option, die ihm so gar nicht gefällt und so ist er bestrebt, aus Nichts, ein Essen zu bereiten, das der Kapitänin genehm ist.

    Während die Kapitänin ihre eigenen Interessen verfolgt, sie will unbedingt den Fox, ebenfalls einen Piraten, fangen, lässt Owen nichts unversucht, vom Schiff zu flüchten und nutzt jede sich ihm bietende Chance.
    Aber wird es ihm gelingen, die Freiheit wieder zu erlangen? ...

    Während sich Owen die ganze Woche überlegt, was er Hannah Mabbot am Sonntag vorsetzen soll, obwohl die Vorräte an Bord recht dürftig und so gar nicht für kulinarische Ausflüge geeignet sind, dreht sich in seinem Kopf auch alles um seine Flucht.
    Er war dabei, als die Kapitänin seinem Arbeitgeber, Lord Ramsey, eine Kugel durch den Kopf gejagt hatte und macht sich wegen ihrer Grausamkeiten keinerlei Illusionen. Er verachtet sie und was sie darstellt. Hilflos muss er ebenfalls zusehen, wie andere Schiffe gekapert werden und die Besatzung ermordet.
    Was er nicht wirklich verstehen kann, ist ihre krampfhafte Suche nach Fox, dem anderen Piratenkapitän.
    Während eines seiner Fluchtversuche kommt er einem Geheimnis auf die Spur und einige Zusammenhänge sind ihm klar. Auch wenn ihm sein ehemaliger Arbeitgeber inzwischen in einem anderen Licht erscheint, will er nichts sehnlicher, als nach Hause, wo auch immer es nunmehr sein möge.

    Der Autor Eli Brown entführt Owen und seine Leser in die Zeit, als Piraten die Häfen und das Meer unsicher machten. Zu Beginn des 19. Jhs. ist der stärkere auf See der Sieger. Macht, Manipulationen, Gier machen es einzelnen leicht, sich unter dem Mäntelchen des Rechtschaffenen an anderen zu bereichern und sogar politisch an den jeweiligen Strängen zu ziehen.

    Bewundernswert ist Owen und sein Wirken in der Küche. Er ist wie ein Gott, der aus fast nichts noch etwas kreieren kann. Bei den genannten Gerichten lief selbst mir das Wasser im Mund zusammen, so dass es im nachhinein nicht verständlich ist, warum es keinen Anhang mit den Rezepten gibt. Das wäre der absolute Clou gewesen.

    Das Buch hat von allem ein wenig. Ein bisschen Geschichte, eine Piratengeschichte, wie man sie sich wünscht, Abenteuerfeeling, ein paar Geheimnisse, eine zarte Liebe und vor allem Spannung.
    Niemand ahnt, wie das Buch enden wird. Auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte, erscheint es mir, so wie es ist, glaubhaft.
    Anfangs empfand ich das Buch als ein wenig langatmig, aber einmal richtig Seeluft geschnuppert, nahm es dann doch bald Fahrt auf und schipperte mich bis zum Ende in seinen Gewässern.
Wigge, Michael Auf dem Tretroller durch Deutschland EUR 14,99
  • Bewertung vom 03.11.2014
  •  
    sehr gut
  • Michael Wigge lässt sich gern auf Herausforderungen ein. Nach seinen Experimenten "Wigges Tauschrausch" und "Ohne Geld bis ans Ende der Welt" wurde an ihn herangetragen, mit dem Tretroller Deutschland der Länge nach "abzurollern".
    Gesagt, getan. Zeit wurden ihm 80 Tage zugestanden, er selbst wollte in der Zeit 30 Geschichten erzählen. Die Wette war schnell abgemacht, ein Tretroller besorgt, Trainingseinheiten wurden absolviert.
    Am 1. April beginnt die Tretrollerchallenge auf der Insel Sylt, die ihn in 80 Tagen nach Bayern führen soll.
    Aber ist es überhaupt zu schaffen? ...

    Michael Wigge nimmt den Leser mit auf eine vergnügliche Reise durch unser Land. Deutschland lernt man mit ihm gemeinsam ein wenig anders kennen.
    Michael Wigge durchquert das Land mittels eines Tretrollers, was ja nun nicht unbedingt typisch ist. Es ist ein langsames Vorankommen und vor allem ein recht mühsames. Obwohl er sich die Route von einem Navi-Spezialisten hat zusammenstellen lassen, muss er feststellen, dass diese nicht gut durchdacht ist, denn einige Wege führen ihn auf Landstraßen entlang, statt wie gewünscht auf Fahrradwegen. Dass das Stress pur ist, kann man sich schon denken, wenn man es nur liest.
    Die erste Hürde zu nehmen heißt, durch den Sylter Sand den Tretroller zu schieben, bis er auf einen Fahrradweg trifft. Nur gut, dass er körperlich so weit fit ist, sonst wäre die Challenge bereits hier zu Ende, bevor sie überhaupt begonnen hat.

    Der Autor lässt den Leser nicht nur am Kennenlernen der anvisierten Orte teilhaben, sondern auch an den Gedanken, die ihm nach und nach durch den Kopf gehen, basierend auf Erlebnisse während der Fahrt.
    Seine Gedanken zum Alter sind interessant und regen selbst zum Nachdenken an. Plötzlich befindet man sich am Ende des Zeitstrahls und denkt, ups, schon zu Ende?

    Hat man sich auf das Buch eingelassen, ist man unterwegs mit Michael Wigge. Man ist dabei, wenn er den tiefsten Punkt Deutschlands besucht, wenn er sich das kleinste Haus ansieht, in dem einst 11 Menschen lebten, wenn er Versuche im Rhönrad macht oder wenn er die VW-Stadt Wolfsburg besucht. In Wolfsburg gibt es scheinbar nichts, was nicht mit VW zu tun hat, selbst die Currywurst musste dran glauben.

    Als Leser ist man hautnah dabei, als er von einem Fahrrad fahrenden Jungen abgehängt wird und auch, als ihn ein Tankstellenman verfolgt. Einige Situationen sind so komisch, dass ich schmunzeln musste.
    Einige Male versucht er, Ortsansässige, Touristen oder andere zu einer Auskunft zu bewegen, aber auch das oftmals mit mäßigem Erfolg. Entweder sind seine Anliegen zu verrückt und er wird nicht ernst genommen, oder die angesprochenen Personen haben keine Lust, sich mit ihm auseinanderzusetzen bzw. auch noch dabei gefilmt zu werden.

    Der Leser sieht Deutschland nicht nur durch die Augen von Michael Wigge, er bekommt auch noch ein wenig Hintergrundwissen.
    Dass früher Handwerker auf die Walz gingen, war mir bekannt, dass es auch heute noch getan wird, war mir ehrlich gesagt, nicht bewusst.

    Feststellen musste er jedoch auch, dass die gesellschaftliche und kulturelle Zusammenführung von Ost und West noch lange nicht abgeschlossen ist und das 25 Jahre nach der Wende.

    Egal, ob es ihn nach Thüringen zum schiefsten Kirchturm führte, er eine Sammlerin aufsuchte, die Zucker sammelt, er sich bei den Sandmännern rumtrieb oder im Geburtsort der Gartenzwerge aufschlug, es machte mir Spaß, Michael Wigge zu begleiten.
    Er zeigte mir ein wenig von Deutschland, das ich so noch nicht kannte und hat mir Lust auf den ein oder anderen Ort gemacht, den ich gern selbst sehen möchte.
    Ich habe ihn sehr gern begleitet und kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen, denn es ist nicht nur ein kleiner Reiseführer.
Webb, Katherine Das fremde Mädchen EUR 19,99
  • Bewertung vom 24.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Für Starling, eine aufgenommene Waise von Alice, bricht eine Welt zusammen, als Alice von einem Tag auf den anderen verschwindet. Sie wuchs in deren Haus wie ein Schwesterersatz für Alice auf, die selbst keine Eltern und Geschwister hat. Alice lebte zurückgezogen mit ihrer Betreuerin Bridget als Mündel von Lord Faukes auf.
    Wenn Lord Faukes auf Besuch war und seinen Enkel Jonathan mitbrachte, blühte Alice förmlich auf, so dass es nicht wunderte, dass die beiden bald mehr Gefühle füreinander hatten, als sie sollten. Doch Jonathan war nicht frei, er war bereits einer anderen versprochen. Aber ihre Liebe keimte im geheimen und Jonathan wollte Alice heiraten, sobald er aus dem Krieg, in den er eingezogen war, vorbei war.
    Doch dazu sollte es nie kommen, denn er bekommt eines Tages Post von Alice, in dem sie die Verbindung löst und verschwindet spurlos.

    Starling, die entgegen allen Vermutungen, dass Alice mit einem anderen Mann weggegangen ist, der Meinung ist, das diese tot sei, hält Jonathan für den Schuldigen, für einen Mörder. Selbst nach 12 vergangenen Jahren versucht sie dem inzwischen gebrochenen Jonathan ein Geständnis zu entlocken und da kommt ihr Rachel, die kürzlich ihren Geliebten geheiratet hat, gerade recht. Denn Rachel hat etwas, womit sie ihn überführen soll...

    Was für ein Buch. Es gelingt einem nicht, es aus der Hand zu legen.
    Ein Buch voller Konflikte und Geheimnisse, voll Liebe, Hass und Verrat und vor allem vor Hoffnung.

    Es spielt Anfang des 19. Jh. in dem hübschen Städtchen Bath.
    Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die gesellschaftlichen Klassenunterschiede zwischen Personal und Herrschaft herauszuarbeiten und dies gekonnt in Szene zu setzen.
    Mit der dazugehörenden Portion an Konflikten und Geheimnissen macht sie das Leseerlebnis komplett.

    Rachel Weekes, die kürzlich den Weinhändler Richard Weekes geheiratet hat, zwar nicht aus Liebe, aber die kann sich ja ihrer Meinung nach noch einstellen, gerät in den Sog der Machenschaften um Jonathan Alleyn und seiner Mutter.
    Aber bald sieht sie es als ihre Pflicht an, selbst hinter das Geheimnis des Verschwindens um Alice zu kommen, denn es könnte auch sie betreffen.

    Der Autorin Katherine Webb ist es gelungen, den Leser durchweg an der Stange zu halten. Es ist nicht zu erahnen, durch welchen Pfuhl aus Macht, Gier, Eifersucht, Neid und Hochmut man gehen muss, um letztendlich zu erfahren, was aus Alice wurde.

    Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, die jedoch nicht allzuweit auseinander liegen. Man kann sie bezeichnen als Vor dem Verschwinden von Alice (1803 - 1808) und Nach dem Verschwinden (1821 - 1822).
    Das Zusammenspiel der einzelnen Protagonisten ist perfekt. Die, die nur als "Nebenfiguren" eingesetzt werden, sind die, die letztendlich lange verborgene Geheimnisse aufdecken und das ganze Lügengebilde zum Einsturz bringen.

    Die Autorin lässt aber auch die Geschichte nicht außen vor. Der Roman spielt zur Zeit der Napoleonischen Kriege, in den auch ihr Protagonist Jonathan einberufen wird. Sie scheut sich nicht, die Grausamkeiten, das Abstumpfen und das Resignieren der Soldaten aufzuzeigen. Es ist deutlich spürbar, dass es nicht leicht war, diese Zeit als Mensch zu überstehen. Nicht nur Jonathan kommt aus diesem Krieg als seelischer und körperlicher Krüppel zurück.

    Mit diesem Buch hat man ein Werk in der Hand, von dem man behaupten kann, dass wirklich nichts so ist, wie es scheint.
    Böse Geheimnisse werden offenbart, Menschen gehen durch die Hölle. Durch die Grausamkeiten und Bösartigkeiten weniger Menschen werden andere bis ins Innerste verletzt und verlieren ihre Realität.

    Ein wunderbares Buch, geschrieben von einer Autorin, die Geschichte nicht nur studiert hat, sondern die diese auch gekonnt in einem Buch umsetzen kann.
    Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.
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