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Kleeblatt
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Berlin
Über mich:
Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Bewertungen


Insgesamt 715 Bewertungen
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Blum, Fiona Liebe auf drei Pfoten EUR 12,99
  • Bewertung vom 23.03.2015
  •  
    sehr gut
  • Federica ist eine junge Frau, die sehr zurückgezogen lebt. Sie hat drei Jobs, die sie bewältigen muss.
    Ihr großer Traum war es immer, eine Bücherei zu betreiben. Diesen Traum erfüllte sie sich auch, als sie durch Zufall die passenden Räume dazu fand. Nur leider wird die Bücherei so gar nicht von den Leuten angenommen.
    Das ändert sich erst, als sie einen kleinen, kranken, dreibeinigen Kater bei sich aufnimmt, der mehr tot als lebendig ist ...

    Flavia Buonacuore, eine alte Frau, die sich der herrenlosen Katzen angenommen hat, findet eines Tages ein kleines Häufchen Katze, das nur noch 3 Beine hat. Der Kater wurde zuvor von Kindern gejagt und ist in ein Auto hineingelaufen. Nun lag er am Straßenrand und hatte sich selbst aufgegeben, er wollte sein 7. Leben auch noch verlieren, es lohnte sich für ihn nicht mehr, weiterzuleben. Flavia nimmt ihn behutsam hoch und will ihn mit nach Hause nehmen, als ihr wieder einfällt, dass sie das nicht kann, denn wenn sie noch einmal eine Katze mitbringt, wird sie ihre Wohnung verlieren.
    So bringt sie den schwer verletzten Kater, der fast schon tot ist, zu der Frau, die die Bücherei betreibt. Sie lässt ihn einfach da mit einem Zettel "Kümmere dich".
    Federica tut genau das, obwohl sie nicht glauben kann, dass der Kater das überleben wird. Auch der Tierarzt macht ihr nicht viel Hoffnung, aber Federica hat zum ersten Mal für irgendjemanden Verantwortung übernommen und tut alles, um den Kater, der jetzt Bruno heißt, am Leben zu erhalten.
    Als Bruno merkt, dass da zum ersten mal in seinem Leben jemand ist, der sich um ihn sorgt, besinnt auch er sich und will um sein letztes Leben kämpfen.

    Eine Geschichte um einen Kater, der das Leben einiger Menschen nachhaltig verändert. Als Folge darauf, dass Federica Bruno aufgenommen hat, verändert sich auch Federica. Ihr Chef bemerkt eine Veränderung an ihr, hat aber keine Ahnung, was die Ursache sein könnte.
    Als Bruno sich entschieden hatte, fortan in der Bücherei zu wohnen, wird er die gute Seele der Bücherei. Aber er ist nicht zu allen freundlich, fährt er doch ab und an auch mal seine Krallen aus.

    Die Geschichte machte auf mich den Eindruck, als würde sie von einem Erzähler wiedergegeben. Ein Erzähler, die sie eher nüchtern und emotionslos erzählt. Das soll jetzt nicht heißen, dass sie mir nicht gefallen hat, aber sie hatte schon den Eindruck hinterlassen, dass der Erzähler gern Monologe von sich geben würde. Das machte es für mich besonders deutlich in den zum Teil unendlich langen Absätzen, die auch mal über mehrere Seiten gingen. Das fand ich anstrengend zu lesen.
    Auf die Art und Weise wurde der Roman an einigen Stellen künstlich gestreckt, was ihn langatmig erscheinen ließ.

    Die Story ist gut durchdacht und hat mir gefallen. Die Verstrickung der einzelnen Personen untereinander und die Wirkung, die Bruno auf sie hatte, waren glaubwürdig und es machte Spaß, die Story zu verfolgen.

    Die Gestaltung des Covers gefällt mir gut, wenn auch die abgebildete Katze so gar nichts mit dem schwarzfelligen Bruno aus dem Buch zu tun hat, was ich sehr schade finde.
    Mit seinen 221 Seiten hat man das Buch recht schnell durchgelesen und doch hätte ich gern noch ein wenig von Bruno erfahren.
    Aber auch so ist es eine unterhaltsame kurzweilige Lektüre, die mal wieder zeigt, was Katzen so bewirken können.
McPartlin, Anna Die letzten Tage von Rabbit Hayes EUR 12,00
  • Bewertung vom 19.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Mia Hayes, seit ihrer frühesten Kindheit Rabbit genannt, liegt im Sterben. Sie hat den Kampf gegen den heimtückischen Krebs verloren.
    Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, denn ihre Mutter bringt sie in ein Hospiz, wo sie die letzten Tage ihres Lebens verbringen wird. Aber sie ist nicht allein, ihre Familie ist bei ihr und lässt sie nicht aus den Augen. Niemand will es wahrhaben, dass Rabbit sterben muss, selbst sie versucht noch immer zu kämpfen ...

    Rabbit hat so gehofft, den Krebs besiegt zu haben, aber er ist wiedergekommen. Er hat im Körper gestreut, so dass an eine Heilung nicht mehr zu denken ist.
    Aber sie kämpft, für ihre Familie, die es nicht wahrhaben will und für ihre Tochter, die sie alleine großgezogen hat. Sie kann und will sie nicht allein zurücklassen und sie traut sich nicht, es ihr zu sagen. Juliet ist erst 12 Jahre und steht ihrer Mutter sehr nahe. Seit vor 4 Jahren der Krebs ausgebrochen ist, ist sie ein selbstständiges Mädchen geworden, das ihre Mutter unterstützt, wann immer es geht. Sie ist sehr reif für ihr Alter.

    Molly und Jack, Rabbits Eltern, sind todunglücklich, ist sie doch das jüngste von 4 Kindern. Immer war sie ein wenig ungestüm und hatte ihren eigenen Willen. Während Molly streng gläubig ist, ist Rabbit überzeugte Atheistin. Sie hat ihren eigenen Kopf und weiß diesen durchzusetzen.
    Molly ist in der Familie der Fels in der Brandung. Man sieht ihr nicht an, was in ihr vorgeht. Jack hingegen hat Probleme damit, nicht bei jedem Besuch bei Rabbit in Tränen auszubrechen.

    Rabbits Eltern und Geschwister sind gemeinsam eine feste Einheit, die zu Rabbit stehen und diese in ihren letzten Tagen nicht allein lassen.
    Obwohl auch diese das ein oder andere private Problem zu stemmen haben, sind sie da, wann immer Rabbit sie braucht.
    Aber Rabbit ist in dem Stadium angekommen, wo sie fast den ganzen Tag vor sich hin dämmert. Immer wieder schläft sie ein und verbringt schlafend viele Stunden des Tages.
    In ihren Träumen driftet sie ab in die Vergangenheit, als sie noch ein Kind war und Johnny, der Freund ihres Bruders Davey, mit dem gemeinsam er eine Band gegründet hat, in ihrem Leben eine große Rolle spielte.

    Durch Rabbits Träume erfährt der Leser eine Zeit der Unbeschwertheit in Rabbits Leben und aus dem Leben der Familie. Molly und Jack waren schon immer sehr fürsorglich und immer für ihre Kinder da.

    Nun ist die Zeit gekommen, um von einem geliebten Familienmitglied Abschied zu nehmen.
    Das Schicksal kann manchmal grausam sein. In diesem Buch wird nichts beschönigt, aber es wird auch nicht auf die Tränendrüse gedrückt. Es gibt Szenen, in denen ich sogar schmunzeln musste, aber auch welche, in der ich meine Tränen zurückhalten musste.

    Sehr emotional, ergreifend, erschütternd und unglaublich mitfühlend geht die Autorin mit dem Thema Tod um. Immer ehrlich und kompromisslos begleitet sie Rabbit bis zu deren letzten Atemzug, ohne in schwülstig oder kitschig daherzukommen.
    Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und sehr glaubwürdig.
    Wenn es möglich wäre, ich würde diese Familie sehr gern adoptieren, mit ihrer Selbstlosigkeit und ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl. Jeder weiß vom anderen, dass er sich auf ihn verlassen kann, sie gehen gemeinsam durch dick und dünn.

    Die Themen Krebs und Tod schrecken mich normalerweise ab, Bücher darüber zu lesen, aber dieses Buch ist anders, es ist ehrlich und nimmt den Leser mit auf die Reise. Eine Reise, die man eigentlich nicht antreten möchte, der man sich aber auch nicht entziehen kann, eine Reise in den Tod.

    Mich hat das Buch unglaublich berührt und nachdenklich gemacht.
    Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Mit ihrem flüssigen und gut lesbaren Schreibstil hat sie mich überzeugt.

    Es ist ein warmherziges, emotionsreiches Buch, dem man sich nicht entziehen kann. Ein Buch voller Liebe und der Sehnsucht nach Leben, dass es nachdenklich macht.
    Auf alle Fälle ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Brasseur, Diane Der Preis der Treue EUR 14,90
  • Bewertung vom 17.03.2015
  •  
    weniger gut
  • Er, 54 Jahre alt, verheiratet, hat eine Geliebte - Alix. Mit seiner Frau, seiner Tochter und dem krebskranken Vater wohnt er in Marseille - am Wochenende. Denn arbeiten tut er in Paris und dort lebt auch seine Alix, mit der er auch mehr oder weniger zusammenlebt.
    Nun will er mit seiner Familie Urlaub in New York machen, aber vorher setzt er sich in sein Zimmer und denkt über seine Situation nach, will eine Entscheidung treffen ...

    Selten habe ich mich durch ein Buch so gequält.
    Ein alternder Mann, der eine bedeutend jüngere Geliebte hat, macht sich Gedanken darüber, was die Frauen denken könnten. Er spielt Szenarien in Gedanken durch, denn die Situation mit den zwei Frauen belastet ihn. Sein Ego ist recht groß, dass sich eine jüngere Frau für ihn interessiert, aber seine Frau liebt er auch noch, oder das, was er für Liebe hält. Eine Trennung von ihr kommt von vornherein für ihn nicht in Frage.

    Durch seine Gedankenwelt erfährt der Leser, wie er Alix kennengelernt hat und wie seine Beziehung zu ihr beschaffen ist.
    Eine Handlung findet in dem Buch so gut wie nicht statt.
    Es werden in dem Buch viele Fragen gestellt, aber eine Beantwortung dazu gibt es nicht.

    Man hat hier einen alternden Protagonisten vor sich, der das eine haben will, das andere aber nicht lassen.
    Von Sympathie ihm gegenüber kann von meiner Seite aus nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil, ein selbstherrlicher, unsympathischer Typ, den man nicht wirklich kennenlernen will.
    Aber dank der Autorin ist das auch nicht möglich, denn die Protagonisten sind recht flach gehalten, ohne Tiefe dümpeln sie in einer Aneinanderreihung von Fragen so vor sich hin.

    Das Buch hat 174 Seiten und der Schriftsatz ist recht großzügig gehalten. Man hat es schnell gelesen und stellt sich nach der Lektüre die Frage "Was sollte das?" Ohne letztendlich doch noch zu einem Resultat oder ähnliches zu kommen, steht der Leser mit der selben Erkenntnis da wie zu Beginn des Buches.
    Eigentümlich ist schon die Tatsache, dass nie gesagt wird, wie der Mann und seine Frau heißen, lediglich Alix bekommt einen Namen.

    Mich hat dieses Buch recht konfus zurückgelassen, weil ich nicht dahinter gekommen bin, was die Autorin mir eigentlich sagen wollte.
    Ein Buch, das man nicht gelesen haben muss, wozu auch?
Scheunemann, Frauke Ziemlich unverbesserlich EUR 14,99
  • Bewertung vom 08.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Seitdem Nikola Petersen verwitwet ist, wohnt sie bei ihrer Schwiegermutter Gisela. Diese ist immer mit Rat und Tat zur Stelle und hilft auch gern aus, wenn es heißt, die Kinder zu versorgen. Aber sie hilft nicht nur Nikola und ihren Enkeln, nein, auch den Nachbarn ist sie wohlgesonnen.
    Ganz besonders hat es ihr Tiziano Felice angetan, ein Italiener, der das Nachbarhäuschen von seiner deutschen Großtante geerbt hat. Aber er hat nicht nur das Häuschen geerbt, sondern auch ein Gewächshaus und in genau dem wurde Cannabis angebaut.
    Nach einer anonymen Anzeige stand die Polizei vor besagtem Gewächshaus und hat es ausgeräumt. Zusätzlich haben sie Tiziano und seinem Freund Sergio schon mal ein Verfahren in Aussicht gestellt.
    Nun ist guter Rat teuer, die beiden bestreiten, etwas von den Pflanzen gewusst zu haben. Da steht Aussage gegen Aussage.
    Gisela, die den beiden helfen will, hat den Fall Nikola erzählt und ihr als Anwältin den Fall Tiziano übergeholfen, ob sie wollte oder nicht.
    Da diese aber nicht zwei Personen vor Gericht vertreten kann und sie eher für Familienrecht statt Strafrecht zuständig ist, bildet sie mit dem Anwalt Simon Rupprecht eine Zweckgemeinschaft, damit sie beide die Angeklagten gemeinsam vertreten können. Von da ab läuft so einiges anders als geplant ...

    Was für ein Buch. Lange habe ich mich beim Lesen nicht mehr so amüsiert wie bei dem Roman.
    Frauke Scheunemann ist mir bekannt als Autorin des liebenswerten Hundes Herkules, dem coolen Kater Winston und natürlich als Teil von Anne Hertz.
    Mit diesem Roman beginnt die Autorin eine neue Reihe, die sich um die sympathische Anwältin Nikola Petersen dreht. Durch ihr Insiderwissen, die Autorin hat selbst Jura studiert, macht sie die Fälle authentisch und glaubhaft.

    Zu dem Cannabisfall ihres Nachbarn Tiziano kommt sie dank ihrer hilfsbereiten Schwiegermutter. Es wird ja wohl möglich sein, dass Nikola neben ihren eigentlichen Fällen auch noch so nebenbei privat ein wenig aushilft.
    Nikola hat alle Hände voll zu tun, denn sie betreibt gemeinsam mit ihrem Anwaltskollegen Alexander eine Kanzlei. Und doch lässt sie sich darauf ein. Natürlich bleibt es dank Gisela nicht bei dem einen Fall.

    Die Kanzlei, ihre Fälle und auch die Probleme mit ihren Kindern unter einen Hut zu bringen, ist eine fast unlösbare Aufgabe. Leider bleiben die Kinder oft dabei auf der Strecke, was Nikola natürlich leid tut und ihr auch ein schlechtes Gewissen einbringt. So sind einige Probleme vorprogrammiert.

    Letztendlich meistert sie natürlich alle Probleme, privat wie auch beruflich. Der Weg dahin ist manches mal steinig und holprig, aber mit Unterstützung wird auch das gemeistert. Der Leser hat seine wahre Freude daran.

    Gekonnt vermittelt die Autorin, dass nicht immer alles so gemeint ist wie es gesprochen wird. Grinsend las ich, was Nikola sich stattdessen dachte, ohne das es ausgesprochen wurde.
    Obwohl die vorliegenden Fälle eigentlich alles andere als leicht zu nehmen sind, kommt der Humor absolut nicht zu kurz.
    Dieser ist so fein gestreut und punktgenau angebracht, dass ich mit einem Dauergrinsen das Buch in Händen hielt. Kommt besonders gut an bei den Mitmenschen, wenn man früh in der Bahn während des Berufsverkehrs blöde grinsend liest.

    Mit Nikola hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, die nicht nur taff ist, sondern die auch ihr Herz am rechten Fleck hat. Obwohl sie sich anfangs ein wenig ziert, die "Fälle" ihrer Schwiegermutter als Mandanten anzunehmen, weiß sie doch, dass sie es tun wird, sehr zur Freude des Lesers.

    Ein wirklich tolles Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Man fühlte sich nicht nur super unterhalten, sondern hat so ganz nebenbei auch noch einen kleinen Einblick in rechtliche Belange erhalten.

    Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter.
  • Bewertung vom 06.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Clara, die, nur mit ihrem Auto bestückt, aus Deutschland geflohen ist, begegnet auf der Fähre nach Irland Sean, einem Iren, der auf dem Weg nach Hause ist.
    Da sie kein bestimmtes Ziel hat, sondern selbst neugierig ist, wohin es sie verschlägt, geht auf den Vorschlag ein, mit Sean zu dessen Heimatort Carna in Connemara zu fahren. Unterkunft bekommt sie von seiner Mutter, die dort ein kleines Hotel betreibt.
    Abends von ihrem Fenster aus sieht sie ein Licht auf der nahegelegenen Insel Feenish. Aber wie kann das sein? Wurde nicht gesagt, die Insel wäre unbewohnt? Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?
    Und was hat Clara bis nach Irland geführt? ...

    Dieser Roman der Autorin Emma Temple liest sich wie eine Liebeserklärung an Irland. Speziell an die Westküste Irlands hat es ihre Protagonistin Clara verschlagen. Auch für mich die anziehendste und schönste Gegend des Landes.

    Bevor Clara und Sean in Carna, seinem Heimatort landen, zeigt er ihr die schönsten Seiten der Westküste. Durch wortgewandte Beschreibungen der Örtlichkeiten, die die beiden besucht haben, fühlte ich mich zurückgesetzt und selbst wieder vor Ort. Da ich selbst das meiste besucht habe, kann ich gut einschätzen, wie genau sie diese wiedergegeben hat, egal, ob es sich dabei um die Cliffs of Moher, den Poulnabrone Dolmen, den Burren oder die Araninseln handelte. So exakt und genau kann man das alles nur zu Papier bringen, wenn man das Land liebt.

    Auch Clara ist fasziniert von dem, was Sean ihr von seinem Land zeigt.
    Aber ihn zieht es immer wieder weg, er arbeitet in ganz Europa und kommt nur noch zu Besuch zu seiner Mutter, bis es ihm wieder zu eng wird.

    Clara, die sich besinnen will, wie es mit ihr weitergehen soll, erkundet die Gegend und kommt so auch auf die Insel Feenish, von der sie ein Licht hat blinken sehen. Aber als sie auf der Insel ist, befinden sich dort nur noch Ruinen, alles verlassen, kein Haus, das noch ein Dach hat.
    Da begegnet ihr ein Fremder, der ihr zeigt und erzählt, wer wo dort gelebt hat.
    Als Clara später von dem Fremden erzählt, will ihn keiner kennen. Nur Seans Mutter hat einen Verdacht, den sie aber erst selbst nicht wahrhaben will.
    Wie es scheint, sieht Clara Dinge, die es nicht gibt. Sie erlebt Ereignisse, die ihr wirklich vorkommen und die sie schon fast bis an eine Einweisung in die Psychiatrie gebracht haben.

    Als sie Sean davon erzählt, glaubt er ihr, denn nicht umsonst nennt man Irland auch das Land der Gnome und Kobolde. Ein Land, das an Märchen und Sagen glaubt, an Wechselbälger und Feen.

    Doch dann wird Clara unverhofft mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, nun ist guter Rat teuer.

    Ein bezaubernder Roman mit sympathischen Protagonisten, der den Leser mitreißt und ihn bekannt macht mit Irland und seinen Eigenheiten.
    Clara muss sich nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, sie ist es auch, die ein altes Geheimnis aufdeckt, das seit 100 Jahren ungelöst ist.
    Mit ihren bildhaften Beschreibungen hat die Autorin Emma Temple mich völlig überzeugt, wie auch von ihrem flüssigen Schreibstil. Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen, so hat mich die Geschichte gefesselt.
    Ich liebe Geschichten, in denen es um alte Geheimnisse aus längst vergangener Zeit geht und die sich nur langsam lösen lassen.
    Genau das habe ich in diesem Buch gefunden und noch viel mehr. Erinnerungen an Reisen, die ich nach Irland gemacht habe und wieder einmal die Sehnsucht gespürt, doch mal wieder hinzureisen.

    Ein Buch, das ich nur zu gern weiterempfehle.
Swanson, Cynthia Als ich erwachte EUR 14,99
  • Bewertung vom 04.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Katharyn, ist zufrieden mit ihrem Leben. Mit ihrer jahrelangen Freundin Frieda betreibt sie eine Buchhandlung. Seit jedoch der Bus nicht mehr durch ihre Straße führt, kommen auch nicht mehr so viele Kunden zu ihnen. Sie müssen sich etwas einfallen lassen - umziehen oder schließen.
    In letzter Zeit hat Katharyn eigenartige Träume. In denen hat sie einen Mann und Kinder und nennt sich dort Kitty. Dieses Leben in ihren Träumen unterscheidet sich in fast allem von ihrem eigentlichen Leben und erscheint ihr so real zu sein, dass sie nicht mehr weiß, welches nun ihre Wirklichkeit ist.
    Dieser Schwebezustand zwischen den beiden Leben ist kein Zustand, Katharyn muss wissen, in welches Leben sie letztendlich gehört...

    Gleich zu Beginn des Buches hatte ich ein Déjà-vu. Das Buch kam mir so bekannt vor, als hätte ich es schon einmal gelesen. Ich brauchte eine Weile, bis ich darauf kam, dass ich dabei an das Buch "Dein Tag ist meine Nacht" von Melanie Rose dachte. Es gab da einige Parallelen, die sehr auffällig waren.

    Es ist das Jahr 1962. Katharyn arbeitet mit Frieda mehr schlecht als recht in einer Buchhandlung, die dem Untergang geweiht ist.
    In ihren Träumen erwacht sie neben Lars Andersson, der scheinbar ihr Mann sein soll. Sie hat an ihn so gar keine Erinnerung und auch an die Kinder nicht, die ihre sein sollen. Es ist ihr alles so fremd, und doch reagiert bei einigen Dingen so, als wären es vertraute Bewegungen oder Handlungen, die ihr nicht fremd sind.
    Auch sagt ihr seltsamerweise der Name Lars irgendetwas. Da gab es in ihrer Vergangenheit mal einen Lars, aber daran erinnert sie sich nicht gern.
    Welches Leben ist nun Traum und welches Wirklichkeit.
    Wenn das Leben mit Mann und Familie real ist, wo ist Frieda denn, die doch ihre beste Freundin ist?
    Es gibt viele Fragen, die sie beantwortet haben will.

    Kitty lebt zwei Leben, aber nur eines davon ist real. Sie hat keine Wahl, denn die Wirklichkeit kann man sich nicht aussuchen, man muss sie akzeptieren.

    Mit diesem Roman hält man einen unterhaltsamen Roman in den Händen. Er spielt auf zwei Ebenen. Obwohl beide im Jahr 1962 spielen, unterscheiden sie sich. Die Handlung wechselt stetig zwischen Wachsein und Träume. Nur welches von beiden ist die Realität und was steckt dahinter, dass Katharyn immer in ein anderes Leben driftet, sobald sie sich ins Bett legt?

    Die Geschichte ist spannend geschrieben, denn auch als Leser möchte man wissen, was es mit den Träumen auf sich hat. Was war die Veranlassung dafür, dass Katharyn zwei Leben lebt?
    So gegen Ende ahnt man als Leser schon, in welche Richtung es sich bewegt und doch ist man überrascht, was sich noch offenbart.

    Die Protagonistin Katharyn / Kitty mochte ich sehr. Sie war sympathisch und eine echte Freundin für Frieda. Sie liebt ihre Eltern und ist immer für sie da, ein Leben ohne sie kann und möchte sie sich nicht vorstellen.
    Selbst in den Träumen, in denen sie anfangs sehr zaghaft war, da Familie und Kinder völlig fremd für sie waren, konnte sie überzeugen.

    Dieser Roman der Autorin ist ihr Erstlingswerk, mich hat sie damit völlig überzeugt und ich hoffe auf weitere unterhaltsame Werke von ihr.
    Sehr gut hat sie das Leben in den Jahren 1962/63 wiedergegeben, so dass man sich sehr gut in die Zeit hineinversetzen konnte.
    Gefallen hat mir die Idee, dass die zwei verschiedenen Leben sich ab einem bestimmten Punkt entwickelten. Dieser Ursprung war ein Telefongespräch mit weitreichenden Folgen.

    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gern weiter.
Harkness, Deborah Das Buch der Nacht / All Souls Trilogie Bd.3 EUR 19,99
  • Bewertung vom 01.03.2015
  •  
    sehr gut
  • Diana Bishop, wie sie sich noch immer trotz Heirat mit Matthew Clairmont nennt, und ihr Mann sind zurück in der Gegenwart.
    Obwohl sich scheinbar die einzelnen Rassen nicht vermischen können, ist Diana mit Zwillingen schwanger. Matthew versucht mit Hilfe von anderen Vampiren und Freunden zu erforschen, warum in ihrem Falle eine Hexe und ein Vampir, der unter dem Blutrausch leidet, Kinder zeugen konnten.
    Das ist nicht nur für die beiden wichtig, es interessieren sich auch andere dafür. Obwohl sie die Schwangerschaft nicht publik gemacht haben, scheinen es alle zu wissen.
    Auch Benjamin, Matthews verstoßener Sohn hat davon gehört und versucht, Diana in seine Fänge zu bekommen. Er hat etwas ganz spezielles mit ihr vor.
    Die Zeit wird knapp bis zur Entbindung und das Rätsel um den Blutrausch ist noch immer nicht gelöst. Sie hoffen darauf, im Manuskript Ashmole 782 die Antwort zu finden, aber erst einmal heißt es, die fehlenden beiden Seiten zu finden und dann das Buch wieder an sich zu bringen.
    Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ...

    Der finale Band der All Souls-Reihe ist da. Sehnsüchtig erwartet, denn nach Band 2 wollte ich unbedingt wissen, wie es ausgeht.
    In diesem Band verbindet die Autorin viele Protagonisten aus den Bänden 1 und 2 mit Band 3. Freunde, Bekannte, Verwandte, viele von ihnen findet man auch in diesem Teil der Trilogie wieder. Aber es gibt auch einen herben Verlust für Diana zu verzeichnen, mit dem sie ein Weilchen zu tun hat.

    Zur Auffrischung werden ein paar Passagen aus den vergangenen Bänden wieder angesprochen, aber für mich kamen sie recht spät.
    Zu Beginn des Buches hatte ich mächtige Schwierigkeiten, mich nach einem Jahr und vielen anderen Büchern nach Teil 2 nun in Teil 3 einzulesen.
    Die Flut von Namen, die tief in meinem Gedächtnis verbuddelt waren, musste ich mühselig wieder hervortun.
    An dieser Stelle hätte ich mir eine kleine Einleitung zu Beginn gewünscht, die noch einmal kurz das Wichtigste umrissen hätte. Für mich wäre dann der Einstieg sicher etwas leichter gewesen, so habe ich mich doch recht schwer damit getan.

    Im Vordergrund des nunmehr letzten Teiles steht wieder die Liebe von Diana und Matthews. Gemeinsam kämpfen sie gegen das Böse und versuchen parallel hinter das Geheimnis des Blutrausches zu kommen und ein Heilmittel zu finden. Weiter geht auch die Suche nach den beiden verlorenen Seiten von Ashmole 782, nachdem eine Seite schon gefunden wurde.
    Die Forschung und auch die Suche gestaltet sich schwierig, obwohl sie jeweils professionelle Hilfe haben.
    Aber auch das Böse schläft nicht und versucht, seine eigenen Interessen durchzusetzen und ergreift drastische Mittel.
    Da ist Handeln angesagt und Diana würde alles tun für ihre Liebe zu Matthew.

    Auch in diesem Band bleibt es weiter spannend bis zum Schluss und wartet mit einigen Überraschungen auf.
    Sehr ausführlich hat die Autorin die Ergebnisse bzw. die Voraussetzungen und Vorgaben im Labor beschrieben. Ob das wissenschaftlich richtig ist oder der Fantasie der Autorin geschuldet ist, vermag ich nicht zu sagen. Es hörte sich interessant an, aber verstanden habe ich davon kein Wort. Das waren dann Stellen im Buch für mich, an denen ich "vorbei" gelesen habe. Das war mir dann doch etwas zu genau und zu viel, da wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen.

    Mit diesem Band geht die Trilogie um die große Liebe der Hexe Diana und dem Vampir Matthew zu Ende. Vieles passiert auch hier wieder.
    Auch wenn das Buch ein paar Längen hatte, wurde es nicht langweilig, dafür sorgte die Autorin permanent.

    Ich bin gespannt, welchem Thema sich die Autorin als nächstes widmen wird, denn ihr Schreibstil gefällt mir und macht Lust auf mehr von ihr.
    Für Fans von Fantasy, Hexen, Vampiren und anderen Kreaturen ist diese Trilogie ein absolutes Muss und für diese spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus.
André, Martina Totentanz EUR 16,99
  • Bewertung vom 27.02.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Gabrielle, Tochter eines Mafiabosses, ist mit ihrer Tochter auf der Flucht vor ihrem Exmann. Sie selbst hat das Erbe ihres Vaters abgelehnt, so dass es bei Volljährigkeit auf ihre Tochter geht. Es geht um viel Geld, das ihr Exmann, selbst ein Mafiaboss, für sich beanspruchen möchte. Also muss Gabrielle sterben.
    Nachdem sie ihre Tochter vor ihrem Exmann versteckt hat, fällt sie einem Attentat zum Opfer. Sie kommt mit dem Auto von der Straße ab und versinkt mit ihm im Wasser. Als ihre Sinne schwinden, sieht sie einen gut aussehenden Mann, den sie später auch im Krankenhaus wiedersieht.
    Der Mann heißt Damian und hat sie schon seit dem 15. Jh. gesucht, einer Zeit, wo er mit ihr verheiratet war. Er nimmt sie mit zurück in die Vergangenheit ...

    Wahrheit oder Traum? Gabrielle sieht tief unten im Wasser einen Mann. Wie kann das sein? Als sie im Krankenhaus aufwacht, ist er auch wieder da.

    Damian lebte im 15. Jh. mit seiner großen Liebe zu Zeiten von Lorenzo de Medici in Florenz zusammen. Sein Vater wurde hingerichtet und er lässt sich von Jacopo de Pazzi als Auftragskiller anheuern. Er wird es eines Tages bereuen, denn ihm wird das Liebste genommen.
    Er hat den Ehrgeiz, seine Liebe wiederzufinden, auch wenn einige Jahrhunderte ins Land gehen werden. In Gabrielle aus dem Jahr 2014 scheint er sie gefunden zu haben.

    Martina André versteht es wieder einmal gekonnt, Vergangenes mit der Gegenwart zu verbinden. Ich liebe solche Romane, die nicht nur unterhalten, sondern auch noch in der Lage sind, Wissen zu vermitteln.
    Vor einigen Jahren hatte ich einiges über die Zeit der Medici gelesen, weil mich diese Epoche angesprochen hat. So konnte ich bereits in "Morgenrot" von Alexandra Ripley über Lorenzo de Medici und der Pazziverschwörung lesen.

    Die Autorin Martina André hat wie gehabt wieder gründlich für ihren Roman recherchiert und es glaubhaft aufgearbeitet.
    Sie erzählt in ihrem Buch zwei Geschichten. Die eine spielt in der Gegenwart und handelt von Gabrielle, die von ihrem Mann umgebracht werden soll, damit er an das Geld der Tochter kommen kann.
    Die andere erzählt Damians Geschichte im 15. Jh. unter der Herrschaft der de Medici in Florenz.
    Auch wenn es erst nicht so aussieht, aber die beiden Geschichten verbinden sich und ergeben ein Ganzes.

    Trotz einiger Wiederholungen, die durchaus Sinn machen, wurde das Buch zu keiner Zeit langatmig oder langweilig. Martina André versteht es, den Leser zu fesseln. Sie hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Hat man sich einmal eingelesen, will man das Buch nicht mehr weglegen, kann nicht schnell genug wissen, wie es ausgehen wird.

    Die beiden sympathischen Protagonisten überzeugen, auch wenn Damian ein recht unstetes Leben hatte und man nicht unbedingt gutheißen möchte, was er getan hat.

    Das Buch ließ sich sehr gut lesen, was man auch dem sicheren Gespür der Autorin für Unterhaltung, Spannung und Geschichtlichem zugute halten muss.

    Das Buch empfehle ich sehr gern weiter.
Kruhl, Annette Tausche Ex gegen Sex EUR 9,99
  • Bewertung vom 26.02.2015
  •  
    sehr gut
  • Marlene, fast 40 Jahre alt, ist eine moderne Frau. Zu Hause zu bleiben und die Kinder zu hüten, reichen ihr nicht. Sie ist Musikerin und vertont u.a. auch Filme. Als sie bei einer Filmpremiere mit dem 23-jährigen Hauptdarsteller Gabriel einen One-Night-Stand hat, muss sie feststellen, dass das der beste Sex ihres bisherigen Lebens war.
    Nach einem folgenden katastrophalen Weihnachtsfest mit ihren Schwiegereltern hat sie genug, genug von ihrem Mann, genug von der Ehe.
    Kurzerhand zieht sie aus und lebt fortan in ihrem Atelier.
    Sie ist wieder Single, fühlt sich unbesiegbar und die Männer nimmt sie, wie sie es gern hätte, ohne Verpflichtung, ohne Treueschwüre.
    Aber lässt sich so eine neue Liebe finden? ...

    Einmal losgelassen, kennt Marlene keine Tabus mehr. Kein Mann ist vor ihr sicher, keine Gelegenheit, einen Mann kennenzulernen, wird ausgelassen. Bars, Online-Dating und auch mal eine Erotikparty darf es sein, warum nicht. Alles ausprobieren ist die neue Devise von Marlene.
    Sie trifft dabei auf die verschiedensten Typen von Männern. Gelangweilte Ehemänner, aufgerissene Typen an der Bar und eine Liebe aus längst vergangenen Zeiten. Vor Jahren hatte sie sich nie getraut, mit ihm was anzufangen, sie war ja verheiratet, aber lieber spät als gar nicht.
    Nicht alle Treffen sind befriedigend, einige sogar überraschend.
    Auch ein geheimnisvoller Mann spielt eine Rolle.

    Marlene stürzt sich voller Eifer ins Berliner Nacht- und Partyleben, lebt ihre Sexualität aus und kann sich dabei geben, wie sie ist.

    Marlene merkt mit fast 40, dass sie nicht das Leben lebt, das sie gern möchte, was sie nun durch das Ausbrechen aus ihrer Ehe ändert.
    Was unterscheidet eine Frau von einem Mann, wenn sie mal fremd geht?
    Sie ist eine Schlampe, bei ihm kann sowas ja mal passieren? Wo sind die Grenzen und warum wird so unterschiedlich geurteilt?

    Annette Kruhl hat mit ihrem Debütroman nicht nur zur Unterhaltung beigetragen, sondern hintergründig auch ein paar Dinge angesprochen, die zum Nachdenken anregen. Warum wird mit zweierlei Maß gemessen?
    Ist es möglich, mit 40 nochmal voll durchzustarten? Nicht beruflich, wie manch einer denken möge, sondern im privaten Leben? Der bisherige Sex ließ zu wünschen übrig? Was nun? So tun, als wäre man abgestumpft und es macht einem nichts aus oder nochmal den Nervenkitzel und das Fliegen der Schmetterlinge spüren?

    Marlene hat es gewagt, den Sprung aus der Ehe, den Sprung ins Vergnügen. Ob es sich gelohnt hat und ob sie den Mann fürs Leben gefunden hat, das möge jeder selbst nachlesen.
Liebsch, Sonja Wadenbeißer EUR 9,99
  • Bewertung vom 23.02.2015
  •  
    sehr gut
  • Maxi und ihre ältere Schwester Sybille stehen sich nicht sehr nah. Sybille, älter als Maxi, lebt in Köln, keine Kinder, sehr exzentrisch.
    Umso mehr staunt Maxi eines Tages, als ihre Schwester inklusive ihrem Hund mit den nötigsten Sachen vor ihrer Tür steht und um Unterkunft bittet. Ihr langjähriger Freund, dem sie 20 Jahre den Rücken freigehalten hat, hat sich für ein jüngeres Modell entschieden und sie auf die Straße gesetzt.
    Nun ist guter Rat teuer, denn Maxi steigt gerade wieder in die Reihe der Berufstätigen ein, hat ein geregeltes Familienleben und kann eigentlich nicht so recht damit umgehen, dass ihre Schwester bei ihr wohnen will. Und das, wo sie keine Kinder mag und auch sonst zu nichts zu gebrauchen ist ...

    Maxi ist herzensgut, wie auch ihr Mann Alex, denn beide gestehen Sybille zu, bei ihnen kurzzeitig unterzukommen. Was auch immer kurzzeitig heißt.
    Sybille wusste sich keinen anderen Rat, als bei ihrer Schwester Unterschlupf zu finden, denn zu ihren Eltern wäre sie im Leben nicht gegangen. Da ist Maxi mit ihrer Familie schon das kleinere Übel.

    Maxi, der es nicht gelungen ist, bei ihrer Firma nach der Babypause wieder anzufangen, schreibt jetzt Kolumnen für eine Zeitschrift. Diese sind mehr oder weniger aus ihrem Leben gegriffen. Sie hat eine große Fangemeinde, dass sogar das Fernsehen auf sie aufmerksam wird.
    Sie wird zu einer Talkrunde eingeladen und sie überlegt lange, ob sie die Einladung annehmen soll oder nicht. Wer soll sich in der Zeit, wo sie weg ist von zu Hause um die Kinder kümmern? Ihr Mann ist arbeiten, da bleibt dann nur noch Sybille. Und wie erwartet, versagt Sybille auf der ganzen Länge. Das Chaos ist vorprogrammiert.

    Sybille ist ein egoistischer Mensch und sie war mir von Anfang an unsympathisch. Sie lebt bei ihrer Schwester und rührt keinen Finger, lässt sich bedienen und interessiert sich nicht ein bisschen für die Familie. Sie denkt an sich und kann nicht verarbeiten, dass ihr Lebenspartner sie ohne finanzielle Hilfe hat gehen lassen. Sie hat alles für ihn aufgegeben und nun steht sie vor den Scherben ihres Lebens. Ein wenig Aufwind bekommt sie erst durch einen Guru, bei dem Maxi sie für einen Yogakurs probehalber angemeldet hat.

    Im Laufe der Geschichte erfährt Sybille aber einen Sinneswechsel, zu dem man ihr nur gratulieren kann. Sie wird ein Mensch, den man gernhaben kann.

    Maxi ist die Sympathieträgerin in dem Buch. Sie muss man einfach mögen. Sie hat ihr Leben voll im Griff. Sie hat nur einen Fehler, sie kann nicht nein sagen zu ihrer Schwester. Dieses kleine Wort hätte ihr viel Ärger und Kummer erspart.
    Durch ihre Kolumnen wird sie jemand, auf den man hört, dessen Meinung man hören möchte. Sie wird zu Talkshows eingeladen und sagt dort, was sie denkt.
    Als sie mitbekommt, dass ihr verhinderter Arbeitseinstieg in ihre alte Firma kein Einzelfall ist, die Firma sich aber als familienfreundlich auszeichnen lassen will, geht sie auf die Barrikaden.

    Maxi hat das Herz am rechten Fleck. Sie ist nicht nur für ihre Familie da, sie guckt auch über ihren Tellerrand und hilft anderen.
    Obwohl sie auch mit ihrer Schwester Meinungsverschiedenheiten hat, hilft sie ihr, dass auch diese zu ihrem Recht kommt, auf sehr unkonventionelle Art, aber der Zweck heiligt die Mittel.

    "Wadenbeißer" ist der richtige Titel für dieses Buch. Nicht nur der kleine verwöhnte Hund Filou von Sybille ist ein Wadenbeißer, sondern auch Maxi beißt um sich und genau dahin, wo es wehtut.

    Der Roman hat Unterhaltungswert, aber auch ein ernstes Thema. Die Autorin hat den Wiedereinstieg von Frauen nach der Babypause zum zentralen Thema gemacht, denn nicht jeder Frau gelingt es, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.

    Auf jeder rechten Seite des Buches findet der Leser eine kleine Zeichnung eines Hundes, mit dem man ein Daumenkino veranstalten kann. Ich finde diese Idee total goldig.

    Ein Buch, das man gern mal zwischendurch lesen kann und mit dem man sich gut unterhalten fühlt.
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