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Kleeblatt
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Berlin
Über mich:
Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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  • Bewertung vom 27.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Lucky, der vormals ein Einzelgänger war, ist in dem Wildhunderudel integriert. Er mag sich nicht mehr an die Zeit erinnern, als er es vorgezogen hatte, allein durch die Gegend zu streifen. Er fühlt sich wohl dort und erkennt den Vorteil des Rudels.
    Das Verhältnis zu Alpha, dem Rudelführer, hat sich seit der Aufnahme der Scharfhündin Leck noch zusehends verschärft. Alpha zeigt deutlich, was er von Lucky und Leck hält und macht Lucky für jeden Fehler von Leck verantwortlich.
    Lucky, der seinerzeit Leck gerettet und sie in das Rudel eingeführt hat, hält seine schützenden Pfoten über Leck. Aber auch er sieht mit Bangen zu, wie sie immer größer wird und auch, wie sie sich arttypisch zu einem Scharfhund entwickelt. Es stellt sich ihm die Frage, ob Leck dem Rudel loyal gegenübersteht oder ob sie eines Tages die Gelegenheit nutzen wird und sich gegen sie alle wendet...

    Noch immer ist das Rudel unterwegs, um eine sichere Heimat zu finden. Seit dem "großen Knurrer" hat sich die Welt der Hunde nicht zum besten gewendet. Das Wasser ist verseucht, der Regen bringt schädliche Stoffe mit auf die Erde, die den Hunden den Pelz verbrennen.
    Sie treffen auf ein weiteres wildes Rudel, dessen Name des Rudelführers Terror schon Programm ist. Aber auch das Rudel der Scharfhunde ist dem Rudel auf der Spur, denn sie wollen Leck zurückhaben. Ein Übel ist so schlimm wie das andere.
    Aber auch Menschen, denen früher einige von ihnen als Leinenhunde gedient und die sie vergöttert haben, sind ihnen feindlich gesinnt.

    Die Hunde verstehen die Welt nicht mehr. Sie wissen nicht, wo sie hinsollen, sie verstehen nicht, warum ihnen die Menschen feindlich gesinnt sind.
    Innerhalb von Luckys Rudel gärt es ebenfalls. Nicht jeder ist mit der Art und Weise von Alpha einverstanden. Immer öfter merkt man, dass er feige und falsch ist. Ein Machtwechsel steht bevor, aber bevor es soweit ist, geschieht es furchtbares.

    Wieder einmal hat es Erin Hunter geschafft, mich als Katzenfreundin in die Welt der Hunde hineinzuziehen.
    Mein absoluter Favorit ist nach wie vor Lucky, der sich von einem Einzelgänger zu einem vollwertigen Rudelmitglied gemausert hat.
    Er zeigt Verantwortung und hilft, wo es geht. Leck, die kleine Scharfhündin, hat er unter seine Fittiche genommen und wacht über ihr Wohl. Aber auch seine Zweifel, ob er das richtige getan hat, als er sie mit ins Rudel brachte, lassen nicht nach. Er sieht, wie sie erwachsen und richtig stark, sogar stur wird, was ihm auch Angst macht. Was wird sein, wenn sie ihre Kraft gegen sie alle richtet?
    Lucky ist voller Zweifel und doch hofft er, dass sich alles zum Guten wenden wird.
    Ein starker Charakter und durchaus liebenswert, der auch zum Wohle des Rudels zurückstecken kann.

    Es bahnt sich immer mehr an, dass irgendwas passieren wird. Man kann auf die Folgebände gespannt sein.
    Was wird mit Alpha, wie lange kann er sich in seiner Position noch halten? Auch gibt es Anzeichen, die sich in Richtung Voraussagung, dass ein großer Sturm kommen wird, richten. Wird das Rudel irgendwann zur Ruhe kommen und finden sie ein eigenes Gebiet, wo sie leben und jagen können?

    Ich für meinen Teil bin auf den nächsten Band gespannt, denn die Konflikte verstärken sich und machen mich neugierig auf mehr.
    Ich liebe diese Reihe und empfehle auch diesen Teil sehr gern weiter.
  • Bewertung vom 27.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Nachdem Häherfeder erfahren hat, dass es eine vierte Katze geben muss, die in der Prophezeiung erwähnt wurde, ist er auf der Suche. Welche Katze, welcher Kater könnte es sein?
    Taubenflug hat dagegen ganz andere Sorgen. Ihre Fähigkeiten, Dinge zu hören, sind weg. Immer wieder versucht sie, zu lauschen oder ihre Fähigkeit zurückzuerlangen, doch ohne Erfolg. Wie sollen sie in die große Schlacht, die sich anbahnt, ziehen, ohne ihre Hilfe?
    Efeusee, ihre Schwester, geht weiterhin Nacht für Nacht in den finsteren Wald, um dort das Kämpfen zu lernen. Sie versucht zu spionieren, aber es wird ihr nicht leicht gemacht, ist sie etwa schon enttarnt worden?
    Niemand weiß mehr, wer Freund, wer Feind ist. Die Rekrutierung im dunklen Wald geht weiter. Wer findet sich noch dort ein? Wem kann man trauen?
    Und dann tauchen auch wieder alte Bekannte auf? Freund oder Feind und was führen sie im Schilde?

    Das Wissen auf den großen Kampf, der immer näher rückt, packt auch den Leser zusehends.
    Wiederholt hat mich die Autorengemeinschaft Erin Hunter in ihren Bann gezogen, hinein in den Wald und an dem Leben der Katzen teilhaben lassen.
    Man muss kein Katzenliebhaber sein, um die Geschichten um die Warrior Cats lesen zu wollen.
    In ihnen fehlt es an nichts. Es gibt Spannungen, Liebe, Intrigen und auch Geheimnisvolles. Weise Voraussagungen und der Glauben an die Gerechtigkeit führen die Katzen an.

    Ein alter Bekannter, der zwei junge Schüler gerettet hat, erscheint wieder auf der Bildfläche. Nicht alle trauen ihm, einige begegnen ihm mit Misstrauen. Sollte er sich so geändert haben?
    Taubenpfote und Efeusee belauschen ihn zufällig und wissen nunmehr, was sie von ihm zu halten haben.

    Die Spannung, die in dem letzten Band ein wenig abgeflacht war, hat in diesem Band wieder voll angezogen. Die Zeit des großen Kampfes, der sicherlich im kommenden Band stattfinden wird, rückt näher, selbst als Leser ist sie schon fast greifbar. Alles deutet darauf hin.
    Efeusee wird hart geschult im Wald der Finsternis und es nicht klar, wer alles noch dort kämpft. Wieviel Katzen aus dem eigenen Clan sind noch dort und wer aus den anderen Clans? Das Misstrauen geht um, niemand traut niemandem mehr.

    Innerhalb des Clans gibt es ein paar persönliche Konflikte, die die ganze Geschichte ein wenig abrunden, so dass sich nicht alles auf den kommenden Kampf konzentriert.

    Die Geschichte wird zu keiner Zeit langweilig oder langatmig, im Gegenteil. Sie reißt den Leser mit. Als ich das Buch zugeschlagen hatte, habe ich es wehmütig getan, denn ich hätte sehr gern gleich weitergelesen.
    Ist man soweit, will man sofort wissen, wie es weitergeht, will lesen, wer Freund und wer Feind ist, was aus den Clans wird und wie stark letztendlich der Wald der Finsternis ist.

    Wieder ein Buch der Warrior Cats, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an Katzenliebhaber.
Art, Pebby Auf und weg! (eBook, ePUB) EUR 2,99
  • Bewertung vom 22.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Emmas Eltern haben sich getrennt.
    Nicht unüblich, gibt sich Emma die Schuld, dass ihr Papa gegangen ist. Jetzt sieht es so aus, als würde ihre Mutter sie auch nicht mehr haben wollen, deshalb soll sie zur Oma gehen.
    Ihre einzige Stütze ist Floh, ihr plüschiges Spielzeugpferd, das plötzlich reden kann und lieber Heinz heißen würde.
    Gemeinsam machen sich beide auf den Weg, um Papa zu suchen und erleben Abenteuer...

    Ein schweres Thema, die Trennung der Eltern.
    Wie bringt man es den Kindern bei und wie erleben sie diese Situation, die für sie völlig neu und schlecht beherrschbar ist?

    Die Autorin Pebby Art hat sich dieses Themas angenommen und für Kinder eine altersgemäße Geschichte geschrieben. Gleichzeit dazu hat sie das Buch mit eigenen Illustrationen aufgepeppt.

    Emma, die die Tatsache hinnehmen muss, dass ihr Papa jetzt woanders wohnt, kommt schwer mit der Situation klar. Ihre Freundin merkt nicht, dass sie etwas bedrückt und so hat sie niemanden, mit dem sie darüber reden kann. Die Eltern kommen dafür nicht in Frage, denn die haben das Dilemma ja verursacht. Nur leider haben sie vergessen, darüber auch mit Emma zu reden, damit diese es verstehen kann.
    Sie hat nur Floh, ihr Pferdchen, das durch ihre Tränen zum Leben erweckt wurde. Es hilft ihr in der schweren Zeit und spricht mit ihr. Von ihm fühlt sich Emma verstanden.
    Sie landet mit ihm im Wald und erlebt dort so einiges, wird von ihrem eigentlichen Kummer ein wenig abgelenkt.

    Das Buch ist sicherlich in erster Linie an die Zielgruppe gerichtet, die es auch betrifft, Trennungskinder.
    Die Autorin macht es dem Leser leicht, an dem Gefühlsleben und den Gedanken von Emma teilzunehmen, sie aus der Sicht eines Kindes zu erleben.
    Es zeigt deutlich, dass nicht alle Entscheidungen über die Köpfe der Kinder gemacht werden sollten. Zumindest sollte man die Gelegenheit nutzen und es ihnen erklären, sonst suchen sie sich ihre eigenen Erklärungen, die mit der Realität so gar nichts zu tun haben.
    Sehr einfühlsam geht die Autorin das Thema an und regt nicht nur die Kinder zum nachdenken und überdenken an.

    Das Buch ist mit einfachen Worten geschrieben, kindgerecht für die Alterklasse der Schulanfänger. Es ist mit großer Schrift gedruckt, so dass es sich nicht nur zum Vorlesen bestens eignet, sondern auch zum selbst lesen.
    Kinder lesen eine Abenteuergeschichte und nehmen gleichzeitig wichtige Informationen auf.

    Ein ausgesprochen gelungenes Buch, das sich nicht nur an Trennungskinder richtet, sondern das es einfach Wert ist, von allen gelesen zu werden.
    Ich empfehle es sehr gern weiter.
Behr, Annette Katzen und ihre Zweibeiner EUR 9,95
  • Bewertung vom 20.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Katzen sind individuelle Lebewesen und lassen es sich gern nach Möglichkeit bei ihrem Personal bzw. Zweibeiner gut gehen.
    So auch Paula und Lilly, zwei Katzendamen, die gern ihre Zweibeiner beobachten und ihre Meinung dazu abgeben.

    So haben sie ihre eigene Meinung zu den bereitgestellten Körbchen, die katzengerecht sind. Wissen denn ihre Zweibeiner nicht, dass es sich in frisch gewaschener Wäsche oder im Bett viel besser schläft?
    Auch eine Beschwerde über das Ungetüm, das regelmäßig in der Wohnung seine Arbeit tut, laut ist und auch schon mal den Lieblingsschuh aus Filz von Paula auffrisst, bleibt dem amüsierten Leser nicht erspart.
    Gar nicht verstehen können die Miezen, wenn ihre Zweibeiner bunte Bälle aufhängen und sie nicht damit spielen dürfen.
    Genauso wenig ist zu verstehen, dass sie es lieben, Lilly und Paula zu streicheln und durch ihr schönes weiches Fell mit den Händen zu fahren und sie selbst entfernen alle Haare an den Beinen und unter den Armen. Was für eine verrückte Welt, denken sich die beiden.

    Es gibt viel interessantes und unterhaltsames zu lesen. In kurzen Geschichten erfährt man als Leser das ein oder andere, beispielsweise wie Lilly und Paula zu ihren Namen kamen.

    Aber auch die Entwicklung der Technik geht nicht ganz spurlos an den Katzen vorbei. Wo früher ihr Zweibeiner Papierknöllchen zerknüllt hinter sich geworfen hatte und sie damit durch die gesamte Wohnung toben konnten, bleibt das heute aus, denn aus der Schreibmaschine wurde ein Computer, sehr zum Leidwesen der beiden.

    Diese und noch viele andere Erlebnisse von Lilly und Paula kann man in dem Buch lesen. Ich habe sie schmunzelnd genossen und dabei an meine beiden Katzen gedacht und des öfteren bestätigend mit dem Kopf genickt.

    Die Geschichten sind mit wunderschönen Grafiken versehen, die es einfach nur Spaß macht, anzusehen. Den beiden Katzen Lilly und Paula steht der Schalk schon im Gesicht geschrieben, grinsend und frech, wie sie sind.

    Ein fantastisches Buch über Katzen und ihre Zweibeiner, voller Witz und Humor aus der Sichtweise von Lilly und Paula.
    Viel zu schnell hat man das Buch ausgelesen, denn mit nur 63 Seiten ist man bald schon durch damit.
    Ich habe mit einem Dauergrinsen das Buch gelesen und mir so meine Gedanken gemacht.

    Es ist ein Buch, das ich nicht nur Katzenliebhaber empfehle.
Jacobi, Brigitte Schwiegermutter all'arrabbiata EUR 14,99
  • Bewertung vom 20.05.2015
  •  
    sehr gut
  • Auch das noch. Es reicht nicht, dass Dario auch nach 4 Jahren Beziehung immer noch allein nach Hause ins ferne Italien fährt, nun bekommt Henrike, seine Freundin, auch noch einen Hilferuf per SMS von ihm. Er wäre entführt worden und sie möchte doch bitte kommen.
    Kurzer Hand schnappt sie sich ihren Vater, der so gar nicht davon erbaut ist, mit ihr nach Italien zu fahren und sie das auch deutlich wissen lässt, und macht sich mit ihm auf den Weg.
    Dort angekommen, muss sie feststellen, dass ihre künftige Schwiegermutter weder davon weiß, dass er entführt wurde und von einer Freundin gleich gar nicht. Das kann ja heiter werden, was soll sie nur tun.
    Nur Darios älterer Bruder Massimo scheint Kenntnis von ihr zu haben, ist aber auch nicht gut auf sie zu sprechen. Für ihn ist sie der Grund, warum Dario nicht wieder nach Italien kommt und ihm auf ihrem Landgut zur Hand geht.
    Auch wenn er böse auf sie ist, sie kann sich ihm nicht entziehen, zu sehr ähnelt er Dario und wegen dem ist sie ja eigentlich nach Kalabrien gekommen.
    Wo steckt er nur und welche Anziehungskraft strahlt Massimo auf sie aus? ...

    Ein herrlich humorvoller Roman der Autorin Brigitte Jacobi. Die Zusammenführung der chaotischen Henrike und ihrem Vater, dem Hygienefanatiker, mit einer italienischen temperamentvollen Mamma Lucia und ihrer Familie ist einfach nur gelungen.
    Schon allein die Anreise von Henrike und ihrem Vater setzte mir ein Grinsen ins Gesicht.
    Hoimar, Henrikes Vater, hat einen gewaltigen Tick, was die Hygiene angeht. Kontakt zu anderen Menschen ist ihm unangenehm und für die Reise kauft er Unmengen von Reinigungsmitteln, die selbstverständlich mitmüssen. Da sie die Fahrt mit dem Auto machen, da beide sich weigern, ins Flugzeug zu steigen, wechseln sie sich mit dem Fahren ab. Nur Hoimar gedenkt auf der Hinreise, zwischendurch ein paar kleine Zwischenstopps einzulegen, um sich ein paar Sehenswürdigkeiten anzusehen. Henrike flippt fast aus, als sie das mitbekommt, denn sie befürchtet, sie würde zu spät zu Dario kommen.
    Während Hoimar in Italien einschlägt wie eine Bombe, so, dass sich zwei Frauen der Familie um ihn bemühen, bekommt Henrike keinen Fuß auf den Boden.
    So sieht sie sich genötigt, allein auf die Suche nach Dario zu gehen, wenn sie schon keinerlei Unterstützung bekommt.

    Dass Italienerinnen Temperament besitzen, dürfte die Autorin wissen, denn sie lebt ebenfalls in Italien. Mamma Lucia, die Mutter von Dario hat Temperament und das zeigt sie bei jeder Gelegenheit. Es ist schwer für Henrike, dem etwas entgegenzusetzen.
    Henrike ist verwirrt, liebt sie doch Dario und vermisst ihn. Wie kann es dann sein, dass sie für seinen Bruder Massimo ebenfalls Gefühle entwickelt. Eine verfahrene Kiste.

    Brigitte Jacobi nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Fahrt nach Kalabrien. Nach einem chaotischen Beginn der Reise, Unterbrechungen auf der Hinfahrt und dem Aufeinanderprallen von zwei Welten lässt sie den Leser teilhaben an der Auseinandersetzung mit Mamma Lucia und ihrer Familie.

    Ein wenig gestört hat mich Henrikes Tick, dem Gefühl, hüpfen zu müssen. Das erschien mir ein wenig weit hergeholt, zumal sie in den unmöglichsten Situationen dieses Gefühl übermannte. Das konnte ich so gar nicht nachvollziehen.

    Aber alles in allem hat man mit dem Buch ein temperament- und humorvolles Buch in der Hand, das zumindest ich grinsend gelesen habe. Ich fühlte mich gut unterhalten und habe mich köstlich amüsiert.
    Mit dem Ende wurde ich ein wenig überrascht, denn damit hätte ich tatsächlich nicht gerechnet.
  • Bewertung vom 13.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Wer kennt sie nicht, die Momente, wo man alles hinschmeißen möchte und einem Gedanken über das Auswandern kommen. Den einen würde es gern in andere Kontinente ziehen, den anderen zieht es in ein europäisches Land.
    Manuela Martini und ihre Lebenspartnerin Simona erfüllen sich diesen Traum.
    Die beiden Frauen wagen den Schritt und ziehen nach Spanien, nach Andalusien.
    Sie stellten während eines Urlaubes fest, dass es genau das ist, was sie wollen. Die Gegend gefiel ihnen und die Lebensart der Menschen dort sowieso.

    Manuela, die Autorin ist, kann überall schreiben, da ist es egal, wo sie wohnt. Ihre Frau Simona ist Physiotherapeutin, gab ihre Praxis auf, packte ihre Behandlungsbank ein und los ging es in einem alten Opel.

    In Spanien angekommen, fehlt die Sonne. Es regnet und nicht zu knapp. Sie lernen beide ein anderes Spanien kennen als das, was sie aus dem Urlaub kennen.
    Die ersten Hürden müssen genommen werden. Eine Wohnung zu bekommen, kann doch nicht so schwer. Oh doch, kann es, denn man benötigt den N.I.E.-Schein. Ich hielt diesen Schein erst für einen Scherz, als ich davon gelesen habe, aber in Spanien geht ohne dem nichts. Keine Wohnung, kein Telefon, Gas für den Ofen? - natürlich nicht.

    Der Leser ist von Anfang an mit dabei, wenn es für Manuela und Simona heißt, Fuß in Spanien zu fassen. Auch mit der Sprache hapert es noch ein wenig, denn nach nur einem Spanischlehrgang ist man nicht wirklich der Sprache mächtig.
    Aber die beiden kann nichts erschüttern, sie beißen sich durch.

    Die Autorin beschönigt nichts und lässt den Leser sowohl an Erfolgen wie auch an Misserfolgen teilhaben. Ganz profane Dinge müssen gestemmt werden, z.B., für welchen Friseur entscheide ich mich?
    Sie finden Freunde und richten sich dort ein. Nach einigen Umzügen sind sie auch endlich soweit, dass sie einen Garten ihr eigen nennen können und das bedeutet, Simona kann sich endlich den lang gehegten Wunsch nach einem Hund erfüllen. Natürlich wird es nicht der gewünschte und es bleibt auch nicht bei nur einem Hund.

    Humorvoll, aber auch nachdenklich berichtet Manuela Martini von ihrem Ankommen in Spanien. Es ist schon bewundernswert, wie die beiden sich dort einrichten und auch beruflich Fuß fassen.
    Ihre Ängste und Sorgen, die sie während der ganzen Zeit beschäftigen, kann man sehr gut nachvollziehen, denn wen lässt es schon kalt, wenn man alles hinter lässt und völlig neu in einer fremden Umgebung anfangen will.

    Als wirklich allerletzte Option haben sie ja noch immer, wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Aber sie sind sich einig, das ist für sie keine Option.

    Ich habe die beiden sehr gern begleitet, wäre aber bei einigen Gelegenheiten sehr gern live dabeigewesen. Ein aufregendes Abenteuer haben sie gemeistert und es ist wahrscheinlich noch nicht zu Ende.

    Von der Autorin Manuela Martini hatte ich noch nie etwas gelesen und wurde richtig überrascht, wie viel sie schon veröffentlicht hat, was völlig an mir vorbei gegangen ist. Das muss ich nachholen, denn mit ihrem Schreibstil hat sie mich bei diesem Buch schon überzeugt.

    Ein wunderbares, unterhaltsames Buch von zwei Frauen, die auszogen und in der Fremde eine Heimat fanden.
    Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.
Louth, Nick Die Suche EUR 12,99
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 12.05.2015
  •  
    sehr gut
  • Es soll Erica Strout-Jones' größter Triumph werden. Sie hat ein Heilmittel gegen die noch immer gefährliche Krankheit Malaria gefunden und will diese bei einem Kongress in Amsterdam vorstellen.
    Ihr Freund Max Carver trifft sich extra zu diesem Zweck mit ihr dort und will bei der Vorführung dabei sein. Da verschwindet Erica eines nachts plötzlich und ohne ein Lebenszeichen hinterlassen zu haben.
    Die Polizei nimmt ihn nicht ernst, vermutet einen Streit unter Liebenden und hat dabei auch Max in Verdacht, an dem Verschwinden von Erica beteiligt zu sein. Max selber weiß, was immer Erica bewogen hat, ihn zu verlassen, sie würde nie den Kongress verpassen, auf dem sie ihre wissenschaftliche Stunde voraussieht. Für ihn ist klar, dass sie nur entführt worden sein kann und begibt sich auf die Suche nach ihr. Eine Suche, die nicht leicht ist, denn er hat keinerlei Anhaltspunkte, mit wem sie sich getroffen haben könnte noch wohin sie gegangen sein könnte...

    Malaria ist eine Geißel der Menschheit, denn noch immer gibt es kein wirksames Heilmittel dagegen. Jährlich sterben im Durchschnitt 1 Mio. Menschen weltweit an der Krankheit.
    Diesem Thema und deren Bekämpfung hat sich der Autor zu eigen gemacht und einen Thriller darüber geschrieben.

    In Amsterdam treten vereinzelt Fälle von Malaria auf, mit Todesfolge. Keine von den herkömmlichen Arten, sondern ein neuer Stamm der Malariaerreger, für den es noch keine wirksamen Medikamente gibt.
    Zeitgleich verschwindet die Wissenschaftlerin Erica Strout-Jones, liegen die beiden Ereignisse im Zusammenhang?

    Max, der fest davon überzeugt ist, dass Erica entführt worden ist, macht sich in Amsterdam auf die Suche nach ihr. Er gibt nicht auf und gerät bald selbst ins Visier von Jemandem, der verhindern will, dass er Erica findet.
    Aber wer ist Erica eigentlich? Sie kennen sich seit 3 Monaten und er denkt bereits an Heirat, will ihr in Amsterdam einen Antrag machen.
    Wie er nun jedoch anhand von Tagebuchaufzeichnungen aus den 90er Jahren feststellen muss, blieb ihm bislang einiges aus ihrem Vorleben verborgen. Im Tagebuch erfährt er nach und nach, das Erica seinerzeit in Afrika von einer Rebellengruppe gemeinsam mit anderen als Geisel gehalten wurde.

    Schon bald ist klar, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen dem, was Erica 1992 in Afrika erlebte und dem heutigen Verschwinden von ihr.
    Durch diese Tagebucheinträge hat der Leser das Gefühl, auf zwei Zeitebenen die Geschehnisse zu erleben.
    Während des Lesens überlegte ich, wie die Zusammenhänge sein könnten, aber mit der Auflösung lässt sich der Autor bis zum Ende Zeit. Nach den Tagebucheinträgen war die Auflösung letztendlich nicht mehr ganz so überraschend, aber doch gut konstruiert.

    Die Spannung, die der Autor zu Beginn aufbaute, konnte sich bis zum Ende halten, wenn sie zwischendurch auch mal ein wenig abflachte.

    Die Person Max bringt mich ein wenig in Zwiespalt, weil ich nicht so richtig einschätzen kann, ob ich ihn nun mag oder nicht. Er hat eine aufregende Vergangenheit hinter sich und baut auf diese nun auf, wobei es auch mal ein wenig brutal zugehen kann. Auf der einen Seite Softie, der versucht mit allen Mitteln seine Freundin zu finden, auf der anderen eher voranschreitend wie Rambo.

    Eins bringt das Buch auf jeden Fall ins Visier, das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Pharmaindustrie und ich kann ich nur, dass ich das sehr beängstigend empfand, weil das meines Erachtens schon ein Stück Realität widerspiegelte.

    Das Buch kann den Leser fesseln und gut unterhalten und bringt Wahrheiten an den Tag, die man lieber nicht hören möchte.
    Spannend geschrieben und lesenswert, so dass Langeweile erst gar nicht auftritt.
Zevin, Gabrielle Die Widerspenstigkeit des Glücks EUR 12,99
  • Bewertung vom 12.05.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Seit der Buchhändler A. J. Fikry seine Frau Nic bei einem Unfall verloren hat, ist er mit sich und der Welt im unreinen. Die Buchhandlung, die er führt, betreibt er nicht mehr mit dem gleichen Elan wie vor ihrem Tod. So kauft er fast nur Bücher ein, die ihm gefallen, Unterhaltungsliteratur hat dort nicht wirklich etwas zu suchen, geschweige denn Kinderbücher.
    Als Amelia, Verlagsvertreterin, das erste mal mit ihm zusammentrifft, kommt es einem Rausschmiss fast gleich. Er hat nicht nur kein Buch gekauft, sondern sie auch noch vergrault.
    Er ist und bleibt ein Einzelgänger.
    Das ändert sich, als er eines Tages ein zweijähriges Mädchen, Maya, in seiner Buchhandlung findet. Deren Mutter hat das Kind dort ausgesetzt, mit der Bitte an den Eigentümer, dass sie doch mit Büchern aufwachsen möge.
    Trotz anfänglichem Widerwillen, er will das Kind doch schnell wieder loswerden, verliebt er sich in die kleine Maya und wird sie letztendlich auch adoptieren. Ein Wendepunkt in seinem Leben ...

    Noch schöner kann man die Liebe zum Buch nicht wiedergeben.

    Ein knurriger Witwer, der auf einer Insel den einzigen Buchladen betreibt und diesen mehr oder weniger durch die Sommergäste über Wasser halten kann, ist Gelegenheitstrinker. Als er nach einem Besäufnis feststellen muss, dass aus seinem Buchladen ein wertvolles Buch gestohlen wurde, ist es für ihn nicht mehr wichtig, den Laden abzuschließen. Mit dem Verkauf des Buches, das in einer Glasvitrine stand, gedachte er sich seinen Ruhestand zu finanzieren.
    Als er eines Tages nach dem Joggen wieder in die Buchhandlung kommt, hat man ihm nichts gestohlen, sondern gebracht. Ein kleines 2-jähriges Mädchen namens Maya. Was tun? Wie geht man mit einem so einem kleinen Wesen um? Dank Google und seiner Ex-Schwägerin erfährt er das Nötige, was ein Kind braucht. Kurz bevor er es dem Jugendamt übergibt, überlegt er es sich anders und will Maya adoptieren.
    Was bis dahin schwarz-weiß war, wird nunmehr bunt. Durch Maya, die ein aufgewecktes kleines Mädchen ist, das sich in der Buchhandlung ausgesprochen wohl fühlt, findet der kauzige A. J. Fikry wieder Spaß am Leben. Er liebt Maya von ganzem Herzen und wird auch wieder in die Inselgemeinschaft integriert.

    Mit diesem Roman hält man ein Buch in den Händen, das ausgesprochen warmherzig und liebenswert ist und in dem sich alles um Bücher dreht.

    Vor jedem Kapitel gibt es eine kurze Zusammenfassung zu einem Klassiker, den A. J. Fikry geschrieben hat. So kann man seine Anmerkungen zu Edgar A. Poe, Mark Twain, F. Scott Fitzgerald, Irwin Shaw und anderen lesen. Die letzten Zusammenfassung sind direkt für Maya geschrieben.
    Diese Schriftsteller und andere findet man auch auf dem Cover wieder, die als stehende Bücher dort abgebildet sind.

    Durch die Liebe zu Maya und den Büchern gewinnt A. J. Fikry Freunde und findet die Liebe.
    Gegen Ende des Buches lichtet sich auch das Geheimnis um die Herkunft von Maya und dem Verbleib des gestohlenen Buches, so dass die gesamte Geschichte rund ist.

    Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, als ich es nur mal kurz anlesen wollte. In dem Buch finden sich glückliche, aber auch traurige Momente, die einen berühren.
    Die Protagonisten sind, wenn sie auch nicht bis in die Tiefe ausgearbeitet wurden, liebenswerte Menschen, die man gern kennenlernen möchte.

    Dieses Buch hat mich angesprochen und berührt und es wird sicherlich noch ein Weilchen nachklingen.
    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Brömme, Tina Maybe You? Entscheide sich, wer kann! EUR 12,99
  • Bewertung vom 12.05.2015
  •  
    sehr gut
  • Annikas Zeit in Neuseeland ist vorbei und nun lebt sie wieder in München. Durch ihre Freundin hat sie einen Job als bei einem TV-Online-Sender erhalten.
    Annika ist eine Frau, die trotz ihrer 26 Jahre Probleme hat, sich zu entscheiden. Da ist es egal, ob es sich um Klamotten handelt, um Essen oder wie in dem speziellen Fall um Männer.
    Drei Männer buhlen um die Gunst von Annika - Malik, ein bekannter Schauspieler, Kuschi, ein Lebenskünstler und Tim, ihr Ex-Freund. Sie mag ja alle drei, aber für wen soll sie sich entscheiden?
    An dieser Stelle kommt der Leser ins Spiel...

    Zu Beginn des Buches werden bis zur 50. Seite die Protagonisten vorgestellt.
    Annika, leicht chaotisch und entscheidungsunwillig. Was soll ich anziehen, was essen? Schwere Fragen, die sie jeden Tag aufs neue meistern muss.
    Nicht anders ist es bei den Männern. Ihren Traummann hatte sie in Josh gefunden - in Neuseeland, aber den musste sie mit ihrer Rückkehr nach Deutschland leider hinter sich lassen.
    Sie hat einen Job bei einem TV-Sender, bei dem sie ihre Probezeit nunmehr erfolgreich überstanden hat. Sie macht ihren Job gern, wenn sie auch manches Ding in den Sand setzt.

    Ihr Ex-Freund Tim kann sich nicht damit abfinden, dass sie bereits vor ihrer Neuseelandreise Schluss mit ihm gemacht hat. Für ihn war es nur eine Pause, an die er nunmehr da ansetzen will, wo sie geendet haben.
    Kuschi lernt sie eines morgens in der Bahn kennen, ein Lebens- und Kletterkünstler, dem es gelingt, ihr das Geld für die Strafe des Fahrens ohne Ticket inkl. Ticket abzuluchsen. Selbstverständlich will er es ihr wiedergeben, sagt er.
    Malik, ein angesagter Schauspieler, lernt sie kennen, als sie ein Interview nach einem Event mit ihm machen will. Nur sucht sie sich eine Zeit aus, die sehr ungewöhnlich ist. Sie lauert ihm morgens auf, als er nach durchfeierter Nacht nach Hause gehen will. Klar, dass sie ihn da nicht auf dem richtigen Bein erwischt.

    Alle diese drei Männer bemühen sich zur selben Zeit um Annika, aber die kann sich nicht entscheiden, mag sie doch alle.
    An dieser Stelle gabelt sich die Story in drei Stränge. Der Leser kann nun entscheiden, mit wem sich Annika treffen soll, mit Kuschi, Malik oder Tim.
    Josh, der weit weg ist, fällt aus dem Schema raus, da die Entfernung nicht so ohne weiteres zu überwinden ist und eh keine Zukunft hat.
    Hat man sich entschieden, erlebt man die Geschichte mit dem jeweiligen Protagonisten, ohne jedoch die anderen aus dem Auge zu verlieren. Sie sind trotzdem Bestandteil der Geschichte.
    Nach dem gelesenen Teil hat man anschließend noch einmal die Gelegenheit zu entscheiden, möchte man die Story mit dem jeweiligen Protagonisten weiterlesen oder sollte man sich besser für einen anderen entscheiden?

    Aus diesen verschiedenen Strängen resultiert, dass das Buch gewaltige 661 Seiten hat, die zuerst ein wenig abschreckend wirken.

    Ich hatte mich ursprünglich für den Kuschi-Strang entschieden und den durchgängig, ohne zwischendurch zu wechseln und war dann anschließend natürlich neugierig, wie es denn mit den anderen Protagonisten gelaufen wäre. Klar, dass man die dann auch noch lesen will.
    Dadurch, dass man letztendlich auch die anderen Teile liest, erfährt man noch zusätzliches zu den Protagonisten, das das Bild von diesen noch ein wenig abrundet.

    Mir war recht schnell klar, in welche Entscheidungsrichtung es letztendlich hinausläuft und ich kann diese nur begrüßen.
    Annika selbst ist mir ein wenig mit ihren Entscheidungsproblemen auf den Keks gegangen. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, dass man so unsicher ist und ewig überlegen, ob und wie man sich entscheiden soll.
    Ab und an kann man ja schon in Entscheidungsnot fallen, aber bei jedem kleinen bisschen, das war mir einen Ticken zu viel.

    Es ist ein etwas anderes Buch, bei dem man selbst entscheiden kann, was man lesen möchte. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall.
Tremayne, S. K. Eisige Schwestern EUR 14,99
  • Bewertung vom 06.05.2015
  •  
    sehr gut
  • Lydia und Kirstie waren eineiige Zwillinge, fröhlich und aufgeweckt.
    Als Lydia, kaum 6 Jahre, nach einem Unfall stirbt, verändert sich das Leben der ganzen Familie. Der Vater, Angus, Architekt, greift immer öfter zur Flasche und verliert nach einem Zwischenfall seine Arbeit. Sarah, die Mutter, fällt in ein tiefes Loch. Lydia war ihr bevorzugter Liebling, Kirstie der des Vaters.
    Ein Jahr ist vergangen und sie sehen sich gezwungen, umzuziehen. Weg von all den Erinnerungen an Lydia und allem, was mal war.
    Angus hat ein Haus auf einer recht einsamen schottischen Insel geerbt und dort sehen sie ihre Zukunft.
    Während der Umzugsvorbereitungen stellt Kirstie ihrer Mutter plötzlich die Frage, warum sie immer Kirstie zu ihr sagen, sie wäre doch Lydia. Kirstie wäre doch gestorben, da würde eine Verwechslung vorliegen.
    Bei Sarah liegen die Nerven blank, sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Welcher Zwilling lebt, welcher ist gestorben? ...

    Der Umzug auf die Insel Torran ist ein kompletter Cut des vergangenen Lebens. Sie sind gezwungen, das Haus erst herzurichten, da es mehrere Jahre unbewohnt und den rauen Zeiten von Wind und Wasser standhalten musste. Aber sie werfen sich in dieses Abenteuer, haben sie doch die Hoffnung, alles Vergangene damit abschütteln und neu anzufangen zu können.
    Aber auf der Insel ist nichts so, wie sie es sich erhofft haben.
    Kirstie, die jetzt Lydia ist, muss den Wechsel auf eine neue Schule absolvieren, eine Schule, in der sie überhaupt nicht klar kommt. Sie wird von den anderen Kindern gemieden, sogar wie ein Aussätzige behandelt. Es geht etwas von ihr aus, das man nicht greifen kann. Sie spricht und spielt mit ihrer toten Schwester, die Kinder sehen das und meiden sie. Es ist schwer, unter diesen Umständen Freunde zu finden.

    Sarah und Angus haben Geheimnisse voreinander, die auch der Leser erst sehr spät in vollem Umfang erkennen kann. Sie misstrauen sich, ja sie beginnen sich zu hassen. Sie können nicht mehr miteinander reden und jeder gibt dem anderen die Schuld. Statt, dass eine Besserung in ihre Ehe kommt, wird es immer schlimmer. Sarah ist letztendlich froh, wenn Angus Arbeit hat und nicht nach Hause kommen muss.

    Das Buch ist mal aus der Sicht von Sarah, mal aus der von Angus geschrieben, wobei Sarah einen größeren Part hat.
    Beide sind besorgt um ihre Tochter und doch versuchen sie, diese vor dem jeweils anderen Elternpaar zu beschützen.

    Es wird zu Beginn Spannung aufgebaut, der Leser bekommt Andeutungen, die lange sehr wage gehalten werden. Man hat anfänglich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Story entwickeln wird.
    Als Leser hat man Anteil an den Gedanken von Sarah und Angus, ohne jedoch erklärende Worte zu erhalten. Der Leser wird bewusst ahnungslos gehalten, wobei ich das Gefühl hatte, dass man sich irgendwann im Kreis drehte.
    Zum Ende gewann die Story noch einmal an Spannung und endete, obwohl meine Gedanken schon ein wenig in diese Richtung gingen, dann doch überraschend.

    Den beiden Protagonisten Sarah und Angus konnte ich so gar keine Sympathie entgegenbringen. Zu ihren Gunsten jedoch muss ich sagen, dass mir gefallen hat, dass ihre Tochter jeweils an erster Stelle stand, alles andere musste sich untergliedern.

    Sehr gut beschrieben hat der Autor das Leben auf dieser unwirtlichen Insel mit einer bildhaften Sprache für die Örtlichkeiten. Ich hatte das ein oder andere mal das Gefühl, auch ich würde dort im Schlick und Matsch in Gummistiefeln durch das Watt laufen.

    Ein ungewöhnlicher Roman, der sich mit dem Phänomen von eineiigen Zwillingen beschäftigt.
    Spannend geschrieben mit einigen Momenten, die durchaus Gänsehautfaktor haben. Und über allem steht die Frage, was geschah in der Todesnacht von Lydia?
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