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Kleeblatt
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Berlin
Über mich:
Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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153 (erhaltene)
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Bewertungen


Insgesamt 615 Bewertungen
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Vosseler, Nicole C. Zeit der wilden Orchideen EUR 9,99
  • Bewertung vom 27.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Georgina ist die einzige Tochter ihres Vaters, deren Mutter schon sehr früh gestorben ist. Seit dem ist sie sich mehr oder weniger selbst überlassen, zu ihrem Vater findet sie nicht die nötige Nähe, nicht mehr.
    Sie lebt ihre Tagträume und hält sich viel im Garten auf, in dem ein fast zugewachsener Pavillon steht. Diesen hat sie zu ihrem Rückzugsort erkoren und dort bleibt sie unbehelligt.
    Eines Tages findet sie dort einen verletzten Jungen. Raharjo hat sich auf See eine Wunde zugezogen und sich mit letzter Kraft an Land und zu dem Pavillon geschleppt. Georgina oder Nilam, wie sie sich nennt, pflegt ihn gesund und er verschwindet eines Tages wortlos.
    Es vergehen viele Jahre bis sie sich wiedersehen. Ihr Vater hat sie in der Zwischenzeit zur Erziehung nach England geschickt, worüber sie sehr unglücklich war.
    Als sie und Raharjo sich wiedersehen, ist aus dem einstigen Kind eine junge Frau geworden und aus dem Jüngling ein Mann.
    Sie verlieben sich und es ist eine Liebe, die ewig halten soll.

    Jaharjo ist inzwischen der stolze Besitzer eines eigenen Bootes und nicht unvermögend. Um aber seinem zukünftigen Schwiegervater die alles entscheidende Frage stellen zu können, möchte er sich noch ein besseres Fundament schaffen und verabschiedet sich von Nilam für eine kurze Zeit. Aus dieser kurzen Zeit werden 4 Monate und an dem Tag seiner Rückkehr sieht er eine Hochzeitsgesellschaft auf dem Grundstück seiner Geliebten und die Braut ist sie selbst ...

    Ein wunderbares Buch voller Emotionen, mit vielen Hochs und Tiefs in einer zauberhaften Umgebung.

    Das Schicksal führt Nilam und Raharjo immer wieder zusammen. Oftmals liegen Jahre dazwischen. Das innige Verhältnis, das sie zu Zeiten ihrer Liebe hatten, finden sie nie wieder, obwohl die Liebe auch nie vergangen ist.
    Raharjo droht Nilam, alles zu zerstören, was ihr lieb ist und versucht auch dieses in die Tat umzusetzen.

    Jeder der beiden führt ein eigenes Leben, jedoch nicht das, welches sie sich erträumt haben.

    Die Autorin Nicole C. Vosseler lässt den Leser fast 50 Jahre am Leben der Protagonisten teilhaben. In dieser Zeit wurden Leben gelebt, Träume geboren und ausgeträumt, Enttäuschungen erlebt und Hoffnungen genährt.
    Kinder kamen zur Welt, die geliebt oder nicht geliebt wurden, Ehepartner wurden aktzeptiert oder geduldet. Ein Buch voller Widersprüche und doch voller Zauber, der einen in den Bann zieht.
    Dabei wurde die Schönheit und die Faszination von Singapur genau so dem Leser nahe gebracht wie die Geschichte zur Zeit des 19. Jh. in Singapur.

    Die Charaktere der Protagonisten unterlaufen während der Jahre einer Wandlung, jedoch nicht in jedem Fall zum Positiven. So manches Mal hätte ich sie gern beiseite genommen und geschüttelt, wenn ich gewusst hätte, dass es helfen würde.

    Und ... Über all dem schwebt auch noch ein verborgenes Geheimnis, das ziemlich spät offenbart wurde. Hätte es dieses nicht gegeben, wären die Leben aller Protagonisten völlig anders verlaufen.

    Ein fantastisches Buch, über dem ein Geheimnis Schicksal spielt, das viele Leben beeinflusst hat.
    Ein Buch voller Liebe und Enttäuschungen, aber auch voller Hoffnung in einer zauberhaften Umgebung.
    Auf jeden Fall ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, das süchtig macht bis zum Ende. Auch jetzt noch, ein paar Tage, nachdem ich es beendet habe, klingt es nach und beschäftigt mich.

    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Lipasti, Roope Ausflug mit Urne EUR 19,99
  • Bewertung vom 25.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Die Brüder Teemu und Janne machen sich mit einer Urne auf den Weg. In der Urne befindet sich die Asche von Jalmari, dem 2. Mann ihrer Großmutter. Da Jalmari keine Kinder hat, wollen sie die Asche ins Meer zu streuen und anschließend zur Testamentseröffnung.
    Jalmari hatte immer viel Geld bei sich und die Brüder rechnen mit viel Geld, das sie erben können.
    Bis sie sich jedoch mit dem Nachlassverwalter treffen, haben sie noch ein paar Tage Zeit. Die wollen sie damit verbringen, indem sie sich einige Orte ansehen wollen, wo Jalmari irgendwann einmal gewohnt hatte. Er soll an die 50 x umgezogen sein, aber die sind natürlich nicht zu schaffen, so dass sie sich auf ein paar konzentrieren, die auf ihrem Weg liegen.

    Die beiden Brüder waren sich ein paar Jahre lang fremd, hatten wenig bis keinen Kontakt. Ihre Mutter lebt nicht mehr, die immer zwischen ihnen geschlichtet hat.
    Diese Fahrt unternehmen sie nun nach langer Zeit gemeinsam.

    Sie lernen sich neu kennen, erfahren Dinge über den anderen, der ihnen fremd geworden war.
    Es ist aber auch eine Fahrt in die Vergangenheit, in die immer wieder eingetaucht wird. Obwohl die Brüder die gleichen Eltern haben, sind sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Teemu, der 2 Jahre ältere, war ruhig und somit das genaue Gegenteil von Janne, der auch von seiner Mutter immer beschwichtigt werden musste, weil niemand den Nerv hatte, sich mit ihm auseinanderzusetzen.
    Jeder der beiden sah die Geschehnisse aus einem anderen Blickwinkel. Vieles wird beleuchtet und heute aus einer anderen Sicht gesehen.

    Janne ist auch heute noch der lebenslustige Typ, der mit der Damenwelt gut kann. Er war 10 Jahre verheiratet, die Ehe wurde geschieden.
    Konflikte waren vorprogrammiert, denn auch Teemu begehrte Elli, Jannes Frau.

    Es ist eine Reise, in der vergangenes aufgearbeitet wird. Die Brüder lernen sich neu kennen.
    Das Ende ist absolut nicht vorhersehbar. Welche absonderlichen Wege der Autor zum Ende hin noch gegangen ist, um es noch einmal richtig spannend zu machen, ist genial.

    Ein wenig zu kämpfen hatte ich jedoch mit dem Schreibstil des Autoren.
    Wenn man sich die Geschichte wie eine gerade Linie vorstellt, so ist er während seines Romans ständig vom Wege abgekommen und verästelte sich nach rechts und links. Die Ausflüge in die Vergangenheit oder Gedanken wurden nicht in einem separaten Kapitel geschrieben, sondern rutschten immer mit in den Lesefluss hinein. Das hat mich persönlich ein wenig gestört, so dass ich hier auch ein Pfötchen abziehe.

    Es ist ein Buch über zwei total verschiedene Brüder, die sich nach langer Trennung wieder neu kennenlernen und ein Tripp in die Vergangenheit.
  • Bewertung vom 24.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Der Kampf mit den Füchsen ging nochmal glimpflich ab. Es hätte schlimmer werden können. Verantwortlich wird jedoch Lucky gemacht, da er sich das Vertrauen der Wildhunde erschlichen hat.
    Wild- und Leinenhunde haben sich zusammengeschlossen und bei der Bekanntgabe von Luckys Strafe hält niemand zu ihm.
    Er wird aus dem Rudel ausgeschlossen und soll vorher noch eine Kennung in Form eines Bisses erhalten, der ihn als Verräter ausweist. So soll sichergestellt werden, dass ihn kein Rudel mehr aufnimmt.
    Lucky, der inzwischen die Vorzüge eines Rudels kennengelernt hat, ist entsetzt über seine Strafe und versucht, zu entkommen. Er hat keine Chance, selbst seine Freunde von den Leinenhunde stellen sich gegen ihn. Vor der Kennzeichnung als Verräter rettet ihn eine erneut aufkommende schwarze Wolke, die sehr bedrohlich wirkt und der sie schleunigst versuchen zu entkommen.

    Lucky muss gehen und weiß nicht wohin. Plötzlich entsinnt er sich, dass Mickey sich vom Rudel entfernt hatte und wieder zurück in die Stadt wollte. Dort, wo es nichts und niemanden mehr gibt, glaubt er Mickey in Gefahr und geht ihm hinterher.
    Er findet ihn und kann ihn überreden, wieder zum Rudel zu kommen.
    Unterwegs kommen sie an der Anlage der Scharfhunde vorbei, die wie ausgestorben wirkt, bis auf das Winseln von kleinen Welpen. Obwohl sie Scharfhunde sind, nehmen sie die 3 kleinen Hunde mit und hoffen, dass sie ins Rudel aufgenommen werden ...

    Lucky ist mein Held in dieser Reihe.
    So ein wunderbarer Charakter, dass man ihn einfach lieben muss.

    Er wurde ausgestoßen aus der Gemeinschaft und hat damit schwer zu kämpfen. Er, der nie ein Rudelhund sein wollte, sondern immer ein Einzelgänger, hat erkannt, dass ihm das Rudelleben gefällt. Er hat Freunde dort, so dachte er es jedenfalls, für Nahrung sorgen alle und jeder hat seine Aufgaben.
    Als er jetzt wieder ganz für sich allein ist, denkt er nicht etwa daran, wie er sich an Alpha und all den anderen rächen kann, sondern er denkt an Mickey, seinem Freund und will ihm helfen. Endlich ist er in der Lage, Mickey begreiflich zu machen, dass niemand von seinen Langpfoten zurückkommen wird. Als dann auch noch das ehemalige Heim von Mickey zusammenfällt, sieht dieser es schweren Herzens ein und geht mit Lucky zurück.

    Damit aber noch nicht genug, unterwegs retten sie drei zurückgelassene Welpen, deren Mutter tot ist und die die anderen des Scharfhundrudels aus unbekannten Gründen allein zurückgelassen haben.
    Lucky fühlt sich verantwortlich für die drei, die es ihm auch nicht leicht machen. Vor allem Grunz, einer der Welpen, macht ihm das Leben schwer. So klein er ist, lässt er sich nichts sagen und man kann in ihm bereits die Gefährlichkeit der ausgewachsenen Hunde erahnen. Und doch stellt er sich der Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es den drei Welpen gut gehen möge, auch wenn das Rudel sie nicht aufnehmen will und diese Gefahr besteht.

    Lucky ist ein Freund, den sich jeder Hund wünschen würde. Obwohl er immer für alle als Freund fungiert, wird er von seinen Freunden verraten und im Stich gelassen. Das hindert ihn aber nicht daran, doch erhobenen Kopfes wieder auf sie zuzugehen.

    Der Autorin ist es sehr gut gelungen, Luckys Ängste nachvollziehbar zu machen, seine Ratlosigkeit und seinen Willen, den anderen zu helfen, egal, wie es für ihn ausgehen wird.
    Lucky, ein Held, auf den ich weiter gespannt bin.
  • Bewertung vom 19.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Mich als Berlinerin interessiert natürlich, was es auch vor unserer Haustür zu sehen gibt. Da Berlin von Brandenburg eingeschlossen ist, liegt es natürlich nahe, sich auch in der näheren Umgebung, in meinem Fall Brandenburg, auszukennen.

    Anhand des hier vorgestellten Buches ist es möglich, sich auf die Umgebung vorzubereiten und einzustellen.

    Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt:
    1. Landschaft, Archäologie, Geschichte und Kultur
    2. Kulturdenkmäler und Museen

    Mittels des 1. Abschnittes bekommt man alle Informationen zur Landschafts- und Erdgeschichte vermittelt, die das Land Brandenburg durchlaufen hat.
    Man erhält einen sehr genauen Einblick den Beginn der archäologischen Forschung, über die Bildung von Vereinen und der Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern zur Erfassung der Kulturgüter.
    Seit der Verabschiedung eines Ausgrabungsgesetzes und dessen Bestimmungen im Jahr 1914 sind auch Grabungskampagnen unterbunden worden, die einer fröhlichen Landpartie ähnelten.

    Es folgt eine Abhandlung der geschichtlichen Ereignisse, beginnend mit dem Paläolithikum, dem Mesolithikum und dem Beginn der Jungsteinzeit, die erkennen lässt, dass die Besiedlung Brandenburgs um 10966 v. Chr. liegt, als der Laacher-See-Vulkan am Mittelrhein ausbrach und eine Abwanderung der Bevölkerung aus diesem Gebiet begann.

    Informatives erfährt man über Gräber und Beerdigungsriten, einiges lässt sich aus den Funden in den Gräbern ableiten.
    Ein Abschnitt beinhaltet die Kirchenarchäologie. Nach einer kurzen Zusammenfassung zur Entstehung der Kirchen wurde auch erfasst, dass es oftmals möglich ist, bei Rekonstruktionen bestehender Kirchen in die Vergangenheit sehen zu können. Viele Kirchen wurden auf ihre Vorgänger gebaut, die abgebrannt oder zerstört wurden. Durch Freilegen der Unterschichten kommen archäologische Funde zu Tage.

    Im 2. Abschnitt, Kulturdenkmäler und Museen, werden diese vorgestellt.
    Vieles ist heute nur noch aus der Luft kartographisch erfassbar und nachweisbar. Die Darstellung erfolgt mittels Luftaufnahmen oder Zeichnungen, die es dem Leser ermöglichen, das Wissen auch optisch wahrzunehmen. Fundstücke von Ausgrabungen sind im Buch ebenso zu finden wie Fotos von Ausgrabungsstätten.

    Auch Fotos von einzelnen Steinkreuzen findet man hier ebenso wie Gräberfelder, Klöster und Burgen.

    Sehr detailliert findet man hier Informationen zur Stadt Brandenburg mit seiner Dominsel. Die Zisterzienserklöster Lehnin und Zinna sind hier zu finden wie auch die Burgen Ziesar und Rabenstein.

    Zu jedem Ort gibt es Hinweise zur Anfahrt, die Benennung der Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten sowie weitere Informationen zur Besichtigung.

    Dieses Buch ist nicht nur ein genialer "Reiseführer" für den Südwesten Brandenburgs, es ist auch eine Art Geschichtsbuch.
    Da ich mich gern und sehr akribisch vorbereite, wenn ich in Gegenden unterwegs bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir immer passende Literatur heraus. Diese Reihe vom Theiss-Verlag ist genau das, was ich brauche, Informationen über Land und Leute, Geschichte und Sehenswertes. Für mich eine Reihe, die ich gern weiterempfehle.
Weidner, Christopher A. Mystische Orte in München EUR 24,99
  • Bewertung vom 19.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • München, die Hauptstadt von Bayern. Vom Namen her kennt sie jeder, viele haben sie besucht, andere wohnen dort und doch wissen viele nicht, dass es eine Stadt mit vielen mystischen Orten ist.

    Christopher Weidner, selbst Münchner, hat sich den mystischen Orten in München und Kraftorten verschrieben. Er will den Dingen auf den Grund gehen und hat längst vergessenes wieder ausgegraben. Dieses Wissen macht er mit dem vorliegenden Buch der Allgemeinheit zugänglich.
    Es gibt viele dieser Orte, aber in diesem Buch beschränkt er sich auf die Plätze in der Altstadt und auch da nur auf ausgewählte.

    Bevor er sich jedoch um die Orte einlässt, erläutert er die Anfänge Münchens. Dabei erfährt der Leser, dass es die ersten Siedlungsspuren im Umland bereits aus der Zeit zwischen dem 4. und 2. Jh. vor Christus gegeben hat. Es verging noch sehr viel Zeit, bis der heute besiedelte Teil von München interessant für eine Ansiedlung werden sollte.
    Die verschiedensten Herrschergeschlechter haben die Hand auf diesen Teil Bayerns, bis Heinrich der Löwe, ein Spross des Welfengeschlechtes und Begründer von München, auftritt.

    München ist eine Stadt, die nicht aus einer ursprünglichen Siedlung entstanden ist und sich weiterentwickelt hatte, München gilt als eine Neugründung auf unbesiedeltem Gebiet. Die Beweise legt der Autor mittels geometrischem Wissen dar und dem Wissen um den Aufbau der Stadt.

    Der Autor erzählt von Sagen und Geschichten, die sich um Drachen, Monster oder auch Lindwürmer drehen. Er bezeichnet die Stadt als Stadt der Drachen, da dieser an vielen Stellen zu finden ist.

    Das Buch ist in folgende 3 große Abschnitte unterteilt.
    - Das Magische Herz der Stadt
    - Die drei Hügel
    - Die vier Viertel,
    die in sich weiter untergliedert sind.

    So ist zum Beispiel zu erfahren, dass Kaiser Ludwig der Bayer München im Jahr 1315 die Marktfreiheit verliehen hat, mit der Auflage, dass der Marienplatz auf ewig unbebaut bleiben soll. Ganz hat man das nicht geschafft, aber im groben ist der Platz unbebaut, auch heute noch.

    Rätsel gilt es auch noch heute zu lösen. Für den Tanzsaal im Rathaus wurde ein Auftrag für 16 Figuren, die Moriskentänzer, erteilt. Es wurden auch 16 Stück bezahlt, aber im Saal gab es nur Platz für 10 der Figuren. Was ist mit den restlichen 6 geschehen?

    Der Münchner Dom zu Unserer Lieben Frau ist mit seinen beiden Türmen das Wahrzeichen von München und von weither schon zu sehen. Bekannt ist er eher unter der Bezeichnung Frauenkirche mit seinen beiden markanten welschen Hauben. Die Frauenkirche unterliegt einer Zahlenmystik, wobei es hier um die Häufung der Zahl Zehn geht. Interessant zu lesen, aber an manchen Stellen schwer zu verstehen.

    Bezug nehmend auf das Denkmal des Goldschmiedes am Schönen Turm erzählt der Autor auch die Geschichte von selbigen, der unschuldig hingerichtet wurde. Seine Unschuld sollte sich aber erst nach seinem Tode beweisen lassen.

    Interessant fand ich auch die Tatsache, dass nicht geklärt ist, ob Ludwig II., der Märchenkönig, wirklich in seinem Sarg liegt. Es wird auf Mord spekuliert und darauf, dass die Leiche aus dem Sarg genommen wurde und woanders beigesetzt. Eine Genehmigung zur Durchleuchtung des Sarges ist aber bis heute nicht von den Nachkommen der Wittelsbacher zu erhalten.
    In dem Zusammenhang für mich neu war die Tatsache eines Geheimbundes, den Guglmännern. Eine Bruderschaft, der man nicht beitreten kann, zu der man bis zum heutigen Tage berufen wird. Sie sehen sich als Mahner und Warner, wo das Andenken von Ludwig II. nicht die nötige Achtung erfährt.

    Vieles andere mehr ist in dem Buch von Christopher Weidner zu lesen. Geschichten um die Kirchen und Viertel, die interessant sind und neugierig machen, sich diese Orte einmal mit eigenen Augen anzusehen.

    Das Buch ist kein Reiseführer, kann aber durchaus auch dafür genutzt werden. Eine wunderbare Ergänzung zu einem Stadtrundgang.
    Sehr empfehlenswert für Münchner und deren Besucher
Mannel, Beatrix Der Klang der blauen Muschel EUR 9,99
  • Bewertung vom 19.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Sophie und Henriette sind Zwillinge und stehen sich sehr nah. Alles haben sie bisher geteilt, einschließlich ihrer Geheimnisse.
    Aber nun müssen sie sich trennen, denn Sophie ist krank und kann nicht gemeinsam mit der Mutter und den Schwestern nach Samoa zu ihrem Vater übersiedeln, der dort Fuß gefasst hat. Schweren Herzens trennen sie sich, mit dem Versprechen, doch alles für die Schwester aufzuschreiben.
    Kaum in Samoa eingetroffen, offeriert Henriette der Vater, dass er sie zu verheiraten gedenkt. Der Ausgewählte ist Ernst-Otto-Hofmann, den er aus seiner Goldgräberzeit kennt und der ihn in der Hand hat, ihn erpresst.
    Henriette wüsste zu gern, womit und gedenkt, das herauszubekommen.

    Sehr zum Unmut ihrer Eltern hat Henriette sich mit den Einheimischen Somoanern Tamatoa, Sina und Taufa angefreundet. Sie fühlt sich zu Tamatoa hingezogen, aber eine Beziehung zwischen den beiden darf es nicht geben. Tamatoa schenkt ihr eine blaue Muschel, die etwas ganz besonderes ist und zu manchen Menschen spricht.
    Von da an überschlagen sich die Ereignisse ...

    Viele Dinge stürmen plötzlich auf Henriette ein. Hofmann entpuppt sich als der Mann, der er ist, aber ihr Vater besteht trotz allem auf die Hochzeit.
    Als Hofmann jedoch eine Straftat begeht, die weitreichende Folgen haben wird für Samoa und auch für Henriette, beschließt diese gegen alle Vernunft, ihn zu retten, womit sie einen schwer wiegenden Verrat begeht.

    Während dieser Zeit "spricht" auch die Muschel mit ihr, die ihr Kontakt mit ihrer Schwester beschert und die Unheil "ankündigt".

    Ihre Schwester, die bis dahin auch einen Leidensweg hinter sich hat, trifft sie erst später in San Francisco wieder. Im Schlepptau hat sie einen Fotografen, Julius von Sommerfeld, den Henriette vor langer Zeit einmal auf einer Seance kennengelernt hatte. Er hat seinerzeit sein Herz an Henriette verloren und hoffte immer auf ein Wiedersehen.

    Nachdem die Autorin mich mit ihrem letzten Buch mit nach Madagaskar genommen hatte, habe ich mich auch auf Samoa eingelassen. Eine Inselgruppe, die 14 Jahre lang (1900 - 1914) eine deutsche Kolonie war. In diese Zeit hat die Autorin auch ihre Geschichte angesiedelt.
    Sehr gut recherchiert, erfährt man als Leser von den Mythen und Erzählungen der Insel und vom Leben der Samoaner. Selbst die Schönheit der Insel bringt sie dem Leser nah. Ich hatte fast das Gefühl, ich würde am Meer stehen und die Wellen auf mich zurollen hören.

    Ebenso ist es ihr gelungen, die große Erdbebenkatastrophe von San Francisco im Jahre 1906 bildhaft widerzugeben. Sie spürbaren Ängste der Betroffenen waren glaubwürdig dargestellt und konnten nachvollzogen werden.

    Es ist die Geschichte zweier Schwestern, die trotz Trennung das Zusammengehörigkeitsgefühl nie verloren haben. Beide sind sich nah, auch wenn sie getrennt sind. Beide gehen den Weg, den sie für sich als richtig empfinden, entgegen den Wünschen bzw. Befehlen der Eltern. Sie sind gegen Ungerechtigkeit und setzen sich zur Wehr. Sie haben Träume, die sie verwirklichen wollen, auch wenn es nicht jeder von ihnen gegeben ist.

    Die Geschichte der Schwestern lässt den Leser mitfiebern, wie es den beiden ergehen wird. Man erlebt mit, wie aus 2 jungen Frauen, die das Leben auf die leichte Schulter nehmen, 2 selbstbewusste Frauen werden, die wissen, was sie vom Leben wollen.
    Mit der Entführung des Lesers auf die bezaubernde Insel Samoa und dem Erlebnis des furchtbaren Erdbeben in San Francisco rundet die Autorin ihre Geschichte ab, macht sie glaubhaft und authentisch.

    Ein wundervoller Roman, den man nicht aus der Hand legen mag, der einen auf eine zauberhafte Insel entführt und der den Leser auch in eine Welt der Mythen und Hoffnungen entführt.
    Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus.
Timmers, Leo Krah! EUR 13,90
  • Bewertung vom 18.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Krah ist eine einsame Krähe, die nicht allein sein möchte.
    Eines Tages hört er in seiner Nähe andere Vögel, die Spaß zu haben scheinen. Er will sich mit ihnen anfreunden, aber sie haben vor ihm und seiner schwarzen Farbe Angst.
    Da hat er eine Idee ...

    Bewaffnet mit Farbeimern versucht Krah, sich in jemanden zu verwandeln, der er nicht ist. Ob er jedoch damit Glück haben wird bei der Meise, dem Fink und dem Sittich, mit denen er so gern befreundet sein möchte, damit er nicht mehr so allein ist?

    Eine schwarze Krähe ist kein schöner Anblick, denn man sieht sich eher das bunte und farbige an. Auch das heisere krähen einer Krähe kann man nicht als liebliches Gezwitscher bezeichnen. Verständlich, dass eine Krähe es schwer hat, Freunde zu finden, die anders sind als sie.

    Leo Timmer hat seine Idee selbst verfasst und zeichnerisch umgesetzt. Mit wunderschönen Zeichnungen lässt er seine Leser an den Verwandlungen der Krähe teilhaben.
    Es macht Spaß, sich das Buch gemeinsam mit Kindern anzusehen und es vorzulesen.
    Die passenden Illustrationen dazu machen das Lesevergnügen komplett.

    Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.
Krätschmar, Tania Eva und die Apfelfrauen EUR 9,99
  • Bewertung vom 18.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Seit Jahren sind die 5 Berliner Frauen befreundet. Eva mit ihren 42 Jahren ist die Jüngste von ihnen und Marion mit 53 Jahren die Älteste. Sie treffen sich regelmäßig und haben mit der Zeit schon die verschiedensten Hochs und Tiefs der einzelnen mitgemacht.
    So auch zu Julikas 50. Geburtstag. Plötzlich steht die Frage im Raum, was werden soll, wenn sie noch älter werden. Die Idee zu einer großen Frauen-WG ist geboren.
    Sie machen sich auf die Suche nach einem Haus mit Garten und annoncieren in verschiedenen Berliner Zeitungen. Was ihnen jedoch angeboten wird, hat nicht wirklich was mit der Annonce zu tun, so dass sie ihr Vorhaben schon fast begraben.
    Da flattert ihnen eines Tages ein Brief eines Rechtsanwaltes ins Haus, der sie zu Erben einer alleinstehenden Frau macht. Sie müssen nur eine Bedingung erfüllen, die 5 Frauen müssen gemeinsam in dem Haus leben über den Zeitraum einer Apfelreifung, also mindestens 4 Monate.
    Das Haus befindet sich nicht wie gewünscht im Süden von Berlin, sondern in der Pampa, im brandenburgischen Wannsee.
    Auch wenn sie vom Standort nicht begeistert sind, wollen sie es sich wenigstens ansehen ...

    Natürlich lassen sich die 5 Frauen auf dieses Experiment ein.
    Eva und Nele, die beide Grafikdesignerinnen sind und Kolleginnen, werden in der Zeit für ihren Chef freiberuflich per Skype arbeiten. Julika ist seit Jahren geschieden und hofft immer noch, etwas von ihrem geschiedenen Mann, einem Italiener, zu hören. Dorothee, Mutter von 4 Kindern, kann es nicht lassen, Mimi, ihre jüngste, noch immer zu bemuttern. Marion ist Grundschullehrerin im Wedding und hat sich für 1 Jahr wegen burn out beurlauben lassen.

    Diese 5 Großstädter treffen auf ein Dorf im weiten Osten mit nicht einmal 100 Einwohnern. Es riecht nach Gülle, wenn der Wind ungünstig steht, und das Umfeld ist nicht wirklich einladend, wenn man aus Berlin kommt.

    Es ist einfach herrlich zu erleben, wie die Frauen sich mit dem Landleben arrangieren. Nicht alles läuft glimpflich ab. Die Dorfbewohner stehen ihnen erst skeptisch gegenüber, zumal sie auch Kenntnis von den ungewöhnlichen Testament der alten Dame haben.
    Ihr großer Widersacher ist jedoch der Bürgermeister und sein Lakai, der Dorfpolizist. Diese verteilen Strafzettel ohne Ende und ohne Grund und drehen ihr eigenes Ding.

    Eva, die es genießt, auf dem Land zu sein, fühlt sich für den Garten verantwortlich. Nach einigen Pannen, die ihr unterlaufen, kann sie die Gartenarbeit auch genießen.

    Auch das Zusammenleben der 5 Frauen wird das ein oder andere mal auf die Probe gestellt und nicht immer ziehen sie an einem Strang. Aber sie gehen nach dem Motto vor "Alle für eine, Eine für alle". Aber ihre Freundschaft wird ganz schönen Belastungen ausgesetzt und es ist fraglich, ob sie es schaffen, die 4 Monate gemeinsam durchzuhalten.

    Turbulent und flott führt die Autorin ihre Leser in den wilden Osten in das Dorf Wannsee. Sie wird nicht müde, die Damen auf Trab zu halten, sei es mit den Gegebenheiten im Dorf an sich oder aber mit den 2 Männern, die ihre Nachbarn sind. Wobei der eine der eigentliche Nachbar ist und der andere bei ihm angestellt.

    5 Frauen, die zwar befreundet, aber vom Charakter her total verschieden sind, lassen sich auf ein Abenteuer ein, das ein Erfolg werden kann, aber auch ins Gegenteil umschlagen. Der Wille ist da, aber ist es wirklich möglich, alle Eventualitäten auszuschalten, um das durchzuhalten?

    Mit viel Humor geschrieben, macht es einfach nur Spaß, die 5 Berliner Frauen in der Pampa zu begleiten. Ich hatte unendlich viel Spaß mit dem Buch, musste oftmals grinsen und habe das ein oder andere mal gedacht, dass mir das hätte auch passieren können.
    Nach der Lektüre hatte ich echt Appetit auf Apfelstrudel, woher der wohl kommt? :-)

    Ein unterhaltsames Buch mit viel Humor, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
    Ich empfehle es sehr gern weiter.
Hohlfeld, Kerstin Ein Weg zurück EUR 12,99
  • Bewertung vom 16.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Irina von Lehnberg ist eine angesagte Berliner Radiomoderatorin, die ihr Leben im Griff hat. Sie hat Jens, ihren Freund, und eine Arbeit, die ihr Spaß macht.
    Da erreicht sie ein Brief aus ihrer Vergangenheit, die sie 25 Jahre versucht hat zu vergessen. Ein Brief aus einer Zeit, wo sie noch Kathrin Neumann hieß und ein Mädchen, dessen Eltern Alkoholiker waren.
    Ihre ehemalige Freundin Viola schrieb ihr, dass die Gräfin von Lehnberg im Sterben liegt. Diese war es, die ihr das Leben damals erträglich machte.
    Soll sie es wagen und sich ihrer Vergangenheit stellen? ...

    Eine Reise in die Vergangenheit, die nicht nur Kathrin macht, sondern den Leser gleich mitnimmt.
    Sie führt zurück in die 80er Jahre nach Biebersleben, einem Dorf in der Nähe von Magdeburg. Dort verbrachte Kathrin ihre Kinder- und Jugendzeit. Als Kind von Alkoholikern wurde sie von allen gemieden. Sie trug alte abgenutzte Kleidung, da ihren Eltern Alkohol und Zigaretten mehr bedeuteten, als ihr Kind ordentlich einzukleiden. Auch regelmäßiges Essen war eher eine Seltenheit.
    Ihre Schulkameraden mieden sie, weil sie stank und zerrissene Kleidung hatte. Und doch fand sie Freunde. Viola, Nicole und Jana wurden Freundinnen und spielten zusammen, gemeinsam durften sie auch die Gräfin von Lehnberg besuchen und dort spielen.
    Sie verband eine enge Freundschaft, die sie Jahre lang verband.
    So herzlich die Freundschaft auch war, wird diese von Kathrin verraten. Daraufhin verlässt sie von einem Tag auf den anderen Biebersleben, nennt sich fortan Irina von Lehnberg und schaut 25 Jahre lang nicht zurück.

    Kerstin Hohlfeld gelingt es, den Leser in eine Zeit zu geleiten, die vielen der ehemaligen DDR-Bürger Erinnerungen bescheren, die vielleicht schon vergessen oder verschüttet waren. Mir ging es so, einiges war nicht mehr so präsent, anderes hatte ich genauso in Erinnerung.

    Kathrin, die der Leser als Irina kennenlernt, ist in der Gegenwart scheinbar eine glückliche und zufriedene Frau. Aber sie ist auch eine Frau, die sich erst seit 1989 so profiliert hat. Ihre Vergangenheit hat in ihrem gegenwärtigen Leben keine Bedeutung und auch keinen Bestand.
    Das ändert sich alles mit einem Brief und einem folgenden Besuch in ihrer Heimatstadt Biebersleben.
    Sie trifft frontal auf ihre Vergangenheit, obwohl sich dort auch vieles geändert hat. Sie begegnet alten Freunden und Bekannten und stellt sich ihrer Schuld, die sie vor 25 Jahren auf sich genommen hat.

    Es wird eine Begegnung mit sich selbst.

    Kerstin Hohlfeld gelingt es mühelos, den Leser am Leben von Kathrin teilhaben zu lassen. Ich habe mit der kleinen Kathrin Mitleid gehabt, einem kleinen Mädchen, das anfangs nichts hat außer der Freundschaft zu dem Jungen Ben, genannt Hase, der wegen seiner Hasenscharte genauso im Dorf von Kindern und Jugendlichen geächtet war wie sie.
    Ich habe mich für sie gefreut, als sie Freundinnen gefunden hatte und eine rettende Hand, die von der Gräfin kam.
    Als sie durch den Verrat an ihrer Freundschaft zu Viola alles zunichte gemacht hatte, hätte ich sie schütteln können.

    Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass man alles schaffen kann, auch wenn Widrigkeiten den Weg pflastern.
    Es ist aber auch eine Geschichte, die mich viele Emotionen hat ausleben lassen. Von fassungslos bis zu Tränen gerührt war alles bei. Ich bin wirklich nah am Wasser gebaut, so dass ich mehr als einmal Tränen in den Augen hatte. Was habe ich mit Kathrin gebangt und gehofft.

    Es ist ein Buch, das unter die Haut geht. Als Leser durfte ich miterleben, wie aus der zerrissenen Kathrin / Irina wieder ein Mensch wurde, der mit sich eins ist.
    Erinnerungen wurden wieder aufgefrischt oder geben für Unwissende einen kleinen Einblick in das Leben der ehemaligen DDR.

    Im Nachhinein empfinde ich jedoch die Gestaltung des Covers als unglücklich, da es zum Inhalt des Buches so gar keinen Bezug hat. Schade, denn im Normalfall gefallen mir die Cover des Verlages.

    Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus
Kornbichler, Sabine Die Stimme des Vergessens EUR 12,99
  • Bewertung vom 15.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Kristina Mahlo wird vom Amtsgericht die Nachlassverwaltung von Albert Schettler übertragen. Sein Haus ist gesichert wie Fort Knox und zeigt schon optisch, dass der Verstorbene scheinbar unter Paranoia litt. Er fühlte sich beobachtet und bedroht. Seine feste Meinung war, wenn er sterben sollte, wird das ein gewaltsamer Tod sein.
    In weiser Voraussicht hat er für die Nachlassverwalterin, in diesem Fall Kristina Mahlo, einen Brief hinterlassen, in dem genau aufgeschrieben ist, wie sie mit den 3 Briefen in seinem Schließfach umzugehen hat, damit sie nicht gestohlen werden. Da sie das jedoch nicht für voll nimmt, geschieht genau das, was der Verstorbene vorausgesehen hat - die Briefe werden ihr gestohlen.
    Nun ist der Ehrgeiz von Kristina Mahlo geweckt und sie versucht zu ergründen, vor wem er Angst gehabt hat und findet unglaubliches heraus ...

    Albert Schettler hatte vor Jahren eine Straftat begangen, die inzwischen verjährt ist, für die er und seine damaligen Mitstreiter jedoch nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Seine beiden Mitstreiter sind tot und nun ist er der festen Meinung, dass er der nächste sein wird, weshalb er für den Fall seines Todes in einem Schließfach Unterlagen hinterlegt, die für die Polizei und andere zur Aufklärung des Falls sind.

    Kristina Mahlo ist gewissenhaft und kann es nicht verantwortlichen, sich nicht wenigstens auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Ihr Ehrgeiz wurde mit dem Diebstahl der Umschläge geweckt.
    Unterstützt wird sie wieder von Henrike, der ehemaligen Polizistin und ihrer Angestellten Funda, die sehr gut und gerne recherchiert.

    Wieder einmal gelingt es Kristina Mahlo und ihren beiden Mitstreiterinnen auf der Suche nach der Wahrheit ein Geheimnis ohne die bei der Polizei üblichen Ermittlungsmethoden aufzudecken. Durch Fragen, logisches Denken und das erworbene Wissen aufzuarbeiten gelingt es ihnen letztendlich, diesen Fall aufzuklären.

    Die Autorin Sabine Kornbichler hält die Geschichte im Fluss. Wenn die Protagonisten gegen eine Wand rennen und scheinbar alles ausgeschöpft haben, findet sie durch geschickte Schachzüge Mittel und Wege, die Geschichte glaubhaft weiterzutreiben. Erst im Laufe der Geschichte kommt die ganze Wahrheit ans Licht, die sich völlig anders entwickelte, als man anfangs vermutet hatte. Verzwickt, verwunden, aber doch logisch nachvollziehbar, geht es so manches mal um Ecken und Kanten, die nicht zu sehen waren.

    Ein paar mal musste ich inne halten, um kurz noch einmal zu überschlagen, wie ich an die Stelle gekommen bin, denn geradlinig verlief der Weg dahin nicht.
    Die Autorin treibt den Leser vor sich her, man kann gar nicht aufhören zu lesen, weil man wissen will, wie alles zusammenhängt.

    Aber auch in dem privaten Umfeld von Kristina Mahlo tut sich einiges. Nicht nur ihr Vater geht seine eigenen Wege, auch ihre Beziehung zu Simon steht momentan unter keinem günstigen Stern.

    Das Buch beginnt mit einem "Auszug aus dem Vernehmungsprotokoll". Aus diesem Protokoll erfährt der Leser einige Ereignisse, die man jedoch lange nicht zuordnen kann. In Abständen kann man weitere Auszüge lesen und so nach und nach erschließt sich einem, wer dort vernommen wird und doch kann man noch immer nicht erfassen, wohin uns das bringen wird.

    Es bleibt spannend bis zum Schluss.

    Dieses Buch ist bereits der zweite Teil um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, die sich für die Gerechtigkeit der Toten einsetzt, auch wenn sie dabei selbst in Gefahr gerät.
    Obwohl es möglich ist, diesen Teil separat zu lesen, denn es wird immer wieder bereits geschehenes erwähnt und erläutert, so würde ich doch empfehlen, zuerst Band 1 zu lesen. Man hat damit die Möglichkeit, die Protagonisten besser kennenzulernen und einige ihrer Entscheidungen besser zu verstehen.

    Ich habe mich auf den 2. Teil gefreut und wurde nicht enttäuscht.
    Wem "Das Verstummen der Krähe" gefallen hat, für den ist dieser Teil Pflichtlektüre.
    Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
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