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Kleeblatt
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Berlin
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Ich lese sehr gern, wann immer ich Zeit habe. Mit meiner Tochter zusammen habe ich einen Bücherblog, auf dem wir uns immer über Besucher freuen. http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Insgesamt 596 Bewertungen
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Reid, Taylor Jenkins Neun Tage und ein Jahr EUR 12,99
  • Bewertung vom 28.07.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Es ist eine Liebe ohne Gleichen. Die Liebe schlug bereits beim ersten Kennenlernen zu, so dass es nicht verwunderlich war, dass sie bereits nach 6 Monaten heirateten.
    Die Unterschriften auf der Heiratsurkunde waren noch nicht trocken, da war die Ehe bereits beendet.
    Ben, Elsies Mann, kommt 9 Tage nach der Hochzeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Elsie ist am Boden zerstört.
    Im Krankenhaus trifft Elsie erstmals auf Susan, Bens Mutter, die von der Hochzeit oder der Existenz von Elsie keine Ahnung hatte.
    Sie kann nicht glauben, dass Ben geheiratet hat, ohne sie zu benachrichtigen und ist sich nicht zu fein, ihre Meinung Elsie gegenüber kund zu tun. Ebenso reißt sie die Organisation für die Beerdigung an sich. Die beiden trennen sich im Bösen...

    Ein Ehe soll für ein ganzes Leben reichen, so hofft man, wenn man heiratet. Niemand rechnet damit, dass sie nur ein paar Tage dauern soll.
    So ergeht es Elsie. 9 Tage nach der Hochzeit stirbt Ben bei einem Unfall mit einem LKW, er ist sofort tot.
    Für Elsie hat das Leben aufgehört. Sie kann es nicht glauben, dass er nie mehr nach Hause kommen wird. Ihr einzige Stütze ist ihre Freundin Ana, die sie keine Minute aus den Augen lässt. Sie zieht sogar kurzzeitig bei Elsie ein, um ihr Unterstützung geben zu können, wenn sie sie braucht.

    Bens Mutter wusste nichts von einer Freundin oder sogar der Hochzeit ihres Sohnes. Da sie vor 3 Jahren selbst den Mann verloren hatte und schwer damit umgehen kann, fand Ben nie den richtigen Zeitpunkt, es ihr zu sagen. Er wollte ihr nicht wehtun oder ihr das Gefühl geben, sie wäre zweitrangig, nachdem er Elsie kennengelernt hat.
    So kommt es, dass die beiden sich bei der ersten Begegnung feindlich gegenüberstehen. Eine unangenehme und schwere Situation, der sie sich stellen müssen.

    Ein unglaublich ans Herz gehender Roman.
    Die einzelnen Kapitel sind mit den jeweiligen Monaten überschrieben. Der Roman beginnt mit Juni und mit Bens Tod.
    Die nächsten Kapitel wechseln sich ab mit Blicken in die Vergangenheit und der Gegenwart. Die Rückblicke beginnen mit Januar, in dem sich Elsie und Ben kennenlernen.

    Als Leser ist man dabei, als sie sich kennen- und lieben lernten. Berührende und humorvolle Ereignisse werden mit dem Leser geteilt, in denen ich des öfteren grinsen musste.
    Im Gegenzug wird man mit dem folgenden Kapitel wieder in die Realität zurück katapultiert, das geprägt ist von Angst, Verlust und Trostlosigkeit.
    Elsie muss fast hilflos zusehen, wie die Wünsche Bens bzgl. seiner Beerdigung von seiner Mutter negiert werden. Sie hört Elsie nicht zu und besteht auf ihr Recht.
    Auch wenn es anfangs einige böse Worte gibt, nähern sie sich an, langsam und sehr zögerlich.

    Das sich die Beziehung zwischen Elsie und Susan in Richtung Freundschaft entwickeln wird, ist absolut nicht vorhersehbar.

    Für mich war das ein sehr emotionsvoller Roman. Mir sind oft die Tränen gelaufen, aber genauso oft musste ich schmunzeln.

    Elsie und Susan machen in der Zeit ihrer Trauer um den Ehemann bzw. dem einzigen Sohn eine unglaubliche Wandlung durch. Beide haben einen großen Verlust erlitten und gemeinsam versuchen sie, dem Herr zu werden.
    Dabei wird Elsie viele Wahrheiten preisgeben, die die Beziehung der beiden wieder belasten könnte.

    Das Buch umfasst die Zeitspanne von Januar bis Dezember. Es ist ein Jahr voller Emotionen, Liebe, Tod, Trauer und Verlust, aber auch voller Freundschaft.
    Es hat mich angesprochen und berührt.
    Dem Buch spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus.
    Für mich ist es ein weiteres Monatshighlight, dem man sich schwer entziehen kann.
Steidel, Joachim Wer nie nachts durch die Kirmes flog EUR 13,90
  • Bewertung vom 26.07.2014
  •  
    sehr gut
  • Joachim Steidel ist nicht etwa ein aufstrebender Jüngling, der die Rennstrecken der Welt erobern will, er ist bereits ein gestandener Mann, als er mit den Rennen anfängt. Er ist promovierter Arzt, der sich in seiner Freizeit ins Auto setzt und Rennen fährt - auf dem Nürburgring.
    Begonnen hat alles 1998 und lässt ihn seitdem nicht mehr los. Er ist infiziert, vom Rennfahrervirus.
    2012 zieht sein Körper die Bremse, die Burn-Out Bremse. Im Zusammenhang mit dieser Diagnose beginnt er mit dem Buch und lässt den Leser an seinem Leben und Gedanken zur Rennfahrerei teilhaben.

    Er stellt sich Fragen. Eine davon ist, ob er nicht mit dem Geld, das er in dieses Hobby steckt, nicht etwas hätte machen können, was nachhaltiger ist.
    Es ist definitiv ein ausgesprochen teures Hobby.

    Im Buch erfährt man unter anderem auch, welche Autos er gefahren ist. Für Autokenner sicher interessant, für mich waren es nur Namen wie Porsche, BMW, Honda, die man halt so kennt.
    Er lässt den Leser auch am gemeinschaftlichen Zusammenhalt der Rennfahrer teilhaben. Viele verlor er aus den Augen, mit anderen ist er noch heute enge befreundet.
    Besonders schmerzen sicher die Verluste, die er an Freunden erleiden musste, die bei Rennen tödlich verunglückten.

    Joachim Steidel erzählt von seinen Anfängen, seinen Sponsoren, seinen Freunden, aber auch von seiner Faszination, die die Rennen mit sich bringen. Er fährt selbst 24h-Rennen und schreibt dazu ein paar Gedanken:
    "In den Nächten am Nürburgring, wenn ich einsam in meinem Wagen Runde für Runde die Nacht durchpflüge, bin ich Teil von etwas Geheimnisvollen, denn die Nacht scheint beseelt. Mächtige Baumgruppen stehen wie längst vergessene Götter vor dem dunklen Himmel und weisen mir den Weg." (Seite 59/60)
    Die Rennfahrerei hat seine guten und auch negativen Seiten. An diesen lässt der Autor Joachim Steidel den Leser teilhaben.
    Er schafft alle, denn seine Frau steht an seiner Seite, offiziell. Inoffiziell hätte sie schon gern, dass er kürzer tritt und auch zur Ruhe kommt.

    Obwohl das Thema Rennfahrerei mich eher kalt lässt, konnte ich mich der Faszination des Buches nicht entziehen.
    Ehrlich und offen erzählt Joachim Steidel über seine Zeit als Rennfahrer, seine Erfolge und Misserfolge.
    Um Spaß am Rennen zu haben und diesem Hobby zu erliegen, muss man nicht Michael Schuhmacher heißen und das zeigt er eindeutig mit diesem Buch.
Moss, Fletcher Der Giftschmecker EUR 14,99
  • Bewertung vom 26.07.2014
  •  
    sehr gut
  • Dalton Fly ist ein Giftschmecker. Als Waisenkind gefunden, wuchs er bei Oscar auf, der ihn zum Giftschmecker ausbildete, indem er ihn viele Gifte zu sich nehmen ließ, damit er gegen sie resistent ist.
    Bei einem Auftrag, für den er und Bennie Jinks zugeteilt waren, stirbt Bennie qualvoll an den Folgen eines Giftes.
    Zu allem wird Dalton auch noch gejagt und er hat keine Ahnung, wieso.
    Aus dem Haus, wo er als Giftschmecker eingesetzt war, kann er nur fliehen, nachdem ihm Scarlet, die Tochter des Hauses, geholfen hatte.
    Ihm gelingt die Flucht, doch gemeinsam mit seinem Freund Sal will er später versuchen, den Leichnam von Bennie aus dem Haus zu holen.
    Sie schmuggeln sich während einer Festlichkeit ein, da gibt es eine Explosion, der sie nur knapp entkommen. Sie treffen wieder auf Scarlet und diese gibt ihnen zu verstehen, dass der Giftanschlag wie auch die Bombe ihr galten.

    Ein Herzog stirbt, eine geheimnisvolle Karte taucht auf, es gibt weitere Tote, die auf der Karte verzeichnet waren. Irgendwie scheint alles zusammenzuhängen und die Zeit drängt. Dalton, Sal und Scarlet versuchen, weitere Morde zu verhindern und der Sache auf den Grund zu gehen ...

    Gleich zu Beginn wird man in die Geschichte hineinkatapultiert. Man erlebt Dalton, der sich versteckt und um sein Leben bangen muss. Sein Freund Bennie ist gerade qualvoll verstorben, Dalton ist ebenfalls mit dem Gift in Kontakt gekommen, konnte es bisher jedoch mehr oder weniger verarbeiten und er wird gejagt.

    Die Geschichte verspricht nicht nur mit diesem Anfang spannend zu werden, sie wird es auch.
    Gemeinsam machen sich die Jugendlichen auf und versuchen hinter das Geheimnis der geheimnisvollen Karte und den markierten Personen, den Verborgenen zu kommen.
    Dabei kommen sie einem Geheimnis auf der Spur, das große politische Konsequenzen nach sich ziehen wird. Das Fatale an der Suche ist, dass sie nur ein bestimmtes Zeitfenster haben und man ihnen ebenfalls auf der Spur ist.
    Irgendjemand versucht mit aller Macht zu verhindern, dass sie Erfolg haben, aber wer und warum.

    Dieses Buch wird als Jugendbuch ab 12 Jahre ausgegeben, wobei es für meinen Geschmack dort anfangs ein wenig zuviel Blut gibt.
    Zu Beginn des Buches hatte ich beim Lesen ein wenig die Geschichte von Oliver Twist im Kopf, aber das ist sie beileibe nicht. Der einzige Zusammenhang besteht darin, dass sowohl Oliver als auch Dalton Waisenkinder sind und sie von jemandem aufgezogen wurden, der sie ausbildete und diese dann für sie arbeiten lässt.
    Dalton wird im Gegensatz zu Oliver aber nicht ausgebeutet und schlecht behandelt. Oscar, wenn auch fast immer von Drogen umnebelt, hilft Dalton sogar weiter, als er nach seiner Herkunft fragt.

    Interessant fand ich die Darstellungen der vielen verschiedenen Gifte und deren Gegenmittel. Hier hat der Autor sehr intensiv und genau recherchiert, so dass die Geschichte sehr glaubhaft wird.

    Das Cover finde ich an der Stelle erwähnenswert, weil ich es sehr gelungen finde. Dieses grün gehaltene Titelbild wirkt optisch giftig auf mich, so dass man schon beim Blick aufs Cover auf den Inhalt des Buches eingestimmt wird.

    Ein wunderbares Jugendbuch, das zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt. Die Protagonisten sind immer in Bewegung und sie bringen überraschendes heraus.
    Für die anvisierte Altersgruppe absolut empfehlenswert.
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 21.07.2014
  •  
    sehr gut
  • Dieser furchtbare Kampf um ein Stück Land ist vorbei. Es war teuer bezahlt, denn der Schatten-Clan hatte eine Tote zu betrauern.
    Das Misstrauen unter den Clans wird stärker.
    Der Sternen-Clan mischt sich ein und gibt seinen Heilern der jeweiligen Clan den Rat, das Gesetz der Krieger nicht weiter zu verfolgen. Das heißt, jeder Clan soll für sich sein, ein helfen untereinander sollte vermieden werden.
    Nicht jeder der Heiler wird das gutheißen, aber einige hören auf die Stimmen.

    Derweil wird Efeupfote weiter von den Kriegern aus dem Wald der Finsternis ausgebildet. Obwohl Häherfeder und Löwenglut davon wissen, wollen sie sie noch nicht zur Rede stellen. Taubenpfote ist beunruhigt, denn ihre Schwester wacht morgens mit immer mehr Verletzungen auf, die sie sich nachts während der Übungen zuzieht.
    Efeupfote freut sich bei den Kämpfen auf das Zusammentreffen mit Tigerherz aus dem Schatten-Clan.
    Aber als sie herausfindet, dass dieser sich nachts mit ihrer Schwester Taubenpfote trifft, geht sie ihnen hinterher...

    Die Clans haben alle Pfoten voll zu tun, die furchtbare Schlacht um ein Grundstück zu verarbeiten. Der Schatten-Clan hat sogar seine 2. Anführerin verloren. Der Tod geht allen nah.

    Der Winter naht und die Nahrungssuche wird so langsam zum Problem, denn auch ihre Beute ist weniger geworden. Da kann es auch schon mal zu Grenzüberschreitungen kommen, denn durch die Kälte ist es oftmals schwer möglich, die Grenzmarkierungen wahrzunehmen.

    Schlimm und nicht nachvollziehbar ist das sture Gehorchen auf den Sternen-Clan. Als diese den Heilern mitteilen, dass sie sich nur noch um ihre eigenen Clans kümmern sollen, kann das nicht gutgehen. Sie, die dem Grundsatz des Helfens und Heilens gehandelt haben, sperren sich jetzt dagegen. Auch als Häherfeder hört, dass Kleinwolke vom Schatten-Clan schwer krank ist, ist er nicht bereit, mit Kräutern auszuhelfen. Das gab es noch nie, denn mal half sich immer, auch wenn man die Kräuter knapp wurden.
    So sehen sich die Katzen des Schatten-Clans gezwungen, andere Mittel zu ergreifen, um an diese zu kommen.

    Die Nerven liegen bei allen blank, auch bei der Versammlung ist das gut zu spüren, zumal sich die Situation dort auch zuspitzt. Wird der vorausgesagte Krieg bereits jetzt schon beginnen?

    Die Katzen aller Clans sind besonders wachsam und doch bestrebt, das Leben normal zu halten. Sie gehen jagen, betreuen ihre Jungen und sorgen für Alte und Kranke. Der Winter verschärft vieles.
    Der Konflikt zwischen Taubenpfote und ihrer Schwester Efeupfote spitzt sich ebenfalls zu. Sie streiten oft.

    Während des Lesens spürt man die wachsende Unruhe, die unter den einzelnen Clans herrscht, hier vorherrschend die vom Donner- und Schatten-Clan. Sie wissen, was auf sie zukommt, aber nicht, wann und was.

    Die Aggression bei den Vorbereitungen im Wald der Finsternis ist fast greifbar, die Kämpfe und Mittel werden immer roher und schärfer, so dass Efeupfote fast täglich mit neuen Wunden, die sie sich nachts zuzieht, wach wird.
    Efeupfote tut einem fast leid, wie sie darum buhlt, ebenso viel Aufmerksamkeit wie ihre Schwester zu erlangen. Sie will kämpfen und lernt nachts, damit sie eine gute Kämpferin für ihren Donner-Clan wird.

    Der Konflikt zur Vorbereitung auf die große Schlacht wird weiter geschürt und als Leser nimmt man sehr regen Anteil daran. Man kann sie schon fast am Horizont sehen, aber mehr auch noch nicht. Die Autoren halten den Leser an der Stange und es klappt, ich will natürlich auch wissen, wie es im nächsten Teil weitergeht.
Evanovich, Janet Kalt erwischt / Stephanie Plum Bd.12 EUR 8,95
  • Bewertung vom 20.07.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Stephanie Plum ist wieder in ihrem Job als Kautionsjägerin unterwegs und hat mal mehr, mal weniger Erfolg. Gemeinsam mit Lula machen sie sich auf die Suche nach NVG-lern (Nicht vor Gericht erschienene Personen).
    Zwei Männer bestimmen ihr Leben, Morelli, der Polizist, und Ranger, der geheimnisvolle ehemalige Kautionsjäger. Während sie mit Morelli eine Liebesbeziehung hat, träumt sie teilweise von Ranger, dem der Sex aus jeder Pore zu strömen scheint.
    Ranger verabschiedet sich bei ihr, um wichtigen Geschäften nachzugehen. Da taucht eine Frau auf und fragt Stephanie nach Ranger, ihrem Mann.
    Zusätzlich wird nach Ranger gesucht, denn er hat angeblich seine Tochter entführt.
    Stephanie kann sich darauf keinen Reim machen, glaubt aber nicht an die Beschuldigungen. Zusätzlich zu den Suchen nach ihren NVG-lern versucht sie Kontakt zu Ranger aufzunehmen und zu erkunden, was das ganze soll ...

    Ich glaube, ich hoffe, dass ich mich nicht irre, dass dies der erste Teil mit Stephanie ist, in dem keines ihrer Autos in die ewigen Jagdgründe geht.

    Sehr bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Gesuchten um einen Typen handelt, der Ranger kopiert. Er will das Leben, das Ranger führt und natürlich gehört auch die Tochter dazu, die er zuerst entführt hat.
    Es wird bald klar, dass er sehr gefährlich ist und nicht mit sich reden lässt. Er beobachtet und schlägt zu, wo man es nicht vermutet.
    Ranger zieht vorübergehend bei Stephanie ein, nicht nur, um sie zu schützen. Deren Hormone spielen ein wenig verrückt.
    Zu dem Plan der Rangerkopie gehört natürlich auch Stephanie, die in seinem Fokus steht.

    Neben all dem Rummel um den Doppelgänger gibt es natürlich auch wieder etwas neues aus der Plum-Familie.
    Seitdem Lula auch als Sängerin fungiert und in aufreizenden Fummeln auftritt, hat auch Oma Mazur den Drang dazu, Rockstar zu werden.
    Ebenso hat der Leser natürlich wieder seinen Spaß daran, wenn Oma Mazur zu den Leichenaufbahrungen geht. Wenn der Fall eintritt, dass der Sarg geschlossen ist, muss man halt was tun, um wenigstens einen Blick auf die Leiche erhaschen zu können. Wer Oma Mazur kennt, weiß, dass es erst das Sahneschnittchen bei eine Aufbahrung ist.

    Wie bisher bei allen Stephanie Plum-Romanen steht die Protagonistin ihre Frau. Mit Chaos, Liebe und Humor meistert sie die Aufgaben, die vor ihr liegen. Der Leser hat jedenfalls seinen Spaß daran, sie zu begleiten und das Wechselspiel ihrer Gefühle den beiden Männern gegenüber zu beobachten.

    Ich fühlte mich wieder sehr gut unterhalten.
Kanitz, Brigitte Onkel Humbert guckt so komisch EUR 8,99
  • Bewertung vom 20.07.2014
  •  
    sehr gut
  • Nicht mal an ihrem 30. Geburtstag ist es Maja Glück vergönnt, in ihrem Bett zu bleiben und die Welt Welt sein zu lassen.
    Ihre Freundin lotst sie aus dem Haus, nur damit sie nach Stunden bei der Rückkehr feststellen muss, dass ihre Eltern eine Überraschungsparty für sie organisiert haben mit all ihren Freunden. Apropos Freunde, was für Freunde eigentlich? Eigentlich hat sie nur noch ihre Freundin Jette nach der Trennung von ihrem Freund behalten, alle anderen ehemaligen Freunde sind bei ihrem Ex verblieben.
    Also haben ihre Eltern auch ungeliebte ehemalige Schulkameraden eingeladen, oh Gott.
    Zu ihrer eigenen Familie kommt natürlich auch der verrückte Onkel Humbert, der inzwischen 92 Jahre alt ist und in einem Altenheim lebt. Keiner kann ihn leiden und alle halten ihn für ein wenig gaga. Wie sollte man es auch anders bezeichnen, wenn man jemanden vor sich hat, der sich plötzlich die Ohren zuhält oder auch unkontrolliert anfängt zu singen.
    Naja, lange muss sie ja nicht bei ihrer Feier bleiben, denn als sie über einen Gartenzwerg stürzt, fällt sie auf den Kopf und muss im Krankenhaus ärztlich versorgt werden.
    Aber nach dem aufwachen ist plötzlich nichts mehr wie es war ...

    Was ist das jetzt? Sprechen die Leute plötzlich mit unterschiedlich lauten Stimmen zu ihr? Es dauert ein wenig, bis Maja versteht, dass die Leute um sie herum nicht mit unterschiedlich lauten Stimmen zu ihr sprechen, sondern dass sie ihre Gedanken hören kann. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Der Einzige, der versteht, was mit ihr geschehen ist, ist Onkel Humbert. Er erzählt ihr, dass er den Familienfluch, so nennt er das, schon seit Kindertagen hat. Wenn ihm die Stimmen zu viel oder zu laut werden, versucht er sie zu übertönen, indem er anfängt zu singen.
    Auch auf die Gefahr hin, dass nunmehr auch Maja alle für Gaga halten, muss auch sie dieses Mittel mehr als einmal einsetzen.

    Wie aber auch soll man reagieren, wenn man die Gedanken der eigenen Eltern ständig im Ohr hat, die sich mehr oder weniger immer nur um Sex drehen? Das möchte doch wirklich niemand von seinen Eltern wissen.
    Aber sie kommt auch einer Verschwörung auf die Spur, an der ihr Schwager, ihr Chef und der ungeliebte alte Klassenkamerad beteiligt sind. Natürlich geht es dabei auch um viel Geld. Eines steht für Maja fest, sie muss etwas unternehmen, das ist aber verdammt schwer, denn wie soll sie Hilfe bekommen, ohne dass sie kann, woher sie ihr Wissen hat?

    Dann ist da noch Mr. Knackarsch oder besser als Dr. Carlo Friedenslieb bekannt, ihr Arzt. Er sieht aus wie Orlando Bloom, oder nein doch nicht, er sieht definitiv besser aus und er ist ein Schnuckelchen. Wie gern hätte sie ihn an ihrer Seite oder doch lieber ihren Chef, der sie auch ab und an so eigenartig ansieht?

    Ist schon eine verrückte Sache, die Maja da passiert. Die Gedanken von anderen zu erfahren, mag sicherlich anfangs noch interessant sein, kann sich aber auch gegen einen richten. Man erfährt nicht nur, was sie gerade denken, auch was die Personen planen, gutes wie schlechtes.
    Auf einige der Informationen hätte Maja liebend gern verzichtet, z.B. das Wissen über das rege Sexleben ihrer Eltern oder die negativen Gedanken, die die Leute von ihr haben.
    Positiv ist jedoch, dass sie auch von einem Komplott Wind bekommt und versucht, das mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu vereiteln.

    Maja ist eine Chaotin schlechthin. Vom Freund verlassen und ohne richtigen Job musste sie wieder bei ihren Eltern einziehen. Fettnäpfen treten gehört zu ihren Spezialitäten.
    Aber sie eine ausgesprochen sympathische und liebenswerte Protagonistin, die ich in mein Herz geschlossen habe, schließlich hat sie ihr Herz am rechten Fleck.
    Es ist ein witziger und sehr humorvoller Roman, der aber meines Erachtens nicht ganz an die beiden anderen Familienromane "Immer Ärger mit Opa" und "Oma packt aus" herankommt.

    Trotz allem ist es ein sehr schönes Buch zum abschalten und entspannen, bei dem man die Seele baumeln lassen kann.
Cabot, Meg Underworld / Abandon Bd.2 EUR 12,00
  • Bewertung vom 20.07.2014
  •  
    sehr gut
  • Pierce ist ihrer Großmutter, die eine Furie ist, entkommen und lebt nun seit kurzem in der Unterwelt, zusammen mit John Hayden, der ihr geholfen hat.
    Nach ein paar Tagen findet sie beim Aufräumen ihr Handy, was allem Anschein nach natürlich nicht in der Unterwelt funktionieren wird. Sie schaltet es dennoch ein und sieht erstaunlicherweise ein Video, welches ihren Cousin Alex nach Luft schnappend in einem Sarg zeigt.
    Auf Nachfrage bei John und seinen Gefährten erfährt sie, dass es nicht klar ist, in welchem Zeitraum das Video spielt. Durchaus möglich, dass es gerade geschieht, es kann sich aber auch um ein Ereignis in der Zukunft handeln.
    Pierce lässt nicht locker und will auf alle Fälle wieder nach oben und schauen, ob es ihm gut geht, aber ob das eine gute Idee ist? ...

    Pierce, die inzwischen begriffen hat, dass sie John liebt, versucht ihn dazu zu bringen, ihr ein wenig aus seiner Vergangenheit zu erzählen, vor allem wie er dazu gekommen ist, der Hüter der Unterwelt zu werden.
    John versucht immer bei dem Thema abzulenken, hat er doch Angst, dass sie sich von ihm abwendet und sogar hasst, wenn sie die Wahrheit erfährt.

    Als sie in die Oberwelt gehen, um sich um ihren Cousin Alex zu kümmern, treffen sie auch wieder auf Mr. Smith, dem Friedhofsaufseher, der ihnen schon aus einem früheren Treffen bekannt war.
    Von ihm erfahren sie auch, dass Pierce als vermisst gemeldet wurde und ihr Vater 1 Mio. Dollar ausgeschrieben hatte für die Auffindung seiner Tochter. Mr. Smith hofft, dass John Pierce wieder zurückgebracht hat, damit sie wieder zu ihrer Mutter kann, aber dem ist nicht so.
    Zumindest schafft er es aber bei John durchzusetzen, dass sie sich auf den Weg zu Pierces Mutter macht, damit sie sich von ihr verabschieden kann, wenn sie schon in der Unterwelt bleiben muss.
    Zum Abschied gibt er ihr ein Buch, aus dem hervorgeht, was es mit John wirklich auf sich hat und welches Verbrechen er begangen hat.

    Zu einer wirklichen Verabschiedung von Pierces Mutter jedoch kommt es nicht, stattdessen treffen sie wieder auf die Großmutter, woraufhin sie plötzlich flüchten müssen.
    Sie machen sich weiter auf den Weg nach Alex, ihrem Cousin.

    Völlig nahtlos reiht sich dieser zweite Teil der Trilogie an den Vorgängerband an. Es sind erst ein paar Tage vergangen, wo dieser hier anschließt.
    Er hat mir bedeutend besser gefallen als der Vorgänger, wo es keinen zusammenhängenden Erzählstrang gab. Das ist hier anders, hier wird die Geschichte flüssig erzählt ohne lange Rückblenden.
    Einige Ereignisse werden aber doch aufgearbeitet, so dass der Leser ebenfalls erfährt, was damals im Jahr 1846 geschah, woraufhin John als Hüter der Unterwelt wurde.

    Auch von ein paar anderen Wahrheiten spielen eine Rolle, die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart gegenwärtig sind und die Ereignisse im Heute noch beeinflussen.

    Aber auch mit Missverständnissen hat Pierce zu kämpfen, die auf ihr weiteres Leben sehr gravierend Einfluss haben.

    John Hayden, auf den ich mich besonders gefreut hatte, konnte mich voll von sich überzeugen. Er ist der Mann, den man gern hätte, auf den man sich verlassen kann, denn für seine Freunde steht er ein, auch wenn er gegen die Gesetze der Unterwelt verstößt.

    Teil 2 hat mich davon überzeugt, auch den 3. Teil in Angriff nehmen zu wollen und darauf freue ich mich schon. Mit diesem Band hat die Autorin von Teil 1 vieles wieder gut gemacht, das ich dort bemängelt habe.
    Ein würdiger 2. Teil, den es sich lohnt zu lesen.
Sund, Erik A. Krähenmädchen / Victoria Bergman Bd.1 EUR 12,99
  • Bewertung vom 19.07.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Ein toter Junge wird schwer misshandelt im Park gefunden. Niemand vermisst ihn.
    Die Kommissarin Jeanette Kihlberg wird mit dem Fall beauftragt. Lange Zeit läuft sie bei ihren Ermittlungen ins Leere. Es tauchen weitere tote Jungen auf, alle genauso misshandelt wie der erste, ohne Genitalien. Es scheint sich um einen Serienmörder zu handeln.
    Wie sich herausstellt, wurde einer der Jungen psychologisch behandelt und Jeanette bittet die Psychotherapeutin Sofia Zetterlund um Mithilfe, deren Patient er gewesen ist.
    Diese steht ihr natürlich zur Seite, hat aber selbst noch eine Patientin, Victoria Bergman, die ihre volle Aufmerksamkeit braucht...

    Sofort mit Beginn des Buches taucht man in das Geschehen ein. Als Leser ist man dabei zu erleben, wie die Vorbereitungen getroffen werden, um ein ganz spezielles Zimmer zu erschaffen. Es ist das Zimmer, in dem die späteren toten Jungen sich aufhalten und ihre Leiden erdulden werden.

    Die Geschichte enthält mehrere Erzählstränge, die in der Ich-Form von der jeweiligen Person erzählt wird. So erfährt der Leser die Ermittlungen aus der Sicht von Jeanette Kihlberg, die Therapiestunden mit ihren Patienten aus der Sicht der Psychotherapeutin Sofia Zetterlund, aus dem Leben der Patientin Victoria Bergman und einigen anderen mehr sowohl in der Gegenwart wie auch in Rückblenden von der Vergangenheit.
    Auch wenn sie anfangs für sich allein stehen, so bildet sich ein komplettes Ganzes gegen Ende.

    Die Kapitel sind recht kurz gehalten und lassen sich gut lesen.

    Das Hauptthema des Buches ist Kindesmisshandlung. Nicht jedermanns Sache, denn es ist ein übles Thema. Positiv erwähnen möchte ich dabei die Tatsache, dass diese Taten nicht blutrünstig erzählt werden, so dass diesem Delikt während des Lesens ein klein wenig die Spitze genommen wird.
    Wer es allerdings hart und blutig möchte, für den ist dieses Buch ganz bestimmt nicht.
    Die polizeilichen Ermittlungen geraten dadurch ein wenig ins Hintertreffen.

    Die Autoren lassen die Leser aber auch nicht im Unklaren über private Dinge der Protagonisten. So erfährt man z.B. von dem arbeitslosen Mann von Jeanette und deren Geldprobleme.

    Das Buch ist spannend erzählt und endet mit einem ausgesprochen fiesen Cliffhanger, der sich hoffentlich in Teil 2 auflöst.
    Dieser Band ist der 1. einer Trilogie, die auch kurz nacheinander erscheinen werden, so dass in diesem Fall die Wartezeit nicht zu lange dauert.

    Viele Fragen zum Ende des Buches noch offen, die keine Antwort erhalten haben. Die Neugierde wird damit schon mal auf den kommenden Teil geschürt in der Hoffnung, diese beantwortet zu bekommen.

    Dieser Psychothriller will gelesen werden mit all seinen Abgründen in die menschliche Psyche und seinen Grausamkeiten.
    Ich empfehle ihn gern weiter.
Sassen, Mia Ziemlich mitgenommen EUR 14,95
  • Bewertung vom 18.07.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Isabel ist Synchronsprecherin, bzw. sie war es, denn gerade wurde ihr der Job gekündigt. Sie erzählt es ihrem Mann am Telefon, der gar nicht richtig zuhört.
    Als sie ihre Tochter zu einem 100 km entfernten Fußballspiel fährt, streiten sich die beiden im Auto. Zurück kann Isabel allein fahren, denn ihre Tochter möchte mit ihrer Freundin zurück. Sie ist frustriert und tritt den Heimweg an.
    Da bleibt zu allem auch noch das Auto stehen.
    Sie stellt sich entnervt an den Straßenrand und hebt den Daumen, in der Hoffnung, dass sie jemand mitnimmt.
    Ein Landrover hält, in dem eine ältere Dame sitzt. Sie fährt nach Prag, meinte sie und Isabel steigt ein und fährt mit ...
    Viktoria ist 72 Jahre und will mit ihrem Auto bis nach Istanbul. Sie will ihre alte Jugendliebe Can wiedersehen. Es ist jetzt 48 Jahre her, als sie ihn zum letzten Mal gesehen hatte und er hat keine Ahnung, dass Viktoria auf dem Weg zu ihm ist.
    Isabel will erst nur bis Prag mitfahren und dann zurück nach Hause, aber es kommt alles anders, als man plant.
    Isabel und Viktoria sind, obwohl viele Jahre auseinander, ein super Team. Obwohl sie sich vorher nie gesehen haben und auch nicht kannten, machen sich die beiden Frauen auf eine Reise, die ihr Leben komplett verändern wird.
    Sie vertrauen einander. Jede der beiden hat eine Geschichte, die sie geprägt hat. Beide sind klamm bei Kasse. Viktoria ist Professorin, lebt aber mit ihrem Geld am Limit, da sie nicht mit Geld umgehen kann. Ihre Rente ist bereits in der Mitte des Monats alle. Als es soweit ist, muss Isabel einspringen. Aber auch sie hat nicht viele Rücklagen und ihren Mann um Geld anzubetteln verbietet ihr ihr Stolz.
    Zu allem Unglück wird ihnen auch noch über Nacht das Auto geklaut, so dass sie nur noch das besitzen, was sie am Mann (an der Frau) haben. Das Wichtigste für Viktoria ist ihre Tasche, worin sie u.a. ein Erinnerungsalbum und eine Pistole spazieren führt. Diese lässt sie auch nie aus den Augen.
    Trotz der Geldnot und dem fehlenden Auto lassen sich die beiden nicht unterkriegen, sie bleiben dabei, sich auf den Weg nach Istanbul zu machen. Isabel hat Viktoria inzwischen so ins Herz geschlossen, dass sie es nicht übers Herz bekommt, diese allein weiterreisen zu lassen.
    Viele Wege führen nach Rom, sagt man, aber auch viele Wege führen nach Istanbul. Es gelingt ihnen nicht, auf direktem Weg dorthin zu gelangen, das Schicksal hat anderes mit ihnen vor.
    Egal, ob mit Auto, zu Fuß oder mit dem Boot, immer ist da jemand, der ihnen hilft und sie ein Stück weiter auf den Weg bringt.
    Aber es gibt auch Menschen, die es weniger gut mit ihnen meinen. Schließlich müssen sie auch ein Stück unfreiwillig schwimmen, um ans Ziel zu kommen.
    Auf ihrem Weg lernen sie nicht nur Land und Leute kennen. Isabel erlebt Situationen, die sie vergleichsweise auch aus Deutschland kannte, bei denen sie aber völlig anders gehandelt hat. Sie überdenkt viele Entscheidungen, die sie bei bestimmten Situationen getroffen hatte, denn in genau derselben Situation ist man ihnen im fremden Land zuvorkommend und hilfsbereit entgegen gekommen.
    Ob sie es nach Istanbul schaffen, so ohne Geld und Auto und ob Can noch lebt und gefunden wird, werde ich natürlich nicht verraten.
    Das Buch hat viele Überraschungen bereit, positive wie negative.
    Der Mut der beiden, sich auf dieses Abenteuer einzulassen, ist unglaublich. Durch ihr Abhauen riskiert Isabel das Zerwürfnis mit Mann und Tochter.
    Viktoria fährt auf blauen Dunst einfach so nach Istanbul, in der Hoffnung, ihren ehemaligen Freund zu finden, nicht wissend, ob er das will und überhaupt noch lebt.
    Die Fahrt ist wie eine Achterbahn, ein stetiges Auf und Ab.
    Das Buch war wie ein Überraschungsei, mit Abenteuer, Hoffnung, Liebe und dem Glauben an ein gutes Ende.
    Ich habe mit den beiden gelitten, gelacht, gelebt und sie gern auf ihrem Weg begleitet. Das Buch hat mich zum grinsen gebracht, aber auch Tränen vergießen lassen. Ein Buch, wie ich es mag.
    Ich empfehle das Buch sehr gern weiter
  • Bewertung vom 16.07.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Bischof Michael Hunter möchte neue Zeichen setzen und einen für ihn nicht mehr tragbaren Exorzisten ersetzen. Er hat sich als Ersatz für Merrily Watkins, die Pfarrerin aus Lewardine entschieden.
    Sie macht als einzige Frau unter Männern eine Weiterbildung mit, aber selbst ihr Ausbilder würde ihr am liebsten den Job ausreden. Aber sie zieht es durch und kann sich alsbald ""Berater für spirituelle Grenzfragen" nennen. Huw Owen, der Ausbilder, erzählt ihnen, dass im Allgemeinen mit spirituellen Einsätzen 2 - 3x im Jahr zu rechnen ist.
    Aber kaum hat Merrily ihre Weiterbildung beendet, bekommt sie die ersten Aufträge.
    Eines nachts wird sie in ein Hospital gerufen, wo ein alter, wirklich böser Mann im sterben liegt. Alle Schwestern haben Angst vor ihm, weil er das personifizierte Böse darstellt. Auch Merrily spürt da eine böse Kraft, die von ihm ausgeht und sie spürt, wie diese in sie eindringt.
    Weitere Ereignisse geschehen, so wird in ihrer Kirche eingebrochen und aus dem Wasser wird ein Toter gezogen. Auch ihre 16-jährige Tochter scheint ihr wieder weiter zu entgleiten, indem sie sich immer enger an ihre Schulfreundin Rowenna bindet ...

    Merrily hat alle Hände voll zu tun, nicht nur mit ihrer Arbeit als Gemeindepfarrerin, sondern auch übermäßig viel was ihre spirituellen neuen Aufgaben angeht. Die Realität sieht völlig anders aus als die, die ihr vorhergesagt wurde, von wegen 2 - 3x im Jahr.

    Während Merrily sich um ihre Gemeinde und die spirituellen Aufgaben kümmert, geht ihre Tochter Jane ihre eigenen Wege. Das Gefühl, dass ihre Mutter keine Zeit für sie hat, kennt sie und so freundet sie sich mit Rowenna, einer neuen Mitschülerin an. Das ist endlich ein Mädchen, das auch mal zuhören kann.
    Merrily hat ihre Zweifel, was die Freundschaft der beiden angeht, nachdem sie ein wenig aus der Vergangenheit von Rowenna in Erfahrung bringen konnte.

    Dieses Buch beinhaltet verschiedene Handlungsstränge, die anfangs völlig losgelöst erscheinen, sich aber zum Ende des Buches zu einer gesamten Einheit entwickelt.
    Der Spannungsbogen wird bereits zu Beginn gezogen und steigert sich bis zu einem rasantem aufregenden Ende.

    Das Hauptaugenmerk liegt nicht mehr in der Gemeindearbeit einer Pfarrerin, sondern Merrilys Tätigkeiten im Zusammenhang mit spirituellen Aufgaben. Auch wenn es keine Hexen gibt, das Böse gibt es scheinbar und das gilt es zu bekämpfen.
    Satanisten findet man in dem Buch ebenso wie Geistererscheinungen, Legen von Tarotkarten zur Bestimmung der Zukunft sowie Morde.
    Die Mordermittlungen laufen aber, wie bereits in Teil 1, nur am Rande, so dass auch dieses Buch meines Erachtens das Prädikat "Krimi" nicht wirklich verdient. Es geht eher in Richtung Mystery mit kriminellen Elementen.

    Neben vielen neuen Protagonisten trifft der Leser auch auf alte Bekannte. So trifft man neben Merrily und ihrer Tochter Jane auch wieder auf Lol, einem Freund von Merrily und auf Annie Howe, Ermittlerin bei der Polizei.

    Merrily ist noch immer die taffe Pfarrerin, die nicht daran denkt, das zu tun, was man von ihr erwartet, sondern die das tut, was sie für richtig hält.
    Sehr gut kann man ihre Gewissenbisse nachvollziehen, als sie sich fast entschließt, den Posten als Beraterin für spirutuelle Grenzfragen aufzugeben. Ihr Ängste und Zweifel sind absolut glaubhaft und nachzuvollziehen.

    Ich fühlte mich auch mit dem 2. Band um die Pfarrerin Merrily Watkins sehr gut unterhalten.
    Wenn man das Buch zur Hand nimmt, sollte man sich nicht an der Bezeichnung "Krimi" orientieren, denn das ist er, mit meinen Augen gesehen, nicht.
    Aber es ist ein Buch, das mit Merrilys spitzfindigem Humor unterhält, Spannung verspricht und mit Mystery aufwarten kann. Was will man mehr?
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