Kinder- & JugendbücherRomane & ErzählungenKrimi & Thrillermehr ...Krimi & ThrillerRomane & ErzählungenHistorische Romanemehr ...BetriebswirtschaftMedizin & PharmazieRechtswissenschaftenmehr ...Krimi & ThrillerRomane & ErzählungenScience Fiction, Fantasy, Horrormehr ...Action & ThrillerKinder & FamilieTV-Serien & Dokumentationmehr ...PopRockKlassikmehr ...Antivirensoftware & FirewallsBildbearbeitung & GrafikSteuern & Finanzenmehr ...ActionSimulationenNintendo DSmehr ...BrettspieleKartenspielePuzzlesmehr ...Audio und VideoDigitalfotografieNavigationssystememehr ...Deko & AccessoiresHaushalt & KücheWohnen & Möbelmehr ...



Benutzer


Nickname:
Claudias Bücherregal
Wohnort:
Schleswig-Holstein
Über mich:
Ich liebe Bücher und habe daher einen eigenen Bücherblog: http://claudias-buecherregal.blogspot.com
Danksagungen:
93 (erhaltene)
Rang:
13 

Bewertungen


Insgesamt 428 Bewertungen
««« zurück1234vor »
Engelmann, Gabriella Inselsommer EUR 8,99
  • Bewertung vom 15.05.2013
  • *****
    ausgezeichnet
  • Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Inselzauber" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein.

    Vor knapp acht Jahren ist Lissy dem Inselzauber erlegen und nun bekommt auch Paula den Sylter Charme zu spüren, als sie sich eine kleine Auszeit auf der größten nordfriesischen Insel gönnt. Von diesem Ausflug erhofft sie sich Klarheit. Klarheit darüber, ob sie ihren Ehemann Patrick noch liebt und eine Ehe ohne Kinder sie zufriedenstellen könnte und Klarheit darüber, was sie tatsächlich für Vincent empfindet, der sie nicht nur mit seinem tollen Aussehen, sondern auch mit seiner kleinen Tochter begeistern kann. Ist sie bereit für einen Neuanfang oder befindet sie sich gerade nur in einer "Phase", die ihre Ehe bedroht? Sylt soll es richten!

    Sechs Jahre nach dem Erscheinen von "Inselzauber" gibt es nun ein Wiedersehen mit der Buchhändlerin Bea und ihrer Nichte Lissy, denn die beiden haben Paula, die Protagonistin von "Inselsommer", eingeladen, sie auf Sylt zu besuchen. Als Paula das Gefühl hat, nicht mehr klar denken zu können, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopfe und plant ein paar schöne Tage auf Sylt. Natürlich kann auch die steife Brise im Norden nicht alle Probleme einfach wegpusten, aber zumindest kommt wieder Leben in Paulas eingefahrenen Alltag hinein und sie beginnt sich ernsthaft mit ihren Problemen auseinander zu setzen.

    "Inselsommer" ist die Fortsetzung von "Inselzauber", wobei es nicht zwingend erforderlich ist, den ersten Band zu kennen. "Inselsommer" kann problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen und verstanden werden. Trotzdem empfehle ich jedem mit Band eins zu beginnen, denn dieser hat mir ein kleines bisschen besser gefallen, da ich die damalige Protagonistin Lissy etwas lieber mochte und die Bücherkoje (zumindest gefühlt) eine noch größere Rolle spielte. Das Schöne ist aber auf jeden Fall - und darauf würde ich fast eine Garantier geben: Wer "Inselzauber" möchte, wird auch "Inselsommer" gerne lesen, denn die Bücher sind vom Erzählstil und von ihrer Art einfach sehr ähnlich. Erneut wird das Leben der Romanfiguren oft auf den Kopf gestellt, aber meistens hilft dann der Zufall und alles wendet sich wieder zum Guten. Der "Zufall" ist schon ziemlich oft zur Stelle, aber das gehört ja zu "solchen Büchern" einfach dazu.

    Ich bin immer wieder begeistert, wie anschaulich und greifbar Gabriella Engelmann das Setting oder auch die Emotionen ihrer Charaktere beschreibt. Der Leser hat überhaupt kein Problem in die Geschichte hineinzukommen und sich das Leben auf der Insel vorzustellen. Bei den detaillierten Beschreibungen wird deutlich, wie intensiv die Autorin recherchiert haben muss, denn sie bietet viele Insiderinformationen und greift auch aktuelle Probleme auf, mit denen sich Sylt zur Zeit herumschlagen muss.

    Fazit: Auch "Inselsommer" sorgt für gemütliche Lesestunden, die Lust auf Sylt machen. Frauenliteratur ist an sich nicht so meins, aber á la Gabriella Engelmann gefällt es mir!

    Taschenbuch: 432 Seiten
    Verlag: Knaur TB (2. Mai 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3426511452
    ISBN-13: 978-3426511459
Rogers, Jane Das Testament der Jessie Lamb EUR 14,99
  • Bewertung vom 12.05.2013
  • **
    weniger gut
  • Als Jessie Lamb sechzehn Jahre alt ist, befällt ein Virus die gesamte Menschheit. Jeder einzelne Bürger wird damit infiziert, aber dieser Virus tötet nicht alle Menschen. Er greift nur Frauen an, sobald diese schwanger werden. Alle Frauen nebst ihren Embryos sterben - ohne Ausnahme. Die Wissenschaft ist macht- und ratlos. Als Folge werden keine Kinder mehr geboren und es wird bereits vom Aussterben der Menschheit gesprochen. Der Forschung gelingt es dann doch diesen Virus auszutricksen. Dafür darf die werdende Mutter jedoch nicht älter als 16,5 Jahre alt sein, sie muss während der Schwangerschaft ins Koma versetzt werden und verstirbt nach der Geburt. Diese groteske Entwicklung sorgt für reichlich Diskussionsstoff, auch in Jessies Leben.

    Die Geschichte um Jessie Lamb spielt sich in England in einer sehr nahen Zukunft ab. Theoretisch vielleicht sogar nur wenige Tage oder Wochen vom heutigen Datum entfernt. Der dystopische Grundgedanke, dass die Menschen in einer Welt leben, in der jede schwangere Frau sterben wird, fand ich sehr interessant und ich hatte Lust mehr von den Ideen der Autorin zu erfahren. Leider blieben diese nahezu aus. Es wird nicht aufgeklärt, woher der Virus kam oder wer ihn (un-) absichtlich verbreitet hat [das ist mir selbst nicht so wichtig, aber ich weiß, dass andere Leser großen Wert auf solche Details legen] und auch ansonsten blieben jegliche Überraschungen aus. Natürlich gibt die Menschheit sich ihrem Schicksal nicht einfach so hin, sondern die Forscher werden aktiviert und finden auch eine Lösung, die nur leider kein Patentrezept ist, sondern Kontroversen verursacht. Von Anfang an ist klar, auf welche Seite Jessie sich schlagen wird und somit bleibt Unerwartetes komplett aus.

    Die Protagonistin Jessie Lamb erzählt ihre eigene Geschichte, indem sie diese niederschreibt. Somit gibt es ein paar wenige Kapitel in der Gegenwart, aber die meisten schildern chronologisch was in den letzten Monaten passiert ist. Mir ist es überhaupt nicht gelungen eine Beziehung zu dieser Figur aufzubauen. Sie blieb für mich die ganze Zeit unnahbar, wirkte oft naiv und hatte für ihre Entscheidungen keine guten Beweggründe. Sie begann mich sogar teilweise zu nerven, genauso wie die endlosen Diskussionen mit ihren Eltern, die das ganze Buch durchzogen und sich immer ums gleiche drehten und die keine Weiterentwicklung aufzeigten.

    Ich bin ziemlich enttäuscht von dem Roman, denn von der Grundidee hatte ich mir viel mehr versprochen. Das einzig Positive an dem Buch war das Aufgreifen von schwierigen Themen aus dem Bereich der Ethik und der Moral, z.B. ab welchem Alter Jugendliche auch schwerwiegende Entscheidungen selbst treffen sollten oder ob jede Entwicklung aus der Forschung wirklich ein Fortschritt ist oder ob "Gott spielen" zu weit geht. Diese wurde leider jedoch immer nur angeschnitten und konnte somit mein Lesevergnügen nicht langhaltig verbessern.

    Fazit: Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum dieser Roman den Arthur C. Clarke Award gewonnen hat. Die Grundidee wurde verheizt, die Protagonistin bleibt farblos, interessante Aspekte wurden nur nebenbei angesprochen und spannende Unterhaltung sieht anders aus. Man kann es lesen, klar, aber es gibt so viel bessere Dystopien auf dem Markt, dass diese dagegen einfach nicht überzeugen kann. Würde ich halbe Sterne vergeben, wären es 2,5 geworden. Da ich aber nur Ganze vergebe, kann ich leider nur 2 vergeben, da es für 3 einfach nicht gereicht hat.

    Taschenbuch: 384 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag (13. Mai 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3453314859
    ISBN-13: 978-3453314856
    Originaltitel: The Testament of Jessie Lamb
Engelmann, Gabriella Inselzauber EUR 8,99
  • Bewertung vom 05.05.2013
  • *****
    ausgezeichnet
  • Einen Tapetenwechsel! Das ist genau das, was Lissy braucht, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Freund sie in letzter Zeit mit einer seiner Angestellten betrogen hat. Da passt es hervorragend, dass ihre Tante Bea eine mehrmonatige Urlaubsvertretung für ihre Buchhandlung auf Sylt sucht. Lissy freut sich auf ihre neuen Aufgaben und lässt Hamburg gerne hinter sich. Doch auch im hohen Norden, wo sie sich den Wind um die Nase wehen lassen kann, läuft nicht automatisch alles gut. Da ist die zickige Nele, die mürrische (4-jährige) Paula, ein auslauffreudiger Hund und leider gibt es auf der Insel auch männliche Bewohner.

    Obwohl Gabriella Engelmann ihre Autorenkarriere mit Büchern für erwachsene Leser begonnen hat, habe ich sie erst durch ihre Jugendbücher, genauer gesagt durch ihre Märchenadaptionen, für mich entdeckt. Lange habe ich mich nicht getraut ihre anderen Bücher zu lesen, denn Gegenwartsliteratur und Liebesroman (hauptsächlich) für Frauen liegt mir eher selten. Da "Inselzauber" aufgrund der neu erschienen Fortsetzung "Inselsommer" nun jedoch in einem neuen Gewand erschienen ist, habe ich es mir einfach geschnappt und festgestellt, dass mir auch diese Art der Engelmann-Unterhaltung sehr gefällt.

    "Inselzauber" hat mich sofort gepackt. Engelmanns Schreibstil ist flüssig, so dass das Lesen zum Vergnügen wird. Außerdem liebe ich ihre Charaktere. Nicht so viele, dass man droht durcheinander zu kommen, aber doch genug für reichlich Abwechslung und Verwicklungen. Alle dabei super authentisch und auf ihre Art liebenswert. Toll fand ich auch, dass es kein typisches Insel-Sommerbuch ist, denn die Geschichte beginnt im Dezember und passend dazu gibt es auch kaltes, nasses, norddeutsches Wetter. Trotzdem ist das Feeling in dem Buch einfach toll. Besonders geliebt habe ich den Buchladen der Tante Bea. Wenn Bücher oder eine Buchhandlung in einem Roman eine Rolle spielen, ist das für Buchmenschen, wie mich, immer klasse.

    "Meine Befürchtung" gegenüber den Erwachsenenromanen der Autorin hat sich schnell verflüchtigt. Natürlich darf man keine allzu großen Überraschungen erwarten, der Ausgang des Romans war mir von Anfang an klar, aber trotzdem hat die Autorin kleine Wendungen eingebaut und ihren Figuren immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das Buch ist für mich die perfekte Sommerurlaubslektüre: Leicht zu lesen, nicht allzu anspruchsvoll und Charaktere, die man einfach glücklich sehen will. Trotzdem kann ich mir auch gut vorstellen, dass man das Buch ebenso in der dunkleren Jahreszeit genießen kann.

    Fazit: Das Buch ist eigentlich nicht zu empfehlen, da man beim Lesen einen riesigen Drang danach verspürt ebenfalls einen Buchladen zu eröffnen - am liebsten natürlich auf Sylt. Wer dieses Risiko jedoch eingehen möchte, wird das Buch bestimmt lieben und unterhaltsame Stunden damit verbringen.

    Taschenbuch: 384 Seiten
    Verlag: Knaur TB (2. Mai 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3426513668
    ISBN-13: 978-3426513668
    Originaltitel: Inselzauber
Grevet, Yves Méto - Die Welt, 4 Audio-CDs EUR 16,99
  • Bewertung vom 27.04.2013
  • ****
    sehr gut
  • Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 und 2 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Das Haus" und "Die Insel" noch nicht kennen, Spoiler vorhanden sein.

    Zu erst wollte Méto aus dem Haus fliehen und den strengen Regeln der Cäsaren entkommen. Doch schnell bemerkte er, dass es auf der Insel nicht viel besser ist. Also versucht er von dort ebenfalls zu entkommen, hinaus in die richtige Welt. Zunächst gelingt das nicht wirklich, aber dann wird er in die geheime Gruppe E aufgenommen und darf aufs Festland. Dort versucht er sofort alles zu unternehmen, um die Diktatur zu zerstören und er findet Gleichgesinnte.

    "Die Welt" ist der Abschluss der Méto Trilogie von Yves Grevet und wie bei Trilogien üblich, sollte man zwingend die Hörbücher in der richtigen Reihenfolge hören, ansonsten hat man keine Chance den Inhalt richtig zu erfassen. Durch die beiden Vorgänger war ich bereits an den kalten Schreibstil gewohnt, genauso an die Stimme des Erzählers, der die Geschichte teilweise monoton herüber gebracht hat. Somit störte mich dieses mittlerweile nicht mehr, sondern gehörte zur Story dazu.

    Der Abschluss der Trilogie hat alles, was ich mir gewünscht hatte. Es bleibt weiterhin spannend, das Tempo wurde noch einmal angezogen und Métos Entwicklung wird spürbar. Endlich entdeckt er Hintergründe zur Insel und zum Haus und Schritt für Schritt macht das ganze endlich Sinn. Die Auflösung, die dystopische Züge aufweist, fand ich super interessant, gut durchdacht und drauf gekommen wäre ich nie! Somit hat mir Band 3 inhaltlich am besten gefallen - hauptsächlich weil noch mehr Input geboten und meine Neugier endlich befriedigt wurde.

    Ich habe dem Hörbuch nicht alle 5 Sterne gegeben, da ich glaube, dass es leichter ist das Geschehen im Buch zu verfolgen, als durch das Hörbuch. Die Stimmen der unterschiedlichen Charaktere variieren nicht so sehr, wie ich es sonst aus Hörbüchern gewohnt bin, viele ungewohnte Namen werden herum jongliert und zum Teil werden Briefe und Notizen vorgelesen, aber dadurch, dass diese einfach nach einander weggelesen werden, fällt es schwer zu erkennen, wo ein Brief aufhört und wo der nächste anfängt.

    Erneut finde ich übrigens, dass das Hörbuch nicht für eine Zielgruppe ab 12 Jahren geeignet ist. Dafür sind zu viele brutale Szenen vorhanden. Meiner Meinung nach sollten die Zuhörer mindesten 14 Jahre alt sein.

    Fazit: Der Abschluss der Méto-Trilogie ist mehr als gelungen und vor allem freue ich mich, dass mich die Auflösung sehr zufrieden gestellt hat. Die gesamte Trilogie ist lesens-/hörenswert und präsentiert ein spannendes, dystopisches, oft auch brutales Szenario, deren Hintergründe man unbedingt erfahren möchte.

    Audio CD: 4 CDs - ca. 301 Minuten
    Verlag: Der Audio Verlag, Dav (1. März 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3862312364
    ISBN-13: 978-3862312368
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Gurian, Beatrix Der süße Kuss der Lüge EUR 12,99
  • Bewertung vom 27.04.2013
  • *****
    ausgezeichnet
  • Verzweifelt versucht Lu sich zu konzentrieren. Ihre Angst zu verdrängen und sich an jedes Detail zu erinnern. Das könne helfen, behauptete die Polizei. Also schreibt Lu alles nieder. Vom ersten Aufeinandertreffen mit Diego, vom Beginn ihrer Liebesbeziehung, bis zum Verschwinden ihrer kleinen Nicht Ida auf dem Spielplatz. So langsam dämmert es Lu, dass ihre Liebe sie evtl. blind gemacht hat. Ob Diego tatsächlich etwas mit Idas Entführung zu tun hat? Lu hat nur 24 Stunden Zeit sich darüber im Klaren zu werden, was Wahrheit und was Lüge ist. Auch wenn die Erkenntnis schmerzhaft sein könnte.

    Nach "Dann fressen sie die Raben" ist nun Gurians zweiter X-Thriller im Arena Verlag erschienen. Ihr erster Roman steht zwar noch ungelesen in meinem Regal, somit kann ich keine Vergleiche ziehen, aber ich bin sicher, das wird nicht mehr lange so bleiben, denn "Der süße Kuss der Lüge" ist ein toller Jugendthriller, der Lust auf mehr macht.

    Hinter "Der süße Kuss der Lüge" verbirgt sich eine spannende Geschichte, die den perfekten Titel erhalten hat. Es geht um süße Küsse, Liebe, aber eben auch um viele Lügen. Teile der Story hatte ich während des Lesens erraten, aber die Handlung ist nicht eindimensional, so dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielten und sich zu einem gelungenen Ganzen vereinten.

    Die Charaktere fand ich sehr überzeugend und vielfältig. Jeder in seiner Art besonders und individuell. Die Autorin lässt sie authentisch handeln und verstreut bewusst Sympathie- und Antisympathiepunkte. Des Weiteren bietet sie genügend Hintergrundwissen zu ihren Figuren an und durch Idas Mutter gibt es auch einen kleinen japanischen Einfluss, der ungewohnt, aber passend war. Ein Erlebnis im "japanischen Bereich" gab es allerdings, das für mich nicht vollständig geklärt wurde, aber dieses spielte keine übergeordnete Rolle. Daher konnte ich damit leben.

    Toll fand ich außerdem die unterschiedlichen Perspektiven und Gurians Schreibstil. Sie springt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, ohne dass es dabei verwirrend wird, und sie lässt ihre Protagonistin manches aus der Vergangenheit rekonstruieren und vielen live erleben. Es gibt sowohl einen Ich-Erzähler (Lu), als auch einen auktorialen Erzähler und dieses breite Spektrum verlieh dem Roman noch mehr Leben und vor allem Spannung, welche nie abflachte. Dazu noch ein flüssiger Schreibstil und das Lesevergnügen war gesichert.

    Fazit: Ein überzeugender Jugendbuchthriller mit einer sympathischen Protagonistin, der mich durchgängig gefesselt und spannend unterhalten hat.

    Broschiert: 359 Seiten
    Verlag: Arena (Januar 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3401067125
    ISBN-13: 978-3401067124
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Gabathuler, Alice Blackout EUR 9,95
  • Bewertung vom 25.04.2013
  • *****
    ausgezeichnet
  • Blackout. Totale Finsternis im Kopf. Keine Erinnerung an die letzten drei Tage. Nick wird aufgesammelt und von der Polizei verhört. Er soll mit seiner Cousine nach Berlin gefahren sein und nun werde diese vermisst. Nick kann sich jedoch an absolut nichts erinnern. Aber er ist sich sicher, dass er Carla nie im Stich gelassen hätte - auch wenn seine Vergangenheit nicht gerade für ihn spricht. Doch wenn er sich an nichts erinnern kann, wie soll er die Polizei davon überzeugen, dass sie weiter nach Carla suchen, nach einem eventuellen Entführer oder Schlimmerem?

    Nachdem ich letzten Jahr den aktuellsten Roman von Alice Gabathuler gelesen habe (Matchbox Boy), habe ich mich nun ihrem Debüt zugewandt. "Blackout" ist erstmals 2007 erschienen und wurde nun mit einem viel schöneren Cover als Klappenbroschur erneut auf den Markt gebracht. Hätte ich nicht gewusst, dass es das Erstlingswerk der Autorin ist, wäre ich nie darauf gekommen. Es lässt sich genauso flüssig und spannend lesen, wie ihr letzter Jugendthriller und mir sind keine typischen Debütroman-Fehler aufgefallen.

    Stattdessen ist mir aber aufgefallen, dass Gabathuler ihre "bösen" Figuren zu lieben scheint. Ich hatte bei beiden Romanen das Gefühl, dass die Autorin ganz viel Herzblut in ihre problembehafteten Figuren steckt und es ihr Spaß macht in deren Rollen zu schlüpfen. In "Blackout" gibt es keinen Ich-Erzähler, sondern einen auktorialen Erzähler, der seinen Fokus die ganze Zeit auf Nick ruhen lässt. Nick, der in seiner Vergangenheit schon viel Mist gebaut hat. Nick, der zu seiner Tante und seinem Onkel gezogen ist, um seine letzte Chance zu nutzen. Und Nick, der überzeugt ist mit Carlas Verschwinden nichts zu tun zu haben - aber ohne Erinnerung schrumpft diese Überzeugung stündlich zusammen.

    Fazit: Gabathuler hat alles richtig gemacht: Ein interessanter Protagonist, eine spannende, schlüssige Handlung, authentisches Verhalten ihrer Figuren und eine gelungene Auflösung am Ende des Romans, die man nicht schon in tausend anderen Büchern gelesen hat. Rundum ein gelungener Thriller, der sowohl für Mädchen, als auch Jungen geeignet ist - und auch Erwachsene begeistern wird.


    Broschiert: 208 Seiten
    Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (22. April 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3522201841
    ISBN-13: 978-3522201841
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Wilson, Karma; Chapman, Jane Bär braucht Mut! EUR 12,95
  • Bewertung vom 25.04.2013
  • ***
    gut
  • Bär hat seine Höhle verlassen, um etwas Essbares zu suchen. Mittlerweile ist es dunkel geworden, es stürmt und regnet und Bär kann den Heimweg nicht mehr findet. Er fürchtet sich sehr und versucht unter einem Baum Schutz zu finden. Unterdessen beginnen seine Freunde sich Sorgen um Bär zu machen. Sie machen sich auf die Suche, entdecken ihn in unmittelbarer Nähe der Höhle und bringen ihn sicher wieder nach Hause.

    Von Bär gibt es mittlerweile zahlreiche Bücher. Ich habe diese Kinderserie letztes Jahr mit dem Band "Bär feiert Weihnachten!" entdeckt und war gespannt auf ein weiteres Abenteuer. Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit seinen zahlreichen Tierfreunden, die ihn erneut nicht im Stich lassen, sondern ihn aus dem dunklen Wald retten. Von daher schwingt auch immer die Moral mit, dass man sich auf Freunde verlassen kann und dass sie auch in schwierigen oder gefährlichen Situationen für einander da sind.

    Leider haben mir dieses Mal zwei Aspekte nicht so gut gefallen. Zum einen wird der Bär sehr hilflos dargestellt. Er lässt sich komplett von seiner Furcht beherrschen und ist nicht mehr in der Lage zu handeln, obwohl er sich nicht einmal weit von seinem Zuhause entfernt hat. Es ist natürlich so gut wie unmöglich Selbsthilfe und Hilfe durch Freunde in eine Geschichte zu pressen, aber vor dem Kauf dieses Kinderbuches sollte man wissen, dass es in diesem Fall darum geht, dass sich jemand nicht selbst zu helfen weiß und auf andere angewiesen ist. Das Buch ist nämlich nicht dazu geeignet, um einem Kind zu zeigen, dass man mit Mut sich selbst zu helfen weiß.

    Der zweite Aspekt, der mich gestört hat, ist die Düsternis in diesem Buch. Ca. die Hälfte aller Bilder zeigt den dunklen Wald, in dem ein Sturm wütet und sich der Bär hilflos unter einen Baum kauert und seine Freunde sich der Gefahr aussetzen. Bär hat Angst Gespenster zu sehen und fünfmal liest man den Satz "Er fürchtet sich so". Ich finde das für dreijährige Kinder zu hart. Natürlich gibt es bestimmt auch "hartgesottene" Kids, die das nicht stört, genauso wie es auch 14 Jährige gibt, die schon heftige Thriller für Erwachsene lesen, aber selbst ich hab beim Lesen des Kinderbuches gedacht, dass die Illustrationen ziemlich dunkel sind und die Atmosphäre einfach zu düster ist.

    Fazit: Ich habe mich daher nur für 3 Sterne entschieden. Die Gründe kann man meiner Rezension entnehmen. Leser, die diese Aspekte nicht stören, können sich auf ein düsteres Abenteuer mit Happy End freuen.

    Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
    Verlag: Loewe Verlag (Januar 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3785576196
    ISBN-13: 978-3785576199
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre
    Originaltitel: Bear Feels Scared
Vosseler, Nicole C. In dieser ganz besonderen Nacht EUR 18,99
  • Bewertung vom 23.04.2013
  • ****
    sehr gut
  • Nach San Francisco ziehen und das amerikanische Leben leben. Für viele ein Traum, aber natürlich nicht unter den Umständen, die auf Amber zutreffen. Sie MUSS nach San Francisco zu ihrem fast unbekannten Vater ziehen, da ihre Mutter vor Kurzem verstorben ist. Alles ist ihr fremd. Die Menschen, die Sprache, die Umgebung. Doch dann trifft sie auf Nathaniel. Sofort spürt sie eine besondere Anziehungskraft, die von ihm ausgeht. Doch dann erfährt sie, dass Nathaniel aus einer anderen Zeit stammt und ihr zieht es erneut den Boden unter den Füßen weg.

    Das Cover und der Trailer haben mich sofort verzaubert. Beides passt einfach perfekt zu einer Geisterliebesgeschichte. San Francisco tat sein übrigens, denn ich liebe diese Statt und Vosselers Beschreibungen haben dazu geführt, dass ich sofort alles wieder bildlich vor Augen hatte. Der Roman fängt ziemlich ruhig an. Es dauert sogar knapp einhundert Seiten, bis zum ersten Mal etwas Geisterhaftes in Erscheinung tritt, aber danach ist dieses sehr präsent.

    Amber wird sehr authentisch beschrieben. Man spürt ihre Trauer und ihre Einsamkeit, auch wenn Amber selbst diese Gefühle verdrängt und keinen Menschen einen Einblick in ihre Seele geben mag. Es war interessant sie zu begleiten. Sowohl ihre ersten unbeholfenen Schritte in San Francisco, als auch später, nachdem sie Fuß gefasst hatte.

    Vosselers Schreibstil ist sehr detailliert, bildhaft und ausschmückend. Manchmal war mir das etwas zu viel und dadurch wirkten Teile der Geschichte etwas langatmig. Es kann allerdings auch daran gelegen habe, dass die Autorin zwar einfühlsam und emotional schreibt, aber ich mir gewünscht hätte, dass diese Geschichte mich noch mehr berühren würde. Vielleicht war es das Zusammenspiel aus den beiden Faktoren, dass mir das Buch manchmal ziemlich lang vorkam.

    Der Roman ist nicht wirklich vorhersehbar. Als ich dachte, dass nun eigentlich alles gut wäre, mit Amber und dem Geist und alles andere auch "paletti" sei, hat die Autorin das Blatt noch einmal gedreht und das kam für mich echt überraschend. Besonders die letzten 10-20 Seiten haben mich sehr berührt und mir sogar ein paar Tränen ins Auge getrieben. Der Rest war auch bewegend, aber für so eine romantische Geistergeschichte hatte ich mir wie gesagt noch einen kleinen Tick mehr erhofft.

    Fazit: Ein Jugendbuch für detailverliebte Leser mit einem Faible für San Francisco und alle, die romantische Geistergeschichte mögen.


    Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    Verlag: cbj (25. Februar 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 357015534X
    ISBN-13: 978-3570155349
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Navarro, Àngels Dein Babyalbum (Junge, blau) EUR 19,95
  • Bewertung vom 23.04.2013
  • *****
    ausgezeichnet
  • An seine ersten Lebensjahre kann man sich meistens kaum erinnern. Umso schöner ist es, wenn man mit seinen Eltern zusammen oder die Eltern alleine für einen selbst Fotoalben gestaltet haben, so dass man später auf die eigenen Erlebnisse und besonderen Momente zurückblicken kann. Dafür eignet sich ein vorbereitetes Babyalbum hervorragend.

    Ich liebe Fotos, Scrapbooks sowie kreative Erinnerungsstücke und dieses Babyalbum trifft somit genau meinen Geschmack. Es ist aufgebaut wie ein Scrapbook. Das heißt, dass in diesem Album "lose Zettel" durch eine Bindung (hier eine Schleife) zusammen gehalten werden und diese Zettel dann zu wunderschönen Seiten dekoriert werden können. Meiner Meinung nach ist es in Deutschland sehr schwer und vor allem sehr teuer sich mit Scrapbookmaterial einzudecken. Daher ist es ideal (und einfacher, schneller und günstiger), dass dieses Album bereits präparierte Seiten besitzt. Sie alle sind wunderschön bedruckt mit typischer Scrapbook-Dekoration, als z.B. Knöpfe, Bänder, Aufklebern, Schablonen usw.

    Diese Seiten wollen also nur noch mit Leben gefüllt werden und auch dazu bietet das Buch bereits Vorlagen. So finden sich Seiten, auf denen man für die jeweiligen Lebensjahre 1, 2 und 3 angeben kann, was man in dem Alter schon alles konnte und gerne mochte. Ein Stammbaum wartet darauf mit Bildern und Daten versehen zu werden, und auf Seiten wie "Mein Tagesablauf" oder "Meine ersten Spielsachen waren" können mit Aufklebern vorgegebene Antworten "aktiviert" werden. Die dafür nötigen Aufkleber sowie zahlreiche andere werden gleich mit geliefert.

    Dieses Album hat mich komplett begeistert. Die Illustrationen sind wunderschön, es gibt genug Platz für Fotos und die vorgegebenen Fragen und Antwortmöglichkeiten sind sorgfältig ausgewählt - außerdem können die meisten Antworten durch handschriftliche Notizen ergänzt werden.

    Für Mädchen gibt es selbstverständlich auch ein solches Album. In dieses konnte ich nicht hinein schauen, aber ich vermute, dass es sich inhaltlich und von der Gestaltung nicht sehr unterscheiden wird.

    Fazit: Wer ein tolles Erinnerungsalbum für sein Kind erstellen möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Selbst diejenigen, die nicht sonderlich kreativ sind, können somit ein toll dekoriertes Album erstellen und alle mit einer kreativen Ader können sich trotz der vorgegeben Inhalte einbringen. Absolute Kauf- und Verschenkempfehlung!

    Gebundene Ausgabe: 38 Seiten
    Verlag: Loewe Verlag (März 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3785577117
    ISBN-13: 978-3785577110
    Originaltitel: Quando era pequeno
Aydin, Veronika; Klamroth, Kerstin Schulsachen EUR 12,00
  • Bewertung vom 22.04.2013
  • ****
    sehr gut
  • Moppelig, pleite, allein erziehend und eine Berufserfahrung, die 15 Jahre zurückliegt. Klingt nicht unbedingt nach DER Privatdetektivin, die man engagieren sollte, aber trotzdem gelingt es Elfriede einen Auftrag zu ergattern. Sie soll den Mord eines Schülers aufklären, der auf dem Grundstück des Prinz-von-Nassau-Gymnasiums tot aufgefunden wurde. Viele Mittel stehen Elfriede nicht zur Verfügung, also hält sie sich an das Nächstliegendste: Freunde, Mitschüler, Eltern und Beamte/Angestellte der Schule und wie sich schnell zeigt, liegt sie damit gar nicht so verkehrt, denn ein Schulalltag ist auch nicht immer ein Zuckerschlecken.

    Elfriede ist eine ... nunja ... "besondere" Ermittlerin. Sie erscheint nicht sehr professionell, eher chaotisch und aus der Übung, aber da sie selbst einen Sohn hat, geht ihr dieser Mord nahe und sie setzt alles daran die Hintergründe aufzudecken. Sie ist eine absolut liebenswürdige Protagonistin, durch die viel Humor in den Krimi hineinfließt. Der Roman ist nahezu unblutig, bietet nicht allzu viel Action, sondern legt den Fokus auf die Ermittlerin und ihre unkonventionellen Methoden.

    Ich habe dem Roman knappe 4 Sterne gegeben, da ich den Humor überwiegend mochte. Der Schreibstil ist ziemlich einfach gehalten und so lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Der Fall ist größtenteils interessant, auch wenn mir nicht alles authentisch vorkam. Eins der Standbeine ist "Mobbing in der Schule". Dieses wurde gut ausgeführt und ist ja leider immer noch ziemlich brisant und aktuell.

    Fazit: Ein Krimi, der eher durch seine humorvolle Art, als durch die üblichen Krimibestandteile besticht.

    Broschiert: 224 Seiten
    Verlag: Sutton Verlag; Auflage: 1 (1. März 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3954001403
    ISBN-13: 978-3954001408
««« zurück1234vor »

Lieblingslisten