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Bewertung vom 27.04.2013





sehr gut- Die Bürgerstochter Philippine Welser, genannt Pippa, verliebt sich in den Sohn des Kaisers. Ferdinand II. erwidert diese Gefühle. Die beiden wissen, dass eine Verbindung zwischen ihnen unstandesgemäß und damit eigentlich undenkbar ist. Dennoch heiraten sie heimlich und bekommen Kinder. Da die Ehe streng geheim ist, darf Pippa nicht einmal ihre nächsten Verwandten einweihen. Obwohl die Gefühle zwischen Pippa und Ferdinand tief und innig sind, stellt Pippa sich schon bald die Frage, ob diese Liebe ihren Preis wert ist. Denn die gemeinsamen Kinder werden vom Hof nicht anerkannt und Pippa befindet sich auf Schritt und Tritt in Gefahr, da man ihr nach dem Leben trachtet....
|| Meine Meinung ||
Brigitte Riebes historischer Roman erzählt die Geschichte einer realen Person. Denn Philippine Welser hat tatsächlich gelebt und die Liebe zum Sohn des Kaisers hat sich im 16. Jahrhundert zugetragen. Im Nachwort erfährt man, dass es sich nicht um eine Biografie handelt, denn die Autorin beschreibt dort, wie sich in diesem Roman Wahrheit und Fiktion mischen.
Die Gestaltung des Buchs ist wunderbar gelungen und stimmt auf die Handlung ein. Das Cover zeigt ein Gemälde von Philippine Welser, sodass man die Hauptprotagonistin stets vor Augen hat. Das Buch ist in Kapitel unterteilt. Diese tragen den Namen von Heilpflanzen. Bevor die einzelnen Abschnitte beginnen, kann man eine Zeichnung der entsprechenden Heilpflanze betrachten, erfährt sowohl die botanische als auch die volkstümliche Bezeichnung, und bekommt einen Überblick über die positive und negative Wirkung der Pflanze. Da Philippine in der Kräuterkunde ziemlich gut bewandert ist, und die Pflanzen, die dem Kapitel ihren Namen geben, in der Handlung des folgenden Abschnitts eine Rolle einnehmen, ist diese Gestaltung wirklich gut gelungen.
Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Denn Tagebucheinträge, die in der Ich-Form, von Phillipine verfasst sind, und Szenen, in denen man in der Erzählperspektive die Handlung betrachtet, wechseln ab. Da die Abschnitte mit dem jeweiligen Handlungsort und dem entsprechenden Datum beginnen, kann man sich allerdings mühelos orientieren. Durch die Tagebucheinträge, kann man sich ein sehr gutes Bild von Philippine machen und in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen. Dadurch kann man sich gut in sie hineinversetzen und ihre Ängste und Zweifel nachvollziehen. Denn schon bald wird klar, dass die Liebe zwischen Philippine und dem Kaisersohn am Habsburger Hof auf Ablehnung stößt. Da die beiden aber nicht voneinander lassen können, schwebt Philippine in großer Gefahr, denn auf Schritt und Tritt wird sie von mörderischen Intrigen verfolgt, die das Ziel haben, sie aus dem Weg zu räumen. Zu gerne würde man es sehen, wenn Ferdinand II. frei für eine standesgemäße Ehe von politischem Interesse wäre.
Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist sehr angenehm und flüssig lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und die Akteure sehr gut vorstellen und hat alles lebhaft vor Augen. Dadurch fliegt man förmlich über die Seiten, da man unbedingt erfahren möchte, was das Schicksal für Philippine vorgesehen hat. Der Liebesanteil ist in dieser Erzählung sehr gut abgestimmt. Man ist sich beim Lesen zwar stets bewusst, dass Philippine und Ferdinand sich lieben, aber eine allzu romantische Geschichte braucht man nicht zu befürchten.
Mir hat dieser historische Roman, mit seinem realen Hintergrund sehr gut gefallen. Da ich vorher noch nie etwas von dieser Liebe gehört oder gelesen hatte, war ich angenehm überrascht von der Erzählung. Denn Brigitte Riebe ist es hervorragend gelungen, Wahrheit und Fiktion spannend zu mischen. Die gelungene Aufmachung des Buchs konnte mich ebenfalls überzeugen und deshalb wird mir diese Liebesgeschichte aus dem 16. Jahrhundert wohl noch lange in Erinnerung bleiben.
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 08.04.2013





ausgezeichnet- England, 1194
Endlich kehrt Richard Löwenherz aus der langjährigen Geiselhaft zurück in seine Heimat. Doch an Müßiggang ist nicht zu denken, denn es gilt nun, die angezettelte Verschwörung niederzuschlagen, und die englischen Gebiete, die sich der französische König Philipp II. angeeignet hat, zurückzuerobern. Roland Plantagenet ist Richards Halbbruder. Er sammelt als Knappe des Königs seine Erfahrungen. Seine uneheliche Abstammung und Richards Temperament machen ihm das Leben nicht gerade leicht. Als er in der jungen Jeanne de Maine die große Liebe findet, sieht er die Welt mit anderen Augen. Doch Richard denkt gar nicht daran, diese Frau an seinen Halbbruder zu vergeuden, denn Jeannes Schönheit soll ihm dabei helfen Bündnisse zu festigen....
Meine Meinung
"Im Reich der Löwin" ist der Folgeband zu "Schwerter und Rosen". Er knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an. Um die farbenprächtige Erzählung voll auszukosten, ist es sicher ratsam, die beiden Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das ist allerdings kein Muss, denn der Einstieg in den zweiten Teil gelingt auch problemlos, wenn man den ersten nicht gelesen hat. Ein recht umfangreiches Personenregister, dem man außerdem entnehmen kann, bei welchen Akteuren es sich um historisch belegte Persönlichkeiten handelt, und Kartenmaterial erleichtern dabei die Orientierung.
Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Schnelle Szenenwechsel sorgen für eine temporeiche Erzählung. Silvia Stolzenburg beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so detailliert und lebendig, dass man sich gut in die Handlung hineinversetzen kann und ein farbenprächtiges Bild vor Augen hat. Sie zeichnet dabei aber keinesfalls ein verklärtes Bild des damaligen Lebens, sondern gibt einen unverblümten Einblick in die Vergangenheit. Man ist sich dabei stets bewusst, dass sie gewissenhaft recherchiert hat.
Historisch belegte und fiktive Persönlichkeiten agieren in diesem Roman mit- und nebeneinander. Durch die vielen verschiedenen Erzählstränge bekommt man einen guten Gesamtüberblick und kann sich ein stimmiges Bild der Akteure machen. Sie wirken vielschichtig und lebendig. Deshalb verfolgt man mit großem Interesse das Geschehen. Obwohl man Richard auf seinem Kriegszug folgt, hat man nie das Gefühl, dass die Geschichte zu trocken, eintönig oder gar langweilig wird. Die eingeflochtene Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen. Sie hebt sich allerdings wohltuend von anderen Genrevertretern ab, da sie sich nicht zu sehr in den Vordergrund der Handlung drängt und nicht übertrieben romantisch wirkt. Der Liebesanteil ist gut dosiert und perfekt auf die restliche Erzählung abgestimmt.
Insgesamt gesehen habe ich mich bei diesem historischen Roman sehr gut unterhalten. Ich habe ihn gelesen, ohne den ersten Teil zu kennen, und hatte nach einer kurzen Eingewöhnungszeit keine Schwierigkeiten mich zurechtzufinden. Die farbenprächtige Erzählung hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann gezogen, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Bewertung vom 17.03.2013





sehr gut- Katrin Ortrup ist mit ihrem Mann Thomas und dem gemeinsamen Sohn Leo zurück in ihren Heimatort Münster gezogen. Da Thomas von seinem neuen Job sofort ziemlich beansprucht wird, lastet der Umzug und die Betreuung des dreijährigen Leos auf ihren Schultern. Ganz nebenbei muss Katrin sich auch noch an ihrer eigenen neuen Arbeitsstelle eingewöhnen, sodass sich der Start im neuen Zuhause etwas stressig gestaltet. Zum Glück hat Leo im Kindergarten gleich Anschluss gefunden. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft zu Ben. Dessen Mutter Tanja scheint ebenfalls sehr nett zu sein, sodass auch Katrin hofft, sich bald wieder ganz heimisch in Münster zu fühlen. Plötzlich und vollkommen unerwartet stirbt Katrins Vater. Als der kleine Leo am Tag der Beerdigung krank wird, ist Katrin froh, dass Tanja sich spontan dazu bereit erklärt auf Leo aufzupassen.....
"Schattenfreundin" ist der Auftakt einer neuen Reihe um die Kommissarin Charlotte Schneidmann. Dieser Band ist der Debütroman der Autorin Christine Drews, die sich zuvor bereits einen Namen als Drehbuchautorin für verschiedene Produktionen gemacht hat.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem man eine Unbekannte bei hektischen Aktivitäten beobachtet. Sie scheint mit Haushaltsdingen beschäftigt zu sein und sich Gedanken um die Abendbrotswünsche eines Kindes zu machen. Doch schon bald wird klar, dass die Frau etwas mit einer Leiche zu schaffen hat, bei der sie scheinbar etwas Wichtiges vergessen hat. Durch diesen rasanten Einstieg ist das Interesse sofort geweckt, da man unbedingt erfahren möchte, wer die Frau ist und was es mit der Leiche auf sich hat.
Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Zunächst lernt man die Familie Ortrup kennen. Der Umzug scheint gerade Katrin einiges abzuverlangen, denn der Halbtagsjob und die Kinderbetreuung sind nicht einfach noch nebenbei zu erledigen. Da ihr Mann sich im neuen Job einleben muss, und dabei etliche Überstunden macht, hat er keine Zeit Katrin zu unterstützen. Obwohl Katrin sehr sympathisch wirkt, scheint sie die Situation langsam zu überfordern. Doch dadurch wirkt diese Protagonistin sehr lebendig, denn mit ihren Problemen kann man sich leicht identifizieren. In einem weiteren Handlungsstrang wird das Ermittlerteam vorgestellt. Hier steht die Kommissarin Charlotte Schneidmann im Zentrum des Interesses, denn ihre Vergangenheit gibt einige Rätsel auf, die man gerne lüften möchte. Einschübe in kursiver Schrift unterbrechen gelegentlich die Handlung. Hier erfährt man etwas von den Gedanken einer Unbekannten, die sich intensiv mit einem Ereignis aus der Vergangenheit zu beschäftigen scheint. Um was es genau geht, bleibt allerdings lange im Dunkeln. Dennoch möchte man gerne erfahren, wie sich diese Gedanken in den aktuellen Fall einfügen werden.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich sowohl die agierenden Personen als auch die Handlungsorte vorstellen, und sich deshalb problemlos in das Geschehen hineinversetzen. Da es einige Geheimnisse zu lüften gilt, ist das Interesse von Anfang an geweckt und durchgehend vorhanden. Leider ist die Geschichte nicht so spannend, wie man das vom Plot her erwarten kann. Denn über weite Teile plätschert die Handlung vor sich hin. Beim finalen Showdown steigt die Spannung allerdings sprunghaft an, die Ereignisse überschlagen sich förmlich, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen gut unterhalten. Vom Plot her, hatte ich zwar eine deutlich spannendere Handlung erwartet. Da das Buch aber als Roman, und nicht als Krimi geführt wird, sehe ich bei meiner Bewertung großzügig darüber hinweg. Ich vergebe deshalb vier Sterne und freue mich bereits jetzt auf einen weiteren Fall der Kommissarin Charlotte Schneidmann. Allerdings wünsche ich mir, dass sie bei ihrem nächsten Einsatz etwas mehr zur Lösung des Falls beiträgt.
Bewertung vom 17.02.2013





sehr gut- Frau Bengtsson ist eine Vorstadthausfrau, die ihren Haushalt, bis auf eine geheime Ecke, vorbildlich in Ordnung hält. Die Zierkissen auf dem Sofa sind stets akkurat ausgerichtet, frische Schnittblumen lockern das Bild auf, die Spüle glänzt und an seinem wohlverdienten Feierabend darf sich Herr Bengtsson auf eine liebevoll zubereitete Mahlzeit freuen. Nach neunzehn gemeinsamen Jahren ist die Ehe der beiden noch immer harmonisch. Das wäre sicher auch noch lange so weitergegangen, wenn es da nicht diesen schicksalhaften Dienstag gegeben hätte. Denn an diesem stinknormalen Tag stirbt Frau Bengtsson, durch einen äußerst dummen Zwischenfall in der Wanne. Achtunddreißig Sekunden lang ist sie tot. Gott beobachtet ihren Tod und beschließt, dass es für Frau Bengtsson noch nicht zu Ende sein soll. Er haucht ihr das Leben wieder ein. Nach diesem Erlebnis beginnt die Hausfrau sich intensiv mit Gott und der Bibel zu befassen. Sie beschließt eine gute Christin zu werden und hält nach weiteren göttlichen Zeichen Ausschau. Als diese ausbleiben fühlt Frau Bengtsson sich vernachlässigt. Sie beginnt Gott herauszufordern und bricht ein Gebot nach dem anderen. Satan lehnt sich entspannt zurück und beobachtet amüsiert das Treiben....
Das Cover passt hervorragend zum Buch. Der teuflische kleine Kanarienvogel, dem man übrigens auch zu Beginn der einzelnen Kapitel begegnet, stimmt auf eine herrlich skurrile Geschichte ein, die man auf keinen Fall zu ernst nehmen darf. In einem lockeren und humorvollen Schreibstil schildert die Autorin das Geschehen. Man kann sich dabei ganz entspannt zurücklehnen und die höchst skandalösen Vorgänge verfolgen.
Frau Bengtsson ist eine sehr sympathische Hauptprotagonistin. Sie hat zwar gewisse Eigenarten, doch diese lassen sie menschlich und äußerst lebendig wirken. Trotz all ihrer bösen Vorsätze, sich nicht länger von Gott ignorieren zu lassen und seine Aufmerksamkeit zu erringen, merkt man, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat. Obwohl man ihre Handlungen natürlich nicht nachvollziehen kann, macht es Spaß, ihre skurrilen Einfälle zum Brechen der zehn Gebote zu beobachten. Genau wie bei der Hausarbeit, geht Frau Bengtsson dabei sehr systematisch vor. Selbst der Satan, der mittlerweile die Gestalt der gottesfürchtigen Nachbarin übernommen hat, kann vor diesem Einfallsreichtum nur den Hut ziehen. Temporeich stolpert Frau Bengtsson von einem Gebot zum nächsten und sorgt mit ihren Bemühungen dafür, dass man beim Lesen unwillkürlich schmunzeln muss. Doch leider zieht sich diese herrlich lockere Erzählkunst nicht durch die gesamte Geschichte. Denn wenn Frau Bengtsson gemeinsam mit ihrer vermeintlich bibelfesten Nachbarin, die nun ja aber vom Satan besessen ist, über die Bibel und Gott diskutiert - dann kann es zuweilen schon mal etwas ausufern und damit auf Dauer langweilig wirken.
Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen allerdings sehr gut unterhalten. Denn ich habe eine skurrile Handlung erwartet, die mit einem Augenzwinkern erzählt wird, und das wird bei diesem Buch erfüllt. Eine überraschende Wendung zum Ende der Erzählung, konnte mich über die ausufernden und langatmig wirkenden Diskussionen im Mittelteil hinwegtrösten. Ich vergebe begeisterte vier von fünf Bewertungssternen und empfehle das Buch gerne an Leser weiter, die eine skurrile und humorvolle Geschichte zu schätzen wissen und sich nicht daran stören, dass hier ein biblisches Thema auf die Schippe genommen wird.
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 26.01.2013





ausgezeichnet- Auf Geheiß seines Vaters, des Grafen von Kessel, hält sich Heinrich in der Abtei zu Gleidebach auf. Dort soll er studieren, Disziplin und Pflichttreue erlernen und sich auf seine spätere Aufgabe als Landvogt vorbereiten. Zu seinem Leidwesen werden ihm im Kloster keine Privilegien eingeräumt, sodass sein Tagesablauf durch Arbeit, Studium, karge Mahlzeiten und den Besuch der Andachten bestimmt wird. Fortan führt er das Leben eines Benediktiner-Mönchs, obwohl er sich dazu nicht berufen fühlt. Doch die eintönigen Tage gehören der Vergangenheit an, als auf den umliegenden Feldern die grausam zugerichteten Leichen von zwei Fuhrleuten gefunden werden. Der dritte Fuhrmann überlebt schwerverletzt und berichtet von einem Angriff durch einen dämonischen Korngeist. Katharina, die Nichte des Überlebenden, sucht Hilfe in der Abtei. Doch dort stößt ihre Bitte, um Unterstützung im Kampf gegen den Dämon, auf taube Ohren. Heinrich, der eine Schwäche für das hübsche Mädchen hat, stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei kommen einige Ungeheuerlichkeiten ans Tageslicht. Als der Korngeist in schneller Folge weitere Opfer fordert, bleibt Heinrich keine Wahl: er muss sich dem teuflischen Gegner entgegenstellen.....
|| Meine Meinung ||
Bereits die düstere Covergestaltung, mit der bluttriefenden Sense und dem schwarzen Seelenräuber, der mit seinen Ziegenbockhörnern über dem Kornfeld schwebt, stimmt auf eine unheimliche Erzählung ein. Dieser erste Eindruck bestätigt sich schon auf den ersten Seiten. Denn Carsten Steenbergen beschreibt Handlungsorte, Protagonisten und Ereignisse so intensiv, dass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Dadurch gerät man früh in den Bann der Ereignisse und verfolgt entsetzt das blitzartige Auftauchen des höllischen Dämons. Die düstere und unheimliche Atmosphäre, die dabei entsteht, ist während des weiteren Handlungsverlaufs durchgehend spürbar und für einige Gänsehautmomente verantwortlich. Die am Anfang aufgebaute Hochspannung flacht gelegentlich ab, um dann allerdings wieder unverhofft präsent zu sein. Dieses Auf und Ab sorgt dafür, dass man förmlich an den Seiten klebt und verzweifelt nach Hinweisen sucht, die die Zusammenhänge erklären.
Dieser düstere und unheimliche Roman lässt sich in keine Schublade pressen. Denn er ist ein gelungener Mix aus historischem Roman und spannender Kriminalhandlung, in den eine nicht zu überladen wirkende Liebesgeschichte eingeflochten ist. Perfekt abgestimmt wird diese Mischung mit einer wohldosierten Prise Horror. Dem Autor gelingt es mühelos, falsche Fährten auszulegen, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt und dass man bis zur Auflösung nicht sicher sein kann, wer für die dämonischen Ereignisse verantwortlich ist und was dahinter steckt.
Ich vergebe deshalb begeisterte 5 Sterne und spreche eine klare Empfehlung für Leser aus, die auf der Suche nach spannendem Lesestoff abseits des Mainstreams sind.
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 11.12.2012





ausgezeichnet- Herzogtum Nassau im Jahre 1676
Katharina lebt mit ihrer Mutter in Idstein. Der Vater ist bereits vor langer Zeit gestorben, doch die beiden Frauen führen ein gottgefälliges Leben und haben als Näherinnen ein recht gutes Auskommen. Als Katharina nach vielen Jahren ihren Jugendfreund Andreas wiedersieht, ist es gleich um sie geschehen. Ihm scheint es nicht anders zu ergehen, sodass Katharina voller Freude in die Zukunft blickt. Doch das Schicksal schlägt mit aller Härte zu, als Graf Johannes zu Ohren kommt, dass in seinem Land Hexen ihr Unwesen treiben, die Mensch und Tier mit Schadenzauber belegen. Er fordert seine Untergebenen auf, Verdächtige zu melden, damit sie eingeholt und befragt werden können. Leonard Busch, der Henker des Grafen, führt die Befragungen der eingeholten Hexen mit allergrößter Grausamkeit aus. Auch Katharinas Mutter gerät ins Visier des Henkers. Mit seinen brutalen Foltermethoden bringt der Henker die gottesfürchtige Frau dazu, ihre Buhlschaft mit dem Teufel zu gestehen und so endet sie schließlich auf dem Scheiterhaufen. Damit ist der Albtraum für Katharina noch lange nicht beendet, denn der Henker hat es sich zum Ziel gesetzt, die junge Frau ebenfalls auf den Scheiterhaufen zu bringen.....
Dieser historische Roman beginnt mit einem Prolog, in dem man eine junge Frau dabei beobachtet, die beim Anblick des Feuers, das zu Ehren des Martinsfestes entzündet wird, von ihren Erinnerungen eingeholt wird. Bereits der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, da Nicole Steyer Handlungsorte und Protagonisten so lebendig beschreibt, dass man sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen kann. Man folgt ihr in die dunkle Zeit der Hexenverfolgung und beobachtet entsetzt, und doch fasziniert, das Geschehen.
Gemeinsam mit Katharina stellt man fest, wie wankelmütig das Schicksal sein kann. In einem Moment erscheint die Zukunft in rosigen Farben, doch eine unbedachte Äußerung oder ein harmloses Lied, können dafür sorgen, dass man ins Visier der Hexenverfolgung gerät. Dann gibt es kein Entrinnen mehr, nur unerträgliches Leid und Folterungen, die schließlich im Feuertod enden. Eine hochromatische Liebesgeschichte, die lediglich eine historische Kulisse hat, braucht man hier nicht zu befürchten. Denn beim Lesen wird schnell klar, dass die Autorin die Hintergründe der Idsteiner Hexenverfolgung gründlich recherchiert und spannend in die Handlung eingeflochten hat. Im lesenswerten Nachwort erfährt man dann genau, in welchem Maße sich historisch belegte Fakten und Fiktion mischen. Nicole Steyer gelingt es , eine durchgehend fesselnde Geschichte zu erzählen, bei der man sich keinen Moment langweilt. Gemeinsam mit der Hauptprotagonistin durchlebt man die unterschiedlichsten Gefühle und kann diese glaubhaft nachvollziehen. Der historische Hintergrund wirkt ebenso realistisch. Man kann den Trubel des Markttages um sich herum genauso spüren, wie die Sensationslust bei den Hexenverbrennungen. Das blanke Entsetzen bei den Folterungen, das Gefühl, dem Henker auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein und die unmenschlichen Haftbedingungen, bei denen man mit üblen Gerüchen und Ungeziefern aller Art konfrontiert wird, sorgen dafür, dass man diesen Roman, und den wahren Hintergrund der Erzählung, nicht so schnell vergessen wird.
Bewertung vom 21.11.2012





sehr gut- Auf Sandhamn, einer kleinen Insel im schwedischen Schärengarten, findet man, trotz Großeinsatz der Polizei, keine Spur der vermissten Lina Rosén. Die junge Frau wurde zuletzt am späten Abend von ihrer Freundin gesehen und wollte mit dem Fahrrad den Heimweg antreten. Der zuständige Ermittler Thomas Andreasson setzt alles daran, den Fall aufzuklären, doch noch Monate nach dem Verschwinden gibt es keine neuen Erkenntnisse. Das ändert sich, als Nora Lindes Kinder beim Spielen etwas Entsetzliches entdecken....
|| Meine Meinung ||
Nach "Tödlicher Mittsommer" und "Tod im Schärengarten" ist dieser Roman bereits der dritte Band einer Krimireihe um den Kriminalkommissar Thomas Andreasson. Der Buchtitel weist bereits darauf hin, dass der Handlungsort auch in diesem Teil wieder die Schäreninsel Sandhamn ist. Da die Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind, können die Bände auch unabhängig voneinander gelesen werden. Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt auch ohne Vorkenntnisse aus den vorangegangenen Teilen mühelos. Da Viveca Sten auch dem Privatleben der Hauptprotagonisten einen großen Teil der Handlung widmet, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Denn dann kann man die Weiterentwicklung der Charaktere besser verfolgen.
In diesem Band ereignet sich, neben der Kriminalhandlung, einiges im Privatleben der beiden Hauptprotagonisten Thomas Andreasson und Nora Linde. Es ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten, denn die beiden wirken genauso lebendig und sympathisch wie in den vorangegangenen Bänden. Durch den flüssigen und angenehm lesbaren Schreibstil der Autorin gelingt der erneute Einstieg in die Reihe mühelos. Viveca Sten zeigt die Ferieninsel Sandhamn von einer ganz anderen Seite, denn bei diesen Ermittlungen herrscht tiefster Winter und deshalb bestimmen eisige Temperaturen und Schnee das Wetter. Die winterliche Atmosphäre ist beim Lesen durchgehend spürbar, sodass man den Akteuren gerne an die warmen Kachelöfen folgt. Trotz winterlicher Temperaturen und dunkler Jahreszeit, wirkt die Stimmung im Buch allerdings keinen Moment schwermütig oder düster. Das unterscheidet die Romane von Viveca Sten wohltuend von anderen skandinavischen Genrevertretern.
Hochspannung sucht man auch in diesem Teil der Reihe vergeblich, dennoch ist die Erzählung durchgehend interessant. Sie ist in recht kurze Kapitel unterteilt, die dadurch zum Weiterlesen verführen. Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Die aktuelle Handlung wird durch Rückblicke in die Vergangenheit unterbrochen. Hier beobachtet man das tragische Schicksal eines Jungen, der vor beinahe 100 Jahren auf der Insel lebte. Zunächst ist nicht klar, wie sich dieser Handlungsstrang wohl in die Ermittlungen einfügen wird, doch gerade das macht den besonderen Reiz dieses Romans aus.
Der mittlerweile dritte Ausflug auf die Schäreninsel hat mir wieder sehr gut gefallen, denn selbst Eis und Schnee lassen die Atmosphäre nicht düster und erdrückend wirken. Die Kriminalhandlung hätte zwar etwas mehr Raum einnehmen können, doch die interessant geschilderten Nebenhandlungen trösten über dieses Manko hinweg. Eine unerwartete Wendung am Ende des Romans sorgt dafür, dass ich unbedingt erfahren möchte, wie es bei Thomas Andreasson und Nora Linde weitergeht.
- 12 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 20.11.2012





sehr gut- Katty, Gertrud und Paula sind Schwestern. Sie treffen sich bei Katty auf dem Hof, um ein ganz besonderes Ereignis zu feiern. Denn Gertrud wird 100 Jahre alt. Da Katty im Laufe ihres Lebens schon einige Feiern geplant hat, ist die Organisation bei ihr in den besten Händen. Außerdem ist sie mit ihren 84 Jahren die Jüngste im Bunde, sodass sie, sowohl geistig als auch körperlich, noch ziemlich agil ist. Das sieht bei dem Geburtstagskind Gertrud leider schon anders aus und deshalb möchte Katty, dass ihre Schwester zu ihr zieht. Doch bevor die drei Damen die Zukunft planen können, müssen sie gemeinsam zurückblicken und über Vergangenes sprechen. Denn es gibt Dinge, die schon lange darauf warten, geklärt zu werden....
|| Meine Meinung ||
Anne Gesthuysen erzählt in diesem Roman die Geschichte ihrer Großtanten Gertrud, Paula und Katty, die zusammen das stattliche Alter von 298 Jahren erreicht haben. Als Aufhänger verwendet sie den 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud. Um dieses besondere Ereignis kreist das aktuelle Geschehen. Es gibt allerdings immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der Schwestern, denn ein 100. Geburtstag ist ein besonderer Tag, der dazu anregt, wichtige Momente der letzten Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.
Die Lebenswege der Schwestern sind sehr unterschiedlich. Aus der Erzählperspektive verfolgt man sowohl das aktuelle Geschehen, als auch die Rückblicke auf wichtige Ereignisse der vergangenen Jahre. Da die Erzählung in einzelne Kapitel unterteilt ist, die in der Überschrift verraten, zu welcher Zeit sich die beschriebenen Ereignisse zutragen, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Da die drei Schwestern abwechselnd im Zentrum der Handlung stehen, bekommt man sowohl einen Einblick in die tatsächlichen Ereignisse, als auch darauf, wie unterschiedlich die Schwestern diese Begebenheiten wahrgenommen und empfunden haben. Denn nicht alles ist immer so, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn die drei Schwestern haben sich nicht immer alles anvertraut und so kommen nun einige Dinge ans Tageslicht.
Die drei Hauptprotagonisten wirken sehr lebendig und alle scheinen das Herz auf dem rechten Fleck zu haben. Der Umgang miteinander fällt ihnen allerdings nicht immer leicht, doch das war bereits in der Vergangenheit so und wird sich deshalb auch im hohen Alter nicht mehr ändern. Katty ist zwar bereits selbst 84 Jahre alt, doch für ihre Schwestern ist sie nach wie vor das Nesthäkchen und wird dementsprechend behandelt. Es gelingt Anne Gesthuysen in ihrer Erzählung hervorragend, die unterschiedlichen Gefühle, die die Schwestern füreinander und im Umgang miteinander haben, zu vermitteln. So kann man sich mühelos in die Handlung hineinversetzen und interessiert der facettenreichen Familiengeschichte folgen.
Mir hat die Geschichte der drei Schwestern sehr gut gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass es leider einige Stellen gab, die auf mich etwas langatmig wirkten. Dennoch habe ich die gesamte Erzählung mit großem Interesse verfolgt und vergebe deshalb vier Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne in alten Familiengeschichten stöbern.
Bewertung vom 03.11.2012





sehr gut- Während die Stadt unter einer Hitzewelle stöhnt, kann Hauptkommissar Claudius Zorn nur von einer Sommerpause träumen. Denn er hat einen mehr als ungewöhnlichen Mordfall aufzuklären. Ein Jugendlicher ist beim Mountainbikefahren in einen dünnen Metalldraht gerast, der auf Kopfhöhe über den Weg gespannt war, und dabei beinahe geköpft worden. Bald stellt sich heraus, dass der Junge zu der Clique gehörte, die für die Einbruchserie in einer Kleingartenanlage zur Verantwortung gezogen wurde. Als die Leiche eines weiteren Mitglieds dieser Clique gefunden wird, vermutet Zorn, dass es einen Zusammenhang geben muss. Doch die Ermittlungen treten auf der Stelle. Zum Glück ist Hauptkommissar Schröder aus dem Krankenhaus zurück und kann Zorn beim lästigen Papierkram und der mühseligen Suche nach den Hintergründen unterstützen. Als sie endlich auf eine Spur stoßen, scheint es schon fast zu spät zu sein, denn der Täter wird erneut zuschlagen.....
|| Meine Meinung ||
"Zorn - Vom Lieben und Sterben" ist der zweite Band einer Krimireihe um den eigenwilligen Hauptkommissar Zorn und seinen Kollegen Schröder. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermitttlungen auch problemlos folgen, wenn man der ersten Band nicht gelesen hat. Um der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Charaktere zu folgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.
An der Arbeitsmoral von Claudius Zorn hat sich in diesem Band nichts geändert. Denn noch immer sitzt er gerne träge an seinem Schreibtisch und lässt lieber andere für sich arbeiten. Die Anweisungen seiner Vorgesetzten empfindet er als Zumutung und seinem Kollegen Schröder gegenüber, lässt er gerne den Chef raushängen. Doch nach Schröders Krankenhausaufenthalt bemerkt man eine kleine Veränderung in Zorns Verhalten. Obwohl er es niemals offen zugeben würde, hat es den Anschein, als ob Zorn seinen dicken Kollegen tatsächlich vermisst hätte. Im Verlauf der Ermittlungen gelingt es Schröder sogar, Zorn gelegentlich in seine Schranken zu weisen und ihn dadurch zu verblüffen. Doch Schröders Verhalten gibt auch Anlass zur Sorge, denn er scheint nicht mehr ganz der Alte zu sein, sondern zunehmend niedergeschlagener zu werden. Dennoch bilden die beiden auch in diesem Fall ein tolles Team, das beim Lesen für manch unverhofften Schmunzler sorgt.
Der Einstieg in den zweiten Fall der beiden gegensätzlichen Ermittler gelingt mühelos. Durch den grausamen Mord an dem Mountainbikefahrer ist das Interesse von Anfang an geweckt. Die Kriminalhandlung ist gut konstruiert, sodass man lange im Dunkeln tappt und nicht ahnt, wer der Täter ist und welches Motiv ihn antreibt. Wechselnde Perspektiven und relativ kurze Kapitel sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Durch die unfreiwillige Komik von Claudius Zorn wird die spannende Handlung aufgelockert. Das Ende wirkt deutlich ausgereifter als das im ersten Band und gewährt außerdem einen überraschenden Einblick in Schröders Vergangenheit.
Obwohl mir schon der erste Band des ungewöhnlichen Ermittlerteams sehr gut gefallen hat, konnte Stephan Ludwig mich mit der Fortsetzung deutlich mehr begeistern. Die spannende Kriminalhandlung, die Weiterentwicklung der Charaktere und die unverhofft humorvollen Einlagen haben dafür gesorgt, dass ich mich bei diesem Thriller sehr gut unterhalten habe. Ich hoffe deshalb, dass es bald weitere Ermittlungen für Zorn und Schröder geben wird.
Bewertung vom 10.10.2012





gut- Frankfurt am Main, 1511
Nach einem Streit mit ihrem Freund Josef verschwindet die Hübscherin Roswitha spurlos. Mehrere Tage später wird ihre entstellte Leiche aus dem Main gezogen. Zahlreiche Verletzungen deuten darauf hin, dass sie keinen leichten Tod gestorben ist. Ursel Zimmer, die Vorsteherin der Hurengilde, ist entsetzt. Da ihr die Hübscherinnen persönlich am Herzen liegen, setzt sie alles daran, den brutalen Mord an Roswitha aufzuklären. Eine Spur führt zum letzten Freier der Hübscherin. Als der Mann gefunden wird, beteuert er allerdings seine Unschuld. Denn angeblich hat er nur einen Auftrag erfüllt und Roswitha etwas ausgerichtet. Sein Auftraggeber soll einen geheimnisvollen Ring getragen haben. Die Hurenkönigin folgt dieser Spur. Schon bald beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn ein weiteres Mitglied der Hurengilde verschwindet und Ursel Zimmer gerät durch ihre Nachforschungen in große Gefahr....
Der historische Roman beginnt mit einem Prolog. Hier beobachtet man einen ergebenen jungen Mann dabei, wie er versucht das Wohlwollen seiner missmutigen und strengen Herrin zu erlangen. Obwohl sie ihn ständig zu demütigt, ist der Unbekannte ihr zutiefst ergeben. Beim Lesen stellt man sich unwillkürlich die Frage, wie sich diese Szene wohl in die folgende Handlung einfügen wird. Das eigentliche Geschehen wird in der Erzählperspektive geschildert, wobei das Hauptaugenmerk auf Ursel Zimmer, der Vorsteherin der Hurengilde, ruht. Es gibt allerdings auch Passagen, die eine andere Sicht auf die Dinge ermöglichen.
Der Einstieg in diesen historischen Krimi gelingt mühelos. Denn Ursula Neeb beschreibt die Handlungsorte und die jeweiligen Protagonisten so lebendig, dass man sie vor Augen hat. Ganz nebenbei erhält man einige Informationen aus der damaligen Zeit und bekommt einen Eindruck davon, zu welchen Bedingungen der Berufsstand der Hübscherinnen gearbeitet hat, welche Auflagen zu erfüllen waren und welchen Anfeindungen diese Berufsgruppe ausgesetzt war. Diese gut recherchierten und interessant vermittelnden Hintergrundinformationen bilden eine überzeugende Kulisse für die Ermittlungen der Hurenkönigin. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar, sodass man dem Handlungsverlauf ohne große Konzentration folgen kann.
Ursel Zimmer ist keine unfehlbare Ermittlerin, sondern eine Frau, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und deshalb das Bedürfnis hat, die Morde aufzuklären und die anderen Hübscherinnen zu schützen. Die Hurenkönigin wirkt sehr sympathisch, denn es werden nicht nur ihre positiven Charaktereigenschaften hervorgehoben, sondern auch ihre Schwächen aufgezeigt. Dadurch wirkt sie sehr menschlich und lebendig. Ihre Handlungen kann man allerdings manchmal nur schwer nachvollziehen. Viel zu oft runzelt man unverhofft die Stirn, möchte die Hauptprotagonistin schütteln und auf den vermeintlich rechten Weg bringen. Die Kriminalhandlung ist durchgehend interessant. Die durchaus aufgebaute Spannung kann allerdings nicht kontinuierlich gehalten werden, da die Gemütsschwankungen der Hurenkönigin sich zu sehr in den Vordergrund drängen und den Handlungsfluss etwas bremsen. Zum Ende hin laufen die Handlungsfäden zu schnell zusammen, sodass man den Ausgang der Erzählung bereits früh erahnen kann. Hier überschlagen sich die Ereignisse und wirken zuweilen sehr konstruiert und klischeehaft.
Dennoch habe ich mich beim Lesen dieses historischen Kriminalromans gut unterhalten. Es ist der Autorin hervorragend gelungen, gut recherchierte Fakten mit einer durchaus interessanten Kriminalermittlung zu mischen und eine lebendige Atmosphäre zu erschaffen. Der Krimianteil hätte für meinen Geschmack etwas spannender sein können, doch insgesamt gesehen hat mir dieser Roman sehr viel besser gefallen, als "Das Geheimnis der Totenmagd", ein Roman, der ebenfalls aus der Feder der Autorin stammt und in dem die Hauptprotagonistin Ursel Zimmer ebenfalls eine kleine Rolle spielt.






































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