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Liebe Dein Buch
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Bremen
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Ich bin Jacki, ein leidenschaftlicher Bücherwurm. Wenn euch meine Rezensionen gefallen, schaut doch auch meinem Blog vorbei: https://liebedeinbuch.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 215 Bewertungen
Bewertung vom 29.12.2020
Nur mit dir
Turgeon, Emilie

Nur mit dir


gut

Sehr interessante Geschichte, aber zum Ende hin immer weniger überzeugend

Meine Meinung: Das Thema "psychogene Taubheit", das in diesem Buch behandelt wird, fand ich wirklich spannend. Ich hatte vorher noch nicht mit gehörlosen Personen zu tun gehabt, deswegen konnte ich beim Lesen viel Wissen neu dazugewinnen. In einem altersgerechten und lockeren Sprachgebrauch bringt die Autorin Emilie Turgeon einem das Thema näher. Man lernt viel über die Gebärdensprache und die Probleme und Einschränkungen im Leben von Gehörlosen.

Gerade zu Beginn hat mir die Geschichte deswegen sehr gut gefallen. Leider haben sich nach und nach immer mehr Aspekte in die Geschichte eingeschlichen, die mir nicht so gut gefallen haben. Man merkt sofort, dass die 16-Jährige Protagonistin Roxanne sich nie mit ihrer Situation zurechtgefunden hat. Seit sie vor acht Jahren taub geworben ist, ist Wut ihr vorrangiges Gefühl in Bezug auf ihren Hörverlust. Ihre Reaktionen konnte ich dahingegen nachvollziehen, aber nicht ihre Verhaltensweisen in vielen anderen Situationen.

Roxanne erzählt ihre Geschichte stets mit einem etwas überheblichen, ich-bezogenen und oberflächlichen Unterton. Sie macht sich über ihre Freunde lustig, guckt von oben auf andere hinab, zeigt Schadenfreude über den Hausarrest ihrer "besten Freundin" und hat keinerlei Mitleid oder Verständnis mit anderen Gehörlosen. Die Protagonistin ist mir dadurch nie sympathisch geworden.

Auch die Liebesgeschichte zu ihrem Kindheitsfreund Liam konnte mich nie richtig überzeugen. Sie spielt nur am Rand eine Rolle und kommt sehr seicht und oberflächlich rüber. Der Schlüsselmoment, warum Roxanne wieder hören kann, ist daher wenig überzeugend und wirkt wahllos aus der Luft gegriffen. Ich will nicht zu viel verraten, aber ihr werdet jetzt nicht von einer bahnbrechenden Entdeckung/Verbindung überrascht werden.

Fazit: Anfangs konnte mich die Geschichte in "Nur mit dir" noch sehr von sich überzeugen. Die Erzählperspektive einer gehörlosen Jugendlichen war überaus interessant und bereichernd. Man lernt viel über die Gebärdensprache und die Einschränkungen im Leben von tauben Menschen. Leider zeigt die Protagonistin darüberhinaus viele Eigenschaft, die sie unsympathisch gemacht haben und der Schlüsselmoment des wiedererlangten Gehörs kann bis zum Ende hin nicht überzeugen. Dennoch eine nette Geschichte für Zwischendurch, um einem jüngeren Publikum das Thema "psychogene Taubheit" näherzubringen.

Bewertung vom 25.12.2020
What if we Drown / University of British Columbia Bd.1
Sprinz, Sarah

What if we Drown / University of British Columbia Bd.1


ausgezeichnet

Rührende Geschichte im Wohlfühlkanada

Meine Meinung: Nach "Die Welt durch deine Augen" unter ihrem Pseudonym Sarah Heine ist "What if we drown" nun der erste Roman der Autorin unter ihrem richtigen Namen Sarah Sprinz und das Buch kann sich sehen lassen! Von Anfang an habe ich mich pudelwohl bei Laurie und ihren Freunden gefühlt. Ich wollte mit in ihre WG einziehen, mit Emmett scherzen und im Beverly's essen gehen. Die (Neben-)Charaktere sind mit sehr viel zum Detail geschaffen. Das spürt man auf jeder Seite.

Insgesamt hat mir dieses Buch viele schöne Momente geschenkt. Ob beim Durchstreifen der Wälder und Küsten Kanadas (kann ich da jetzt sofort hinreisen?) oder beim kleinen Einblick in das Medizinstudium samt Grey's-Anatomy-Feelings. Man spürt, dass Sarah selbst Medizin studiert, denn sie schildert alle Gefühle sehr authentisch, ob gute oder schlechte. Der wunderschöne Schreibstil unterstreicht diese Gefühle. Er ist weich, sanft und behutsam. Gleichzeitig bildgewaltig und tief.

Auch in der Hauptstory stecken viele Gefühle. Die Verbindung zwischen den beiden Protagonisten ist sofort spürbar und tiefer gehend. Laurie trauert um ihren toten Stiefbruder Austin, versinkt immer wieder in einem Strudel aus Trauer und Verzweiflung. Sie wagt einen Neuanfang an der University of British Columbia und dann ist plötzlich Sam da, der erste Lichtblick seit langem in ihrem Leben. Doch ihre beiden Schicksale sind schon länger miteinander verbunden als beide ahnen. Sam war in Austins letzter Nacht dabei und diese Tatsache schwebt wie eine graue Gewitterwolke über ihnen und droht sich jeden Moment zu entladen.

Dieser große Knall wird für meinen Geschmack allerdings einen Hauch zu lange hinausgezögert. Am Ende fand ich den Verlauf der Geschichte stimmig, aber es hätte für mich anders verlaufen können. Ein zweiter kleinerer Kritikpunkt waren die Sex-Szenen, die zwar sinnlich, aber einfach ein wenig too much waren. Ansonsten hat mich das Buch sehr berühren und mitnehmen können. Es drückt nicht gewollt auf die Tränendrüse, aber es gab ein paar Szenen bei denen ich schwer schlucken musste und ab und an standen Tränen in den Augen. Auch die Botschaft der Geschichte fand ich sehr wichtig und schön.

Fazit: Hut ab vor Sarah Sprinz und ihrem wundervollen Schreibstil. Ich kann Ava Reeds Statement nur unterschreiben. Das Kanada-Setting gleicht einer warmen Umarmung, es gibt zwei Hände voll sympathischer Charaktere und eine Geschichte, die mich tief berühren konnte. Ich hatte klitzekleine Kritikpunkte, freue mich aber uneingeschränkt auf Teil zwei mit Emmett und Amber.

Bewertung: 4,5 Sterne

Bewertung vom 21.12.2020
Bordsteingespräche
Sammler, Bianca

Bordsteingespräche


ausgezeichnet

Eine sehr berührende Kurzgeschichte

Cover: Das Cover zeigt genau die Szene, die sich mir beim Lesen im Kopf heraufbeschworen hat. Ein blauer Himmel, zwei Silhouetten am Straßenrand. Stille, Melancholie und doch eine besondere Schönheit.

Meine Meinung: Zwei Fremde treffen sich nachts am Bordsteinrand und führen fortan Nacht für Nacht tiefe und beinah philosophische Gespräche im Schutz der Dunkelheit. Mit dieser Szenerie beginnt diese kleine, aber feine Kurzgeschichte.

Mich persönlich hat dieses Setting sehr an meine Jugend erinnert, wenn man nachts aus der Disko kam. Man hatte das Gefühl sich in einer Art anderen Zeitrechnung zu befinden. Voller Schwerelosigkeit, einer besonderen Ruhe und Melancholie.

Es wird über Träume gesprochen und um den Kampf darum. Es geht um den Glauben, der einen antreibt und die Wahrheit, die einen schmerzhaft trifft. Anfangs erzählt Bianca Sammler diese Geschichte ausschließlich als Dialog. Ohne Beschreibung der Handlung. Der*die Leser*in muss auf die kleinen Hinweise der Protagonisten lauschen.

Zum Ende gibt es ein paar Briefpassagen, die detaillierter in die Gefühlswelt der Charaktere blicken lässt. Und spätestens hier ist mir die Geschichte nahe gegangen. Ich habe mir beim Lesen sehr viel Zeit und Ruhe genommen und das hat sich wirklich gelohnt. Ich bin beeindruckt, wie sehr 64 Seiten doch berühren können.

Fazit: Ich hätte nicht gedacht, dass eine Kurzgeschichte die Kraft hat, so zu berühren. Doch "Bordsteingespräche" hat das geschafft. Mit sehr viel Ruhe gelesen, habe ich diese Worte in mir aufgenommen und wurde auf eine kurze, aber umso intensivere Reise geschickt. In kann dieses Büchlein jedem empfehlen, der gerne auch mal tiefer hineinspürt in eine Geschichte. Ähnlich wie in der Poesie.

Bewertung vom 16.11.2020
Verborgene Gefühle / Secret Academy Bd.1
Fast, Valentina

Verborgene Gefühle / Secret Academy Bd.1


ausgezeichnet

Große Spannung und sanfte Gefühle toll kombiniert

Meine Meinung: Nach ihrer dystopischen, royalen Castingshow beweist Valentina Fast ihre Wandelfähigkeit und zaubert mit "Secret Academy - Verborgene Gefühle" eine Agentengeschichte, die mich ebenso einfangen und begeistern konnte wie die Royal-Reihe und doch ganz anders ist.

Obwohl ich mich ganz und gar nicht als Fan von Agentengeschichten bezeichnen würde und anfangs bei dem Wort "Superagent" doch etwas skeptisch war, kann ich voller Überzeugung sagen: Die Secret Academy war absolut cool und aufregend. Ich wäre dort gerne einmal einen Tag oder zwei reinschnuppern gegangen. Was vor allem an Alexis, der Protagonistin, und den anderen Trainees lag. Die Atmosphäre in dieser Gruppe fand ich total schön. Sie sind eng befreundet, fast familiär, haben einen tollen Humor und ich musste beim Lesen oft Schmunzeln.

Man wird dadurch langsam an das Setting herangeführt. Es gibt anfangs ein paar kleinere Fälle, sodass man die Charaktere und die Akademie gut kennenlernen konnte. Dann ging es an den "richtigen" Fall, als Alexis kleine Schwester entführt wird. Ich konnte - und wollte - das Buch ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand legen. Es war spannend, es war actionreich und gleichzeitig so geheimnisvoll. Kurz: Es war toll.

Als Zusatz gibt es eine kleine süße Liebesgeschichte. Die Annäherung zwischen Alexis und einem anderen Trainee (zu viel soll ja nicht verraten werden) ist Zucker. Es sind kleine, beinah unscheinbare Szenen, die immer wieder aufs Neue mein Herz zum Schmelzen gebracht haben. Man ist unglaublich nah an den Charakteren, besonders an Alexis. Es war, als wäre ich Alexis. Als wären ihre Gefühle, meine. Ich finde, dass dadurch ein guter Mix zwischen Action und Gefühlen gefunden wurde. Zum Ende hin musste ich sogar ein paar Tränen verdrücken, weil ich es irgendwie sehr traurig fand.

Natürlich hat das Ende auch einen gemeinen Cliffhanger parat, wodurch ich es kaum erwarten kann endlich Band 2 in den Händen zu halten.

Fazit: Ich sage es nicht zum ersten Buch von Valentina Fast, aber es ist einfach die Wahrheit: Ich habe die Geschichte von Alexis und der Secret Academy geliebt! Es war spannend, actionreich, voller Geheimnisse und gleichzeitig wurde mein Herz regelmäßig zum Schmelzen gebracht. Das einzig Schlechte ist die lange Wartezeit auf Teil 2.

Bewertung vom 15.11.2020
Wonderful Intrigues
Uebach, Evelyn

Wonderful Intrigues


ausgezeichnet

Wieder einmal ein Buch mit jede Menge Intrigen und Überraschungen

Cover: Wenn man ganz genau hinguckt, sieht man auf dem Cover zwei verschiedene Mädchen. Also die Protagonistin Elodie, die zwischen zwei Gestalten wechselt. Dieses Flackern nimmt einen tollen Bezug zur Geschichte und zieht meinen Blick sofort auf sich.

Meine Meinung: Mein drittes Buch von Evelyn Uebach. Mein drittes Highlight von Evelyn Uebach. Es gibt so viele Gründe, warum man dieses Buch lesen sollte und es ist für alle ein bisschen was dabei. Es gibt jede Menge Intrigen, Geheimnisse und überraschende Wendungen. Es ist spannend und man kann viel miträtseln. Es gibt eine coole Fähigkeit, ein interessantes Setting und ein wenig Liebe fürs Herz.

Die Geschichte von Elodie spielt in Classy Gardens, einer exklusiven Wohnanlage für die Serienstars von "Wonderful Intrigues". Wie der Name der Serie erahnen lässt, gibt es dort jede Menge Intrigen, aber auch im echten Leben außerhalb des Sets gibt es genug hinterhältige Machenschaften. Als die Stars der Serie Wynter und Nord für PR-Zwecke eine Beziehung eingehen sollen, engagiert Wynter Elodie, die sie imitieren soll.

Die Fähigkeit des Imitierens fand ich äußerst faszinierend und irgendwie unheimlich zugleich. Wer will schon, dass jemand in seiner Gestalt herumläuft? Deshalb fand ich es gut, dass das Imitieren durch Elodies Einstellung dazu kritisch betrachtet wurde. Aber interessant blieb es: Woher kommt die Fähigkeit? Wer kann noch alles imitieren? Und viele weitere Fragen wie diese sind bei mir im Kopf herumgeschwebt.

Das war ein Punkt, an dem man als Leser:in stets munter mitraten und -rätseln konnte (und das hat richtig Spaß gemacht). Außerdem gab es noch mysteriöse Botschaften, von jemandem, der Elodies Geheimnis kannte und ihr drohte. In der Geschichte machen sich alle und niemand verdächtig und bei jeder Szene hat man einen neuen Charakter im Visier. Bis zum Ende bin ich nicht hinter das Geheimnis gelangt. Andere Theorien von mir haben sich aber sogar als richtig erwiesen, doch das Finale konnte mich dennoch in einigen Punkten noch überraschen.

Neben der Spannung, kamen auch die Gefühle nicht zu kurz. Es gibt eine süße Annäherung zwischen Elodie/Wynter und Nord. Aber auch durch die anderen Charaktere kamen Emotionen in die Geschichte. Sei es durch die zickige, berühmte und eingebildete Wynter, durch den verzweifelten Ex-Freund Stian, der nicht aufgibt, Elodies kranke Schwester oder Tiffy, einen Nebencharakter, den ich ganz besonders lieb gewonnen (und trotzdem bis zum Schluss verdächtigt habe).

Die Geschichte habe ich mit einem sehr warmen Gefühl verlassen, auch wenn sie ganz anders geendet ist, als ich es mir am Anfang vorgestellt habe. Außerdem fand ich die Botschaft sehr schön, dass man ohne Maskerade/Verstellen am glücklichsten ist.

Fazit: Wieder einmal ein Buch aus der Feder von Evelyn Uebach, dass mit Intrigen täuscht, mit Wendungen überrascht und mit ein wenig Romantik das Herz erweicht. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen.

Bewertung vom 02.11.2020
Die Farbe von Glück
Bagus, Clara Maria

Die Farbe von Glück


gut

Sehr klug geschrieben, aber ohne Nähe

Meine Meinung: "Die Farbe von Glück" ist ein unglaublich kluger Roman. Mit weisen Worten erzählt Clara Maria Bagus eine Geschichte über drei Familien, deren Leben durch eine einzelne Fehlentscheidung für immer verändert wird. Nämlich als der Richter Jules seine Macht nutzt, um die Krankenschwester Charlotte zu zwingen, sein schwer krankes Kind gegen ein anderes Neugeborenes zu tauschen.

Clara Maria Bagus zeigt durch diese eine Entscheidung, durch die folgenden Entwicklungen, die Suche nach dem Sinn des Lebens auf. Zeigt, wie einzelne Entscheidungen einen selbst und andere betreffen und den Weg des Lebens verändern. Wie wichtig es ist, dass man Situationen akzeptiert. In sich selbst nachspürt, was man will und, was man braucht im Leben.

Alles ist unglaublich klug ausgearbeitet und beschrieben. Sprachlich auch sehr gewandt. Ich habe mir sehr viel Stellen markiert. Die Geschichte der verschiedenen Charaktere werden von einem allwissenden Erzähler geschildert, der detailliert auf jede einzelnen Entscheidung und jeden einzelnen Gedankengang eingeht. Man taucht tief in die Seele der Protagonist:innen ein. Nur leider haben mich diese Emotionen, so tief, so umfassend sie auch waren, nie vermocht mich zu berühren. Meine Seele zu finden. Es wurde zu distanziert erzählt für meinen Geschmack.

Außerdem gab es leider zwei Stellen, an denen ich mich gestört habe. Die gleichzeitig bedeutend für die Geschichte waren. Zum einen den Tausch der Neugeborenen, die sich schon nach der Geburt so deutlich voneinander unterschieden. Ich habe es als sehr unrealistisch empfunden, dass die Auswechselung nicht direkt entdeckt wurde. Zum anderen gab es zum Schluss als Auflösung eine Entwicklung, die ich nicht spoilern möchte, aber die ich ebenfalls als etwas unglaubwürdig wahrgenommen habe.

Fazit: Clara Maria Bagus erzählt mit klugen Worten und bis ins kleinste Detail über das Streben nach Glück und die Suche nach dem Sinn des Lebens ihrer Charaktere. Die innere Reise geht bis ins Tiefste der Seele. Nur konnte mich die beschriebenen Emotionen nie erreichen. Für mich war nicht genug Nähe zu den Protagonist:innen da.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.10.2020
Hate Notes
Keeland, Vi;Ward, Penelope

Hate Notes


ausgezeichnet

Romantische, lustige & tiefgründige Liebesgeschichte

Meine Meinung: Romane von Vi Keeland habe ich schon einige gelesen und viele ins Herz geschlossen. Nun war ich gespannt auf ihre gemeinsame Arbeit mit Penelope Ward und ich kann sagen, dass hier eine tolle Zusammenarbeit geschehen ist. Ich stelle mir eine Autoren-Zusammenarbeit immer schwierig vor, aber die beiden haben eine wundervolle Geschichte in einem leichten und lockeren Schreibstil erschaffen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, denn die Charaktere sind einem von Anfang an sympathisch. Man lernt zuerst die weibliche Protagonistin Charlotte kennen. Sie ist spontan, lebensfroh, manchmal ein wenig verrückt und sieht (fast) immer das Positive in ihrem Leben. Alles beginnt, als Charlotte in einem Hochzeitskleid, das sie im Tausch für ihr eigenes erstanden hat, einen blauen Notizzettel findet. Der Verfasser, Reed Eastwood, entfacht ihren Glauben an die wahre Liebe erneut, nachdem ihr Ex-Verlobter ihr diesen genommen hatte. Sie sucht nach diesem Romantiker und wird, durch eine Verkettung von Zufällen, als Assistentin seiner Familie eingestellt.

Doch Reed stellt sich als verschlossen heraus. Versteckt hinter seiner selbsterrichteten Mauer, die Charlotte immer wieder zum Einsturz bringen möchte. Es entsteht eine absolut süße und witzige Neckerei zwischen den beiden - samt den sogenannten "Hate Notes". Man merkt sofort, dass die Anziehung zwischen Charlotte und Reed extrem hoch ist und anders als der Klappentext andeutet, war Reed für mich ein Mensch mit weicher Schale und weichem Kern, der sich lediglich mit seiner größten Angst konfrontiert sieht. Er ist liebevoll, aufopfernd für seine Liebsten und hat ein großes Herz.

Aber Reed versteckt auch ein trauriges Geheimnis, weswegen er Charlotte eigentlich auf Abstand halten möchte. Seine Hintergrundgeschichte, aber auch Charlottes haben der Geschichte in den richtigen Momenten Tiefgründigkeit verliehen und mich sehr berührt. Besonders Charlotte zeigt uns Leser*innen, dass eine Situation immer abhängig von der eigenen Einstellung dazu ist und das empfand ich als eine sehr schöne Botschaft.

Fazit: "Hate Notes" war meine Premiere für ein Buch gemeinsam von Vi Keeland und Penelope Ward und ich bin begeistert. In einem locker leichten Schreibstil erzählen die beiden Autorinnen gemeinsam eine Geschichte, die humorvoll, romantisch und an den richtigen Stellen tiefgründig ist. Charlotte und Reed sind Charaktere, die keine Klischees erfüllen möchten und einem direkt sympathisch sind. Dieses Buch wird definitiv nicht mein letztes von dem Autorenduo sein!

Bewertung vom 17.10.2020
Celestial City - Jahr 1 / Akademie der Engel Bd.1
Stone, Leia

Celestial City - Jahr 1 / Akademie der Engel Bd.1


sehr gut

Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht

Meine Meinung: Engel gegen Dämonen. Tainted gegen Fallen Academy. Die Geschichte aus "Celestial City - Akademie der Engel" hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Der Einstieg war mir dann aber doch etwas zu viel. In den ersten Kapiteln wurde wahnsinnig viel erklärt, wie Engel und Dämonen auf die Erde kamen und diese Fantasywelt entstand. Im meinem Kopf herrschte Chaos, aber zum Glück ist auch schnell wieder Ruhe eingekehrt.

In meinem Kopf wohlgesagt und garantiert nicht in der Geschichte. Brielle wird als erste dämonenhörige Schülerin in der Fallen Academy aufgenommen. Sie ist eine Celestial, eins der mächtigsten Wesen ihrer Welt, doch mit schwarzen Flügeln. So etwas hat es noch nie gegeben. Brielle muss schnell lernen, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen kann, denn ihr Leben und das ihrer Freunde steht auf dem Spiel.

In der Geschichte geht es dabei Zack auf Zack. An der Fallen Academy lernt man jeden Tag neue, interessante Fakten dazu und schon an der nächsten Ecke lauert ein Dämon, bereit zum Angriff. Es ist stets spannend geblieben und hundert gelesene Seiten sind wie im Flug an mir vorbeigezogen.

Und dann gibt es auch noch Lincoln, den mürrischen, aber hinreißenden Ausbilder von Brielle. Anfänglich können sich die beiden Protagonisten überhaupt nicht ausstehen. Ärgern sich, bringen blöde Sprüche und zeigen ihre Abneigung ganz offen heraus. Aber schnell entwickelt sich eine große Anziehung und es knistert gewaltig.

Brielle selbst zeigt sich selbstbewusst, kämpferisch, mutig und opfert alles für ihre Liebsten und im Beisein von Lincoln kommt ihr Humor und ihre Schlagfertigkeit voll zur Geltung. Als Gegenstück empfand ich ihre beste Freundin Shea an vielen Stellen als zu anstrengend und derb. Ansonsten hat Leia Stone interessante und diverse Nebencharaktere geschaffen, auch wenn die Geschichte auf der anderen Seite nicht ganz ohne Klischees auskommt.

Für mich bleibt ein bisschen Luft nach oben in der Geschichte, aber trotzdem ist das erste Jahr in der Fallen Academy ein gelungener Auftakt und ich freue mich jetzt schon auf Band 2 im nächsten Frühjahr!

Fazit: Es war spannend, es knisterte und an jeder Ecke gab es eine neue, interessante Entdeckung in dieser fantasievollen Welt von Celestial City. Ein Nebencharakter empfand ich als zu anstrengend und an manchen Stellen war die Geschichte etwas klischeebehaftet, aber dennoch freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung. Ich bin gespannt, was mich im nächsten Band der Reihe erwartet, ein wenig Luft nach oben gibt es noch.

Bewertung vom 11.10.2020
Arastrea
Zwetsch, Lilly C.

Arastrea


ausgezeichnet

Noch mehr tolle und spannende Blickwinkel und Facetten von Arastrea

Meine Meinung: Nachdem man im ersten Band der Reihe die ersten Schritte in der Welt von Arastrea gewandelt war und Arina auf ihrem harten Weg begleitet hatte, durfte man im zweiten Teil der Tetralogie noch tiefer in diese Fantasywelt eintauchen und noch mehr Facetten kennenlernen. Zusätzlich entwickelt sich die Geschichte immer spannender weiter, sodass mir "Arastrea - Die Schlacht der Völker" noch besser gefallen hat als der Vorgänger.

Der große Kampf um Arastrea steht zu Beginn des Buches kurz bevor. Die Protagonistin Arina und ihre Mitkämpfer*innen brechen alle getrennt von einander auf, um Verbündete aus der ganzen Welt von Arastrea zusammenzusammeln. So erlebt man die Welt aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, da jede*r Protagonist*in eine eigene Geschichte erzählt.

Bei den Reisen jedes Einzelnen gibt es so viel zu entdecken. Es gibt alte Bekannte, neue Gesichter und Unterstützer, mit denen man nie gerechnet hatte. Man lernt neue, interessante Ecken des Landes kennen und betrachtet bekannte Reiche aus anderen Blickwinkeln, zum Beispiel den magischen Wisperwald.

Auch den Protagonist*innen selbst kommt man näher. Arina konnte man im ersten Teil schon sehr gut kennenlernen, da sie die Geschichte fast allein erzählt hatte. "Die Schlacht der Völker" gibt einem nun die Gelegenheit in die Gefühlswelt und die Lebensgeschichte der anderen Charaktere einzutauchen. Da viele von ihnen alte Seelen sind, gibt es dabei viele interessante Vergangenheiten zu entdecken.

Doch auch die Gegenwart bleibt spannend. Jeder Charakter trifft bei seiner Suche auf Herausforderungen, Kämpfe und gefährliche Aufgaben. Stets das Ende der Welt im Nacken und den Schattenkönig, der bereits seine Finger nach den tapferen Protagonist*innen ausstreckt. Der häufige Perspektivenwechsel hält die Spannung dabei durchgehend hoch - bis zum großen Finale. Das Ende fühlt sich an, als wären alle Feinde besiegt. Da es aber erst die Hälfte der Reihe war, bin ich gespannt, was mich im nächsten Band "Arastrea - Der Pfad des Lebens" erwarten wird.

Fazit: Der zweite Teil der Arastrea-Reihe "Die Schlacht der Völker" konnte mich noch mehr für sich begeistern als der erste Band. Die vielen Erzähler*innen geben einem die Möglichkeit, noch mehr und noch tiefer in die Welt von Arastrea einzutauchen und Phantastisches zu entdecken. Die Geschichte spitzt sich im Verlauf immer mehr zu und wird immer spannender. Ich bin jetzt schon sehr auf den dritten Teil gespannt!

Bewertung: 4,5 Sterne

Bewertung vom 11.10.2020
Meine dunkle Vanessa
Russell, Kate Elizabeth

Meine dunkle Vanessa


ausgezeichnet

Eindringlich, erschreckend und ergreifend

Meine Meinung: "Meine dunkle Vanessa" ist ein Buch, bei dem man schon im Voraus weiß, dass es einen schockieren wird. Dann liest man dieses Buch und es haut einen bei jedem Kapitel, jeder Seite von neuem um. Es ist eine unglaublich gute Geschichte, komplex und umfassend ausgearbeitet, wenn man sich auf das Thema einlässt und dafür "bereit ist".

Denn "Meine dunkle Vanessa" ist nichts für seichte Gemüter. Es geht, wie auch schon im Klappentext deutlich erkennbar, um psychischen und körperlichen Missbrauch von Minderjährigen. Man verfolgt beim Lesen die Geschichte von Vanessa. einem 15-Jährigen Mädchen, die eine Beziehung mit ihrem 45 Jahre alten Lehrer führt. 17 Jahre später sieht sie sich mit der Frage konfrontiert, ob es wirklich Liebe oder doch Missbrauch war.

Die Geschichte wird von Vanessa selbst aus der Ich-Perspektive erzählt. Immer im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Kate Elizabeth Russell schafft dabei ein facettenreiches Bild von der Gefühlswelt ihrer Protagonistin. Wir Leser*innen tauchen tief in eine Welt zwischen jugendlicher Schwärmerei, Abhängigkeit und Grooming ein. Wir sehen die Zweifel und die Ängste von Vanessa, aber auch das Gefühl, begehrt, geliebt und vergöttert zu werden. Wir spüren die unterschwellige Wut über das Geschehene und die Manipulation, die aber nie ganz an die Oberfläche dringen kann.

Die Geschichte von Vanessa geht einem von Anfang bis Ende extrem nah. Sie dringt unter die Haut, ist intensiv, erdrückend, ergreifend und eindringlich. Der Schluss ist offen gehalten und zeigt damit, dass man mit dieser Vergangenheit nie komplett abschließen kann und man diese Last ein Leben lang mit sich trägt.

Fazit: Kate Elizabeth Russell hat mit "Meine dunkle Vanessa" einen Roman geschaffen, der einen wichtigen Beitrag zur #metoo-Debatte leistet. Das Thema ist extrem düster, aber differenziert und umfassend ausgearbeitet. Es geht einem sehr nahe, ist intensiv und eindringlich. Für mich ist dieses Buch daher absolut empfehlenswert, aber man sollte sich vorher über die Thematik bewusst sein.