Benutzername: coffee2go
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Bewertungen

Insgesamt 128 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2017
Liebe wird überschätzt
Parrella, Valeria

Liebe wird überschätzt


gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Valeria Parrella hat acht Erzählungen über die Liebe (und andere menschliche Geschichten) in diesem Sammelband zusammengefügt. So unterschiedlich wie Liebe nun einmal sein kann, so unterschiedlich sind auch die Kurzgeschichten: Es geht um körperliche Liebe, die Liebe zu den eigenen Kindern, der Liebe zum Leben usw.

Meine Meinung:
Ich lese zwischendurch immer wieder mal gerne Kurzgeschichten und das Thema sowie die auffällige und künstlerische Covergestaltung haben mich sofort angesprochen. Mir fällt es schwer, das Buch als Gesamtes zu bewerten, da mich die Geschichten wirklich extrem unterschiedlich angesprochen haben oder auch nicht. Besonders gefallen haben mir „Liebe wird überschätzt“, in der die Mutter schon seit Ewigkeiten einen Liebhaber hat und glaubt, dass ihre Familie dies nicht bemerkt und dann von ihrer Tochter im Teenageralter die Augen geöffnet bekommt. Die Erzählung „Behave“ hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Es wird thematisiert, wie unterschiedlich Elternteile mit der Behinderung ihres Sohnes umgehen und auch, dass die Behinderung viel mehr für die anderen ein Thema ist und vielleicht vom Betroffenen in der Geschichte nicht so als Einschränkung oder Problem betrachtet wird. Hingegen hat mir „99/99/9999“ über das lebenslängliche Leben in Gefangenschaft nicht so gefallen. „Das Kastell“ war mir mit nur zwei Seiten keine richtige Geschichte, in die ich mich einfinden hätte können, da es zu kurz und oberflächlich war. Daher waren die Erzählungen nicht nur aufgrund der Länge und der Thematik, sondern auch aufgrund der Tiefe oder Oberflächlichkeit extrem unterschiedlich.

Mein Fazit:
Ein paar spannende Denkansätze über die Liebe. Der Untertitel (und andere menschliche Geschichten) wird am Cover nicht erwähnt, dadurch hatte ich einen falschen Eindruck darüber, in welche Richtung die Geschichten gehen werden. Hätte ich besser gefunden, dies auch am Cover oder in der Inhaltsangabe anzuführen.

Bewertung vom 07.07.2017
Nothing Like Us (eBook, ePUB)
Ocker, Kim Nina

Nothing Like Us (eBook, ePUB)


sehr gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Lena ist 19 und darf ihr Praktikum in einem noblen 5-Sterne-Hotel in New York absolvieren. Dort trifft sie auf Sander, den reichen zukünftigen Erben der Hotelkette, der sich ihr zuerst nicht zu erkennen gibt. Mit der Zeit entwickelt sich mehr zwischen den Beiden, aber ein paar Geheimnisse stehen zwischen ihnen.

Meine Meinung zum Buch:
Die Autorin schreibt mit einer Leichtigkeit, dass man das Gefühlsleben und das Knistern zwischen Lena und Sander richtig gut spüren kann. Auch wenn man schon erahnen kann, in welche Richtung sich die Beziehung der Beiden entwickeln wird, ist es trotzdem schön zu lesen und kurzweilig. Nebenbei lernt man auch ein paar nette Plätzchen in New York kennen und das Cover ist sowieso ein Eyecatcher und hat mich auf Anhieb angesprochen.

Mein Fazit:
„Nothing like us“ ist ein lockerer, leichter Sommerroman, der perfekt für schöne Lesestunden in der Urlaubszeit passt.

Bewertung vom 06.07.2017
Die unbekannte Schwester / Carlotta Fiore Bd.3
Prammer, Theresa

Die unbekannte Schwester / Carlotta Fiore Bd.3


sehr gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Carlotta Fiore, ehemalige Kaufhausdetektivin und nun offiziell Ermittlerin bei der Wiener Polizei und das, obwohl sie ihre Ausbildung abgebrochen hat. Ihre KollegInnen im Büro verhalten sich ihr gegenüber ablehnend, sie wird geduldet und mit Konrad Fürst, der nach schwerer Krankheit wieder in den Polizeidienst einsteigt, zu Vorträgen verdonnert. Carlotta und Fürst halten sich an keine Vorschriften und ermitteln eigenständig am Tod eines Journalisten, bis sie selbst in größter Gefahr schweben.

Meine Meinung zum Buch:
Mir haben der Schreibstil der Autorin und das miteinander verwobene Bild der vielen Handlungsstränge sehr gut gefallen. Carlottas Privatleben und die Aufarbeitung ihrer Kindheit und ihrer psychischen Probleme nehmen in diesem Teil eine sehr große Rolle ein, dementsprechend kommt mir persönlich das Schicksal von Henriette, Fiores Tochter, zu kurz. Da sie unter mysteriösen Umständen verschwunden war, habe ich mir mehr erwartet, als dass sie einfach so wieder auftaucht. Konrads Geschichte finde ich auch noch nicht vollständig geklärt, hier hätte ich mir noch mehr Klarheit gewünscht. Ansonsten fand ich Carlottas persönliche Geschichte sehr interessant, ihre berufliche Arbeitsweise mag ich weniger. Sie arbeitet ständig in Alleingängen, entwendet Dinge von Tatorten und bringt sich und andere in Gefahr. Dass sie ohne abgeschlossene Ausbildung arbeiten darf, finde ich auch nicht ganz gerechtfertigt.
Am Ende des Buches hatte ich nicht das Gefühl, dass nun alles aufgeklärt und abgeschlossen ist, theoretisch wäre auch noch ein vierter Teil möglich.

Mein Fazit:
Ich würde unbedingt empfehlen, die ersten beiden Krimis mit Carlotta Fiori vorher zu lesen um die Familiengeschichte und die Zusammenhänge zu verstehen, ansonsten wird es etwas verwirrend.

Bewertung vom 30.06.2017
Tiefe Schuld / Toni Stieglitz Bd.2
Obermeier, Manuela

Tiefe Schuld / Toni Stieglitz Bd.2


sehr gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Zwei Teenager, die auf der Suche nach einem Cache sind, finden im Wald eine Frauenleiche. Nachdem die Tote Zeichen von älteren Misshandlungen aufweist, hat Kommissarin Toni Stieglitz, die selbst negative Erfahrungen mit ihrem Ex-Partner gemacht hat, sofort den Ehemann der Toten im Visier. Aber war es in diesem Fall auch wirklich der Ehemann oder ist Toni voreingenommen?

Meine Meinung:
Nachdem ich den ersten Teil schon gelesen habe, konnte ich mich sofort wieder in das Privatleben von Toni Stieglitz, die Misshandlungen durch ihren Exfreund Mike und auch den zarten Beginn einer neuen Beziehung zu Tom Mulder hineinversetzen. Wer den Vorgängerkrimi nicht kennt, braucht länger, da gewisse Rückblenden erst im Laufe der Geschichte vorkommen. Die Misshandlungen an der Toten haben Toni sofort an ihre eigenen Erfahrungen erinnert und sie konnte nicht mehr voreingenommen arbeiten. Gut gefallen hat mir hier der Zusammenhalt der KollegInnen untereinander und auch, dass sie sich gegenseitig gut im Blick haben und bemerken, wann jemand überfordert ist oder was zumutbar ist. Toni ist ja von sich aus ziemlich stur und erledigt ihre Angelegenheiten auch gerne im Alleingang oder indem sie nicht den rechtlichen Weg korrekt einhält. Lustig fand ich auch die Szene mit der Partneragentur, in der sich Toni zu Testzwecken angemeldet hat. Ansonsten finde ich es passend, dass es Toni beziehungstechnisch nun langsam angehen lässt, wie auch mit der Wohnungssuche. Die Aufklärung des Falles blieb auch bis fast ganz zum Schluss spannend und unvorhersehbar – man wurde als LeserIn von einem Verdächtigen zum nächsten gelenkt.


Mein Fazit:
Ich würde empfehlen, „Verletzung“ den ersten Teil der Krimiserie mit Toni Stieglitz als Kommissarin vorher zu lesen, da gewisse Hintergründe der Hauptcharaktere dann besser nachvollziehbar sind.

Bewertung vom 29.06.2017
Ana und Zak
Katcher, Brian

Ana und Zak


sehr gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Ana und Zak finden sich nach dem ersten Eindruck richtig unsympathisch: Ana scheint eine Streberin zu sein, die sich nur für sich selbst interessiert und Zak scheint faul in den Tag hinein zu leben und nichts wirklich ernst zu nehmen. Beim näheren Kennenlernen finden sie heraus, dass sie eigentlich mehr gemeinsam haben als sie zuerst angenommen haben.

Meine Meinung:
Das Buch lässt sich wirklich schnell lesen, da einerseits der Schreibstil locker und jugendlich ist und zusätzlich die Situationen aus zwei Sichtweisen (von Ana und Zak) geschildert werden. Ana hat mir als Charakter sehr gut gefallen, weil bei ihr im Laufe des Buches eine Wandlung sichtbar war. Zuerst hat sie sich komplett dem Willen ihrer Eltern untergeordnet und sich keinen Spaß im Leben gegönnt, aber die Zeit, die sie mit Zak verbracht hat, hat ihr sehr gut getan, sodass sie selbstbewusster geworden ist. Ihr Hobby Bogenschießen finde ich sowieso cool, scheint auch wieder ein kleiner Trendsport zu sein, zumindest in den Jugendbüchern. Zak war auch sehr sympathisch, auch schon zu Beginn mit all seinen Fehlern und hinter der coolen Fassade umso mehr.

Mein Fazit:
Der Roman lebt von zwei wirklich sympathischen Charakteren, Ana und Zak, die beide innerhalb von wenigen Tagen eine riesige Veränderung durchmachen und auch vom Schauplatz: Comic-Convention.

Bewertung vom 27.06.2017
Teufelskälte / Kommissar Tommy Bergmann Bd.2
Sveen, Gard

Teufelskälte / Kommissar Tommy Bergmann Bd.2


ausgezeichnet

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Tommy und Susanne ermitteln in einem Fall, der bei Tommy sofort Erinnerungen weckt an ein Verbrechen, das etwa zwanzig Jahre zurückliegt. Da der damals Verurteilte noch im Gefängnis ist, kommen ernste Bedenken auf, ob damals der Richtige gefunden und eingesperrt wurde.


Meine Meinung:
Den ersten Teil der Krimireihe mit Tommy Bergmann habe ich leider noch nicht gelesen, er war für das Verständnis aber auch nicht Voraussetzung, da Teufelskälte ein in sich abgeschlossener Krimi ist. Gelungen finde ich die Rückblende zu Tommys erstem Fall, bei dem er an einen Tatort mit einer Leiche in Berührung gekommen ist und die Verknüpfung zu seinem aktuellen Fall fast zwanzig Jahre später. Bei Tommy erkennt man auch gut, wie er sich als Mensch verändert hat – durch seinen Beruf, durch seine Erfahrungen. Von seiner Ehefrau wurde er aufgrund seiner Gewalttätigkeit ihr gegenüber verlassen, auch dies hat ihn stark geprägt.
Susanne hat mir als Charakter insofern gut gefallen, da sie wie so viele Frauen und Mütter auch, darum kämpfen muss ihr Berufsleben und ihr Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Wenn sie Überstunden macht, hat sie das Gefühl ihre Tochter zu vernachlässigen und wenn sie nicht flexibel ist, wird sie in ihrem Beruf nicht ernst genommen – ein Spagat, den sehr viele Frauen, vor allem alleinerziehende Mütter, zu bewältigen versuchen. Die Tragödie, dass sie während eines Schusswechsels im Dienst aus Versehen ihren Partner erschossen hat, erschwert ihr den beruflichen Aufstieg auch massiv.

Mein Fazit:
Den vorigen Krimi mit Tommy Bergmann habe ich leider noch nicht gelesen, werde dies jetzt aber bald nachholen. Habe das Gefühl, dass ich ansonsten einen spannenden Krimi versäume.

Bewertung vom 26.06.2017
Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8
Löhnig, Inge

Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8


ausgezeichnet

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Kommissar Konstantin Dühnfort versucht den Mord an der seit zwei Jahren verschwundenen Veronika aufzuklären als ihm ein aktueller Vermisstenfall mit zu vielen zufälligen Parallelen nicht mehr loslässt. Er ist auf verschiedenen Ebenen dem Täter schon ziemlich nahe, aber kommt er rechtzeitig auf die heiße Spur, um Anette noch lebendig vorzufinden? Seine Frau Gina versucht in der Zwischenzeit einen Cold Case, den Tino damals nicht lösen konnte, aufzuklären, da sie aufgrund ihrer Schwangerschaft nur Büroarbeit verrichten darf.

Meine Meinung zum Buch:
Nachdem ich schon die Vorgänger-Krimis mit Konstantin Dühnfort und Gina gelesen habe, war ich nun auch gespannt, wie es privat mit dem frisch verheirateten Paar weitergeht. Die Schilderung von Ginas Schwangerschaft finde ich sehr spannend und auch, dass nicht immer alles nach Plan läuft und sie vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie ihr Kind mit Trisomie 21 bekommen wollen oder nicht, hat mich mitfiebern lassen und ich habe wirklich gehofft, dass sie sich so entscheiden. Ich hoffe, dass wir im nächsten Krimi erfahren, welche Bereicherung ein Kind mit Behinderungen in die Familie bringen kann.
Der Kriminalfall aus der Vergangenheit mit der verschwundenen Veronika war auch sehr emotional, obwohl ihre Eltern alles andere als Emotionen gezeigt haben. Grausam, in welcher Familie Kinder aufwachsen müssen, auch wenn es nach außen hin den Schein macht, dass es dem Kind an nichts fehlt. Schlimm fand ich auch, dass niemand eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat nachdem Veronika auch telefonisch nicht mehr erreichbar war, obwohl Eltern, Freunde, Tante vorhanden sind und zumindest sporadischen Kontakt zu ihr hatten. Zeitgleich macht Tino die Suche nach der verschwundenen Anette Kopfzerbrechen, vor allem nachdem er immer mehr Parallelen zu Veronikas Verschwinden zieht. Die Ermittlungsarbeit ist durchgehend spannend geschildert und am Ende kommt noch einmal richtig Spannung auf.
Gina hingegen muss sich seit der Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft mit Cold Cases beschäftigen und darf nicht einmal einfache Zeugenbefragungen selbst durchführen. Ihre berufliche Seite ist meiner Meinung nach in diesem Krimi zu kurz gekommen, das einzige Highlight war, dass sie einen ungelösten Fall von Tino noch einmal aufrollen darf. Wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass dies zuhause mehr Spannungen und Redebedarf verursachen würde.

Mein Fazit:
Ich freue mich schon auf den nächsten Kriminalroman mit Tino und Gina und hoffe, dass Gina dort einen größeren Part einnehmen wird.

Bewertung vom 26.06.2017
Kleine Lügen erhalten die Familie
Weber, Katia

Kleine Lügen erhalten die Familie


sehr gut

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Franziska ist frisch getrennt von Michael mit dem sie drei gemeinsame Kinder hat und gleichzeitig hat sie auch schon wieder eine Affäre mit ihm, wobei das niemand wissen sollte. Ihre Mutter Brunhilde war in ihrer Jugend auch kein Kind von Traurigkeit und hat der Familie nicht nur verschwiegen, wer Franzis Vater ist, sondern auch, dass sie damals mit ihrem Partner in Villen eingebrochen und diese ausgeraubt hat. Franzis drei Kinder versuchen auch kleinere und größere Fehltritte zu vertuschen, wobei sogar der Familienhund zuerst zum Drogendieb und dann entführt wird.

Meine Meinung zum Buch:
Der Roman ist locker und witzig geschrieben, die Kapitel sind relativ kurz und übersichtlich, sodass man schnell in die Geschichte hineinfinden, aber diese auch leicht unterbrechen kann. Die einzelnen Handlungsstränge wirken zuerst unzusammenhängend, werden aber mit der Zeit verknüpfter als man zuerst angenommen hat. Manche von den „kleinen“ Lügen sind gar nicht so klein und entwickeln bald eine gewisse Eigendynamik, die nicht mehr zu bremsen ist, sodass die Geheimnisse schlussendlich allesamt geklärt werden. Alle Charaktere wirken für sich sympathisch und unterschiedlich, im Gesamtbild ergibt sich allerdings eine liebenswerte und bunte Mischung, die den Roman kurzweilig und lesenswert macht. Das Cover finde ich auch wirklich gut gelungen, es ist ein wahrer Hingucker und zudem eine optische Aufwertung des Buches.

Mein Fazit:
„Kleine Lügen erhalten die Familie“ ist ein leichter und humorvoller Sommerroman über die kleinen und größeren Geheimnisse innerhalb der Familie.

Bewertung vom 16.06.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


ausgezeichnet

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Vor 20 Jahren ist die 13jährige Tessa auf dem Nachhauseweg von ihrer Freundin spurlos verschwunden und die erfolglosen Ermittlungen wurden eingestellt. Nun nehmen die beiden Cold Case Ermittler Marta und Gabe, die beruflich selbst auf dem Abstellgleis angelangt sind, die Suche nach Tessa und vier weiteren Toten, bei denen sie einen Zusammenhang vermuten, wieder auf.

Meine Meinung zum Buch:
Der Schreibstil ist sehr kurzweilig und der Thriller ist durchgehend spannend, obwohl für mich die überraschende Wende am Schluss nicht ganz so unerwartet kam. Ich hatte schon länger den Verdacht, dass sich die Suche nach Tessa in diese Richtung entwickeln könnte. Die beiden Cold Case Ermittler Marta und Gabe, die gegen ihre eigenen Dämonen und gegen ihren beruflichen Untergang kämpfen, haben mir als Charaktere sehr gut gefallen. Marta hätte meiner Meinung nach als Person noch etwas emotionaler und menschlicher dargestellt werden können, z.B. indem sie auch als Privatperson mit ihrer Tochter beschrieben würde und nicht nur im beruflichen Kontext, dann hätte sie mir noch besser gefallen. Ansonsten war der Thriller zwar oberflächlich betrachtet eher ruhig, aber die menschlichen Grausamkeiten dahinter sind nicht zu verachten. Gerade diese Spannung zwischen den Taten und zwischen den Zeilen hat das Buch für mich interessant und lesenswert gemacht.

Mein Fazit:
Ich kann den Thriller als Katzenbach-Fan nur weiterempfehlen, aber auch für jene, die gerne die Spannung zwischen den eigenen Geschehnissen spüren und selbst mitdenken und mitfiebern wollen, ist er genau der Richtige.

Bewertung vom 06.06.2017
Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1
Gallert, Peter; Reiter, Jörg

Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1


ausgezeichnet

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Ein Polizist will sich von der Rheinbrücke stürzen und kann von Polizeiseelsorger Martin Bauer gerade noch gerettet werden. Stunden später wird der Polizist trotzdem tot vor einem Parkhaus gefunden. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Selbstmord aussieht, könnte aber auch ein raffinierter Mord gewesen sein.

Meine Meinung zum Buch:
An diesem Kriminalroman hat mir einerseits sehr gut gefallen, dass er aus Sicht eines Polizeiseelsorgers geschrieben wurde, das war für mich eine neue Perspektive und zweitens, dass er sehr von den starken Charakteren getragen wird. Martin Bauer hat mir als Polizeiseelsorger und als Mensch sehr gut gefallen, er ist authentisch mit Stärken und auch Schwächen. Der Spagat zwischen der Sorge um seine Mitmenschen und der Sorge um seine eigene Familie fällt ihm nicht leicht und er hat sich häufig in zwiegespaltenen Situationen wiedergefunden. Seine Frau hat in gewissem Ausmaß Verständnis für seinen Beruf, aber wenn die eigene Tochter ins Spiel kommt, dann hat diese für sie verständlicherweise höchste Priorität. Gelungen finde ich auch, dass Bauer nicht voreingenommen und überzeugt davon ist, selbst immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern dass er selbst auch mit sich und seinen Handlungen und den daraus resultierenden Konsequenzen hadert.
Man merkt, dass die beiden Autoren auch TV-Drehbücher schreiben und auch diesen Kriminalroman könnte ich mir sehr gut als Verfilmung vorstellen.

Mein Fazit:
Ich kann „Glaube, Liebe, Tod“ an Krimifans uneingeschränkt weiterempfehlen – der Krimi hat Kinopotenzial!