Benutzername: gaby2707
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Bewertungen

Insgesamt 255 Bewertungen
Bewertung vom 20.07.2017
Mordsleben. Ostfrieslandkrimi
Busch, Ulrike

Mordsleben. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Schauspielerin und Buchautorin Leonie Altinga, 75, ist nach langen Jahren im Ausland in ihren Heimatort Greetsiel zurück gezogen. Hier hat sie vor vielen Jahren ihre Tochter, ihren Mann und einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens verloren. Gerade als sie ihren monatlich stattfindenden Literatursalon, bei dem heute ihre Autobiografie besprochen werden soll, vorbereiten will, fliegen ihr zwei Kugeln um die Ohren. Aber in Greetsiel passiert gerade noch viel mehr, was die Kommissare Fenna Stern und Tammo Anders auf den Plan rufen.

Ich mag den angenehm leichten Schreibstil von Ulrike Busch. Ihre Personen beschreibt sie lebensnah, authentisch und gut vorstellbar. Die Hauptperson dieser Geschichte, Leonie Altinga, weckt bei mir zwiespältige Gefühle. Einerseits nerven die Starallüren der alternden Diva, andererseits tut sie mir wegen ihrer erlittenen Schicksalsschläge auch leid.

„Mordsleben“ ist ein Krimi, bei dem ich wieder mit ermitteln und mit rätseln konnte. Gut gesetzte Akzente hatten bald für mich einen Täter bereit – aber der war´s nicht. Durch unerwartete Wendungen ergeben sich immer wieder neue Ansätze. Doch das Ende kam für mich mehr als unerwartet.

Wer Spannung und eine gute Geschichte sucht, sich in einem kleinen ostfriesischen Fischerdorf heimisch fühlen möchte, der ist hier genau richtig. Wieder ein Beispiel, dass ein guter Krimi kein großes Blutvergießen braucht.

Bewertung vom 16.07.2017
Mörderisches Lipperland
Jaschinski, Christian

Mörderisches Lipperland


ausgezeichnet

Mörderisches Lipperland – darunter hatte ich mir, wie bei vielen anderen Krimibüchern mit Freizeittipps aus dem gmeiner Verlag eine Vielzahl von Kurzkrimis von verschiedenen Autoren vorgestellt. Aber hier führt mich Christian Jaschinski selbst an all die mörderischen und interessanten Stellen des ehemaligen Fürstentums Lippe. Elf Krimis zu einer Story verwoben – hat mir sehr gut gefallen.
Auf den ersten Seiten erhalte ich einen kleinen Einblick über die geografische Lage und den historischen Verlauf des Lipper Landes. Die Fotos auf der angegebenen Internetseite machen schon vorab Lust auf diese kleine, bemerkenswerte Stelle in Deutschland. Vor jedem neuen Fall wird der Ort oder die Stadt näher vorgestellt. Auch die „bekannten Kinder“ der Stadt werden erwähnt.

Tara Wolf, eine Richterin, die an ihrem Hochzeitstag in der Kirche ihren Mann Angus Buchanan durch einen feigen Anschlag verloren hat, spielt hier die Hauptrolle. Zusammen mit einem Freund, den ich, da er ein großer Jonny Cash und Western Fan ist, gleich gemocht habe, sucht sie nach dem Attentäter. Außerdem bin ich dabei, wie sie einen Golfkurs absolviert und an einer Oldtimerralley teilnimmt.
Der eingestreute Kurzkrimi zum selber basteln hat mir auch sehr gut gefallen.

Ein Freizeitführer durchs Lipper Land der etwas anderen, aber sehr guten Art. Mich hat er angeregt, diesen Flecken Deutschlands endlich auch einmal zu besuchen.

Bewertung vom 15.07.2017
Fritzi Klitschmüller Bd.1
Sabbag, Britta

Fritzi Klitschmüller Bd.1


ausgezeichnet

Fritzi Klitschmüllers 9. Geburtstag rückt immer näher und sie wünscht sich nichts weiter als ein rotes Skateboard. Als sie anstatt dessen ein Prinzessinnenkleid bekommt, muss ein geheimer Geheimplan zu Beschaffung eines Skateboards her. Ob und wie Fritzi das schafft - lest selbst.

Dies ist das erste Kinderbuch, das ich von Britta Sabbag lese. In einem wunderbar leichtem kindlichen Schreibstil erzählt sie die Geschichte von Fritzi, ihren Eltern, ihrem Bruder Kai, von Tante Beate "Bolle" und Cousine Shakira und von Fritzi´s neuem Freund Thies. Herrliche Sprüche aus Kindermund "Tom Hengst" und vor allem die niedlichen Illustrationen von Stefanie Messing machen das Buch zu einem richtigen Lesegenuss.

Die Leseprobe im Anhang zum 2. Band dieser Reihe macht Lust, auch hier mal rein zulesen.

Ein leicht spannendes und sehr gut unterhaltendes Buch nicht nur für kleine Mädchen.

Bewertung vom 13.07.2017
Ein Laden, der Glück verkauft
Hoffman, Beth

Ein Laden, der Glück verkauft


ausgezeichnet

Theodora Grace Overman genannt „Teddi“ setzt sich gegen alle Widerstände durch und eröffnet endlich ihren eigenen Antiquitätenladen in Charleston, South Carolina. Auf ihrer elterlichen Farm in Kentucky hat sie es nicht ausgehalten und die Schreibmaschine, die ihr ihre Mutter zum 18. Geburtstag geschenkt hat und die ihr den Weg zu einem gut bezahlten Job ebnen sollte, ignoriert. Was sie immer mit sich herum trägt, ist die Sorge um ihren kleinen Bruder Josh, der eines Tages das Haus verlassen hat und nicht zurück gekommen ist. Sie ist sich auch nach vielem Jahren sicher, dass er noch irgendwo in den Schluchten ihrer Heimat lebt…

Beth Hoffman zieht mich mit ihrer Geschichte in eine nicht ganz einfach Familiengeschichte hinein. In Rückblicken, die sich Teddi immer wieder gönnt, lerne ich sehr viel über sie und ihre Familie kennen. Teddi und ihre Mutter haben keinen guten Draht zueinander. Und gerade, als sich das zu ändern scheint, stirbt ihre Mum. Ich hatte ein schönes Bild vor Augen von den beiden dickköpfigen so unterschiedlichen Frauen, wie sie zusammen an einer Brücke bauen – jede von ihrer Seite aus. Aber auch von den anderen Personen, die hier ihren Platz haben, habe ich eine klare Vorstellung, da sie lebendig und lebensecht gezeichnet sind. Besonders gefällt mir da Teddis Freundin Olivia und deren Mutter Lorna, die leider nur eine kleine Rolle spielt.

Schön finde ich auch die Beschreibungen rund um die Farm der Overmans in Kentucky. Die Tiere, mit denen sich Josh sehr verbunden fühlt, aber auch die Beschreibungen der Gegend haben mir sehr gut gefallen. Und es gibt eine Stelle, da habe ich ein paar Tränchen verdrückt. Lest selbst – ihr werdet sie bestimmt finden.

Die Emotionen und Gefühle, die diese Geschichte beherrschen, versteht es die Autorin sehr gut zu vermitteln. Die Nostalgie, die Teddi befällt, wenn sie an ihre Jugend mit Josh zurück denkt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die subtile Spannung, die Teddi hier und da hinterlässt, geben der Geschichte sogar etwas spannendes.

Ein wunderbarer Familienroman in einer wunderschönen Gegend, der mir sehr schöne Lesestunden beschert hat.

Bewertung vom 13.07.2017
Ein geschenkter Tag - 2016

Ein geschenkter Tag - 2016


ausgezeichnet

„Ein geschenkter Tag“ aus dem 3.0 Verlag ist dem 29. Februar 2016 gewidmet. Brina Stein hat hier 23 Autorinnen und Autoren mit ihren Geschichten und Gedanken zu diesem Tag gesammelt und in dieser Anthologie herausgegeben.

Ich lese von der kleine Lena, die noch mal einen wunderschönen Tag im Tierpark erlebt, bevor sie der Engel, wie angekündigt, holt; wie sich die Autorin Fragen über die Zeit stellt; über Thomas, der in den Mauern eine Theaters verschwindet; Mina, an dem geschenkten Tag um ihr Leben kämpft; für den einen die Welt still steht, für den anderen sich die Gelassenheit breit macht und es geht um Horsti, der nur alle 4 Jahre Geburtstag feiert. Einige Gedichte runden die Gedankensammlung ab.
Die Geschichte „Der Grund zum Feiern“ von Dörte Müller gefällt mir hier ganz besonders gut.

Ich hatte keine Ahnung, was mir dieses Buch bringen würde. Ich wurde positiv überrascht.
Ich habe geschmunzelt, war nachdenklich. Das Buch schafft es, eine ganze Palette von Gefühlen in mir wachzurufen.

Es ist kein Buch, das man mal schnell nebenher liest. Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann es seine ganze Vielfalt ausbreiten.

Bewertung vom 13.07.2017
Schluss mit Muss
Mairhofer, Tanja

Schluss mit Muss


sehr gut

Jeder von uns hat so seine Vorstellungen, wie etwas sein sollte oder sein müsste. Tanja Mairhofer bringt mich mit ihren Gedanken zum einen zum Schmunzeln und zum anderen zum Nachdenken. Auf 224 Seiten erfahre ich in 35 unterteilten Kapiteln ihr Denken über das Muttersein, die Karriereanforderungen, über das Altern und vor allem den Haushalt. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern offen und witzig dargestellt, lese ich, was von außen von uns erwartet wird. Das berühmte: Du musst mal wieder…

Perfektionismus ist nicht out. Aber ich muss nicht jeden Tag die Kalkflecken am Wasserhahn abwischen, muss nicht alle 3 Tage meine Fenster putzen. Und wenn ich kein Yoga machen oder in die Walkinggruppe gehen will, dann lasse ich es einfach. Die Zeit kann ich nun sehr gut für mich selbst nutzen. Zum Beispiel zum Lesen solcher Bücher.

Die abnehmbaren Sprüche vom Einband finde ich klasse. Ein paar liegen hier an manchen Stellen zum Drandenken parat.

Ein witziger, manchmal etwas zynischer, alles in allem aber sehr unterhaltender Antiratgeber, der mir ein paar unterhaltsame Stunden beschert hat. Bestens als Geschenk für einen Perfektionisten geeignet.

Bewertung vom 09.07.2017
Todeshaff / Emma Klar Bd.2
Peters, Katharina

Todeshaff / Emma Klar Bd.2


ausgezeichnet

Nach „Todesstrand“ ist dies der zweite Auftrag, bei dem ich mit der verdeckten Ermittlerin Emma Klar auf Spuren- und Tätersuche gehen darf. Ich finde, dieses Buch kann man auch ohne den ersten Fall zu kennen lesen. Es macht aber Sinn, wenn man gerade Emma Klar, die immer noch mit den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat, besser kennen- und verstehen lernen will.
In diesem Fall wird sie auf den gerade aus der Haft entlassenen Christoph Klausen angesetzt. Er steht in Verbindung mit 2 ehemaligen Lehrern des Jugendhofs Sternau, die beide tot im Salzhaff gefunden wurden.

Ich mag die Figur der Emma Klar sehr, da sie mit ihren unkonventionellen Ermittlungen manchmal auch an die Grenze zur Legalität stößt. Mit ihrem manchmal etwas leichtsinnigen Handeln bringt sie sich immer wieder selbst in Gefahr – so auch hier.
Aber auch die anderen Personen in dieser Geschichte sind so interessant und vielschichtig ausgearbeitet, dass es richtig Spaß gemacht hat , sie mir vorzustellen.

Der Fall führt zurück in die Vorgänge in der ehemaligen DDR und ich war schockiert zu lesen, wie man damals in diesen Jugendhöfen mit jungen Menschen, die nicht so ganz angepasst waren, umgegangen ist. Dass sich da Hass und Rachsucht irgendwann ihren Weg bahnen war schon fast abzusehen.

Die Spannung ist konstant hoch und ich bin gerade bei den Mutmaßungen zur Spurenfindung zwischen Emma und Florian direkt mittendrin. Man liest aber auch hier wieder, dass die Ermittlungen oft eine richtige Siyphusarbeit bedeuten. Und es hat mir wieder viel Lesespaß gebracht, mit zu rätseln und mit zu fiebern.

Ein interessanter spannender Fall hat mir spannende Lesestunden beschert. Und bei den leisen unterschwelligen Andeutungen freue ich mich schon auf den nächsten Auftrag für Emma Klar.

Bewertung vom 08.07.2017
Ich will brav sein
Weiss, Clara

Ich will brav sein


sehr gut

Die junge Studentin Julietta „Juli“ Schindler zieht mit ihren wenigen Habseligkeiten von Berlin an die Isar und findet sehr schnell ein WG-Zimmer in der Rabenstraße Nr. 11. Hier lebt sie bei der aufstrebenden Schauspielerin Greta Brandstätter und deren Freund Gregor. Dann findet Juli auf dem Dachboden nicht nur eine Kinderzeichnung sondern auch noch eine Leiche.
Ist aus der aufkeimenden Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen Hass geworden? Und wenn ja, warum? Was hat Greta mit Juli vor?
Fragen über Fragen, die sich mir schon in der ersten Hälfte des Buches stellen.

Mir gefällt schon das Cover sehr gut. Eine Tür, die wohl zum Speicher führt, und die Türme der Frauenkirche verraten, dass die Geschichte in München angesiedelt ist. Durch den Klappenumschlag wirkt das Buch gleich sehr wertig.

War mir die Hauptperson Juli, von deren Leben ich im Laufe der Geschichte immer mehr erfahre, anfangs recht sympathisch, hat sich das beim Lesen hier und da geändert. Ich konnte den Gedanken der jungen Frau nicht immer folgen, sie kam mir sprunghaft, manchmal forsch, aber auch ängstlich und wirr vor. Vielleicht lag es aber auch an den für mich viel zu vielen Hinweisen und Andeutungen, bei denen ich nicht wusste, ob sie für die Lösung des „Falles“ vielleicht relevant sein würden. Da ich absolut keine Idee hatte, in welche Richtung es geht, kam ich erst relativ spät in die Geschichte rein. Jetzt, wo ich das Ende kenne, werden viele kleine Hinweise, die ich nicht einordnen konnte, zu einem großen Ganzen. Und ich merke, dass ich mich hier und da etwas verrannt habe bzw. mich habe täuschen lassen, was ich aber als eher positiv sehe.

Der leicht, sehr angenehme Schreibstil von Clara Weiss hat mich gut unterhalten. Eine unterschwellige Spannung ist ab fast der ersten Seite da und hält sich bis zum Schluss.

Juli wird sehr gut in Szene gesetzt und auch Greta konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die anderen Personen, die hier agieren, blieben für mich etwas blass. Ich hätte z.B. von Herrn Hofreiter gerne noch mehr erfahren.

Ich habe einen gut durchdachten Psychokrimi gelesen, der mich aber erst in der zweiten Hälfte richtig eingefangen hat. Als sich die Wendungen und Verstrickungen aufgelöst haben, war ich mit dem Ausgang der Geschichte, der mich nicht mehr überrascht hat, doch noch zufrieden.

Bewertung vom 30.06.2017
Mein Blumengarten
Schacht, Mascha

Mein Blumengarten


ausgezeichnet

Als ich „Mein Blumengarten“ von Mascha Schacht endlich von der Post abgeholt hatte, war ich auf den ersten Blick begeistert. Der sehr wertige Einband und die tollen Farben des Covers haben mich gleich in Beschlag genommen.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dies nicht nur ein einfacher Gartenratgeber ist. Nein, dieses Buch vermittelt sehr gekonnt das Gefühl für den Garten als Lebensgefühl und Glück. Die vielen wunderschönen Fotos tragen das ihre dazu bei.
Der Blumengarten von A - Z gleich am Anfang des Buches macht es mir leicht, schnell genau die Blumen oder Pflanzen zu finden, nach denen ich gerade suche.
Vom schnellen Blumengarten aus dem Tütchen über den Blumengarten, der mir jahrelang treu bleibt, dem Blumengarten, der die Natur in die Stadt bringt zu dem Blumengarten für Balkon und Terrasse – immer ist auch für mich etwas dabei, was mich inspiriert. Ich lese von den verschiedenen Bodenbeschaffenheiten, vom Licht oder schatten, den die Pflanzen brauchen, von der Gartenplanung, vom schneiden und davon, wie ich das ganze Jahr eine Blütenpracht in meinen Garten zaubern kann.
Gleich nachher werde ich mich hinsetzen und ein „Gartenutensilo“ basteln, in dem ich alles verstauen kann, was ich an Kleingeräten für meinen Garten brauche.
Den Hauptteil des Buches nehmen natürlich die Blumen und Sträucher ein. Aber auch auf die Gestaltung des Gartens wird mehrseitig eingegangen. Der Pflanzenschutz und eine To-Do-Liste für das ganze Jahr runden dieses tolle Gartenbuch ab.
Ich fühle mich in diesem Gartenratgeber, der ohne erhobenen Zeigefinger so viele Möglichkeiten der Gartengestaltung aufzeigt, sehr wohl. Nicht nur Gartel-Anfänger, sondern auch Fortgeschrittene finden hier immer wieder neue Anregungen. Er bekommt in meinem Bücherschrank im Wintergarten einen Ehrenplatz.

Bewertung vom 29.06.2017
Wiener Totenlieder / Carlotta Fiore Bd.1
Prammer, Theresa

Wiener Totenlieder / Carlotta Fiore Bd.1


gut

Tenor Wilhelm Neumann hat gleich seinen großen Auftritt als Monostratos aus Mozarts Zauberflöte. Doch der Auftritt soll sein letzter sein. Von einer Metallplatte seines Kostüms in den Rücken getroffen, stürzt er tot in der Orchestergraben.
Dies ist schon der zweite Todesfall an der Wiener Oper. Und es hört nicht auf. Ist hier ein Serienmörder unterwegs? Will er der Oper schaden? Wer wird der nächste sein?
Hannes Fischer von der Kripo in Wien bittet den Ex-Kommissar Konrad Fürst und die Kaufhausdetektivin Carlotta Fiore sich als Statisten einzuschleusen und so den Fall zu lösen.

Ich habe „Die unbekannte Schwester“ den 3. Fall aus dieser Serie bereits gelesen und musste, da er mir sehr gut gefallen hat, natürlich auch die ersten beiden Bücher lesen. Leider hat mich dieses Debüt nicht vom Hocker gerissen.
Ein Mörder in der Wiener Oper – mal was anderes. Carlotta, die Tochter einer berühmten Operndiva, ist in die Welt der Oper hineingewachsen, kennt sich hier aus und begegnet Menschen aus ihrer Vergangenheit. Hier soll sie „ermitteln“. Die junge Frau, die ständig nach Alkohol sucht und säuft, mit ihren Problemen andere nervt und mit sich nicht im Reinen ist, soll einen Serienkiller dingfest machen. Sie selbst rutsch von einer Katastrophe in die andere. Nur gut, dass sie Konrad Fürst an ihrer Seite hat, der mir schon hier sehr gut gefällt. Er ist der Ruhigere von den Beiden und gleicht manches aus. Wobei auch sein Vorleben nicht einfach oder geradeaus ist. Die beiden sind jedenfalls für eine Überraschung gut.
Die weiteren Protagonisten sind natürlich und lebensecht gezeichnet und ich hatte bald ein klares Bild der Oper und ihrer Akteure im Kopf.
Ich hatte mir den gerühmten Wiener Schmäh gewünscht, etwas mehr Lokalkolorit, ein bisserl vom Charme und Flair dieser Stadt, die ich sehr mag. Leider Fehlanzeige.
Dafür bekomme ich einige Mordfälle, einen Mordanschlag auf Carlotta und eine sensationelle Erkenntnis geliefert, die die beiden Ermittler betrifft.
Die Spannung springt für mich etwas unkontrolliert von einem Strang zum anderen. Vielleicht wäre es für den Erstling besser gewesen, sich auf die Mordserie zu konzentrieren. So kam es für mich zu einigen Ungereimtheiten, manches war für mich zu konstruiert und somit unglaubwürdig. Trotzdem alles löst sich zum Schluss nachvollziehbar auf.

Wenn dies mein erstes Buch der Autorin gewesen wäre, wäre es bestimmt auch mein letztes gewesen. Da ich aber gelesen habe, dass sie mit Sprache sehr gut umgehen kann, mich trotz einiger Kritikpunkte gefesselt hat und ich den Werdegang von Lotta und Konrad und auch Hannes weiter verfolgen möchte, freue ich mich nun erst mal auf Band 2. und weitere Fälle, die die drei vielleicht lösen werden.