Benutzername: gaby2707
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Insgesamt 232 Bewertungen
Bewertung vom 22.05.2017
Ich will so bleiben, wie ich war
Bittl, Monika

Ich will so bleiben, wie ich war


sehr gut

Ich bin zwar schon lange Ü60, aber nachdem ich „Ich hatte mich jünger in Erinnerung“ gelesen hatte, war nun „Ich will so bleiben wie ich war – Glücks-Push-Up für die Frau ab 40“ dran. Ich habe es nicht bereut, dass ich auch hier wieder zugegriffen habe.
Auf 256 Seiten bekomme ich einen bunten Mix aus Alltäglichem, viele interessante Kleinigkeiten und Zitate, die ich einerseits zum Schmunzeln finde, die aber auch eine bedeutsame Wahrheit in sich tragen. Studien und Statistiken, in denen ich mich hier und da, wenn auch nicht gar so krass, wieder erkenne, andernorts Gott sei Dank (noch) nicht angekommen bin oder dort auch gar nicht hinwill. Eine dauergrantelnde Zwiderwurzen zu werden ist nicht mein Ziel und mein Geld für unnütze Cremes und Pülverchen aus dem Fenster zu schmeißen auch nicht. Vielmehr will ich, wie hier oft empfohlen mit Humor und entspannt, dem Alter weiter entgegen gehen.
Interessant finde ich z.B., dass Kinder weder glücklich noch unglücklich machen. Dabei würde ich meine Beiden für nichts in der Welt wieder her geben. Dass es in Bhutan einen Glücksminister gibt und dort glücklich sein verordnet wird, weiß ich nun auch.
Älterwerden bringt aber auch Vorteile, wie ich nun weiß. Mit dem Nein-sagen habe ich schon vor einiger Zeit schon mal angefangen und dass das Loslassen im Alter einfacher wird, habe ich auch schon festgestellt. Den Mut, immer alles gerade heraus zu sagen und keine Ausreden mehr zu gebrauchen, habe ich bisher hier und da noch nicht. Aber ich bin ja noch lernfähig. Den Satz „Ich möchte euch nicht die miese Stimmung verderben“ werde ich mir auf alle Fälle merken – köstlich.

Ich habe ein amüsantes, humorvolles Buch gelesen, das nicht als Ratgeber verstanden werden will, aus dem ich trotzdem den ein oder anderen Tipp mit in den Alltag nehmen werde. Die Mischung macht dieses Buch so interessant und lesenswert und bekommt meine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 17.05.2017
Björn Freitag - Smart Cooking
Freitag, Björn

Björn Freitag - Smart Cooking


ausgezeichnet

Meine Tochter hat das neue Kochbuch von Björn Freitag geschenkt bekommen und ich musste natürlich gleich darin stöbern.

Was mir gleich aufgefallen ist, sind die immer wieder vorkommenden "exotischen" Zutaten. Ich habe bestimmt keine Reisblätter, keinen Kokosessig und keine Teriyakisauce in meiner Küche. Andererseits klingen die Speisen so verlockend, dass ich vielleicht versuchen werde, die Zutaten, die ich nicht da habe, durch andere zu ersetzen. Ich bin gespannt, ob die Gerichte bei mir auf dem Teller dann auch so lecker aussehen, wie hier im Buch von Hubertus Schüler fotografiert.

Die pochierten Eier auf Blattspinat und Toast mit Senfhollandaise hat meine Tochter schon gemacht und sie waren sehr lecker.

Auch die Grundrezepte lesen sich leicht zum nachkochen. Wobei ich ganz bestimmt keine Nudeln selber machen werde. An Pesto und Pizzateig, den ich bisher auch noch nicht selbst gemacht habe, werde ich nun mal wagen. Besonders und gut finde ich, dass hier auch die Kochutensilien angegeben sind.

Für mich persönlich sind die Fisch- und Meeresfrüchte-Rezepte sehr interessant. Bei allem anderen lasse ich meiner Tochter den Vorrang.

Mein Fazit:
Ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Kochbuch mit leicht nachzukochenden Gerichten, die nicht viele Zutaten brauchen und sehr schnell gehen. Eine Bereicherung für jede Küche!

Bewertung vom 13.05.2017
Deathline - Ewig dein
Clark, Janet

Deathline - Ewig dein


ausgezeichnet

Josie O´Leary ist 16, die Schulferien beginnen und sie freut sich auf ein paar Tage Auszeit mit ihren Freunden Dana und Gabriel. Beim Stadtfest in Angels Keep begegnet ihr beim Bullenreiter ein junger Mann mit grünen Augen – und sie ist fasziniert.
Zusammen mit ihrem Bruder Patrick und ihrem Vater lebt sie auf einer Pferderanch. Ihre Mutter ist bei einem Unfall vor einem Jahr ums Lebens gekommen. Macht ihr Vater einen Greeny dafür verantwortlich? Oder warum ist er nicht begeistert, als der junge Jowama Ray, der Josie den Kopf verdreht hat, auf der Ranch anheuert. Josie ist hin und weg, ahnt aber nicht, dass der Sommer alles andere als entspannt werden wird. Noch ahnt sie nichts von Rays Geheimnis.
Als es dann in Angels Keep und auch auf der Farm zu mysteriösen Zwischenfällen kommt, häufen sich die Fragen nach dem Warum…

Janet Clark´s Bücher habe ich bisher alle verschlungen und war nun sehr gespannt auf den ersten Band der neuen Jugendbuchreihe „Ewig Dein – Deathline“. Obwohl ich Ü60 bin, habe ich es nicht bereut mal wieder ein Jugendbuch gelesen zu haben. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten freue ich mich jetzt sogar auf Band 2.

Josie hat sich mit ihrer zupackenden Art sofort in mein Herz geschlichen. Ein Mädel wie sie hätte bestimmt jede Mutter gerne als Tochter. Als sie Ray kennenlernt und sich in sie verliebt, fand ich es sehr traurig, dass sie keine Mutter mehr hat, mit der sie über ihre erste Liebe reden kann. Aber sie hat ja zwei ganz tolle Freunde an ihrer Seite. Dana und Gabriel, die füreinander durch´s Feuer gehen würden und die immer füreinander da sind – wie die drei Musketiere. Als die Köchin der Ranch ausfällt, springen die Beiden sofort ein und nehmen Josie einiges von ihrer Last ab.

Als mit dem sehr gut aussehenden Ray, der mir anfangs zu unnahbar und geheimnisvoll war, etwas Mystik und Übersinnliches in die Geschichte kam, hat sich bei mir immer wieder mal der Verstand gemeldet - „das kann so nicht sein“. Aber im Laufe des Lesens bin ich immer besser in die Gesamtgeschichte hinein gekommen und habe mich auch auf das Übersinnliche einlassen können, bis es irgendwann einfach „normal“ war. Von Ray´s Geheimnis war ich dann doch sehr überrascht und gespannt, wo das wohl sowohl für ihn als auch für Josie hinführt.

Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und ich habe mich einfach hinein ziehen lassen. Obwohl einige Fragen offen bleiben – sie werden bestimmt in Band 2 gelöst werden – hat sich das meiste für mich schlüssig aufgelöst und erklärt.

Wer ein märchenhafte Geschichte mit sehr realistischem Touch lesen mag, der ist hier genau richtig. Spannung, Mystik, eine Liebesgeschichte und eine Pferderanch – Janet Clark lässt besonders für junge Leser keine Wünsche offen. Ich freue mich schon sehr auf Band 2 um zu erfahren, wie es mit Josie, ihren Freunden und in Angels Keep weiter geht!

Bewertung vom 13.05.2017
Mord in Cork
Schmid, Ursula

Mord in Cork


ausgezeichnet

Hauptkommissar Michel Tischler aus Nürnberg besucht im Rahmen des deutsch-irischen Austauschprogrammes seinen Kollegen und Freund Daniel Cerigh in Cork. Gleich am ersten Tag gibt es für Cerigh und Tischler den ersten Fall. Im Schloss Blackrock Castle wurde ein Toter gefunden. Als die Kommissare eintreffen ist die Leiche verschwunden und taucht plötzlich im Innenhof wieder auf. Wie kam sie dorthin? Schlag auf Schlag haben die Kommissare zu tun und es tun sich viele Fragen auf, die aber schnell gelöst werden können.
Warum wurde Victoria Delany in ihrem Hotelzimmer erschossen? Wohin und warum ist eine junge Frau nach einer Party verschwunden? Wer ist die junge Studentin, die erschossen auf dem Rasen am Campus liegt? Was hat es mit dem toten Boxer bei dem Charity-Boxkampf auf sich? Und warum mussten 2 junge russische Prostituierte sterben?
Und bei soviel aufregenden Fällen braucht man immer wieder ein Guinness.

Trotz der vielen aufzuklärenden Fälle haben Michael und Daniel Zeit, sich Land, Leute und Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Diese werden sehr anschaulich in kurzen Kapiteln direkt an den jeweils behandelten Fall beschrieben und erklärt. Ich bekomme einen kleinen Ausblick über die irische Geschichte, erfahre einiges über typisch irische Instrumente, über den Umgang der Iren mit dem Tod, über den Links- und Rechtsverkehr, über Ginster, Pubs und die dort zu bekommenden Getränke, die Piratin Grace O´Malley, irische Symbole und vieles mehr, und vor allem die irische Küche mit vielen Rezepten.

Ich fand es sehr interessant, nicht nur die vielen verschiedenen Fälle aufzuklären. Besonders haben mir die Einblicke ins irische Leben, die Getränkekultur und die Küche gefallen. Man merkt, dass die Autorin etliche Monate in diesem tollen Land gelebt hat, und sie versteht es, ihre Erfahrungen in diesem Buch auszudrücken.

Eine spannende Lektüre mit 17 verschiedenen Kriminalfällen, die gleichzeitig Lust macht, Irland und im besonderen Cork einmal zu besuchen. Beim Lesen war ich sehr gerne dort.

Bewertung vom 12.05.2017
Das Haus der schönen Dinge
Rehn, Heidi

Das Haus der schönen Dinge


ausgezeichnet

Für den jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl und seine schöne Frau Thea geht im Mai 1897 ein Traum in Erfüllung. Sie eröffnen ihr eigenes Kaufhaus in München am Rindermarkt. Ein Haus voller ausgesuchter und nicht alltäglicher Waren erwartet täglich die Kundschaft. Die Konkurrenz schläft nicht, kommt jedoch an den Einfallsreichtum besonders von Thea nicht heran. Da die beiden Söhne Benno und Joseph sich nicht für das Führen eines solchen Hauses eignen oder andere Pläne haben, sich Tochter Lilith aber von klein an für das Haus der schönen Dige begeistert, übernimmt sie 1920 die Leitung des Hauses. Die Familie, besonders Jakob, der sich zuerst als Münchner, dann als Bayer und erst dann als Jude betrachtete, muss in den Kriegsjahren erkennen, dass dies nicht so ist. Zum Leidwesen aller wenden sich nicht nur gut Freunde von der Familie ab, sondern auch die Kundschaft greift nur noch zu, wenn es etwas umsonst oder zu plündern gibt...

Heidi Rehn hat, was mir sehr gut gefällt, die Sprache absolut der Zeit angepasst. Wer kennt heute noch Galanteriewaren oder lebt unter dem Dachjuchhe. Ein ausführliches Glossar am Ende des Buches erklärt die damaligen Begriffe. So werde ich hineingezogen in eine Zeit vor 120 Jahren, in die Geschichte einer jüdischen Familie, die so oder so ähnlich bestimmt irgendwo stattgefunden hat. Ich erlebe den glanzvollen Aufstieg, aber auch den Niedergang einer Familie, die ich bald ins Herz geschlossen habe.

Mir als Münchnerin gefällt es besonders, wenn ich bei den Spaziergängen von Jakob oder Lily dabei bin und vieles in meiner Stadt wiedererkenne. Ich fühle mich so richtig zuhause in der Geschichte. Das Kaufhaus Beck z.B. gibt es heute noch. Auf einem kleinen Stadtplan auf der hinteren Umschlagseite sehe ich die Anordnung der konkurrierenden Kaufhäuser zu der damaligen Zeit. Leider nimmt auch die unrühmliche Zeit unserer Geschichte einen großen Teil der Geschichte in Anspruch. Fast höre ich das Gestampfe der strammen SS-Recken auf dem Pflaster vor dem Kaufhaus, höre die großen Scheiben zerbersten. Die Familie Hirschvogl muss um ihre Existenz bangen.

Die Personen sind alle sehr gut ausgearbeitet, haben ihre großen und kleinen Macken, Fehler und Stärken, wirken authentisch und lebensecht. Ich habe meine Sympathien und Antipathien schnell vergeben, aber auch mal revidieren müssen.

Das Haus der schönen Dinge ist ein gelungener Roman über eine Familie in drei Generationen zwischen 1897 und 1952; eine unterhaltsame, spannende, emotionale Familiengeschichte, die ich jedem ans Herz legen möchte.

Bewertung vom 09.05.2017
Mordskuss / Kripo Greetsiel Bd.2
Busch, Ulrike

Mordskuss / Kripo Greetsiel Bd.2


ausgezeichnet

Bei einem Strandspaziergang in Pilsum, Ostfriesland, stößt ein Paar aus dem Ruhrgebiet hinter dem Leuchtturm auf eine tote junge Frau. Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel nehmen die Ermittlungen auf. Die attraktive junge Frau wurde mit einem Gürtel mit einer ganz besonderen Gürtelschnalle erdrosselt. Auf ihrer Stirn hat der Mörder in leuchtendem Rot einen Kussmund hinterlassen. Hat dieses Zeichen eine Bedeutung? Als bald darauf eine zweite junge Frau mit den gleichen Merkmalen tot in ihrem Bett gefunden wird, fragen sich die Kommissare: Ist hier ein Serienmörder am Werk?

Nach „Tod am Deich“ ist dies der zweite Fall für Tammo Anders und Fenna Stern, den ich gelesen habe. So leicht beschwingt mit kleinen Zickereien, wie die Geschichte anfängt, so spannend geht sie gleich weiter und bleicht so bis zum Schluss. Ich lerne die verschiedenen Gäste der Pension „Friesenliebe“ kennen. Auch hier herrscht nicht nur eitel Sonnenschein zwischen den Damen und Herren, die sich über die gleichlautende Internetplattform kennengelernt haben und sich hier in zwei Wochen näher kommen wollen – oder auch nicht.

Die Ermittlungen gestalten sich nach den beiden weiblichen Todesfällen eher schwierig, da viele in Motiv hätten, aber keine Beweise zu finden sind. Ich selbst hatte bald einen Täter ermittelt – nur der war es dann doch nicht. Das Mitfiebern bei der Suche nach dem Täter und das mitermitteln hat mir auch diesmal wieder richtig Spaß gemacht. Langeweile kam zu keinem Zeitpunkt auf. Eher im Gegenteil: ich musste mich zwingen, das Buch auch mal weg zu legen.
Sehr schön finde ich, dass sich Fenna sehr gut im Kommissariat eingegliedert hat und sich wohlzufühlen scheint. Und es knistert heftig zwischen ihr und Tammo. Ganz im Gegenteil zu den Bewohnern der Friesenliebe.

Super finde ich auch, dass Hark, einer der „Jungs“ aus der Rentnergang von Onkel Frido hier zusammen mit seiner Freundin Edith eine Gastrolle bekommen hat.
Die bildhafte und farbenfrohe Schreibweise von Ulrike Busch haben meinem Kopfkino wieder Höchstleistungen abgerungen. Ich war immer mittendrin und voll dabei, konnte mir die Protagonisten sehr gut vorstellen und hätte gerne ein Stück leckeren Kuchen aus dem Gartencafe abbekommen. Auch meine Lust auf Ostfriesland wurde wieder angestachelt.

Ein spannender, ungewöhnlicher Fall, interessante Protagonisten mit Ecken und Kanten und ein, im Vergleich zu vielen anderen Kommissaren der Krimiszene „normales“ Ermittlerteam, das ich sehr mag, haben das Lesen wieder zu einem Genuss werden lassen. Leider sind die Seiten viel zu schnell verflogen. Aber ich hoffe auf weitere Fälle für Tammo und Fenna.

Absolut lesenswert!

Bewertung vom 07.05.2017
Gefahr am Baumhaus
Stroot, Anja

Gefahr am Baumhaus


ausgezeichnet

Sofort nach dem Fußballspiel, das Felix und seine Mannschaft mit 3:0 gewonnen haben, geht es auf in Richtung Reiterhof, wo Felix auch diese Ferien mit seinen Freunden Ben, Jacky, Gundula und Leona verbringen wird. Diesmal wollen sie zelten und kommen dann auf die Idee, ein Baumhaus zu bauen. Schnell haben sie einen Plan gezeichnet und das nötige Material herbei geschafft. Dann aber begegnen sie einer Gefahr mit der sie nicht gerechnet haben. Und ein neues Abenteuer für die Münsterland-Detektive beginnt.

Das kunterbunte Cover des Buches läd die Kinder regelrecht ein zu lesen oder sich vorlesen zu lassen.
Auch diesmal ist es Anja Stroot sofort gelungen, den kleinen Mann, mit dem ich das Buch gelesen habe, zu fesseln. In ihrer kindgerechten und trotzdem spannenden Sprache erzählt sie von Freundschaft, Zusammenhalt, dem Umgang mit den Pferden (so dass sogar ich noch etwas lernen kann) und dem Umgang miteinander. Wieder haben die Freunde ein neues Abenteuer zu bestehen, wo man mitfiebern und im Anschluss an den Text auch nochmal mit raten kann. Die kleinen Zeichnungen von Kristin Pottmeier fehlen auch diesmal nicht und lockern die Geschichte gekonnt auf.

Im Anschluss können unsere jüngsten Leser ihre Detektivprüfung ablegen, ein Lesezeichen basteln und sich in Geheimschrift versuchen.

Unser kleiner Nachbarsbub hatte riesigen Spaß bei der Geschichte und ich denke, den werden alle anderen kleinen Leseratten auch haben.

Bewertung vom 06.05.2017
Der Gärtner war's nicht!
Kruse, Tatjana

Der Gärtner war's nicht!


ausgezeichnet

Die K&K-Schwestern Konny und Kriemhild haben von ihrer Lieblingstante Barbara, die mit 102 verstorben ist ein Haus geerbt, aus der sie, da sie ja von etwas leben müssen, eine Bed & Breakfast-Pension gemacht. Zusammen mit ihnen lebt der Gärtner und Mann für Alles Friedrich-Maximilian Hirsch, der nur seinen Aufsitzrasenmäher braucht um glücklich zu sein, von den Beiden, respektvoll mit Herr Hirsch angesprochen, in diesem Haus. Und natürlich der Nacktkater Amenhotep, Konnys ein und alles. Turbulent wird es, als die Band Cordt mit ihren 5 Mitgliedern im Haus einchecken. Dazu noch Dr. Holger Bettenberg; Klaus, ein früher Bekannter von Konny und Luigi, der Geldeintreiber. Als dann der junge Bandleader Leon Cordt einem Verbrechen – oder war es ein Unfall? - zum Opfer fällt, gerät nicht nur das Leben der Schwestern fast aus den Fugen.

Außergewöhnliche, etwas schräge Protagonisten mit ihren Stärken, Fehlern und Schwächen haben mein Kopfkino gleich zu Beginn ans Laufen bekommen. Besonders die Schwestern Konny und Kriemhild haben sich bald in mein Herz geschlichen, obwohl die Beiden sehr unterschiedlich sind. Konny, klein und rund, mit ihrer lebensbejahenden Art, die als selbstständige Journalistin nie einen Pfennig für´s Alter auf die Seite gelegt hatte und jetzt mit ihrer Kolumne als Kummerkasten-Konny etwas dazu verdient. Kriemhild, groß und hager, die mit ihrem Kommodore alt werden wollte, der nur viel zu früh verstarb und sie sich jetzt um das leibliche Wohl der wenigen Gäste der Pension kümmert. Aber auch Amenhotep, der Kater, der sich wie es scheint, als Chef fühlt und am liebsten auf den Gesichtern von Damen ruht. Und natürlich Herr Hirsch mit seiner Aphasie, der zu spektakulären Wortschöpfungen neigt. Ich liebe sie alle.

Der Humor und die Situationskomik nehmen in dieser Geschichte neben der kriminellen Handlung einen großen Raum ein. Die Sprüche gerade von Konny sind einzigartig und passen immer auf den Punkt. Ich hatte die meiste Zeit beim Lesen die Mundwinkel nach oben gezogen. Aber auch die Ermittlungen, die die beiden Damen anstellen, können sich sehen lassen. Erst ganz zum Schluss wird klar, wer der wirkliche Täter ist.

Wer von Blut, Mord und Totschlag lesen will, der ist hier verkehrt. Wer sich aber auf einen humorigen Kriminalfall mit ungewöhnlichen Personen einlassen will, der sollte hier sofort zugreifen.

Bewertung vom 06.05.2017
Mörderjagd mit Inselblick / Ostfriesen-Krimi Bd.4
Franke, Christiane; Kuhnert, Cornelia

Mörderjagd mit Inselblick / Ostfriesen-Krimi Bd.4


ausgezeichnet

Rosa Moll bringt sich im Veranstaltungskomitee für die Literaturtage in Neuharlingersiel und Umgebung ein. Als der Literaturkritiker Robert Goldbach bei einem Gespräch mit ihr verstirbt, am folgenden Tag der Autor Alexander Paulssen das zeitliche segnet und dann auch noch die Literaturkritikerin Gesche Anders tot aufgefunden wird, vibriert Rosas Nase und sie wittert mal wiede ein Verbrechen...

Auch in diesem Ostfriesland-Krimi nehmen mich die beiden Autorinnen wieder mit an die schöne Küste der Nordsee und diesmal auch auf die Inseln Norderney, Wangerooge und Spiekerooge. Die spärlich gesäten Beschreibungen der Landschaft klingen trotzdem so interessant, dass ich Lust bekomme, mal wieder dort Urlub zu machen.

Die Geschichte selbst, die sich diesmal um Autoren, ihre Agenten und um Literaturkritiker dreht, ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut und so mit friesischem Humor gespickt, dass sich meine Mundwinkel immer wieder nach oben gezogen haben. Ausserdem habe ich schon eine freundschaftliche Verbindung zu Rosa Moll, die auch einen Roman schreibt, Polizist Rudi Bakker und Postbote Henner Steffens mit seinen Eltern und seinen 8 Schwestern aufgebaut. Es war auch diesmal toll mit ihnen am Tisch zu sitzen und Pannfisch zu essen. Von den Rezepten, die im Anhang an die Geschichte aufgelistet sind,werde ich bestimmt das ein oder andere ausprobieren. Mal schmecken, ob mir die Gerichte genau so gut gelingt, wie Mama Steffens. Ich bin gespannt, ob Dörte sich ihre Liebe zu Henner aus dem Kopf schlagen kann. Ich finde es einfach nur köstlich, wie Henner so unbedarf und schon fast naiv auf ihre Anmachversuche reagiert. Kriminaloberkommissar Schnepel hat es auch in dieser Geschichte nicht geschafft, seinen unsympathischen Eindruck, den ich von ihm habe, wett zu machen. Er ist und bleibt ein Ekel. Ich hoffe, sein Chef KHK Haueisen ist bald wieder genesen.

Es ist so schade, dass ich meine Freunde schon wieder verlassen muss. Aber ich bin mir sicher, dass Christiane Franke und Cornelia Kuhnert schon wieder an einem neuen Fall für Rosa und ihre Männer basteln.

Bewertung vom 26.04.2017
An der Ostsee sagt man nicht Amore
Jensen, Katharina

An der Ostsee sagt man nicht Amore


sehr gut

Anne Glawe hat erst vor ein paar Stunden ganz im Stillen ihre vermeintlich große Liebe Fabio Bartolini geheiratet, als sie auf ein Geheimnis ihres Mannes stößt, welches sie ausrasten lässt. Noch im Hochzeitskleid stürmt sie aus dem Haus, setzt sich in ihren knallroten Mini und sucht das Weite. Doch wo soll sie hin? Ihr fällt ein, dass sie in ihrer Jugend mal auf der Insel Rügen war und dies wird ihr erklärtes Ziel. Die erste Nacht verbringt sie am Strand und wird am nächsten Morgen auf einen Mann aufmerksam, der ihr bekannt vor kommt. Diesen Mann, Fritz Kliesow, hat sie seinerzeit, als sie mit einem Jugendlager auf der Insel war, als Kusstrainer missbraucht. Heute ist er ein stattlicher Mann, sieht sehr gut aus und ist soooo schweigsam. Seinen Eltern gehört ein kleines Ferienhaus, in welchem Anne erstmal Unterschlupf sucht...

Katharina Jensens Roman hat mich zum Lesen verführt, weil ich in diesem Jahr erstmals auf der Insel Rügen Ferien machen werde. Und nachdem ich das Buch gelesen habe, freue ich mich noch viel mehr darauf. Die Autorin beschreibt die Gegend und die Menschen in und um den kleinen Ort Zicker so farbenfroh und eindrucksvoll, dass ich mir jetzt schon ein klares Bild machen kann. Wenn ich mir Anne am Strand oder auf Fritz´ Boot vorstelle, meine ich das Meer und den Strandhafer rauschen zu hören und schmecke das Salz auf der Zunge.

Ihre Schreibweise lässt sich leicht und flott lesen. Die Geschichte fängt die Traurigkeit, die teilweise tiefe Verzweiflung und die Selbstzweifel der Protagonistin sehr gut ein. Es fehlt aber auch nicht an Humor und Ironie. Besonders gut herausgearbeitet finde ich die Verwandlung von Anne, die sich von einer, wie mir scheint, selbstverliebten Zicke zu einer bodenständigen jungen Frau, die sie wohl vor Fabio auch mal war, zurück verwandelt. Aber auch Fritz junior entpuppt sich mit der Zeit als ein Mann, auf den man sich blind verlassen kann und der es schafft, auch mal aus sich raus zu gehen. Schön zu lesen finde ich, wie die Beiden doch so total unterschiedlichen jungen Menschen zusammenfinden. Schade, dass im Laufe der Geschichte eine vermeintliche Freundschaft zu Ende geht. Aber lest selbst.  

Mir hat diese Sommer-, Strand- und Gute-Laune-Geschichte, die aber auch zum Nachdenken anregt, sehr gut gefallen. Vielleicht begegnen mir ja Anne oder Fritz demnächst sogar.