Benutzername: Hotel
Wohnort: Ostfriesland
Über mich:
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 08.05.2017
Das Panama-Erbe
Aernecke, Susanne

Das Panama-Erbe


sehr gut

Ein spannend erzählter Plot, toll und nachvollziehbar gezeichnete Charaktere, und die interessant beschriebene Umgebung zeichnen dieses Buch aus. Es gibt sicherlich noch mehr Autorinnen, die ebenso packend und wortgewaltig schreiben und beschreiben können. Aber nur sehr wenige können so gefühlvoll in die menschliche Seele blicken, sich in Menschen, ihre Sehnsüchte und Ängste hineinversetzen wie Susanne Aernecke.
Meist ist es ja so, dass der erste Teil toll ist, jeder nachfolgende etwas schwächer. Hier ist es nicht so, ganz im Gegenteil. Der erste Band hat mich schon sehr in seinen Bann gezogen, der zweite ist mindestens genauso gut, meiner Meinung nach sogar noch besser und zudem kann dieser "2te auch gut ohne den ersten Teil gelesen werden. Auch dieses Buch spielt wieder in der Karibik, welches wieder in blumenreicher Sprache beschrieben wird und Lust darauf macht, dieses bezaubernde Land und die besonderen Menschen dort selbst kennen zu lernen. Auch hier werden wieder viele verschiedene Geschichten aus der Vergangenheit erzählt, welche letztendlich zu einem gemeinsamen Ende und der Basis der Geschichte führen.
Die Romane von Susanne Aernecke sind wahre Zauberbücher, die einen immer wieder berühren. Und in diesem Buch ist nebenbei auch noch ein absolut spannende Familiengeschichte "untergebracht". Immer wieder findet der Leser auch Gedanken über einige zentrale Themen: Lügen sowie Vertrauen/Misstrauen und, dann die Frage wie viel Wahrheit der Mensch verträgt. Und verschwiegene Geheimnisse. Keine Ausreden oder Ausflüchte, keine kleinen Schwindeleien, sondern Dinge, deren Erinnerung das tägliche Leben beeinträchtigt, Die Geschichte öffnet die Augen für uns fremde Weltanschauungen, für eine schicksalsergebene Lebensweise mit traditionellen Mustern, die uns im Westen mittlerweile fremd sind, und sie öffnet die Augen für die bedingungslose Liebe, welche zwischen zwei Menschen dann entsteht, wenn Vertrauen geübt, gelebt und die Stärken des einen Menschen die mangelnden Fähigkeiten des anderen sinnvoll ergänzen.
An anderer Stelle zeigt Susanne Aernecke aber auch eine Person, welche die Wahrheit nicht sehen will.. Susanne Aernecke deckt ein breites Spektrum menschlichen Verhaltens ab. Allein deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach dieses Buch zu lesen.. Es ist spannend, die einzelnen Spannungsbögen werden toll aufgebaut. Dieser 2te Band, nach - TOCHTER DES DRACHENBAUMS - ist wieder ein ganz tolles, lebensbejahendes Buch über Liebe, Trauer, Familie, Freundschaft, verpackt in einen wunderbaren Roman.

Bewertung vom 02.04.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


sehr gut

Der Thriller ist auch so ganz und gar nicht typisch für dieses Genre und die Geschichte nimmt sehr langsam an Fahrt auf und nach dem fesselnden Prolog ebbt die Spannung erst einmal wieder etwas ab, nur um im Verlauf der Story kontinuierlich immer mehr anzuziehen, so dass man recht bald einen hochspannenden Thriller in Händen hält. Die Ermittlungen verlaufen in einige Richtungen, die Story ist wendungsreich erzählt und versehen mit einem eingängigen, unterhaltsamen Schreibstil und Charakteren, die facettenreich ausgearbeitet sind und lebendig und überzeugend agieren. Das liegt nicht nur an der Thematik, sondern an dem ganzen Aufbau der Story. Wir haben hier nicht den "normalen" Mörder, den es zu fassen gilt und " Die Grausamen" ist somit ein Buch, das nur schwer einzuordnen ist. Neben herkömmlichen Thrillerelementen und einem Verbrechen enthält es auch ausreichend schicksalhafte Begebenheiten und unaufbereiteter Gefühle. Eine Mischung, die es wunderbar versteht, tief in das Geschehen zu ziehen und solange zu fesseln, bis der letzte Satz bewältigt ist. Auch ist der Leser sofort mitgerissen und kann sich wunderbar in die Gefühle der Eltern hineinversetzen und die Spannung, die zwischen den Eltern herrscht, ist sehr glaubhaft und authentisch geschildert.
Und mit Gabriel & Martha hat Katzenbach ein Ermittlerduo geschaffen, das nicht nur sympathisch rüber kommt, sondern mit seinen Ecken und Kanten auch noch sehr authentisch wirkt.
So wird der Fall also wird mit viel Recherche und nur wenig "glücklichen" Zufällen gelöst.
John Katzenbach hat einen wundervollen Schreibstil. Er schafft es, dass man sich sehr gut in den in den Roman einfühlen kann und regelrecht mitfriebert. Das Buch liest sich flüssig, und die Handlung ist gut durchdacht und wirkt glaubhaft. Die raschen Szenenwechsel und genau ausgewogenen Kapitel sorgen für durchgehende Spannung. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird das Geschehen beleuchtet und der Leser wird immer wieder auf falsche Fährten geschickt und erst zum Schluss ergeben die einzelnen Puzzleteile ein Ganzes.
Auch stopft der Autor alle Wissenslücken genau zum richtigen Zeitpunkt und lässt keinerlei Fragen offen. Ein ganz außergewöhnliches Buch, das gleich nach den ersten Sätzen fesselt und in seinen Bann zieht. Es ist erstaunlich, wie gut es Katzenbach mal wieder gelungen ist, den Leser so tief in das Buch und die Story zu ziehen.

Bewertung vom 22.03.2017
Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
Bell, Darcey

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor


sehr gut

Mich hat die Story sehr angesprochen. Sprachlich bewegt sich Darcy Bell auf einem Level, dem man ohne weiteres folgen kann. Nicht zu übertrieben und immer dicht an den Figuren. Und diese hat sie sehr gut gezeichnet und sie auch gut in die Settings platziert..Auch wenn sich die Fakten, die Verdachtsmomente und damit dieEmotionen mehrfach ändern, beherrscht Stephanie immer wieder und bis zum Ende die Situation. Dabei ist sie keinesfalls überheblich, denn die Täuschungen, denen sie ausgesetzt ist, bringen sie zwischendurch zum Zweifeln und auch zum Verzweifeln und doch werden ständig wieder neue Fragen aufgeworfen, bevor auch nur annährend mal einige geklärt werden. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ich jetzt Bescheid weiß, kam eine neue Information ans Licht, die alles umwarf und das Problem wieder ins Rollen brachte. Diese Ungewissheit, und auf was der Thriller nun hinauslaufen wird, sowie die häufigen unerwarteten Wendungen sorgen für eine stetige Spannung, obwohl Darcy Bell Ihren Thriller wirklich sehr ruhig erzählt, ihn atmosphärisch dicht umgesetzt und auch vollkommen auf reißerische Szenen verzichtet und ihr Hauptaugenmerk auf die Protagonistin legt. Sie schreibt ihre Geschichte so gut, dass selbst die normalsten Alltagsszenen spannend sind. Und all das ist derart geschickt und schlau aufgebaut, dass es niemals irgendeine Verwirrnis gibt, sondern die Spannung steigt stetig an. Strukturiert, klare, abgegrenzte Szenen, ein durchgehend roter Faden im Vordergrund und ein sich stetig, intensiv entwickelnder „roter Persönlichkeitsfaden“ im Hintergrund sorgen für eine sich stetig aufbauende Spannungskurve. Es finden keine grausamen Gemetzel statt, sondern es geht um Cleverness, strategische Planung, geschickte Manipulation und intelligentes Taktieren. Und selbst wenn man beim Lesen bei den Figuren ist, fragt man sich doch unwillkürlich: Und wie ist es bei mir? Mit meiner Umgebung, den Leuten, denen ich vertraue? Es ist ja nun nicht so, dass jeder jeden misstrauisch beäugen soll. Aber diese kleinen Geheimnisse, die jeder hat, sie machen wohl einen Teil der Würze in einer Beziehung aus. Selten, dass Lügen eine so sympathische Gestalt einnehmen wie hier in Stephanie. Man ist hin und her gerissen, sehnt sich nach Gerechtigkeit und ist doch gespannt, was Stephanie anrichten wird. Bei aller unterhaltender Leichtigkeit möchte man fast meinen, die unheilvolle Geschichte könnte immer so weiter gehen. Doch es gibt einen Moment der tiefer geht und in dem sich Wahrheit ungebrochen offenbart. Der Ausgang ist lange nicht absehbar, denn immer wieder gibt es Wendungen und neue konfliktträchtige Verkettungen, meist als Fügung des Schicksals, unbewusst ausgelöst durch Personen aus Stephanies nahem Umfeld. Wer einen spannenden und intelligent erzählten Roman sucht, der wir hier mehr als bedient, er wird begeistert sein.

Bewertung vom 11.03.2017
Der letzte Scheißkerl
Koidl, Roman Maria

Der letzte Scheißkerl


sehr gut

Prima um in 2 Abenden durch zu sein und nach vielen "Beziehungs-Schmökern" ist dieses wirklich mal etwas anders. Es ist für jeden verständlich geschrieben und bringt einen eins ums andere Mal zum Staunen, weil manche Dinge so einleuchtend sind und trotzdem immer wieder passieren. Zudem ein Buch, das "nicht" beide Partner lesen müssen.
Dieses Buch enthält zwar keine revolutionären Beziehungstheorien und nichts was nicht (fast) jeder von uns bereits erlebt hat, schildert aber spannend und verständlich Zusammenhänge, Aktionen und Reaktionen in unstimmigen Beziehungen und es zeigt einfache Wege auf, sich selbst aus der Miesere zu retten. Der Autor nimmt dem Leser auch erfolgreich die Angst "nicht normal" zu sein und es ist ein praxisorientierter, leicht verständlicher, auf eine breite Leserschaft ausgerichteter Ratgeber. Der dahinterstehende Ansatz ist ein lerntheoretisch-verhaltenstherapeutischer: Roman Koidl hält sich nicht lange bei der Analyse tiefgreifender Kindheitserfahrungen auf, sondern gibt Ratschläge, wie man die Dynamik einer problematischen Beziehung durchschaut ihre Schwierigkeiten im Hier und Jetzt löst. Gelungen auch die kommunikationspsychologischen Tips für eine nicht-offensive Gesprächsführung. Ein Buch, das so manche Beziehung retten kann, mit Sicherheit aber auch so manches Paar aus einer unglücklichen Beziehung befreien wird! Es bietet auch Möglichkeiten an, auf längere Sicht etwas zu verbessern. Das ist unterm Strich das, was alle Bücher aussagen, aber dieses Buch hier erscheint mir als das praktischste und anwendbarste für das Jetzt und für das Später.
Ein reißerischer Titel zwar, aber das Buch hilft ebenfalls sich aus Situationen zu befreien, in denen man selbst sich als passiver Zuschauer gefangen fühlt. Es hilft eigene Reaktionen zu verstehen, und die Reaktionen des Gegenübers vorherzusagen und so hilft das Buch also bestens präventiv alle aufkommenden Schwierigkeiten zu meistern oder einfach nur das Thema der Paradoxen Leidenschaft zu verstehen. So kann man sich und seinen Freunden/Verwandten immer mit gutem Rat bei stehen.

Bewertung vom 15.02.2017
Saures
Janssen, Freddie

Saures


sehr gut

Ein wunderbares Buch, das die Sehnsucht weckt nach Großmutters traditioneller Küche, das die Sehnsucht weckt nach Ursprünglichem, Authentischem. Die Vielfalt der dargestellten Einmachmöglichkeiten mit unverfälschten Aromen und ohne Geschmacksverstärker machen Lust auf Ausprobieren, insbesondere deshalb, weil keine "Geschmackslangweiler" dabei sind.
Jedes Rezept ist schön in einzelne Arbeitsschritte aufgeteilt, es wird auf die Haltbarkeit und die Zubereitungszeit hingewiesen und wir finden zudem auch jede Menge Informationen. sowie praktische Tipps rund um das Thema Einkochen, Einlegen in Öl, Essig oder Alkohol, die Aufbewahrung sowie Lagerung etc. So wird neben dieser verständlichen und gelungenen Einführung in die Grundtechniken die Rezepte übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt.
Die Rezepte eignen sich auch hervorragend um nette Geschenke aus der eigenen Küche herzustellen, so schenkt man mit solchen Dingen dann wirklich etwas Besonderes und gewissermaßen etwas Einzigartiges.
Es enthält eine grosse Vielfalt an Rezepten - gut erklärt und einfach umzusetzen. Das Buch macht schon alleine sehr viel Spass beim Durchblättern, denn für jeden Geschmack sind Rezepte vorhanden. Empfehlen würde ich das Buch auch Hobbyköchen und Bäckern, die gerne in der Küche stehen und ihre Kenntnisse erweitern wollen, sowie Neuem nicht abgeneigt sind.
Es enthält echt viele Tipps und Ideen und regt an einiges schnell mal auszuprobieren. Besonders erwähnenswert sind die wunderschönen Fotos, die zu jedem einzelnen Rezept abgebildet sind und eine zusätzliche Anregung sind zum Ausprobieren. Und vor Allem braucht man nicht tausend verschiedene seltene Zutaten, sondern solche die jeder entweder daheim hat oder die man in einem ganz normalen Geschäft kaufen kann. Das Buch ist also sehr gut für den Hausgebrauch geeignet - alles leicht umsetzbar und weiterhin auch sehr gut beschrieben, sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene werden hier fündig werden, nicht zuletzt deshalb, weil dieses sehr umfangreiche Buch eine tolle Mischung darstellt aus traditionellen und modernen Rezepten

Bewertung vom 05.01.2017
Die Geschichte eines neuen Namens / Neapolitanische Saga Bd.2
Ferrante, Elena

Die Geschichte eines neuen Namens / Neapolitanische Saga Bd.2


sehr gut

Weiter geht es nach "Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga" in diesem 2ten Teil mit der Geschichte um die Freundinnen Lila und Elena die mittlerweile junge Frauen sind. Insgesamt wieder ein wundervoller Roman mit einer eindrucksvollen und außergewöhnlichen Geschichte von Freundschaft, Irrtum und Verrat; von Abenteurern und Lebenskünstlern und letzten Endes vom Leben selbst, sie wird weiter ruhig und harmonisch erzählt, ist aber dennoch mitreißend, ergreifend und fesselnd hat weiterhin die richtige Mischung aus Magie, Tragik, skurrilen Protagonisten, Menschlichkeit und Liebe, - um ein lebensechtes Bild für den Leser entstehen zu lassen und die Geschichte nicht in den Kitsch abgleiten zu lassen. Es gibt viele wunderbar formulierte Sätze, bzw. ganze Abschnitte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm, die Sätze fließen dahin, erzeugen Stimmungen. Eine mehrteilige Geschichte, die auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär klingt, verbirgt unter der Oberfläche eine ungeahnte Tiefe und die neu hinzukommenden Charaktere sind weiterhin immer interessant, teilweise sperrig, teilweise schwierig, oft liebevoll und vor allem sehr gut beschrieben. Alle Personen werden dem Leser nicht ans Herz wachsen - aber viele. Vor Allem sind sie mit ihren Emotionen, Ängsten und Hoffnungen schön beschrieben und machen es dem Leser nicht leicht, sich von ihnen am Ende des Buches zu verabschieden. Aber dieses Epos geht ja weiter und so warten wir gespannt auf den 3ten und 4ten Band um zu sehen wie es weitergeht.

Bewertung vom 21.11.2016
Ersehnt / Calendar Girl Bd.4
Carlan, Audrey

Ersehnt / Calendar Girl Bd.4


sehr gut

Auch hier in Band 4 glänzt Audray Carlan mit ihrem flüssigen Schreibstil und lässt einen mitfiebern.
Die Geschichte ist rasant und spannend und es gibt immer wieder Überraschungen, dabei schreibt sie total locker und flüssig und zugleich spannend . Das Gute ist, dass man die einzelnen Bände nicht zwingend in der richtigen Reihenfolge lesen muß, da die Autorin die Grundinfos in jedem Band kurz neu erklärt. In allen Romanen dieser Serie findet man diesen doch so wunderschön sarkastischen Humor mit einer Ordentlichen Portion Romantik und Erotik.
Die Handlung baut sich sehr logisch und nachvollziehbar auf. Mit einfühlsamen und lebendigen Worten bringt die Schriftstellerin die Welt um die Protagonisten dem Leser näher. In einem angenehmen Tempo wird die eigentliche Erzählung aufgebaut und bringt so sehr harmonisch und passend die Handlung in Gang. Man bekommt als Leser Bilder vor Augen, die einen nicht mehr auf dem Stuhl halten. Großartig. Spannung bis zum Schluß, da Wendungen vorkommen die der Leser nicht erwartet.
Besonders die Charaktere haben mich von dieser Geschichte überzeugt und wie man sagt "Die Charaktere machen das Buch " ,in diesem Fall stimmt es . Der Autorin ist hier ein Goldstück, lustig aber auch provokativ gelungen. Besonders von Mia lernt man wieder viele neue Seiten kennen, die selbst ihr noch unbekannt geblieben sind und mochte ihre bewusste Naivität. Was ich nämlich gar nicht mag, ist, wenn ein Charakter tatsächlich total naiv ist. Auch die Nebencharaktere sind authentisch gezeichnet Das Buch lässt einen nicht mehr los und es ist ein tolles letztes Buch der vier Zusammengehörigen. Auch die Spannung und Erotik kommt nicht zu kurz. Die Geschichte erzählt zwischen denn Zeilen ist sehr bildlich erzählt.
Der Schreibstil, die Charaktere und die Schauplätze sind beeindruckend und lassen den Leser in eine wundervoll ausgearbeitete Welt eintauchen und entfliehen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.10.2016
Der Ameisenhaufen
Russwurm, Vera

Der Ameisenhaufen


sehr gut

Zu Beginn des Buches hatte ich etwas Angst, dass das Ganze eher oberflächlich und einfach gestaltet sein wird. Diese Zweifel wurden mir aber zum Glück sehr schnell wieder genommen, als die Geschichte Fahrt aufgenommen hat. Permanent wird man als Leser auf falsche Fährten geführt, vom eigentlichen Übel abgelenkt oder vollkommen verwirrt, was dazu führt, dass es so schnell definitiv nicht langweilig wird. Die Idee wurde hierbei sehr originell umgesetzt und hatte wirklich spannende Passagen, die einen ordentlich zum Miträtseln angeregt haben. Geistreich, schnell, dicht, klug, kritisch, analytisch, virtuos geschrieben - und auf all diesen Eigenschaften aufbauend: eine absolut spannende Story, auf den zweiten Blick tiefgründiger und profunder als ddas erste oberflächliche anlesen vermuten läßt. Die Autorin ist ein guter Beobachter des Lebens und der Branche und hat das in einen Text gegossen, der einfach klasse ist, somit also das komplette Gegenteil dessen, was das trivial daherkommende Cover vermuten liesse. Nie wurden so unsympathische Personen so sympathisch beschrieben, nie hat man mit Leuten, denen man sonst nicht guten Tag wünschen würde, mehr gelitten, als in dieser Story.. Vera Russwurm findet eine Lösung, garantiert - und garantiert nicht die, mit der man rechnen würde, und von Kapitel zu Kapitel stellt man eigene Vermutungen und Theorien auf, aber man bekommt bis zum Ende keinerlei Beweise ob man nun richtig liegt oder nicht, aber alle Protagonisten der Story werden wunderbar beschrieben und schwanken ständig zwischen den erstaunlichsten Situationen. Freundschaft - Intrigen - Misstrauen - Eitelkeit/Arroganz - Neid - Konkurrenzkampf und abgrundtiefer Hass. Traue niemandem ist dabei das leitende Motto. - In diesem Roman dreht es sich um die Frage, wie weit man gehen will und wie viel man von sich preisgeben möchte oder preisgibt. Wie weit gehe ich ? Wie weit lasse ich zu, dass ich beobachtet werde oder über meine gesetzten Grenzen gehe ? Wie weit reicht mein Ehrgeiz? Wie groß ist aber auch meine Neugierde ? Was will ich eigentlich erreichen in meinem Leben ? Das sind die Fragen, die sich die Protagonisten in diesem Buch stellen müssen und die Gründe der Handlungen anderer Menschen lassen sich nicht immer nachvollziehen, man kann nur versuchen sie hinzunehmen und aus ihnen zu lernen. Eine Show der etwas anderen Art, mit einem überraschenden Ende. Was harmlos beginnt , entwickelt sich immer mehr zu einem undurchschaubaren, erschreckenden Abenteuer.

Bewertung vom 15.10.2016
Rabenschwarzer Winter / Inspecteur Sebag Bd.3
Georget, Philippe

Rabenschwarzer Winter / Inspecteur Sebag Bd.3


sehr gut

Philippe Georget hat es hier im 3ten Roussilon-Krimi wieder fertig gebracht einen Spannungsbogen aufzubauen der einen packt, in die Story hineinzieht und nicht mehr loslässt und hervorragend das Privatleben des Kommissars einfühlsam darzustellen. Ich konnte mich sofort gut in die Geschichte einlesen und hatte das Gefühl direkt im Geschehen zu stehen.
Das Buch hat Substanz und ist voller Empathie für die Protagonisten und ihre Lebensumstände geschrieben. Das Umfeld beschreibt dir Autor auf eine Art und Weise, dass man meint es wäre die Nachbarschaft. Die Story ist spannend und interessant und man kann sich richtig reinversetzenund Georget macht uns wieder mit seinen ausführlichen Landschaftsbeschreibungen Lust auf die Provence. Aber Provence bedeutet nicht nur Urlaub. Das wahre Leben spielt überall! Die Lösung ist ein brandaktuelles Thema das geschickt in die Landschaft der Provence gepackt ist. Die Person des Ermittlers Sebag gefällt mir gut, er wirkt authentisch und obwohl privat belastet trotzdem immer konzentriert bei der Arbeit.
Der Schreibstil des Roman ist flüssig, komplex, locker, spannend, temporeich und fesselnd geschrieben., aber dennoch sehr lebendig und teilweise humorvoll. Fiktion und Realität vermischen sich und machen dadurch diesen Krimi noch interessanter. Spannung ist von Anfang an vorhanden, steigert sich jedoch zum Ende des Buches soweit, dass man atemlos weiterliest und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Auch wenn man als Leser, der die Aussagen der Zeugen manchmal anders deutet als Sebag, der Lösung schon früher nahekommt: dieser Krimi lenkt einen doch durch den Aufbau der Geschichte und die vielen beteiligten Personen und Verdächtigen immer wieder so gut ab, dass man sich zu Ende zwar bestätigt, aber trotzdem ein wenig überrascht fühlen kann. Durch die vielen aktuellen Themen die aufgegriffen werden, ein weiteres sehr lesenswertes Buch von Georget.
Wie gesagt ist der 3. Band von Philippe Georget und hat mich überzeugt. Mein schon dritter "Sebag", und hoffentlich nicht der Letzte. Allerdings kann man sich ohne die Anderen gelesen zu haben, sehr gut zurechtfinden. Das ist dem Autor sehr gut gelungen. Er läßt seinen Protagonisten in einer ihm ganz eigenen Art ermitteln, die unverkennbar „Sebag"“ ist. Der Erzählstil, die Dialoge, der Verlauf der Handlung sind einfach stimmig - das ist mehr als gute Krimi-Unterhaltung. Philippe Georget lässt in einem hochspannenden authentischen Kriminalfall die Provence lebendig werden und man stellt fest auch sie ist nicht immer so friedlich wie sie scheint. Ein spannungsgeladener Kriminalroman! Ein wirklicher Geheimtip, für jeden, der Spaß an klassischen Krimis hat! Ein Roman, der Spannung mit Urlaubsgefühlen packend verbindet und in schöne Zeilen gießt, zum einen wegen der südfranzösischen, malerischen Atmosphäre und zum Anderen wegen des sehr sympathischen Inspecteurs Sebag. Ein gemütlicher Wohlfühlkrimi mit dem typischen Flair der herrlichen französischen Provence. Was mich mehr begeistern konnte als der Fall selbst, war die Atmosphäre und die Personen. Philippe Georget erweckt die Provence mit ihrer Landschaft und ihren Bewohnern zum Leben. Der Autor hat es verstanden, die Krimihandlung gekonnt in die örtlichen Gegebenheiten einzubeziehen. Ein ausgesprochen charmanter und gelungener Krimi mit französischem Flair für Leser, Genießer und für Menschen wie mich, die sich gern auf nicht ganz so gruselige Art unterhalten lassen wollen

Bewertung vom 15.10.2016
Noah will nach Hause
Guskin, Sharon

Noah will nach Hause


sehr gut

Ab der ersten Seite fühlte ich mich mitten in der Geschichte, was sicher hauptsächlich am extrem einnehmenden Schreibstil der Autorin liegt. Dieser ist genau richtig: er ist weder zu einfach, noch unnötig kompliziert, stattdessen schafft er es mit Leichtigkeit Neugier beim Leser zu wecken und Spannung und Gefühle zu erzeugen und ob eine Geschichte mich berührt, hängt im Wesentlichen davon ab, wie nahe ich mich der Hauptfigur fühle. Wie sehr ich die Hauptfigur mag und ... ja, auch als Person schätze. Das muss kein netter Mensch sein, aber ein emotional für mich zugänglicher, wobei Noah und seine Mutter wirklich nette Menschen sind, Und das ist der Grund, warum "Noah will nach Hause " mich dermaßen umgehauen hat. berührt es doch- oft schonungslos- vieles, was so selbstverständlich nicht ist und erst- nach einigem Hintersinn- dazu beiträgt, uns das alltägliche Leben und Erleben zu erschließen. Der Roman ist für mich voller Lebensdramatik und zeigt überzeugend menschliche Irrungen und Wirrungen auf; bei aller Fehlsamkeit unseres menschlichen Bewusstseins. Ein starker Roman, den zu lesen und zu verarbeiten ich nur abschnittsweise vermochte. Die Schreibweise und die Art wie die Geschichte erzählt wird hat mich so berührt, ich konnte das Buch nicht einfach weglegen. Das Buch ist so verdammt tiefgründig und wenn man genauer hinsieht, dann lernt man so vieles. Und die Selbstopferung für den Menschen den man liebt, den man wirklich liebt, für den man alles tun würde. Mit “Noah will nach Hause” hat Sharon Guskin eine wahnwitzige, intelligente, äußerst ambitionierte Geschichte geschrieben und mit diesem Roman liefert sie nicht nur einen aufregend neuen und durchgehend spannenden Plot, die Geschichte ist auch eine gute Metapher für das Leben allgemein - die Zeit, in der man herausfinden muss, wer man sein will, in der man mit Andersartigkeit zu kämpfen hat, in der es herauszufinden gilt, wie unterschiedlich Menschen sind und wie schwierig es manchmal ist, sich in andere hineinzuversetzen. Es berührt doch- oft schonungslos- vieles, was so selbstverständlich nicht ist und erst- nach einigem Hintersinn- dazu beiträgt, uns das alltägliche Leben und Erleben zu erschließen. Der Roman ist für mich voller Lebensdramatik und zeigt überzeugend menschliche Irrungen und Wirrungen auf; bei aller Fehlsamkeit unseres menschlichen Bewusstseins. Reinkarnation ist ein wirklich spannendes Thema und es freut mich, dass es Sharon Guskin gelungen ist, dieses Thema so spannend und interessant in einem Roman zu verarbeiten und man muss nicht an Reinkarnation glauben um das Buch zu verstehen, aber man kann eine neue Perspektive zulassen wenn man das will.