Benutzername: Jasmin
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Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 13.03.2017
Kaltes Verlangen
Tielcke, Natalie

Kaltes Verlangen


gut

Man fängt an, dieses Buch zu lesen und ist total gefesselt. Denn anders als üblich geht der Leser hier mit der "bösen" Protagonistin mit - einer Stalkerin, die wirklich komplett verrückt zu sein scheint. Sie sieht jemanden in der U-Bahn oder an einem anderen öffentlichen Ort, findet ihn oder sie gut und verfolgt denjenigen dann, bis es ihr zu langweilig wird. Diese Perspektive war wirklich spannend.

Auch war es irgendwie komisch, dass man die Protagonistin, obwohl sie wirklich einige verrückte und illegale Dinge tut, richtig sympathisch findet. Zumindest am Anfang. Denn leider ist meine Meinung dem Buch gegenüber ab der Hälfte gekippt - und das lag auch an Kim.

Sie verhält sich nicht wirklich rational, vergeudet aufgrund ihrer Stalking-Sucht auch ihre Talente, aber sie ist auch sehr gefühlskalt. Es passieren schlimme Dinge, die sie geschehen lässt und sie zeigt keinerlei Gefühle. Zwar wird mal erwähnt, dass sie ein schlechtes Gewissen hätte, aber so wirklich kam das für mich nicht rüber.

Das lag auch ein bisschen am Schreibstil. Der ist flüssig, gut zu lesen und man kann gut folgen. Allerdings bleibt er, was die Gefühle betrifft, doch sehr oberflächlich.
Spannend sind allerdings die immer mal wieder eingeschobenen Tagebucheinträge. Die scheinen anfangs gar nicht so richtig zur Geschichte zu passen. Zum Ende wird das dann aber logisch aufgeklärt.

Aber das Ende... konnte mich leider gar nicht packen. Es hat sich für meinen Geschmack dann doch etwas gezogen. Es gab zwar viele unerwartete Wendungen, auf die ich so nicht gekommen wäre. Aber trotzdem hat mir was gefehlt... Es geht mir zu glatt, die Spannung fehlt und leider eben auch die anfängliche Sympathie für Kim.

Insgesamt hat das Buch eine super Idee, die in der ersten Hälfte des Buches super umgesetzt wurde. Danach geht es allerdings für meinen Geschmack bergab - deswegen nur 3 Sterne.

Bewertung vom 11.03.2017
Die letzten Tage der Nacht
Moore, Graham

Die letzten Tage der Nacht


ausgezeichnet

Ich gebe zu: Das Thema ist jetzt keins, über das ich Bücher verschlinge und auch das Cover wäre mir wahrscheinlich im Buchladen nicht wirklich aufgefallen. Zum Glück hat das Buch aber doch seinen Weg zu mir gefunden...

Nach einigen Startschwierigkeiten bin ich doch sehr gut hineingekommen und nach einer Weile konnte ich es kaum noch aus der Hand legen.
Das Thema "Elektrizität" und "Patentrecht" ist etwas, was man nur selten in Romanen findet. Warum eigentlich nicht? Denn auch wenn es trocken klingt, war es richtig spannend, den Wettkampf der Erfinder mitzuerleben. Außerdem hat es der Autor geschafft, den ganzen Elektrik-Kram anschaulich und verständlich herüberzubringen, ohne das es langweilig wird. Und eigentlich ist es traurig, aber jetzt habe ich den Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom begriffen, in der Schule nicht :D

Die Sprache wird der Zeit, in der das Buch angesiedelt ist, gerecht. Es lässt sich gut lesen, man versetzt sich aber förmlich durch die Dialoge in das Amerika des 19. Jahrhunderts. Man erfährt außerdem viele Hintergründe zu den Großstädten, vor allem New York, was ich richtig spannend fand.

Gut gefallen hat mir auch, dass jedes Kapitel mit einem passenden Zitat begann. Das kam dann auch nicht umbedingt von einer historischen Persönlichkeit, es durfte auch mal Steve Jobs sein. Dadurch wurde die Verbindung, die wohl alle Visionäre gemeinsam haben, noch deutlicher.

Ich habe durch das Buch einen tollen Einblick in die Welt der Erfinder und Tüftler bekommen - denn was damals geleistet wurde, wird hier richtig deutlich. Oder könntet ihr euch vorstellen, noch mit Gaslampen eure Wohnung zu beleuchten?

Aber nicht nur die Erfinder stehen im Mittelpunkt. Die eigentliche Hauptperson ist der Anwalt Paul Carvath. Er zeichnet sich durch Raffinesse und Ehrgeiz aus - man muss ihn einfach mögen und mit ihm mitfiebern. Das gute ist außerdem, dass er auch keine Ahnung von Technik hat und er durch seine Fragen den Leser hilft, alles ein bisschen besser zu verstehen. Und mit Paul zieht auch ein bisschen Romantik in das Buch ein, was ein schöner Nebeneffekt ist, ohne dass er die Hauptgeschichte erdrückt.

Insgesamt konnte mich das Buch komplett überzeugen - auch, oder gerade weil es mal etwas ganz anderes ist und aus der Masse hervorsticht. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

Bewertung vom 20.01.2017
Alleine bist du nie
Mackintosh, Clare

Alleine bist du nie


sehr gut

Verursacht der Klappentext bei euch auch so eine Gänsehaut wie bei mir? Der Gedanke, dass jemand ein Foto von dir veröffentlicht, ist ja schon schlimm, aber dass du auch noch in Gefahr bist... Mich hat dieser Gedanke richtig gefesselt und weil ich das Londoner U-Bahn-Netz wie meine Westentasche kenne, war das Buch für mich ein richtiger Lesegenuss. Denn die Protagonistin Zoe ist nicht die Einzige, die in den Kleinanzeigen auftaucht... Mehr kann ich leider nicht verraten.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Zoe geschrieben, dass hat mir sehr gut gefallen. Man erlebt ihre Anspannung und ihre Ängste richtig mit, man spürt das Herzklopfen und fiebert mit ihr mit. Ebenfalls im Mittelpunkt steht die Polizistin Kelly, die eigentlich nur bei Diebstählen in der U-Bahn ermittelt, aber dann doch etwas Großes hinter diesen Anzeigen und Fotos der Frauen entdeckt. Man erfährt abwechselnd etwas über die Beiden, so hat man als Leser immer beide Seiten parat: Die des Opfers und die der Ermittler. Das ist gut gelungen. Ab und zu kommt aber der Täter selbst zu Wort, anfangs wirkt es noch wie eine Rechtfertigung - was aber natürlich trotzdem extrem zur Spannung beträgt.

Die Geschichte, die sich entwickelt, kann man aufgrund des Klappentextes gar nicht erahnen. Sie is sehr komplex und spannend, man ist gefesselt und will nicht aufhören zu lesen. Dazu trägt auch der überaus angenehme Schreibstil bei.

Allerdings gab es auch einige Dinge, die mich etwas enttäuscht haben. Es werden doch einige Sachen ausführlich beschrieben, die gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Ich habe immer darauf gewartet, dass da noch was kommt, was aber nicht der Fall war. Das war unnötig.
Leider werden auch die fälschen Fährten, auf die der Leser gelockt werden soll, zu plump gelegt. Ich bin nicht darauf reingefallen und ich denke, das passiert den wenigstens, die regelmäßig Krimis und Thriller lesen. Da ist man dann zu aufmerksam :)
Aber am schlimmsten: Das Ende. Das ganze Buch ist wirklich super und ein Pageturner, die letzten 50 Seiten haben das für mich aber kaputt gemacht. Denn zum einen kommt es nicht überraschend, zum anderen wirkt es sehr konstruiert und auch etwas willkürlich. Das ganze Buch kommt ohne das detailreiche Schildern blutiger Gewalt aus - man hatte den Eindruck, die Autorin wollte das jetzt am Ende aufholen. Sehr schade!

Nichtsdestotrotz wurde ich sehr gut unterhalten, ich habe das Buch genossen und hatte das ein oder andere Mal Gänsehaut. Deswegen gibt es von mir - trotz misslungenem Schluss - 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die mal einen etwas anderen Thriller lesen wollen.

Bewertung vom 13.01.2017
Geheimzutat Liebe / Taste of Love Bd.1
Anderson, Poppy J.

Geheimzutat Liebe / Taste of Love Bd.1


ausgezeichnet

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...


... und das nicht nur wegen den leckeren Gerichten, die in diesem Buch gekocht werden :)
"Taste of Love" ist ein richtig schöner, schnulziger, natürlich auch etwas vorhersehbarer Roman, den man am besten liest, um gute Laune zu bekommen. Denn das Herz wird hier auf jeden Fall gut bedient.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Sternekoch Andrew Knight mit eigenem Edel-Restaurant in Boston und Brooke Day, die übergangsweise das Lokal ihrer Eltern in Maine führt - mit leckerem Essen, aber leider auch mit Abriss-Charme. Natürlich könnten diese beiden Charaktere unterschiedlicher nicht sein und genau das macht den Reiz dieses Buches aus. Schon bei der ersten Begegnung der Beiden weiß man, es wird einiges schief laufen und der ein oder andere Schlagabtausch folgen. Die weitere Entwicklung... da möchte ich nicht spoilern, aber als Leser dieses Genres kann man es erahnen :)

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Andrew und Brooke, wobei die Er-Perspektive immer erhalten bleibt. Die Wechsel sind aber immer sehr deutlich, sodass man beim Lesen nicht durcheinander kommt.

Besonders schön fand ich, dass das Buch zwar einen gewissen Kitsch inne hat, damit aber nicht übertrieben wird. Es gibt auch einige ernste Passagen, die dafür sorgen, dass die Geschichte etwas an Tiefe gewinnt und auch den Leser dazu anregen, mal darüber nachzudenken, was das Wichtigste im Leben sein sollte.

Gekocht wird natürlich auch - und ich sage euch, da wird einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ein Rezept habe ich sogar nachgekocht: Brookes Lieblingssandwich mit Hähnchenbrust, Avocado und Kürbis ist wirklich der Hammer.

Der Schreibstil ist richtig schön - flüssig, witzig und einfach angenehm zu lesen. Man legt das Buch nur ungern zur Seite!

Insgesamt hat mich das Buch wirklich überzeugt und ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Teile der Taste of Love-Reihe! 4,5 Sterne von mir!

Bewertung vom 08.01.2017
Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm
Foley, Jessie Ann

Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm


gut

Das Cover finde ich wirklich wunderschön, ich finde, es schreit nach jung sein und danach, dass man das Leben genießt. Leider passt es - nachdem ich das Buch beendet habe - irgendwie so gar nicht zum Inhalt. Denn so locker und leicht, wie ich mir das Buch vorgestellt habe, ist es nicht.
Auch der Titel spiegelt sich nur bedingt in der Geschichte wieder. Es geht zwar um den Zeitpunkt bzw. um das Jahr, in dem Kurt Cobain Selbstmord beging, Musik spielt jetzt aber nicht die übergeordnete Rolle. Das fand ich etwas schade und es wurde auch nicht dadurch aufgewogen, dass es im Internet eine Playlist zum Buch gibt.

Es war interessant, einen Jugendroman zu lesen, der in der noch nicht allzuweit entfernten Vergangenheit spielt. Ich selbst war 1993 noch in den Kinderschuhen, deswegen war es für mich doch eine Art abtauchen in eine andere Welt - auch wenn es noch nicht so lange her ist. Für Jugendliche werden einige Sachen sicher befremdlich sein. Sei es dass man noch über das Festnetz-Telefon anrufen muss und WhatsApp keine Option ist. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Allerdings gab es auch einige Dinge, mit denen ich gar nichts anfangen konnte, vor allem was das Verhalten der Protagonistin Maggie betraf. Sie ist 16, also mitten in der Pubertät, mit allem was dazu gehört: Der erste Kuss, das erste Mal verliebt sein, Stress mit der Mutter und der Versuch, vor allem zu flüchten. Sie konnte mich aber nicht mitreißen, ich fand sie teilweise sehr blauäugig und naiv.

Dass das Buch in Irland spielt, war dagegen wieder ein kleines Highlight. Weg aus der Großstadt und mitten rein in die ländliche Idylle der Grünen Insel... Hier weiß jeder alles über jeden, ein Ausbrechen ist nicht leicht. Das wurde gut beschrieben und war für mich durchaus nachvollziehbar.

Die Handlung des Buches wird als humorvoll und traurig beschrieben. Traurig ist es auf jeden Fall - und das nicht, weil Kurt Cobain stirbt. Es wird aufgezeigt, welche Entwicklungen das Leben nehmen kann und was eigentlich zählen sollte. Meinen Humor hat das Buch allerdings gar nicht getroffen. Am Anfang wurde mir einfach zu viel gekotzt und auch so musste ich nicht lachen.

Insgesamt ist das Buch ein etwas anderer Jugendroman, der durchaus schön zu lesen ist, mich aber nicht zu 100% überzeugen konnte. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne!

Bewertung vom 03.01.2017
Das Lazarus-Syndrom (eBook, ePUB)
Breuer, Guido M.

Das Lazarus-Syndrom (eBook, ePUB)


gut

Organspenden geraten immer wieder in die Schlagzeilen, weil bei der Vergabe gepfuscht wird, was das Zeug hält. Guido M. Breuer greift damit ein heikles, aber auch aktuelles Thema auf, aber von der anderen Seite.
Im Mittelpunkt steht Dr. Krafft, ein alkoholabhängiger Arzt, der Organe bei hirntoten Patienten entnimmt. Obwohl er meistens berauscht ist, stellt er Unregelmäßigkeiten fest, was die Todeszeitpunkte der Spender betrifft und beginnt gefährliche Nachforschungen anzustellen...

An sich hat mir das Buch gut gefallen. Zum einen war der thematische Hintergrund wirklich interessant, zum anderen war der Thriller zwar brutal, aber auch nicht zu blutig. Zumindest waren die Morde an sich eher harmlos :)

Leider konnte mich die Hauptfigur Dr. Krafft nicht wirklich überzeugen. Auch wenn er an sich ein guter Mensch ist, der das Richtige tun will, ist er mir einfach zu gebrochen. Alkohol ist immer präsent, ohne geht es nicht. Natürlich ist das das schwere Los, wenn man abhängig ist, hier hätte ich es mir aber ein bisschen weniger drastisch gewünscht. So hat die Sucht doch teilweise vom eigentlichen Thema abgelenkt.

Gut gefallen hat mir der Schreibstil. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, die einzelnen Kapitel nicht zu lang und da es nicht unendlich viele Personen gibt, kommt man auch schnell mit den Namen klar. Hier hatte ich keine Probleme. Auch die Verwicklungen kann man als Leser nicht schnell aufdecken, sondern es bleibt viel Raum zum Miträtseln und eigene Verdächtigungen. Das braucht meiner Meinung nach ein guter Thriller.

Die Handlung an sich hat Stärken und Schwächen. Einerseits wird der Leser gut mitgenommen, man kann sich alles gut vorstellen und es wirkt logisch. Andererseits gibt es aber auch sehr viele Zufälle, gerade am Ende häufen sie sich dann doch. Das macht die Geschichte etwas unglaubwürdig und konstruiert. Schade!

Insgesamt ist "Das Lazarus-Syndrom" für mich ein solider Thriller mit Luft nach oben, der aber trotzdem gut unterhält. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

Bewertung vom 28.12.2016
Blinde Schatten (eBook, ePUB)
Martens, Anna

Blinde Schatten (eBook, ePUB)


weniger gut

Eigentlich finde ich das Grundthema, dass jemand sein Gedächtnis verliert und seine eigene Vergangenheit rekonstruieren muss, immer sehr spannend und verschlinge diese Bücher regelrecht.
Bei diesem war es leider nicht so - gefesselt wurde ich leider gar nicht.
Das hatte mehrere Gründe: Zum einen wurde ich mit der Protagonistin Johanna überhaupt nicht warm. Sie erleidet ein schweres Schicksal, allerdings wirkt sie mir teilweise zu abgebrüht, dann ist sie wieder ein nervliches Wrack... Sie wirkte auf mich einfach nicht authentisch, teilweise zu naiv und blieb mir als Hauptfigur einfach zu blass.
Zum anderen zog sich die Geschichte an manchen Stellen ziemlich. Johanna muss etwas über ihre Vergangenheit erfahren und findet auch den ein oder anderen Hinweis. Allerdings dauert es ziemlich lange, man kann kaum Schlüsse ziehen, es tauchen geheimnisvolle Fremde auf... Hier kann ich nicht weiterschreiben ohne zu spoilern, aber die Handlung war mir nicht stringent genug und ehrlich gesagt einfach zu lahm.
Für mich war auch der Versuch, den Leser auf falsche Fährten zu locken, nicht gelungen. Man konnte es zu leicht durchschauen, sodass das miträtseln nicht wirklich gegeben war.
Enttäuscht hat mich dann auch das Ende. Zu konstruiert, zu unrealistisch - mich hat es nicht überzeugt.
Schade!

Bewertung vom 10.12.2016
Im Wald / Oliver von Bodenstein Bd.8
Neuhaus, Nele

Im Wald / Oliver von Bodenstein Bd.8


sehr gut

Der Einstieg in das Buch fiel mir wider Erwarten ziemlich schwer. Eigentlich dachte ich, ich komme sofort in der Welt von Bodenstein und Sander an, aber wahrscheinlich lag ein zu großer Zeitraum zwischen dem Lesen des letzten und diesen Bandes. So habe ich doch eine Weile gebraucht, um mich zu orientieren. Man begegnet vielen Personen, die man bereits aus den anderen Büchern kennt. Das fand ich super, denn so gibt es zwischen den einzelnen Fällen einen schönen roten Faden. Deswegen empfehle ich auch wirklich, die anderen Bände bereits gelesen zu haben - sonst fällt es glaube ich noch schwerer.

Dieser Fall ist wohl der persönlichste von Bodenstein. Denn die Mordfälle scheinen mit Ereignissen aus seiner Vergangenheit zusammenzuhängen, die bereits über 40 Jahre zurückliegen. Ich fand es schön, diese Seite des Ermittlers kennenzulernen, auch wenn ich lange keinen Zusammenhang erkennen konnte.

Leider kam ich dadurch aber auch ein bisschen durcheinander. Es kommen unheimlich viele Personen vor, manchmal auf beiden "Zeitebenen". Das führte dann dazu, dass ich manche Zusammenhänge nicht nachvollziehen oder erkennen konnte und manchmal auch einfach gar nicht wusste, von wem jetzt die Rede ist. Das hat den Lesegenuss etwas beeinflusst, aber es hat nicht dabei gestört, die Geschichte zu verstehen und die Aufklärung nachzuvollziehen.

Der Schreibstil war gewohnt super schön zu lesen. Ich mag die teilweise sehr nüchterne Sprache und den Aufbau anhand von Ermittlungstagen. Dadurch sind die Kapitel sehr unterschiedlich lang, aber es zeigt auch, wie viel an einem einzigen Tag passieren kann.

Schrecklich fand ich, dass Oliver von Bodenstein eine Auszeit nehmen möchte. Bedeutet das, dass wir Fans erstmal mit keinem neuen Fall rechnen dürfen? Ich hoffe nicht!

Die Auflösung an sich war in Ordnung, aber nicht so spektakulär, wie ich es nach der gesamten Story erwartet hatte. Insgesamt hat mir der Krimi aber sehr gut gefallen. Es ist nicht Neuhaus' bester geworden, aber ich vergebe trotzdem 4 Sterne.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.10.2016
Tiefer Grund (eBook, ePUB)
Costello, Matthew; Richards, Neil

Tiefer Grund (eBook, ePUB)


gut

Obwohl ich die gleichnamige Crime-Reihe noch nicht kannte, und damit auch alle Personen für mich unbekannt waren, kam ich sehr gut in die Geschichte hinein. Wie in allen Leserunden der Lesejury war das Buch in Leseabschnitte eingeteilt, von denen jede Woche ein neuer Abschnitt gelesen wird. Weil ich den ersten Abschnitt sofort verschlungen haben, musste ich dann warten... und das wurde ein bisschen zum Problem. Denn immer wenn ich gezwungenermaßen eine Lesepause einlegen musste, viel mir der Wiedereinstieg in das Buch doch ganz schön schwer. Deswegen würde ich empfehlen, es ohne große Pausen zu lesen. Da hat man eindeutig mehr davon...

Wie gesagt, der Einstieg viel mir sehr leicht und auch die Protagonisten Sarah und Jack sind sehr gut getroffen. Sie sind leider kein Paar, ergänzen sich aber beim Ermitteln richtig gut. Man merkt, dass sie einander vertrauen und eben weil das Ermitteln nur ein "Hobby" ist, erfährt man auch einiges über ihr Privatleben. Gerade Sarah schafft es, eine Balance zwischen Arbeit, Familie und den Ermittlungen zu finden. Ich liebe starke Frauen!

Der Schreibstil ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. Da nicht sooo viele Personen vorkommen, wird man auch keine Probleme haben, die Namen auseinander zu halten. Man weiß immer wer wer ist und kann so beim Lesen "mitermitteln" - und wer genau liest, der kommt auch schnell zu einem Verdacht :) Mir war zumindest nach ca. 2/3 des Buches klar, wer da Dreck am Stecken hat.

Und das hat dann ehrlich gesagt meinen Lesegenuss etwas geschmälert. Denn gerade im letzten Drittel des Buches hatte ich das Gefühl, es geht nicht richtig voran. Alles war sehr langsam, sehr detailreich geschildert, aber wirklich neue Erkenntnisse gab es kaum. Mir hat hier der Wow-Effekt gefehlt und ich glaube, ich habe dem Ende aus den falschen Gründen entgegengefiebert... Das war schade, weil mit der Einstieg richtig gut gefallen hat. Das Ende hingegen hat mich dann doch ein bisschen enttäuscht.

Insgesamt ist der Krimi eher ruhig als actionreich, aber vielleicht - und auch weil kaum Blut fließt - eignet er sich auch gut für die Nicht-Krimi-Leser. Die Idee, die beschaulichen Cotswolds mit Drogen in Verbindung zu bringen, fand ich richtig klasse - denn es zeigt mal wieder, dass es überall Drogen gibt. Ich hatte ein paar schöne Lesestunden, aber leider keinen Aha-Moment, deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.10.2016
Die silberne Königin
Seck, Katharina

Die silberne Königin


sehr gut

Von der ersten Seite an hat mich dieses Buch regelrecht verzaubert. Nicht nur, dass es in einer Welt aus Eis und Schnee spielt (was zugegeben für die Protagonisten nicht immer angenehm ist), auch die Sprache hat mich von Anfang an verzaubert. Denn in die eigentliche Geschichte ist ein Märchen eingewebt, dass der Leser Stück für Stück kennenlernt. Und natürlich fragt man sich während des Lesens die ganze Zeit, wann es denn in die "richtige" Geschichte hinüber rutscht. Und ich verrate nur so viel - es ist absolut gelungen.

Außerdem fand ich die Sprache einfach wunderschön: Namen wie Madame Weltfremd, Silberglanz oder Glanzvoll.... für mich einfach wunderbar und absolut zum Inhalt passend. Überhaupt ist die Sprache sehr beschreibend, die Bilder entstehen ganz leicht im Kopf. Ich würde sie sogar als poetisch bezeichnen. Man kann wunderbar darin ertrinken...

Emma ist eine wunderbare Hauptperson. Sehr mutig und sich selbst treu - auch wenn sie einen Hang dazu hat, sich in Gefahr zu begeben. Außerdem ist sie sehr kreativ und ebenfalls eine tolle Geschichtenerzählerin. Über ihren Hintergrund erfährt man nicht ganz so viel. Ihr Vater ist Alkoholabhängig, ihre Mutter bereits verstorben. Hier hätte ich mir noch ein bisschen mehr Hintergrundinfos gewünscht.

Das Buch ist wunderbar dramatisch, man kann mitfühlen und mitfiebern. Auch wenn das Ende nicht wirklich vorhersehbar ist, kann man leider schnell Tendenzen erkennen, wo es hingehen wird. Denn natürlich spielt auch Liebe eine Rolle - und das hätte für mich nicht sein müssen. Gerade weil Emma so eine starke junge Frau ist, hätte sie meiner Meinung nach auch als Single durchstarten können - wer braucht da schon einen Mann :)

An sich hatte ich aber tolle Lesestunden und obwohl das nicht ein Genre ist, wo ich viel lese, konnte es mich doch überzeugen. Deswegen gibt es 4 Sterne! Gerade für die Winterzeit ist es ein perfektes Buch, weil man dann die Kälte richtig spüren kann!

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