Benutzername: Lesetante
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Über mich: Lesen ist die beste Medizin gegen Dummheit
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Bewertungen

Insgesamt 42 Bewertungen
Bewertung vom 23.07.2017
Targa - Der Moment, bevor du stirbst
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst


gut

Dafür, dass so manchem Opfer die Luft ausgeht, ist mir diese Geschichte zu langatmig geraten.
Targa Hendricks, als Neugeborenes mit ihrer Zwillingsschwester ausgesetzt, hat durch dieses Trauma, trotz liebevoller Pflegeeltern, eine autistische Persönlichkeit. Dies kommt ihr zwar bei ihrem Job als Undercoveragentin der Polizei sehr zugute, da sie keine Angst hat sich mit Schwerverbrechern einzulassen, jedoch im Privaten ist diese Eigenschaft dann doch eher hinderlich. Targa kann keine wirklich tiefen Beziehungen eingehen, denn sie kann mit den sozialen Codici des sogenannten menschlichen Umgangs nicht viel anfangen. Als sie den Auftrag bekommt den Serienmörder Falk Sandmann zur Strecke zu bringen, der eine Hochschuldozentur innehat, fasziniert sie dieser wirklich böse Charakter dieses Mannes. Es gelingt ihr sein Vertrauen zu gewinnen, denn selbst der fieseste Mörder hat seine schwachen Seiten. Auf knapp 400 Seiten schildert das Autorenduo B. C. Schiller die Annäherung der Jägerin an ihr Opfer, was leider manchmal ermüdend ist, weil so manche Situationsbeschreibung mehr an ein Drehbuch erinnert, als an einen Thriller. Eine eigentlich spannende Geschichte mit ein paar Nebenfiguren, die schließlich am Ende alle zusammenfinden, gewürzt mit viel Todessehnsucht und Grenzerfahrungen beim Sex. Hat meine Erwartungen nach der LP leider nicht erfüllt. Daher nur drei Sternchen.

Bewertung vom 15.06.2017
Der Brief
Hagebölling, Carolin

Der Brief


sehr gut

Mit ihrem Erstlingsroman „Der Brief“ hat die Autorin Carolin Hagebölling dem Leser eine spannende als auch verwirrende Lektüre über Wahrheit und Wahrnehmung geschrieben. Eine junge Frau, die Journalistin Marie, die mit ihrer Lebensgefährtin Johanna, einer Architektin, in ihrer gemeinsamen Wohnung in Hamburg lebt, erhält eines Tages einen Brief ihrer Schulfreundin Christine. Deren Zeilen irritieren sie, da Christine sie nach ihrem Leben in Paris abfragt: Wie es Maries Mann Victor und deren gemeinsamer Galerie, und ihr selbst nach ihrer lebensbedrohlichen Krankheit gehe.
Marie weiß nicht wovon Christine spricht, versucht Kontakt zu ihr aufzunehmen, und erfährt, dass Christine auch einen Brief von ihr, Marie, erhalten habe.
Nur Marie hat niemals einen Brief an Christine geschrieben.
Nun beginnt eine Odyssee.
Marie versucht herauszufinden, wer ihr und ihrer Schulfreundin wohl einen Streich spielen will, oder noch schlimmer sich an ihnen rächen will.
Da fällt ihr Martin, ein Mitschüler ein, dem gegenüber Marie und deren Schulkameradinnen sich einst sehr unfair verhalten hatten. Danach musste Martin die Schule verlassen.
Also macht Marie sich auf die Suche und recherchiert, was sie als Journalistin gut kann. Sie findet besagten Martin, trifft ihn auch, doch die Spur erweist sich als falsch.
Immer tiefer gerät sie in die Spirale aus Vergangenheit und vermeintlicher Gegenwart, als auch ihre Eltern Post von ihr aus Paris erhalten die sie nie geschrieben oder verschickt hat. Sie erkrankt lebensgefährlich und erholt sich wieder.
Einerseits von Neugier als auch Ärger und Angst getrieben, macht sie sich nun auf den Weg nach Paris, um herauszufinden wer hinter diesem Verwirrspiel steckt.
Dort lernt sie eben jenen Victor kennen, und lieben, mit dem sie angeblich schon lange verheiratet ist… Johanna ihre Lebensgefährtin ist nicht begeistert.
Sehr geschickt, sprachlich ausgefeilt führt die Autorin den Leser immer wieder auf falsche Spuren um ihn dann wiederum zu verblüffen.
Was ist Wahrheit, was ist Wahrnehmung, was ist Einbildung oder gar Wahnsinn?
Die Grenzen verschwimmen, der Leser schwimmt mit.
Denn der Roman verwandelt sich am Ende weg von der Erzählung hin zur Fiktion.
Spannend geschrieben, doch am Ende welches ich nicht verraten werde, beginnt die Geschichte von vorne, der Leser bleibt erstaunt zurück.

Bewertung vom 15.06.2017
Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8
Löhnig, Inge

Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8


ausgezeichnet

Der neueste Dühnfort-Krimi von Inge Löhnig geht ans Eingemachte.
Diesmal nimmt sie sich die Illusion von der glücklichen makellosen Familie vor. Kommissar Tino Dühnfort und seine Frau Gina erwarten freudig ihr erstes Kind, als Tino den Fall einer zuerst unbekannten Leiche auf den Tisch bekommt.
Eine tote Frau wird von einem Polizeihund in Ausbildung zufällig gefunden. Die Leiche liegt seit ca. zwei Jahren begraben in einem kleinen Wald und ist als Wachsleiche zunächst nicht zu identifizieren. Doch Dühnfort findet die Skulptur eines kleinen Affen aus Messing, der die Pfoten vor seinen Unterleib hält, in unmittelbarer Nähe der Toten und erfährt bei seinen Nachforschungen, dass es nicht nur die bekannten drei Affen, sondern derer vier gibt, die menschliche Tugenden darstellen sollen, nämlich nichts Böses hören, nichts Böses sehen, nichts Böses sagen, sondern auch nichts Böses zu tun. Der vierte Affe, Shirazu genannt, der seine Pfoten vor seinem Schoss faltet, ist derjenige der nichts Böses tun soll, bzw. keinen Spaß, nämlich keinen Sex haben soll. So nimmt Dühnfort Fährte auf, und schließlich wird die Identität der Toten durch einen Aufruf um Mithilfe in der Zeitung und mittels einer DNA Bestimmung geklärt. Die Tote ist Veronika Lindenthal. Seit zwei Jahren verschwunden doch von niemandem als vermisst gemeldet, auch nicht von ihren Eltern, deren Verhältnis zu ihrer Tochter Vroni schon immer schwierig und zuletzt zerrüttet war. Dühnfort muss erfahren, dass Elternschaft nicht immer zu bedingungsloser Liebe führt.
Schon bald wird er vor eine irreversible Entscheidung gestellt, die zu treffen ihm unmöglich erscheint.
Wie immer hochspannend und gleichzeitig vielschichtig beschreibt Inge Löhnig das menschliche Schicksal mit allen seinen schönen wie auch oft sehr makelhaften Seiten. Und zeigt, wie schmal der Grad im Leben ist, schicksalhafte Entscheidungen zu treffen die unwiderruflich in die Hölle führen können.
Ein neuer Pageturner aus der Feder der Autorin der den Leser bis zur letzten Seite nicht los lässt. Wie alle Krimis von Dühnfort zuvor, ist auch der Neue absolut lesenswert!

Bewertung vom 26.05.2017
Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1
Gallert, Peter; Reiter, Jörg

Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1


sehr gut

Der Polizeipfarrer Martin Bauer setzt durch seine Rettungsaktion, den Polizisten Walter Keunert am Selbstmord zu hindern, eine Kettenreaktion in Gang, die sein Leben und das seiner Familie in höchste Gefahr bringt. Zunächst kann er nicht glauben, dass eben jenem Polizisten wenige Stunden später der Suizid doch noch gelingt. Entgegen der Order seines Vorgesetzten forscht er nach, warum Keunert ursprünglich seinem Leben ein Ende setzen wollte. Er erfährt, dass gegen diesen ein Verfahren wegen Bestechlichkeit angestrengt wurde und findet sich bald darauf verwickelt in einem Sumpf aus Korruption, geheimer Liebesverhältnisse verbunden mit alten Loyalitäten und brutaler Bandenkriminalität wieder. Bei seinem Versuch Thilo, Keunerts Sohn, wieder Halt zu geben, nachdem dieser, der in seinem Vater immer einen Helden sah, vollkommen den Boden unter den Füßen verloren hat, gerät Bauer selbst immer tiefer in eine Lebenskrise, die schließlich in einem großen Finale unter höchster Gefahr doch noch ein halbwegs gutes Ende findet. An eben diesem Ende werden alle Beteiligten eine neue und geläuterte Sicht auf ihr Leben haben, denn nichts ist so wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Ein solider Krimi mit manchen Längen der, sehr genau im Detail, den Leser dann doch bis zum Ende gefangen hält.

Bewertung vom 25.05.2017
Das Panama-Erbe
Aernecke, Susanne

Das Panama-Erbe


sehr gut

Der ewige Traum der Menschheit, Unverletztbarkeit, das ewige Leben, Macht, Einfluß, Reichtum und Unabhängigkeit, all dieses behandelt Susanne Arnecke in ihrem zweiten Roman „Das Panamaerbe“. Sina, Universalerbin des milliardenschweren Imperiums ihres Großvaters, verliert ausgelöst durch das Geschenk ihres Freundes Fernando ihre, durch langjähriges Studium erlernten Fähigkeiten von einer Stunde auf die andere. Die Diagnose lautet psychogene Amnesie. Ihre Therapeutin vermutet ein Kindheitstrauma. So beginnt für Sina, als Therapie, eine Reise in die Vergangenheit nicht nur ihrer Kindheit, sondern 500 Jahre zurück in die Menschheitsgeschichte. Dort trifft sie ihr Alterego bzw. ihre Vorfahren, welche das Amakuna, die Pilzdroge, vor den gierigen Eroberern Südamerikas zu schützen suchen. Ein Wechselspiel der Zeiten beginnt in dem die Protagonisten auch eben durch diese Droge miteinander in Verbindung treten und in die Vergangenheit als auch die Zukunft blicken können. Geschickt verknüpft die Autorin die vor 500 Jahren begonnene westliche Eroberungshistorie Südamerikas mit einer Liebesgeschichte eines Paares das die Aufgabe hat die Welt mittels eines Zaubermittels zu retten. Doch Amakuna alleine wird dies nicht bewirken können solange die Menschen den Mangel an Liebe und Anerkennung in ihrer jeweiligen Leben durch das Streben nach Macht über andere nicht überwinden können. Spannend auf über mehr als 500 Seiten beschreibt Susanne Arnecke diesen Kampf gegen die Zerstörung der Welt, der schließlich in einem Teilsieg mündet. Der Leser darf auf die Fortsetzung, sprich den letzten Teil der Trilogie sehr gespannt sein.

Bewertung vom 18.05.2017
Die zwei Leben der Florence Grace
Rees, Tracy

Die zwei Leben der Florence Grace


ausgezeichnet

Florence Grace alias Florrie Buckley lernt auf einem Fest in London, wo sie als Aushilfsdienstmädchen ein paar Pfund dazu verdienen möchte, ihren Cousin Turlington kennen, da weiß sie allerdings noch nichts von den verwandschaftlichen Banden zwischen ihnen beiden. Von diesen erfährt sie erst kurz vor dem Tod der geliebten Großmutter, bei der sie die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens auf dem Land frei doch in armen Verhältnissen verbracht hat. Als Tochter aus adliger Familie die sich in den Sohn der Großmutter, Florries Vater, verliebt hatte und diesen heiratete, wurde sie von ihrer Familie verstoßen. Da sie früh starb kennt Florrie ihre Mutter nicht, und hat auch ihren sehr von ihr geliebten Vater früh verloren. Nun beginnt nach dem Tod der Großmutter ein vollkommen neues Leben für sie. Sie muss nach London zur Familie ihrer Mutter umziehen, und wird dort nicht gerade freundlich von ihrer angeheirateten Tante und deren beider Töchter, ihren Cousinen empfangen. Dort unterzieht sie sich auf Befehl ihres Großvaters, eines besonderen Haustyrannen, einem Erziehungsprogramm um zu lernen sich in den neuen gesellschaftlichen Kreisen zurechtzufinden. Einzig ihr Cousin Turlington zeigt ihr freundliche Gefühle und sie verliebt sich in ihn. Doch der Großvater gibt ihr gleich zu verstehen, dass sie sich am besten einen vermögenden Gatten in der feinen Londoner Gesellschaft aussucht, da sie als höhere Tochter ganz sicher keiner autonomen Beschäftigung nachgehen kann um mit einem armen Verwandten ihr Leben zu fristen. Doch alles wird ganz anders kommen als die Familie Grace es geplant hat...
Wem der erste Roman „Amy Snow“ von Tracy Rees gefallen hat dem wird „Die zwei Leben der Florence Grace“ erst recht zusagen. Eine schöne Geschichte über eine junge Frau, die lernt sich in zwei Welten Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zu bewegen und zu überleben. Sie wird ganz unerwartet ihr Glück finden.

Bewertung vom 17.05.2017
Die unbekannte Schwester / Carlotta Fiore Bd.3
Prammer, Theresa

Die unbekannte Schwester / Carlotta Fiore Bd.3


ausgezeichnet

Nachdem Lotta Fiore endlich ihren Vater wiedergefunden hat wird ihr Leben jedoch nicht einfacher. Zwar gibt ihr das Leben mit Freund und gemeinsamen Sohn vermeintlich ein wenig Stabilität, und der neue Job gemeinsam mit Vater Konrad bei der Polizei scheint diese zu festigen. Doch schon der Empfang im Kommissariat zeigt ihr dass die Kollegen sie nicht für voll nehmen. Der erste Fall ein Suizid, verwirrt sie als sie in der Wohnung des Selbstmörders, eines Journalisten, einen Zettel mit ihrem Namen findet. Zufall oder Warnung an sie? Lotta gerät immer tiefer in einen Strudel von Misstrauen, Eifersucht und Verzweiflung, weil sie bei ihren Nachforschungen auf Ungereimtheiten stößt, die ihr schlicht große Angst machen. Schließlich weiß sie nicht mehr wem sie trauen kann und wem nicht. In einem großen Finale voller Gefahren für Leib und Leben weiß Lotta endlich wo ihr Platz im Leben mit ihrer Familie ist.
Dieser Krimi ist noch besser als der Vorgänger. Theresa Prammer versteht es vorzüglich den Leser auf die falsche Fährte zu führen, oder besser gesagt sie hält die Spannung bis zur letzten Seite. Lesenswert.

Bewertung vom 11.05.2017
Das Einstein Enigma
Dos Santos, José R.

Das Einstein Enigma


weniger gut

Ganz entgegen der Leseprobe die mit einem gelungenen Prolog Neugier auf mehr machte, hält der Roman sein Versprechen den Leser mit einem spannenden Spionagethriller zu unterhalten nicht. Zwar ist es hochinteressant über ein Treffen Albert Einsteins mit David Ben Gurion in den Fünfziger Jahren zu lesen, welche vom gesamten Geheimndienst der USA abgehört wird, doch die anschließende Geschichte des Kryptologen Tomas langweilt eher, weil sie nicht in Schwung kommt. Eine zauberhaft schöne iranische Spionin trifft Tomas in Ägypten und ködert ihn das letzte Geheimnis Einsteins anhand eines unverständlichen Manusskripts zu entschlüsseln. Dazu muss er in den Iran reisen und gerät unweigerlich zwischen die Fronten des Irans und der USA Geheimdienste. Die Entschlüsselung gelingt ihm zunächst nicht, stattdessen fährt der Autor mit allerlei populärwissenschaftlichen Theorien über Quantenphysik, Relativitätstheorie etc. p.p. seitenweise mit dem Leser spazieren, doch überzeugen tut er damit zumindest mich nicht um an der Story zu bleiben. Mich wundert der große Hype über diese eher lahme Geschichte die ich keinen Thriller nennen möchte, sondern eher eine Darstellung des allumfassenden Wissens des Autors, der sich zwar vielleicht gerne mit Autoren wie Dan Brown oder Frank Schätzing auf einer Ebene sieht, denen jedoch nicht das Wasser reichen kann. Schade, das Material hätte es sicherlich hergegeben, oder lag es etwa an der Übersetzung? Zweihundert Seiten weniger hätten dem Ganzen vielleicht auch gut getan. Mein Fazit: Leider nicht lesenswert.

Bewertung vom 12.04.2017
Man lernt nie aus, Frau Freitag!
Frau Freitag

Man lernt nie aus, Frau Freitag!


gut

Frau Freitag, eine mittelalte Lehrerin will ihren Führerschein machen und darf sich von nun an mit den Vorurteilen und Gemeinheiten der noch immer rückschrittlichen Welt der Fahrschulen auseinander setzen. Drei Fahrlehrer unterschiedlicher Lehransätze bringt sie durch, und der letzte der Reihe sie schließlich durch die Fahrprüfung. Frau Freitag ist eine lernfreudige Person mit Durchhaltevermögen und Ehrgeiz. Diese Eigenschaften helfen ihr auf dem steinigen Weg zur Fahrerlaubnis, kettenrauchende, gelangweilte, vermeintlich unterbezahlte und anzügliche jüngere und ältere Fahrunterweiser zu überstehen, und schließlich nach sage und schreibe zweiundzwanzig Wochen den heißbegehrten Lappen im zweiten Anlauf und unter Aufwendung mehrerer tausend Euro zu erringen. Leider hat Frau Freitag nicht gelogen, wenn sie die Marotten und speziellen Verhaltensweisen ihrer Fahrlehrer aufs genaueste beschreibt. Ob es an ihrem Alter liegen mag warum man sie z.T. unverschämt behandelt und wahrlich abzockt mag dahingestellt sein. Jedoch kann ich Frauen ab einem bestimmten Alter nur empfehlen sich eine Fahrlehrerin zu suchen, die Herren dieser Spezies nutzen ihre Macht in diesem Metier nach Strich und Faden aus.
Amüsant und manchmal etwas langatmig schildert die Autorin ihre Odyssee durch Berlins Strassen und ins Berliner Umland, bis sie sich endlich unterhaltsameren Dingen wie z. B. Autokauf und weiteren Trainingsfahrten mit dem Fiatpanda der Eltern widmen darf. Insgesamt ein bitter-witziges Buch, dass das Thema, manchmal, erschöpfend beschreibt. Mein Tipp: Niemals aufgeben, Frau Freitag hat es auch geschafft!

Bewertung vom 10.04.2017
Mit jedem Jahr
Van Booy, Simon

Mit jedem Jahr


ausgezeichnet

Harvey und Jason sind ein besonderes Paar - Vater und Tochter die durch eher tragische Umstände zueinander finden. Harvey ist eigentlich Jasons Nichte, die ihre Eltern durch einen Unfall im Alter von sechs Jahren verloren hat. Es gibt keine lebenden Verwandten außer Jason. Doch dieser hat vor vielen Jahren den Kontakt zu seinem geliebten Bruder abgebrochen nachdem er bei einer Prügelei seinen Gegner schwer verletzt hatte und dafür ins Gefängnis kam. Die beiden Brüder waren ursprünglich eng verbunden, was sich darin begründete, dass Jason seinen kleinen Bruder vor dem oft gewalttätigen Vater zu schützen versuchte, und schließlich nach dessen Tod die Familie zusammen hielt bis zu der verhängnisvollen Schlägerei. Nun steht er vor der Entscheidung seine ihm völlig unbekannte Nichte zu sich zu nehmen. Wanda die Sozialarbeiterin, die Harvey betreut, erkennt in Jason sehr wohl dessen Fähigkeit sich um seine Nichte zu kümmern. Mit einigen nicht ganz legalen Tricks schafft sie es die beiden zusammen zu bringen. Eine lebenslange Liebe nimmt so ihren Anfang. Wunderbar geschrieben und gelungen ins Deutsche übersetzt, erzählen abwechselnd Harvey und ihr Vater Jason jeweils aus ihrer Sicht ihrer beider gemeinsames Leben. Eine wunderschöne Geschichte zweier Menschen, die Dank einer tollen Frau, aus ihren ursprünglichen Verliererschicksalen ein würdiges Leben gestalten. Am Ende der Geschichte gibt es noch eine Überraschung die mit Jasons einstiger großen Liebe zu tun hat. Unbedingt lesen!!!