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Bibs
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Deutschland

Bewertungen

Insgesamt 8 Bewertungen
Bewertung vom 30.07.2018
Ins Dunkel
Harper, Jane

Ins Dunkel


gut

Thriller für Genre-Einsteiger

Der Thriller „Ins Dunkel“ von der Autorin Jane Harper führt fünf Frauen in den australischen Busch. Zweck ist eine Teambuilding-Maßnahme, organisiert von dem Unternehmen, in dem sie alle tätig sind. Ausgestattet sind die Frauen nur mit Kompass und Landkarte und müssen sich von Camp zu Camp in der Wildnis orientieren. Allerdings kehren nur vier der Frauen von der Tour zurück. Ausgerechnet die Polizei-Informantin Alice Russel ist verschwunden und die Ermittler müssen sie dringend finden, denn das Unternehmen steht unter dringendem Verdacht der Geldwäsche und die Ermittler sind im Zugzwang.

Das Buch lebt von den verschiedenen Erzählebenen. Auf der einen Seite geht um die Geschehnisse bei der Wanderung im australischen Busch, auf der anderen Seite die Suchaktion von Alice und die Ermittlungen der Polizei. In beiden Ebenen tauchen Rückblenden in die Vergangenheit auf.

Die Spannung bleibt meiner Meinung nach leider etwas auf Strecke. Für mich ist das Buch eher ein Psychogramm der Frauen, denn das Hauptaugenmerk wird auf die Beziehungen und Verstrickungen der Frauen untereinander gelegt. Daher würde ich das Buch eher Thriller-Novizen ans Herz legen, denn für einen ausgewachsenen Thriller fehlt es eindeutig an Spannung. Diese kommt erst im letzten Drittel des Buches auf.

Gut gefallen haben mir aber die Beschreibungen des australischen Busches, die atmosphärisch sehr dicht sind. Hier liegen eindeutig die Stärken von Jane Harper.

Bewertung vom 11.05.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


sehr gut

Protagonisten dieses Thrillers sind zwei "aussortierte" Detektives. Beide sind bei ihrem Vorgesetzten in Ungnade gefallen. Quasi zur Strafe werden sie in den Keller abgeschoben, um die ungelösten Cold Cases der letzten Jahre aufzuarbeiten. Zum einen ist da der Detective Gabriel Dickinson, der bei einem tragischen Unfall seinen Schwager verlor und dessen Ehe daran zerbrach. Er versucht das Ganze mit Hilfe von immensem Alkoholkonsum zu betäuben. Zum anderen gibt es die Ermittlerin Marta Rodriguez, die ohne Absicht ihren Partner während eines Einsatzes erschoss und noch massiv mit diesen Dämonen zu kämpfen hat.

Zunächst wenig motiviert stellen sie die beiden ihrer neuen Aufgabe und wühlen sich durch schier endlose Aktenstapel, ohne einen Anhaltspunkt zum Wiederaufrollen zu finden. Doch schließlich fallen Marta vier ungewöhnliche Fälle auf. Alle wurden von dem damaligen Dream-Team des Dezernats bearbeitet. Ungewöhnlich an diesen Fällen ist, dass sie nicht aufgeklärt wurden, obwohl das Dream-Team sonst eine irrwitzige Erfolgsquote vorweisen konnte. Marta und Gabe rollen diese Fälle wieder auf und alle münden in das Verschwinden der damals 13jährigen Tessa. Auch nach Jahren wurde die Leiche des Mädchens nie gefunden. Gibt es hier einen Zusammenhang? Marta und Gabe versuchen, die losen Enden miteinander zu verknüpfen. Sie treten so manchem auf die Füße und es gibt den ersten Toten.

Mein Fazit:
Auf John Katzenbach ist Verlass, er gehört schließlich zur Thriller-Elite. Und so liefert er auch in diesem Thriller wieder perfekt ab. Die Handlung ist zwar nicht ganz so action-reich, denn schließlich werden ja die Cold Cases aufgerollt. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch, denn der Leser wird ständig auf falsche Fährten gelockt und fiebert mit Marta und Gabe mit.

Auffällig ist die Ähnlichkeit zu Jussi Adler-Olsen und seiner Reihe um das Dezernat Q: kantige Ermittler, Cold Cases und ein Büro im Keller.

Ein sehr fesselnder Thriller mit einem sehr ungewöhlichen Motiv!

Bewertung vom 13.02.2017
Saures
Janssen, Freddie

Saures


sehr gut

Hier gibt's ordentlich Saures!

Ein Rezeptbuch, bei dem es auf gut 130 Seiten ordentlich Saures gibt! Die zahlreichen, abwechselungsreichen Rezepte haben mich voll überzeugt und mit dem Virus "Fermentieren" und "Einlegen" infiziert. Der Rezeptteil ist in die Bereiche Pickles, Fermentieren, Saucen und Getränke unterteilt. Dazu gibt es noch reichlich Hintergrundinformationen, die auch einem totalen Neuling wie mir den Einstieg erleichtern.

Das Design ist nüchtern und ohne Schnörkel und passt somit perfekt zu Thema der Rezepte.

Die Rezepte sind sehr ausgefallen und nichts Alltägliches. Dies wird bereits beim ersten Blick auf die Zutatenlisten deutlich. Reisessig und Limettenblätter waren bis dato nicht in meiner Küche vorhanden, und ich musste sie mir erst einmal zulegen. Anderen Einsteigern wird es hier ähnlich gehen.

Besonders gereizt haben mich die Kimchi-Rezepte, denn ich hatte schon so einiges davon gehört, es bisher aber nicht probiert. Das erste Rezept habe ich bereits angesetzt und bin schon sehr gespannt auf mein Resultat.

Dieses Rezeptbuch ist allen zu empfehlen, die mal etwas Neues ausprobieren möchten und Abwechselung suchen. Allerdings sollte man hierzu offen für so manche Geschmackexplosion sein, besonders was Scharfes, Saures und Pikantes betrifft. Reine Naschkatzen könnten hier etwas zu kurz kommen.

Bewertung vom 13.02.2017
Rain Dogs / Sean Duffy Bd.5
McKinty, Adrian

Rain Dogs / Sean Duffy Bd.5


sehr gut

"Rain Dogs" ist der fünfte Band um den Polizisten Sean Duffy und spielt in Nordirland. Er lässt sich aber unabhängig von den Vorgängerbänden lesen, denn die Story ist autark zu sehen. Sean Duffy wird zum Carrickfergus Castle gerufen, in dessen Hof die Journalisting Lily Bigelow Selbstmord begangen haben soll. Schnell wird Duffy aber misstrauisch, denn einige Details geben ihm zu denken. Bei den Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass die Journalistin an Enthüllungen im Bereich der Korruption und des Amtsmissbrauchs recherchiert hat, und das innerhalb der höchsten Regierungskreise. Es stellt sich die Frage, wer Lily umgebracht hat und was er damit vertuschen wollte.

Mein Fazit:
Spannende und fesselnde Unterhaltung mit politischem Hintergrund! Der Schluss hat mich völlig überrascht, denn hiermit habe ich definitiv nicht gerechnet. Wie schon erwähnt, lässt sich der Band unabhängig von den anderen Büchern lesen, ohne das Lesevergnügen zu mindern. Ein Buch, dass ich auf jeden Fall empfehlen kann!

Bewertung vom 24.01.2017
Minus 18 Grad / Fabian Risk Bd.3
Ahnhem, Stefan

Minus 18 Grad / Fabian Risk Bd.3


sehr gut

„Minus 18°“ ist ein Kriminalroman um den schwedischen Polizisten Fabian Risk. Das Cover ist sehr düster in schwarz-weiß mit roter Schrift gehalten und der eigentliche Auslöser für mich, das Buch auszuwählen.

Es handelt sich bei dem Buch um den bereits dritten Band einer Reihe um den o.g. Protagonisten. Man muss die vorhergegangenen Bände nicht zwingend gelesen haben, es ist aber durchaus empfehlenswert, denn es erleichtert den Einstieg in das Buch durchaus. Es gibt eine Vielzahl von Nebenfiguren, die teils beruflich, teils privat miteinander verbunden sind. Manche werden genauer charakterisiert, manche werden nur namentlich erwähnt. Dies hat es mir stellenweise wirklich erschwert, den Überblick zu behalten, so dass ich zurückblättern musste, um noch einmal nachzulesen. Dies könnte aber der Tatsache geschuldet sein, dass ich die Vorgängerbücher nicht kenne. Ähnlich liegt es mit den Anspielungen auf Geschehnisse aus der Vergangenheit. So wird z.B. auf Stockholm im Jahre 2009 verwiesen, aber leider nicht einmal im Nebensatz erklärt, was denn damals vorgefallen ist. Für mich als Quereinsteiger etwas schwierig.

Hinzu kommt, dass zwei Handlungsstränge parallel erzählt werden. Zum einen gibt Kommissar Risk, der die Todesfälle in Helsingborg untersucht und zum anderen die Gewalttaten gegen Obdachlosen, die die Polizistin Dunja untersucht. Dies ist ja nichts ungewöhnliches, jedoch habe ich bis zum Schluss darauf gehofft, dass die beiden Stränge miteinander verbunden werden. Leider passiert dies nur am Rande und war für mich dann leider doch nicht ganz zufriedenstellend.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, so dass sich das Buch sehr gut lesen lässt. Auch die typsich skandinavische Stimmung wird sehr gut transportiert. Ich kann das Buch all jenen Lesern empfehlen, denen diese typischen Zutaten gefallen, allerdings empfehle ich, die Bücher dieser Reihe in chronologischer Reihenfolge zu lesen, um maximalen Lesespaß heraus zu holen. Alles in allem ein solider Krimi.

Bewertung vom 17.11.2016
Im dunklen, dunklen Wald
Ware, Ruth

Im dunklen, dunklen Wald


sehr gut

Dieses Buch ist wie eine Achterbahnfahrt! Es startet fulminant und man ist als Leser sofort mitten in der Geschichte. Die Stimmung ist von Anfang an bedrückend, so dass direkt klar wird, dass etwas Unheilvolles geschehen wird. Leider ebbt die Spannungsspitze wieder an, als die Teilnehmer des Junggesellinnenabschieds am Glas-Haus ankommen. Der Abend entgleist immer mehr und man kommt sich vor, wie auf einer Teenager-Party, wenn sie das erste Mal eine sturmfreie Bude haben. Es lohnt sich aber sehr, über diese kleine Schwachstelle hinwegzulesen und durchzuhalten, denn etwa ab der Hälfte des Buches nimmt die Spannung derart zu, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Der Rest der Geschichte entschädigt dann dafür! Das Ende ist sehr überraschend!

Das Buch ist in einem sehr eingängigen Stil geschrieben, so dass man es flott durchlesen kann.

Nach und nach erhält der Leser Einblick in die verschiedenen Protagonisten, ihre Charaktere und Verbindungen zueinander. Schnell wird klar, dass jeder von ihnen Altlasten mit sich trägt und diese größtenteils psychologisch noch lange nicht aufgearbeitet hat.

Besonders die Beziehung zwischen Leonora und Clare finde ich sehr interessant und aufschlussreich.

Mit Leonora konnte ich mich lange Zeit nicht identifizieren. Nach und nach ist sie mir aber immer mehr ans Herz gewachsen.

Wer eine spannende Geschichte mit psychologischen Verwicklungen sucht, dem sei dieses Buch sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 17.11.2016
Mooresschwärze: Thriller
Shepherd, Catherine

Mooresschwärze: Thriller


sehr gut

Im Moor wird eine weibliche Leiche mit einem seltsamen Tattoo auf dem Bauch gefunden. Der Ermittler Florian Kessler holt sich die Verstärkung von der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Doch auf dem Weg in die Rechtsmedizin verschwindet die Leiche auf mystriöser Weise. Julia Schwarz ist überaus engagiert, auch noch weit über ihren eigentlichen Aufgabenbereich hinaus. Dies katapultiert sie geradezu in eine fesselnde Jagd nach dem Mörder, in dessen Verlauf Julia und Florian noch über weitere Frauenleichen stolpern.

Das Buch ist durchweg spannend geschrieben. Der Schreibstil ist sehr eingängig, so dass sich das Buch flott durchlesen lässt. Es handelt sich hierbei um den Auftakt einer neuen Reihe um den Ermittler Florian Kessler und die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Diese Teamkombination ist nichts neues, funktioniert hier aber sehr gut, weil sich die beiden Charaktere super ergänzen. Zusätzlich bahnt sich noch eine kleine Romanze zwischen den beiden an. Die Charaktere hätten für meinen Geschmack noch etwas komplexer sein dürfen. Aber, da es sich ja um den ersten Band dieser neuen Reihe handelt, ist hier in den Folgebüchern noch Platz nach oben und man kann auf mehr hoffen.

Stellenweise rutscht das Buch meiner Meinung nach etwas zu sehr ins Indiana-Jones-Gefilde ab. Hiervon hätte es für einen Geschmack etwas weniger sein dürfen oder aber es hätte mehr geschichtlicher Fakten bedurft, um das ganze etwas mehr in die belegbare Richtung zu drehen.

Alles in allem hat mir das Buch jedoch sehr gut gefallen und es hat mich sehr gut unterhalten. Ich bin schon gespannt, wie es mit Florian und Julia weitergeht!