Benutzername: Miss Marple
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Bewertungen

Insgesamt 29 Bewertungen
Bewertung vom 19.07.2017
Die Morde von Morcone / Robert Lichtenwald Bd.1
Ulrich, Stefan

Die Morde von Morcone / Robert Lichtenwald Bd.1


sehr gut

Lichtenwalds erste Runde

Der Autor verlangt dem Leser schon im Prolog viel ab, werden wir doch Zeuge des Mordes an einer jungen Frau. Wenig später lernen wir Robert Lichtenwald kennen, ein ehemaliger Strafverteidiger aus München, der sich in die Toskana zurückzog, um sich nach einer schwierigen Zeit wieder zu sammeln und neu zu finden. Doch alles, was er in seiner neuen Heimat- in der er ein kleines Bauernhaus auf dem Gut des Conte di Montecivetta sein eigen nennt- findet, ist auf einem gemeinsamen Ausflug mit dem Conte in den Naturpark Maremma die Leiche jener jungen Frau aus dem Prolog. Schnell erkennen beide, dass sie oder auch er, denn sie haben es hier mit einem Hermaphroditen zu tun, wohl von dem Straßenstrich stammen muss, an dessen nächtlichen Überresten sie gerade vorbeigekommen sind. Schnell entspinnen sich in den kleinen Ort Marcone Gerüchte über den möglichen Täter. Schon bald gerät Lichtenwald mitten hinein in die Ermittlungen und folgt gemeinsam mit der Lokalreporterin Giada Bianchi, die das Schreibwarengeschäft ihrer Eltern im Ort führt, den Spuren des vermeintlichen Täters.
Die Geschichte ist spannend geschrieben, wird doch der Leser lange im Ungewissen gelassen und ermittlungstechnisch auf Irrwege geführt. Stefan Ulrich führt uns aus verschiedenen Blickwinkeln an die Lösung des Falles heran, denn er stellt nicht nur die ermittelnden Beamten in den Mittelpunkt, sondern lässt Laien-wie Lichtenwald und Giada- die Ermittlungen mit beeinflussen. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Trotzdem wünsche ich mir bei einer möglichen Fortsetzung, dass die Figuren noch stärker gezeichnet werden und für den Leser in ihrer Person noch charakteristischer werden. Außerdem sollten eventuell in einem Glossar die verwendeten italienischen Wörter erklärt werden-denn nicht jeder Leser verfügt über dementsprechende Sprachkenntnisse, zumal der Autor sie unverhältnismäßig oft verwendet.
Bleibt für den Leser zu hoffen, dass Lichtenwald bald wieder in seinem Bauernhaus in der Maremma kocht und guten Wein genießt, seinen neu angelegten Garten pflegen kann und vielleicht mit Giada einem neuen Verbrechen auf der Spur ist. In der Zwischenzeit könnte ja der reisebegeisterte Leser vor Ort die wunderschöne und geschichtsträchtige Landschaft der Südtoskana besuchen.

Bewertung vom 11.07.2017
Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1
Gallert, Peter; Reiter, Jörg

Glaube Liebe Tod / Martin Bauer Bd.1


ausgezeichnet

Martin Bauers erste Runde
Mit Gottvertrauen stürzt sich der Polizeiseelsorger Martin Bauer in den Rhein, darauf hoffend, dass ihn der eigentliche Selbstmörder, der Polizist Walter Keunert, zu dem er gerufen wurde, rettet. Gelingt dies noch, muss er wenige Stunden später verstellen, dass sein „Retter“ tot ist. Jedoch kann er den scheinbar offensichtlichen Selbstmord des Beamten vom Dach eines Parkhauses nicht so schnell akzeptieren und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Die Autoren schaffen mit ihrer Figur Martin Bauer einen neuen Blick auf dem Ermittleralltag- ist doch Bauer Polizeiseelsorger. In dieser Funktion überschreitet er schon mal die Grenzen seines Berufes, weil dieser für ihn eine Berufung ist und er durch gute Menschenkenntnis und eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe oft den polizeilichen Ermittlungen einen Schritt voraus ist. Der Leser begleitet ihn auf seinen Runden durchs Duisburger Milieu, wo er mit denen, die am Rande der Gesellschaft leben-Alkoholiker, Obdachlose, Prostituierte- ins Gespräch kommt und so wichtige Informationen für „seine“ Ermittlungen erhält. Martin Bauer ist dem Leser sympathisch, verbeißt er sich doch wie ein Terrier in den Fall, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Jedoch ist er nicht frei von Fehlern- denn er bringt entgegen eines festen Vorsatzes, nie die Arbeit in sein Haus zulassen, am Ende seine Familie und sich selbst in Gefahr.

Bewertung vom 07.07.2017
Targa - Der Moment, bevor du stirbst
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst


sehr gut

Die Jägerin
Hier werden am Anfang echt alle Register der Spannung gezogen- zwei Säuglinge, die an einem eiskalten Tag an einem Krankenhaus ausgesetzt werden und deren junge Mutter Luisa kurz darauf von einer Brücke springt. Eine scheinbar verwirrte Frau, die sich in einem Supermarkt erschießt, bei sich hatte sie eine Puppe mit Haaren von vier verschiedenen toten Mädchen. Erik, der als Wachmann auf einer einsamen norwegischen Insel in einem Hochsicherheitsgefängnis der NATO arbeitet und seine Feuertaufe in der Zelle eines berüchtigten Verbrechers erhält. Und zu guter Letzt Targa, Ermittlerin der Sonderabteilung K2, die in einem Wohnwagen haust und nun die Fäden zu einem Knäul zusammen bringen soll. Mit ihr schafft das Autorenpaar eine Heldin, die schwer mit ihrem persönlichen Schicksal zu kämpfen hat, ist sie doch auf der Suche nach dem Mann, der sie vor 30 Jahren mit ihrer Zwillingsschwester vor einem Krankenhaus aussetzten ließ. Als sie den Auftrag erhält, undercover hautnah an den verdächtigen Professor Sandman heranzukommen und ihn als Serienmörder zu überführen, gerät die sonst so starke junge Frau, die von sich selbst glaubt, keine Gefühle zu haben, schnell an ihre Grenzen und wird in einem unbedachten Moment von der Jägerin zur Gejagten. Mehr sei vom Inhalt nicht verraten.
Es steht außer Frage, dass das Buch sehr spannend ist, jedoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, bestimmte Prototypen wiederzuerkennen – den überaus intelligente und charmante Serientäter, die taffe, leicht autistisch anmutende Agentin und den um sie besorgten Vorgesetzte aus ihrer Spezialeinheit. Hat irgendwie alles etwas von Fernsehen. So muten auch viele Szenen an- kurz, prägnant, schnell aufeinanderfolgend-wie in einem Drehbuch.
Obwohl es gelingt, den eigentlichen Fall zum Ende abzuschließen- das war bei der Konstruktion des Romans bereits vorhersehbar, hier bleiben die Autoren der Dramaturgie nicht ganz treu- bleibt das Buch am Ende offen und der Leser bleibt gespannt zurück, wie es nun in Targas Leben weitergeht. Die Fortsetzung wird angekündigt.

Bewertung vom 02.07.2017
Teufelskälte / Kommissar Tommy Bergmann Bd.2
Sveen, Gard

Teufelskälte / Kommissar Tommy Bergmann Bd.2


sehr gut

Tommy Bergmanns zweite Runde

Hatte Teil 1 der Reihe um den Kommissar Tommy Bergman aus Oslo noch einen geschichtlich-politischen Hintergrund, so führt der Autor die Leser diesmal weit zurück in Tommys eigene Vergangenheit.
Nachdem die furchtbar zugerichtete Leiche einer Prostituierten gefunden wird, erkennt Tommy Bergmann bald Parallelen zu einem Mädchenmord vor 16 Jahren, als er ein ganz junger Polizist war. Ihm scheint ein Zusammenhang kaum möglich, da sich der Täter seitdem in einer Hochsicherheitsklinik befindet. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech hat er nur eine Woche Zeit, zwischen dem alten und neuen Fall eine Verbindung zu finden.
Der Autor zeichnet mit Tommy Bergmann einen Kommissar, der nicht nur mit positiven Eigenschaften ausgestattet ist. Schwer hat er an seiner eigenen Aggressivität gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu tragen, weswegen er sich auch in Therapie befindet. Oft sieht er sich deshalb mit den Tätern auf einer Stufe.
Besonders gefallen hat mir seine neue Kollegin Susanne, die sich von ihrem Mann getrennt hat und nun alle Hürden einer alleinerziehenden Mutter zu nehmen hat und sich vielen Vorurteilen ihrer männlichen Kollegen gegenübersieht. Sie ist stolz, möchte für ihre Leistungen als Polizisten anerkannt werden und verbeißt sich mit Eifer in diesen Fall.
Obwohl der wesentliche Teil des Falles gelöst ist, konstruiert der Autor für den Leser ein offenes Ende und lässt uns im Nachwort schon einen kleinen Blick auf den nächsten Fall werfen.

Bewertung vom 10.06.2017
Roofer
Wilke, Jutta

Roofer


ausgezeichnet

„Es ist der Kick“

Auf ihre Frage, warum die Clique auf die Dächer der höchsten Gebäude der Stadt oder auf riesige Baukräne klettert, erhält Alice die Antwort: „Wenn du es einmal gespürt hast, willst du es immer wieder spüren.“ (S.93)
Alice lernt durch ihre Freundin Nesti eine Gruppe junger Roofer kennen, die ihre Freizeit über den Straßen der Großstadt verbringen, indem sie von deren höchsten Dächern auf die Welt heruntersehen.
Was spüren sie, diese jungen Leute, die sich nachts treffen und die waghalsigsten Klettertouren hoch über den Dächern von Frankfurt unternehmen, diese filmen und ins Netzt stellen? Sie glauben die Freiheit zu spüren. Frei sein von der Familie, von der Schule, von gesellschaftlichen Zwängen. Aber sind sie wirklich frei? Oder unterliegen sie nicht auf der Suche nach ihrer Freiheit wiederum Zwängen, die sie in lebensgefährliche Situationen bringen?
„Roofer“ ist ein Roman über Neid, Eifersucht, Rivalität und Macht aber auch ein Appell an die Freundschaft und Liebe. Mit großer Spannung führt die Autorin ihren Leser durch das Gefühlschaos junger Menschen, die auf der Suche nach ihrem eigenen Weg durchs Leben sind. Sehr lesenswert.

Bewertung vom 28.05.2017
Wenn das Eis bricht
Grebe, Camilla

Wenn das Eis bricht


gut

Wenig Thriller, mehr Lebensgeschichten
Gleich zu Beginn schockt die Autorin den Leser mit einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche, deren abgetrennter Kopf aufrecht stehend mit geöffneten, festgeklebten Augen die ermittelnden Beamten „anblickt“, als sie zum Tatort kommen. Die Wohnung des berühmten Modehaus-Geschäftsmann Jesper Orre ist verlassen, von ihm fehlt jede Spur. Die Ermittler Peter und Manfred erkennen alsbald Ähnlichkeiten zu einem Fall vor zehn Jahren und erinnern sich an Hanne, die als Kriminalpsychologin bei diesem Fall mitgeholfen hat. Auch jetzt holen sie sie mit ins Boot.
In einen Art Sternenmarsch lässt die Autorin den Leser sich der Aufklärung des Verbrechens nähern. Langsam tauchen wir ein in die Gedanken - und Gefühlswelt der drei Ich-Erzähler jedes einzelnen Erzählstranges. Hanne, Peter und Emma, eine junge Verkäuferin aus einem der Modegeschäfte Orres, sind auf unterschiedliche Weise mit den Ermittlungen verbunden und erzählen dem Leser im Verlaufe des Buches aus ihrem Leben, das voll von persönlichen Schicksalsschlägen auf die unterschiedlichsten Art und Weise verläuft.
So furchtbar das Verbrechen auch am Anfang dargestellt ist, ist der Roman eher eine Kombination aus Kriminalfall und Lebensgeschichten, wobei diese im Mittelpunkt stehen. Das Buch ist zwar spannend, aber der wirkliche Thrill gelingt der Autorin in meinen Augen nicht.

Bewertung vom 03.05.2017
Das Brombeerzimmer
Töpfer, Anne

Das Brombeerzimmer


gut

Im Marmeladenschlaraffenland
Marmelade zu kochen ist Noras Rettungsanker- denn seit über einem Jahr ist ihr Mann Julian tot und um ihre Trauer zu verarbeiten, kocht sie jeden Sonntag Marmelade ein und bewahrt die Gläser im Arbeitszimmer ihres Mannes auf. Im Nachlass ihres Mannes findet sie erst spät ein Geschenk seiner Großtante an Nora- selbstgekochte Marmelade und das Familienrezept dazu. Nora macht sich auf die Suche nach dieser bis dahin unbekannten Großtante und stößt auf ein langgehütetes Familiengeheimnis.
Die Autorin schreibt eine einfühlsame Geschichte um alte und neue Freundschaften, Familienbande, Liebe und Trauer.
Ich persönlich habe aber beim Lesen bald gemerkt, dass diese Art Roman nicht so mein Fall ist. Die Charaktere bleiben oberflächlich. Bei allem Verständnis für Trauerbewältigung, hat dieses Thema in meinen Augen die Geschichte zu sehr dominiert. Irgendwie fühlt sich die Geschichte unfertig an, zu viele Fäden wurden gesponnen, deren Enden jedoch noch nicht zusammengekommen sind.
Eine nette Idee war es aber, kochbegeisterten Leserinnen die Rezepte zum Buch mitzuliefern.

Bewertung vom 16.04.2017
Gefährlicher Lavendel / Leon Ritter Bd.3
Eyssen, Remy

Gefährlicher Lavendel / Leon Ritter Bd.3


ausgezeichnet

Späte Rache
Remy Eyssen legt mit „Gefährlicher Lavendel“ nun den 3. Teil seiner Krimireihe um den deutschen Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter vor.
Mittlerweile hat sich Leon Ritter schon in seiner neuen Heimat eingelebt und genießt das Leben im Südfrankreich. Viel Zeit verbringt er in seinem Weinberg und hat in der Kommissarin Isabelle Morell, der örtlichen stellvertretenden Polizeichefin, auch wieder sein persönliches Glück gefunden, nachdem ihm im ersten Band ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag dazu bewegte, sein Heimatstadt Frankfurt zu verlassen.
Als Gerichtsmediziner steht er nun einem brutalen Verbrechen gegenüber, das ihm zwei grausam zugerichtete Leichen auf den Obduktionstisch bringt. Er betrachtet die Opfer nicht als „Beweismittel“, sondern ist stets bemüht, die Wahrheit über ihr Sterben herauszufinden, auch wenn es bedeutet, dass er weit über seine eigenen Kompetenzen als Rechtsmediziner agiert. So auch hier. Als der dritte Tote auftaucht, geht er auf intensive Spurensuche, was auch in diesem Fall für ihn wieder sehr gefährlich wird- ist er doch einem Geheimnis auf der Spur, was viele Jahrzehnte zurückliegt.
Die Reihe und auch der aktuell vorliegende Band gefallen mir sehr gut. Eyssen zeichnet authentische Figuren, die sich in ihrem Beruf für die gerechte Sache engagieren und auch hier manche Klippe umschiffen müssen. Isabell muss täglich bei ihren Kollegen „ihren Mann stehen“ und gerät durch ihre persönliche Beziehung zu Leon auch schon mal ins Kreuzfeuer. Auch als Mutter einer 16-Jährigen, die versucht sich abzunabeln, hat sie so manche Auseinandersetzung zu führen und in Leon immer einen verständnisvollen Partner. Leon ist äußerst sympathisch. Er liebt guten Wein und die französische Küche und den Tratsch auf dem Bouleplatz, wo er für „seine“ Ermittlungen wichtige Neuigkeiten erfährt.
Bei diesen Teil besteht sogar eine Verbindung zwischen dem Title und den aktuellen Fällen, denn Leon findet bei den Toten trockene Lavendelblüten, die ihn schlussendlich in eine alte Seifenfabrik führen.
Man muss die vorhergehenden Bände nicht kenne, um mit diesem Krimi gut unterhalten zu werden, aber es ist interessant, die Entwicklung der Figuren zu verfolgen, was ja einer Reihe Sinn gibt. Der interessierte Leser hofft eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Bewertung vom 16.04.2017
Wünsche, die uns tragen
Hughes, Kathryn

Wünsche, die uns tragen


sehr gut

Das Geheimnis
Als die jungen Eltern Beth und Micheal erfahren, dass sie nicht als Spender einer Niere für ihren 5-jährigen Sohn geeignet sich, bricht für sie eine Welt zusammen. Umso schlimmer ist für Beth die Situation, da gerade auch ihre Mutter verstorben ist und den Namen ihres Vaters mit ins Grab genommen hat. Ihr bleibt nun nur die Hoffnung, in den hinterlassenen Papieren ihrer Mutter einen Hinweis zu finden. So stößt sie auf einen alten Zeitungsartikel über einen Verkehrsunfall im Jahr 1976, ihrem eigenen Geburtsjahr und der eng mit ihrem Schicksal verbunden ist.
Im Rückblick erzählt, erlebt der Leser eine berührende Familiengeschichte, die Menschen zeigt, die in einer Notsituation Entscheidungen treffen mussten, die ihr eigenes und das Leben andere über viele Jahrzehnte hin beeinflussten. Das Buch ist so spannend wie ein Krimi, dass man es nur schwer zur Seite legen kann, bis nicht auch die letzte Seite gelesen ist. Es berührt den Leser und zeigt, dass elterliche Liebe ein starkes Band ist und am Ende die Wünsche, die uns tragen, auch erfüllt werden können.

Bewertung vom 10.04.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


ausgezeichnet

Die Büchse der Pandora
Als Gabriel(Gabe)Dickinson und Marta Rodriguez-Johnson die eigens für sie gegründete Abteilung der „Cold Cases“ übernehmen, sind beide Ermittler schwer von persönlichen Schicksalsschlägen getroffen. Gabe verlor bei einem Segelausflug durch ein furchtbares Unwetter unverschuldet seinen Schwager und in der Folge trennte sich seine Frau von ihm. Er fiel in ein tiefes Loch. Marta erschoss bei einem Drogeneinsatz versehentlich ihren Partner. Nun sollen sich die beiden, für ihre Vorgesetzten unbequemen Ermittler, alten Fällen widmen.
Schon bald erkennen sie in den alten Ermittlungsakten Unstimmigkeiten bei vier Mordfällen und einem Vermisstenfall. Als sie sich intensiver mit den Vorfällen beschäftigen, merken sie, dass sie wahrscheinlich die Büchse der Pandora geöffnet haben, denn ihr Verdacht geht bis in die eigenen Reihen zurück. Zunehmend werden sie von einem Netz von Lügen und Intrigen umgeben und der Weg zur Wahrheit wird auch für sie gefährlich.
Der Leser lernt hier zwei Detectives kennen, die sich trotz aller Unterschiede- Herkunft, Werdegang und Temperament- schnell zu einem Team zusammenfinden, um die alten Fälle zum Abschluss zu bringen, die aber auch durch eigenmächtige Aktionen schnell ins Visier ihrer Gegner geraten.
„Die Grausamen“ ist meine erste Begegnung mit dem Autor und ich bin begeistert. Ich war gefesselte von dem spannenden Fall- der vor allem in der zweiten Hälfte an Fahrt aufnimmt-und noch mehr von Gabe und Marta, denen es trotz ihrer eigenen Probleme und Schwierigkeiten, die ihnen bei der Ermittlung begegnen, gelingt, eine lang gehütetes Geheimnis zu lüften.
Auch wenn der Autor meiner Recherche nach keinen Reihen schreibt, wäre mit den beiden Ermittlern eigentlich ein Grundstein für eine solche gelegt, da besonders der Schluss noch einiges in ihrem Leben offen lässt und man als Leser gern erfahren würde, wie es weitergeht.