Benutzername: Miss Marple
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 25 Bewertungen
Bewertung vom 10.06.2017
Roofer
Wilke, Jutta

Roofer


ausgezeichnet

„Es ist der Kick“

Auf ihre Frage, warum die Clique auf die Dächer der höchsten Gebäude der Stadt oder auf riesige Baukräne klettert, erhält Alice die Antwort: „Wenn du es einmal gespürt hast, willst du es immer wieder spüren.“ (S.93)
Alice lernt durch ihre Freundin Nesti eine Gruppe junger Roofer kennen, die ihre Freizeit über den Straßen der Großstadt verbringen, indem sie von deren höchsten Dächern auf die Welt heruntersehen.
Was spüren sie, diese jungen Leute, die sich nachts treffen und die waghalsigsten Klettertouren hoch über den Dächern von Frankfurt unternehmen, diese filmen und ins Netzt stellen? Sie glauben die Freiheit zu spüren. Frei sein von der Familie, von der Schule, von gesellschaftlichen Zwängen. Aber sind sie wirklich frei? Oder unterliegen sie nicht auf der Suche nach ihrer Freiheit wiederum Zwängen, die sie in lebensgefährliche Situationen bringen?
„Roofer“ ist ein Roman über Neid, Eifersucht, Rivalität und Macht aber auch ein Appell an die Freundschaft und Liebe. Mit großer Spannung führt die Autorin ihren Leser durch das Gefühlschaos junger Menschen, die auf der Suche nach ihrem eigenen Weg durchs Leben sind. Sehr lesenswert.

Bewertung vom 28.05.2017
Wenn das Eis bricht
Grebe, Camilla

Wenn das Eis bricht


gut

Wenig Thriller, mehr Lebensgeschichten
Gleich zu Beginn schockt die Autorin den Leser mit einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche, deren abgetrennter Kopf aufrecht stehend mit geöffneten, festgeklebten Augen die ermittelnden Beamten „anblickt“, als sie zum Tatort kommen. Die Wohnung des berühmten Modehaus-Geschäftsmann Jesper Orre ist verlassen, von ihm fehlt jede Spur. Die Ermittler Peter und Manfred erkennen alsbald Ähnlichkeiten zu einem Fall vor zehn Jahren und erinnern sich an Hanne, die als Kriminalpsychologin bei diesem Fall mitgeholfen hat. Auch jetzt holen sie sie mit ins Boot.
In einen Art Sternenmarsch lässt die Autorin den Leser sich der Aufklärung des Verbrechens nähern. Langsam tauchen wir ein in die Gedanken - und Gefühlswelt der drei Ich-Erzähler jedes einzelnen Erzählstranges. Hanne, Peter und Emma, eine junge Verkäuferin aus einem der Modegeschäfte Orres, sind auf unterschiedliche Weise mit den Ermittlungen verbunden und erzählen dem Leser im Verlaufe des Buches aus ihrem Leben, das voll von persönlichen Schicksalsschlägen auf die unterschiedlichsten Art und Weise verläuft.
So furchtbar das Verbrechen auch am Anfang dargestellt ist, ist der Roman eher eine Kombination aus Kriminalfall und Lebensgeschichten, wobei diese im Mittelpunkt stehen. Das Buch ist zwar spannend, aber der wirkliche Thrill gelingt der Autorin in meinen Augen nicht.

Bewertung vom 03.05.2017
Das Brombeerzimmer
Töpfer, Anne

Das Brombeerzimmer


gut

Im Marmeladenschlaraffenland
Marmelade zu kochen ist Noras Rettungsanker- denn seit über einem Jahr ist ihr Mann Julian tot und um ihre Trauer zu verarbeiten, kocht sie jeden Sonntag Marmelade ein und bewahrt die Gläser im Arbeitszimmer ihres Mannes auf. Im Nachlass ihres Mannes findet sie erst spät ein Geschenk seiner Großtante an Nora- selbstgekochte Marmelade und das Familienrezept dazu. Nora macht sich auf die Suche nach dieser bis dahin unbekannten Großtante und stößt auf ein langgehütetes Familiengeheimnis.
Die Autorin schreibt eine einfühlsame Geschichte um alte und neue Freundschaften, Familienbande, Liebe und Trauer.
Ich persönlich habe aber beim Lesen bald gemerkt, dass diese Art Roman nicht so mein Fall ist. Die Charaktere bleiben oberflächlich. Bei allem Verständnis für Trauerbewältigung, hat dieses Thema in meinen Augen die Geschichte zu sehr dominiert. Irgendwie fühlt sich die Geschichte unfertig an, zu viele Fäden wurden gesponnen, deren Enden jedoch noch nicht zusammengekommen sind.
Eine nette Idee war es aber, kochbegeisterten Leserinnen die Rezepte zum Buch mitzuliefern.

Bewertung vom 16.04.2017
Gefährlicher Lavendel / Leon Ritter Bd.3
Eyssen, Remy

Gefährlicher Lavendel / Leon Ritter Bd.3


ausgezeichnet

Späte Rache
Remy Eyssen legt mit „Gefährlicher Lavendel“ nun den 3. Teil seiner Krimireihe um den deutschen Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter vor.
Mittlerweile hat sich Leon Ritter schon in seiner neuen Heimat eingelebt und genießt das Leben im Südfrankreich. Viel Zeit verbringt er in seinem Weinberg und hat in der Kommissarin Isabelle Morell, der örtlichen stellvertretenden Polizeichefin, auch wieder sein persönliches Glück gefunden, nachdem ihm im ersten Band ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag dazu bewegte, sein Heimatstadt Frankfurt zu verlassen.
Als Gerichtsmediziner steht er nun einem brutalen Verbrechen gegenüber, das ihm zwei grausam zugerichtete Leichen auf den Obduktionstisch bringt. Er betrachtet die Opfer nicht als „Beweismittel“, sondern ist stets bemüht, die Wahrheit über ihr Sterben herauszufinden, auch wenn es bedeutet, dass er weit über seine eigenen Kompetenzen als Rechtsmediziner agiert. So auch hier. Als der dritte Tote auftaucht, geht er auf intensive Spurensuche, was auch in diesem Fall für ihn wieder sehr gefährlich wird- ist er doch einem Geheimnis auf der Spur, was viele Jahrzehnte zurückliegt.
Die Reihe und auch der aktuell vorliegende Band gefallen mir sehr gut. Eyssen zeichnet authentische Figuren, die sich in ihrem Beruf für die gerechte Sache engagieren und auch hier manche Klippe umschiffen müssen. Isabell muss täglich bei ihren Kollegen „ihren Mann stehen“ und gerät durch ihre persönliche Beziehung zu Leon auch schon mal ins Kreuzfeuer. Auch als Mutter einer 16-Jährigen, die versucht sich abzunabeln, hat sie so manche Auseinandersetzung zu führen und in Leon immer einen verständnisvollen Partner. Leon ist äußerst sympathisch. Er liebt guten Wein und die französische Küche und den Tratsch auf dem Bouleplatz, wo er für „seine“ Ermittlungen wichtige Neuigkeiten erfährt.
Bei diesen Teil besteht sogar eine Verbindung zwischen dem Title und den aktuellen Fällen, denn Leon findet bei den Toten trockene Lavendelblüten, die ihn schlussendlich in eine alte Seifenfabrik führen.
Man muss die vorhergehenden Bände nicht kenne, um mit diesem Krimi gut unterhalten zu werden, aber es ist interessant, die Entwicklung der Figuren zu verfolgen, was ja einer Reihe Sinn gibt. Der interessierte Leser hofft eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Bewertung vom 16.04.2017
Wünsche, die uns tragen
Hughes, Kathryn

Wünsche, die uns tragen


sehr gut

Das Geheimnis
Als die jungen Eltern Beth und Micheal erfahren, dass sie nicht als Spender einer Niere für ihren 5-jährigen Sohn geeignet sich, bricht für sie eine Welt zusammen. Umso schlimmer ist für Beth die Situation, da gerade auch ihre Mutter verstorben ist und den Namen ihres Vaters mit ins Grab genommen hat. Ihr bleibt nun nur die Hoffnung, in den hinterlassenen Papieren ihrer Mutter einen Hinweis zu finden. So stößt sie auf einen alten Zeitungsartikel über einen Verkehrsunfall im Jahr 1976, ihrem eigenen Geburtsjahr und der eng mit ihrem Schicksal verbunden ist.
Im Rückblick erzählt, erlebt der Leser eine berührende Familiengeschichte, die Menschen zeigt, die in einer Notsituation Entscheidungen treffen mussten, die ihr eigenes und das Leben andere über viele Jahrzehnte hin beeinflussten. Das Buch ist so spannend wie ein Krimi, dass man es nur schwer zur Seite legen kann, bis nicht auch die letzte Seite gelesen ist. Es berührt den Leser und zeigt, dass elterliche Liebe ein starkes Band ist und am Ende die Wünsche, die uns tragen, auch erfüllt werden können.

Bewertung vom 10.04.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


ausgezeichnet

Die Büchse der Pandora
Als Gabriel(Gabe)Dickinson und Marta Rodriguez-Johnson die eigens für sie gegründete Abteilung der „Cold Cases“ übernehmen, sind beide Ermittler schwer von persönlichen Schicksalsschlägen getroffen. Gabe verlor bei einem Segelausflug durch ein furchtbares Unwetter unverschuldet seinen Schwager und in der Folge trennte sich seine Frau von ihm. Er fiel in ein tiefes Loch. Marta erschoss bei einem Drogeneinsatz versehentlich ihren Partner. Nun sollen sich die beiden, für ihre Vorgesetzten unbequemen Ermittler, alten Fällen widmen.
Schon bald erkennen sie in den alten Ermittlungsakten Unstimmigkeiten bei vier Mordfällen und einem Vermisstenfall. Als sie sich intensiver mit den Vorfällen beschäftigen, merken sie, dass sie wahrscheinlich die Büchse der Pandora geöffnet haben, denn ihr Verdacht geht bis in die eigenen Reihen zurück. Zunehmend werden sie von einem Netz von Lügen und Intrigen umgeben und der Weg zur Wahrheit wird auch für sie gefährlich.
Der Leser lernt hier zwei Detectives kennen, die sich trotz aller Unterschiede- Herkunft, Werdegang und Temperament- schnell zu einem Team zusammenfinden, um die alten Fälle zum Abschluss zu bringen, die aber auch durch eigenmächtige Aktionen schnell ins Visier ihrer Gegner geraten.
„Die Grausamen“ ist meine erste Begegnung mit dem Autor und ich bin begeistert. Ich war gefesselte von dem spannenden Fall- der vor allem in der zweiten Hälfte an Fahrt aufnimmt-und noch mehr von Gabe und Marta, denen es trotz ihrer eigenen Probleme und Schwierigkeiten, die ihnen bei der Ermittlung begegnen, gelingt, eine lang gehütetes Geheimnis zu lüften.
Auch wenn der Autor meiner Recherche nach keinen Reihen schreibt, wäre mit den beiden Ermittlern eigentlich ein Grundstein für eine solche gelegt, da besonders der Schluss noch einiges in ihrem Leben offen lässt und man als Leser gern erfahren würde, wie es weitergeht.

Bewertung vom 31.03.2017
Lost in Fuseta / Leander Lost Bd.1
Ribeiro, Gil

Lost in Fuseta / Leander Lost Bd.1


sehr gut

Nicht verloren in Fuseta
Leander Lost ist Teilnehmer eines Europol-Programms, bei dem die Länder sich ihre besten Beamten gegenseitig austauschen. So nimmt das Dorf Fuseta von dem (vor allem bei den Damen) allseits beliebten Rui Aviola Abschied und begrüßt Leander durch eine Abordnung seiner künftigen Kollegen am Flughafen.
Nicht ohne Witz und eine ordentliche Portion trockenen Humor stellt uns der Autor einen neuen Krimihelden vor, der natürlich gleich nach seiner Ankunft mit dem Tod eines bekannten Privatdetektivs konfrontiert wird.
Bald schon stoßen die neuen Kollegen auf Leanders Eigenheiten und schnell finden sie heraus, dass er Autist ist.
Um sich in bestimmten Situationen zu beruhigen, zählt er z.B. überall Ecken. Weiterhin verfügt er über ein fotografisches Gedächtnis, das für den Fortschritt der Ermittlungen von Bedeutung sein wird. Aber neben seinen eher liebenswerten Ticks- gleiche Hemden, Schuhe und Krawatten- gibt es auch Nachteile seiner Inselbegabungen, die ihn und seine Kollegen in so manche schwierige Situation bringen und das Projekt des Austauschs fast zum Scheitern verurteilen.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten macht sich das neue portugiesisch-deutsche Team gemeinsam auf den Weg, die schmutzigen Geschäfte eines Wasserversorgers aufzudecken und einen Mörder zu finden.
Dem Autor gelingt es, mit seinen Figuren zu überzeugen. Authentisch lässt er sie mit all ihren menschlichen Stärken und Schwächen agieren. Weiterhin bringt er dem Leser eine wunderschöne Gegend an der Atlantikküste nahe, die er mit guter Beobachtungsgabe beschreibt und bestimmt bei dem einen oder anderen den Wunsch aufkommen lässt, seinen nächsten Urlaub dort zu planen.
Der Roman ist nicht ein weiterer in der unendlichen Reihe von Regionalkrimis. Er geht tiefer und lebt vor allem von den wunderbaren Figuren, von denen ich Leander besonders ins Herz geschlossen habe und am Schluss sagen kann, dass sein Name „Lost“ nicht Programm ist, sondern ganz im Gegenteil-hat er doch das erste Mal in Portugal das Gefühl, Teil eines Teams zu sein. Er ist nicht verloren, sondern hat eine Menge neuer Freunde gefunden.
Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 12.03.2017
Ikigai
Miralles, Francesc; García (Kirai), Héctor

Ikigai


sehr gut

Der Weg ist das Ziel
Gesund und glücklich hundert werden- wie der Untertitel diese Buches heißt- ist sicherlich der Wunsch fast jedes Menschen. Die beiden Autoren setzten sich das jähe Ziel, dem Leser anhand von eigenen Beobachtungen auf verschiedenen Reisen durch Japan, hier besonders auf der Insel Okinawa, einen Weg zu zeigen, wie wir dieses Ziel erreichen. Philosophisch-psychologische Aspekte, Ernährung und Aktivität-sowohl körperliche wie auch geistige- spielen eine große Rolle dabei. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, dem Leser verschiedene Möglichkeiten der Orientierung im Leben aufzuzeigen, sein „Ikigai“, was mit „dem Glück, immer beschäftigt zu sein“ übersetzt werden kann, zu finden, denn so die Überzeugung der Autoren und der Wunsch an ihre Leser, habe man es erst einmal gefunden, kann es gelingen, ein hohes Alter in Gesundheit zu erreichen.
Das Buch ist nicht umfänglich, gibt aber verschiedene Ideen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Besonders interessant finde ich die Weisheiten der Hundertjährigen, denn wer, wenn nicht sie, könnte uns aus eigener Erfahrung mehr berichten. Dass gesunde und maßvolle Ernährung und moderate Bewegung weitere wichtige Punkte bei der Gesunderhaltung sind, wissen wir in der heutigen Zeit bereits. Auch welchen Einfluss Stress auf unser Leben hat, ist oft schon publiziert. Aber nicht das Wissen um all diese Dinge bringt uns an das Ziel, sondern wie wir unser Leben gestalten unter Berücksichtigung aller Umstände, die uns auf diesem hoffentlich langen Weg begegnen. Die Übersetzung eines japanischen Haikus lautet wie folgt:“ Das Einzige, was es gibt, hier und jetzt, ist mein Leben und dein Leben“ (S.217). In diesem Sinne muss sich jeder Leser selbst auf die Suche nach seinem „Ikigai“ machen, wozu dieses Buch anregen soll.

Bewertung vom 08.03.2017
Es klingelte an der Tür
Stout, Rex

Es klingelte an der Tür


sehr gut

Ein Klassiker im neuen Gewand

Manche Helden sind nicht totzukriegen. So auch Nero Wolfe und sein unermüdlicher Assistent Archie Goodwin nicht, die Klett-Cotta nun aus der Schublade geholt hat und den spätgeborenen Leser an ihren Abenteuern teilhaben lässt (Der erste Band der Reihe erschien bereits 1933). So führt uns der vorliegende Band zurück ins Jahr 1965 und ist in Rex Stouts Reihe bereits im hinteren Drittel angesiedelt.
Nero Wolfe, der nichts so sehr liebt wie seine tägliche Routine, gutes Essen und Orchideenpflege eingeschlossen, betreibt seine Detektei in New York. Eigentlich verlässt er aus beruflichen Gründen niemals sein Büro, dafür hat er seinen „Laufburschen“ und cleveren Mitarbeiter Archie, der uns auch diese Geschichte erzählt. Doch im vorliegenden Fall wird Wolfe gezwungen sein a) seine Routine zu unterbrechen und b) auch mal vor die Tür zu gehen, denn es gilt niemandem Geringeren als dem FBI auf die Füße zu treten, denn als es an seiner Tür klingelt und die exzentrische Witwe Rachel Bruner ihm 100 000 Dollar dafür bietet, dass er sie von der Beschattung durch das FBI befreit, greift er zu. Dass es einer seiner schwersten Fälle werden wird und er zusätzlich auch noch einen Mord aufklären soll, weiß er freilich an dieser Stelle noch nicht. Hier soll davon auch nicht mehr verraten werden.
So mitten in eine Krimireihe einzusteigen, ist für den Leser nicht immer einfach, denn die Figuren entwickeln sich ja mit jedem neuen Fall. Es fehlen Informationen, die in früheren Büchern eventuell gegeben wurden. So bleibt zu hoffen, dass wir bald mehr über den Detektiv erfahren, der jedes Jahr ein neues Auto kauft, weil er glaubt, das Risiko einer Panne dadurch zu reduzieren, was aber nicht der Fall ist (S.121). Woran man erkennt, dass nicht nur seine Klienten exzentrisch sind.

Bewertung vom 28.02.2017
Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2
Dieckerhoff, Christiane

Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2


sehr gut

Mörderischer Spreewald Teil 2

Die schöne Urlaubsidylle des Spreewalds ist schnell vorbei, als im Fließ ein toter rumänischer Saisonarbeiter gefunden wird. Bald stellt sich für Klaudia Wagner, die leitende Ermittlerin der Mordkommission, die Frage, ob es ein ausländerfeindliches Motiv gibt. Erste Spuren führen sie zu einem ortsansässigen Gurkenbauern. Stecken Erpressung oder Spielschulden hinter der Tat?
Klaudia, die selbst körperlich und seelisch noch von ihrem ersten Fall im Spreewald gezeichnet ist, findet sich alsbald in einem Wirrnis von Möglichkeiten wieder, besonders als eine zweite Töte zu beklagen ist. Immer gefährlicher werden auch ihre Ermittlungen.
Es ist zu empfehlen, den ersten Teil der Reihe zu kennen, denn nur so erhält der Leser ein vollständiges Bild von Klaudia, die neben ihren eigenen Problemen, auch ganz nah am Schicksal ihres Vermieters und Kollegen Uwe und dessen Familie mitträgt und nicht frei von Schuldgefühlen ist. Sie zeigt sich auch im aktuellen Fall als eine Polizistin, die sich in einem Fall festbeißen kann, bis sie ihn gelöst hat, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen.
Wieder werden von der Autorin viele Fäden gesponnen, die sie am Schluss noch nicht zusammen bringt und der Leser hofft, dass er bald wieder mit Klaudia, ihren Kollegen Demel und Joe (der in diesem Teil wegen Krankheit nur am Rande mitspielte) und dem alten Schiebschick durch den Spreewald schippern kann.