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Nachts in meinem Haus
Thiesler, Sabine
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Nachts in meinem Haus

Nichts ist sicher auf der Sonnenseite


Ein Poltern, ein Schaben, als ob jemand gegen einen Stuhl gestoßen ist und ihn über die Diele geschoben hat. Jemand ist im Haus. Tom hält den Atem an, sein Herz pocht bis fast zum Hals. Und dann geschieht etwas Schreckliches in dieser stürmischen Nacht, in der Regen ununterbrochen über das Land peitscht. Etwas, das Toms Leben schlagartig und unwiderruflich verändert. Die Ereignisse jener Nacht bilden den Auftakt zu Sabine Thieslers neuem Roman "Nachts in meinem Haus" über die vertrackte Psychologie eines Dreiecksverhältnisses, eine mörderische Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und Verrat, die ihren Protagonisten wie einen gehetzten Hund von einem herrlichen Anwesen in Norddeutschland in eine verlassene Hütte in einem Bergdorf in der Toskana treibt.

Was eben noch sicher war, ist mit einem Mal Vergangenheit. Bis zu eben jener Nacht führte der erfolgreiche Kunstmaler Tom ein wirklich großartiges Leben. Verheiratet mit seiner großen Liebe, der Fernsehproduzentin Charlotte, leben beide einen Traum, denn sie lieben das, was sie tun, und zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Sie besitzen ein Haus im Norden von Hamburg, ein Ferienhäuschen auf Sylt, eine Segeljacht und haben mehr Geld auf dem Konto, als sie ausgeben können. Ihre Freunde - unter anderem ein Schönheitschirurg, ein Anwalt, ein Hotelbesitzer und eine Klatschreporterin - gehören zu Hamburgs High Society. Sie sind die "Sylt-Connection", eine Truppe, deren Mitglieder alle keine Kinder von Traurigkeit sind, sondern nach dem Motto leben: "Mal hier, mal da mal trallala".

Doch nach den Geschehnissen dieser Nacht muss der sensible Tom, der oft nicht wirklich Herr, sondern eher Opfer seiner Gefühlswelt ist, fliehen, um sich, wie er denkt, vor falschen Verdächtigungen zu schützen. Eben noch ein Leben wie im Traum, findet er sich über Nacht in einem Albtraum wieder - allein, ohne Geld und abgeschnitten von der Welt, die er liebte. Tom hält das Alleinsein jedoch nicht lange aus und beginnt, fatale Entscheidungen zu treffen - und als wäre die Situation nicht schon bedrohlich genug, schleicht nachts auch noch eine seltsame, vermummte Gestalt um sein Haus in der Toskana und beobachtet ihn.

Der Schrecken, dem Thieslers Protagonist ausgesetzt ist, entfaltet sich durch das atemlose Überschlagen der Ereignisse, wodurch Tom aus einem scheinbar sicheren und perfekten Leben gerissen wird und immer mehr der Boden unter den Füßen verliert. Toms Verbindung zu seinem alten Leben ist sein bester Freund, der Anwalt René, der ihm anfangs seine Hilfe zusagt, doch bald schon ein erbitterter Kontrahent wird, nachdem er erkannt hat, dass Tom mit seiner Frau Leslie ein Verhältnis hatte. Zwar war die Liebschaft für Tom und Leslie nur ein lustvolles Abenteuer, doch für René ändert sich dadurch alles: "Nein, mein Lieber, so haben wir nicht gewettet."

René, von dem Tom denkt, er sei auf seiner Seite, treibt den Getriebenen nun immerweiter vor sich her: "Das Spiel hat begonnen." Die Spannung entwickelt Thieslers Roman durch die wechselhafte Konstellation Tom - Leslie - René. Während Tom wie gefangen in Italien sitzt, ist er auf die Unterstützung Renés in Deutschland angewiesen - und auf die Hilfe Leslies, die ahnt, dass René ein falsches Spiel mit Tom treibt. Unterdessen versucht der norddeutsche Kommissar Ole Hansen die furchtbaren Ereignisse in Toms Haus in dieser Nacht zu rekonstruieren, und bald kommt auch der beziehungsgeplagte italienische Commissario Donato Neri ins Spiel. Während sich das Fahndungsnetz um Tom immer mehr zusammenzieht, entgleiten ihm in der Dreierkonstellation die Fäden des Handelns. Wem kann Tom noch vertrauen? Was ist richtig, was falsch?

Was passiert, wenn man einer scheinbar gesicherten Existenz alles nimmt, zeigt die Erfolgsautorin Sabine Thiesler in ihrem neuen Roman "Nachts in meinem Haus". Gekonnt spielt sie dabei mit den Ängsten ihrer Leserinnen und Leser, denn sie weiß, dass nichts im Leben zu einhundert Prozent sicher ist. Dabei fokussiert sie sich auf die Beziehung ihrer Figuren untereinander, von denen jede abwechselnd Handelnde und Getriebene in dieser atemlosen Geschichte bis hin zur Eskalation ist.



Sabine Thiesler

Sabine Thiesler, geboren und aufgewachsen in Berlin, ist ein wahres Multitalent. Nachdem sie Germanistik und Theaterwissenschaften studiert hatte, arbeitete sie einige Jahre als Schauspielerin im Fernsehen. Auch als Ensemblemitglied des Berliner Kabaretts "Stachelschweine" begeisterte sie ihre Zuschauer. Doch nicht nur auf der Bühne und vor der Kamera bewies Sabine Thiesler ihr Talent. Sie schrieb erfolgreich Theaterstücke und verfasste zahlreiche Drehbücher für die bekannten Fernsehsendungen "Tatort", "Polizeiruf 110" und "Das Traumschiff". Die jüngeren Fans kennen sie aus dem Hörspiel "Bibi Blocksberg", in dem sie der Schubia und der Margie Thunderstorm ihre Stimme lieh. Sabine Thiesler ist mit ihrem Schauspielkollegen Klaus Rumpf verheiratet.

Interview mit Sabine Thiesler

Sie betonen immer wieder, dass Sie sich selbst vor vielem fürchten und "eine kriminelle Fantasie" besitzen. Um welche Ängste geht es in Ihrem neuen Thriller "Nachts in meinem Haus"?

Sabine Thiesler: Ich glaube, bei jedem, der den Titel "Nachts in meinem Haus" hört, geht augenblicklich ein ganz privates und gruseliges Kopfkino los: Jeder denkt an sein eigenes Zuhause und die schreckliche Vorstellung, dass dort jemand eindringen und etwas Grausames passieren könnte. "Zu Hause" ist der Ort, an dem man sich absolut geborgen fühlen möchte. Wird dies verletzt, verliert der Mensch seine Ruhe und seine Sicherheit bis hin zu seiner Identität. Das ist eine Urangst, die wohl jeder Mensch hat, und diese Angst ist der Ausgangspunkt meiner Geschichte.

Gab es eine reale Begebenheit, die am Anfang dieses Romans stand?

Sabine Thiesler: Nein. Zum Glück nicht.

Sie erzählen die Geschichte von Tom, einem Kunstmaler, vermögend und glücklich verheiratet, der jäh aus seinem Leben gerissen wird. Toms bester Freund ist René, der ihn zuerst unterstützt, dann aber zu seinem Kontrahenten wird und ihn immer weiter in die Engemehr