Autorenwelt
Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Nach einem Jura-Studium mit Promotion begann er, für verschiedene Radiostationen in der Programmredaktion zu arbeiten, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien mit "Die Therapie" sein erster Psychothriller. Für die Geschichte um das mysteriöse Verschwinden der zwölfjährigen Tochter des Psychiaters Viktor Larenz erhielt Fitzek 2007 den Friedrich-Glauser-Preis (bestes Krimi-Debüt). Seitdem hat Fitzek vier weitere Thriller vorgelegt, die sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik große Erfolge feierten. Sie wurden in 20 Sprachen übersetzt und fanden auch im Mutterland des Spannungsromans, in England, viel Beachtung. Sebastian Fitzek lebt in Berlin und arbeitet noch heute in der Programmdirektion eines Berliner Radiosenders.
Das meint die buecher.de-Redaktion: Sebastian Fitzeks Psychothriller muss man in einem Rutsch durchlesen - die immer perfideren Spiele seiner Protagonisten lassen das Blut in den Adern gefrieren.



Passagier 23

Sebastian Fitzek 

Passagier 23

Psychothriller

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EUR 19,99
Erscheint vorauss. 30. Oktober 2014
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Die wichtigsten Werke von Sebastian Fitzek



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Autorensteckbrief Sebastian Fitzek

In Ihrem neuen Roman "Der Nachtwandler" geht es um einen schlafwandelnden Mann, der befürchtet, "schlafend" zum Mörder geworden zu sein. Sie sagen, Sie kennen den Zustand der "Schlaflähmung" - woher kommt Ihr Interesse für den Somnambulismus?

Sebastian Fitzek: Ich interessiere mich nicht nur für die Störungen, sondern für den Schlaf generell. Er bestimmt fast ein Drittel unseres Lebens und zählt dennoch zu einem noch lange nicht abschließend erforschten Phänomen. Während wir im wachen Zustand ständig bemüht sind, rationale, bewusste Entscheidungen zu treffen und zum Beispiel Geschichten über multiple Persönlichkeiten allzu gerne als Phantasien von Drehbuch- und Psychothrillerautoren abtun, begeben wir uns täglich freiwillig in einen Zustand, in dem wir in eine andere Welt abgleiten, in der wir unsere Gedanken und Handlungen nicht mehr kontrollieren können - und in der wir oft eine andere Identität annehmen. Wenn das nicht faszinierend ist, dann weiß ich auch nicht mehr.


Was fasziniert Menschen am Schlafwandeln?

Sebastian Fitzek: Der Gedanke, über ein unkontrollierbares Ich zu verfügen, das in einem Zustand der scheinbaren Bewusstlosigkeit ein Eigenleben führt, ist für uns Menschen ebenso faszinierend wie erschreckend zugleich.


In Ihren Romanen spielen Augen eine große Rolle, entweder weil sie entfernt werden, wie in "Der Augenjäger", oder weil sie, wie in "Der Nachtwandler", beim Schlafwandeln geöffnet sind. Teilen Sie die Vorstellung von Augen als Fenster zur Seele und was bedeutet es, nichts mehr sehen zu können, wie im Fall der blinden Physiotherapeutin in Ihrem Thriller "Der Augensammler"?

Sebastian Fitzek: Meine Protagonistin Alina hat über die Vorstellung, Augen wären ein Fenster zur Seele, im Augenjäger reflektiert und teilt diese Vorstellung schon deshalb nicht, weil ihre Augen wegen ihrer Verletzung getrübt sind. Auch ich glaube nicht, dass Menschen, denen die Augen fehlen, das Fenster zu ihrer Seele verloren haben. Andersherum gibt es sehr viele Menschen, deren schöne Augen uns faszinieren, obwohl ihre Seele voller Abgründe ist. Ich befürchte, es gibt kein Fenster, das man einfach öffnen kann, um den Menschen, der vor uns steht, besser einschätzen zu können. Der wahre Charakter und die Beschaffenheit seiner Seele offenbart sich uns erst nach einer ganzen Weile, manchmal leider erst, wenn es schon zu spät ist.

Dass Alina in "Der Augensammler" blind ist, bedeutet für sie selbst eine weitaus geringere Beeinträchtigung, als man es vermuten würde. Ihre Welt ist keineswegs schwarz und dunkel, vor allem weil andere Sinne den fehlenden Sehsinn kompensieren. Alina sieht nicht mit den Augen, sondern mit ihrem Gehirn und kann z. B. einen Menschen anhand seiner Stimme oder seines Geruchs oftmals besser einschätzen, als wenn optische Eindrücke sie ablenken würden.


In "Der Nachtwandler" spielt das Haus seinen Bewohnern scheinbar übel mit und macht einen Teil der Handlung erst möglich. Kann Architektur Menschen zum Bösen verleiten, gar zu Mördern werden lassen?

Sebastian Fitzek: So weit würde ich nicht gehen. Ich denke aber, dass unsere Umwelt einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Psyche und damit auch auf unsere Handlungen hat. Jemand, der zum Beispiel depressiv veranlagt ist, wird in einer dunklen Kellerwohnung bestimmt schlechter gesunden als in von Licht durchfluteten Räumen. Jüngst habe ich davon gehört, dass Architekten mit einfachen gestalterischen Änderungen auf öffentlichen Plätzen dafür gesorgt haben, dass die Zahl der Gewalttaten, die auf diesen Plätzen verübt wurde, stark zurückging. Architektur ist meiner Meinung nach nicht die Ursache für bestimmtes Verhalten, ihre Ausgestaltung kann menschliches Verhalten jedoch zum Guten oder Schlechten beeinflussen.


Sie sagen, Ihre Therapie sei das Schreiben. Was wäre, wenn Sie nicht mehr schreiben könnten?

Sebastian Fitzek: Eine grauenhafte Vorstellung, die es wert wäre, in einem Psychothriller verarbeitet zu werden.


In welcher Situation hatten Sie zuletzt Angst?

Sebastian Fitzek: Als wir mitten in der Nacht in unserem Haus von einem blechern klingenden Kinderlied geweckt wurden, das aus dem Wohnzimmer zu uns nach oben schallte. Wir hatten es noch nie zuvor gehört und waren uns sicher, dass es zu keinem Spielzeug passte, das wir angeschafft hatten. Als ich dann endlich den Mut hatte nachzusehen, entpuppte es sich als ein Wecker, den Freunde uns am Vortag für den anstehenden Geburtstag meiner Tochter Charlotte geschenkt hatten und der aus irgendeinem Grund auf zwei Uhr früh gestellt war.


Interview: Laura Müller, Literaturtest